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Die 13. Fabel, von den Hasen und den Fröschen

Dem Elend ist größeres zu sehen ein Trost, davon erzählt diese Fabel.

Einsmals wurden die Hasen so sehr geächtet und verfolgt, daß sie in Verzweiflung gedachten, sie wollten sich lieber selber töten, dann also in Sorgen leben. Als sie aber solches beschlossen hatten, liefen sie in Scharen gegen einen Weiher, sich zu ertränken. Da saßen am Gestad gar viel Frösche, die aber sprangen, als sie die Hasen kommen sahen, eilig und voller Angst in das Wasser, um sich zu verbergen. Als das die Hasen sahen, sprach einer unter ihnen: ich sehe wohl, daß andere auch seind, die Sorgen haben, und vielleicht mehr denn wir. Darum bedeucht mich gut, wir wären geduldig in unserem Wesen, wie die anderen, und trügen das Joch der Natur geduldiglich, das sie uns gegeben hat. Denn die Zeit wird kommen, da sich unser Sorg verkehrt in guten Frieden.


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