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30. Gottfried von Nifen.

1. Die Erste und Letzte.

       

    Nun steht die liebe Haide bar
Der wonniglichen Blumen und der lichten Rosen roth.
    Entkleidet hat der Wald sich gar:
Drum leiden wieder kleine Vögelein so große Noth.
    Was klag ich Thor der Vöglein Sang?
Was klag ich nicht die schwere Zeit,
        da ich der Minniglichen dienen muste sonder Dank?

    Sie lohne mir, sie lohne nicht,
Sie ist doch meines Herzens Trost und ist die Fraue mein.
    Ich dien ihr, was sie immer spricht,
Sie muß die Erste, Letzte mir bis an mein Ende sein.
    Sie fieng mich mit der Augen Pracht,
Daß ich nicht scheiden mag von ihr,
        wie selten mich die Herzgeliebte noch hat froh gemacht.

    Sie wohnt in meines Herzens Grund,
Die ich schon früh zu lieber Herrin mir erwählte frei:
    Davon wird es krank und wund;
Was mag ihr schaden, daß sie schön ist und auch los dabei?
    Von Freude weiß ich nicht zu sagen;
Doch freut nichts Andres mich so sehr,
        darauf um Gnade wollt ich gern ein glühend Eisen tragen.


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