Hans Sachs
Hans Sachs' ausgewählte poetische Werke
Hans Sachs

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25. Was die Ehe gut macht.

(In dem kurzen Ton Regenbogens.)
(5. September 1547.)

            Den König Alphons thät einst fragen
Ein Graf, wann Eh'leut' friedlich sind?
    »Wenn taub der Mann wird,« thät er sagen,
»Und wenn das Weib wird völlig blind.«
    Der Graf sprach: »Mir erklären thut,
Warum nach diesen beiden Plagen
Die Eh' erst friedlich wird und gut?«

    Der König sprach: »Merk', wenn der Mann
Wird taub, hört er an keinem Ort,
    Dieweil er nichts mehr hören kann,
Des Weibes spitzig böse Wort,
    Im Bette nicht und nicht bei Tisch.
Frei ist er alles Zankens dann,
Lebt ruhig, friedlich, still und frisch.

    »Und eben so ist's mit der Frauen:
Sobald dieselbe völlig blind,
    Dem Manne nicht mehr kann nachschauen,
Sobald sie Eifersucht gewinnt,
    Wohin er geh' und was er thu',
Dann muß sie ihm in allem trauen,
Und in der Ehe gibt es Ruh'.«


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