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Die 15. Fabel, vom Wolf und dem Fuchs

Ein Schalk ist des anderen wert, als diese Fabel beweiset.

Ein Wolf zieh einen Fuchs zorniglich eines Diebstahls, der Fuchs leugnet und beschwöret seine Unschuld. Da setzten sie den Affen als einen gerechten Richter, welcher die Wahrheit spreche unter beiden Parteien. Jeder Teil brachte vor, was er meinet, daß sein Recht und ihm nütz wäre, und klaget jeder den andern der Untreu und Schalkheit an. Der Aff aber gab sein Urteil also und sprach: Wolf, nach dem, als deine Klage ist, so glaub ich, du habest nichts verloren. Aber du, Fuchs, bist nicht ungestohlen hergekommen, und so ihr beide vor euch untreu befunden seid, so bleibet Freunde wie zuvor, euch ist beiden wenig zu glauben.


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