Hans Sachs
Hans Sachs' ausgewählte poetische Werke
Hans Sachs

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28. Der unverschämte Straßenräuber.

(In der Kleeweise Balthas Wenkens.)
(11. October 1549.)

            Ein Edelmann in Franken saß,
Der nicht sehr reich an Gute wâs.
Deshalb nährt' er sich auf der Straß'
    In einem Holz mit Räuberei.
Er hielt sich kecker Knechte drei,
Die hatten gleiche Beut' darbei;
    Wenn ein Kaufmann
Ritt durch den Tann,
So sprengten ihn die Reiter an;
Mußt' geben sein Gepäck daran.

    Zween Kaufleut' kamen auf sein Schloß,
Die so gekommen um Geld und Roß:
Sie klagten ihren Kummer groß;
    Das wär' geschehn durch seine Knecht'.
Sie hatten's ausgespäht nicht schlecht
Und gaben alles an ganz recht.
    Der Edelmann
Sprach: »Saget an,
Ob mit diesen Röcken angethan
Ihr wart, als euch beraubte man?«

    Sie sprachen: »Ja, die hatten wir an!«
Da sprach der Edelmann: »Alsdann
Ist es von meinen nicht gethan,
    Denn meine Knecht' haben die Sitt',
So gute Röck' zu nehmen mit:
Die ließen sie euch sicher nit!«
    So zeigt' er, daß
Er auf der Straß'
Mit Knechten raubt' ohne Unterlaß.
Er längnete nicht einmal das!


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