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36. Familie: Baumsteiger ( Anabatidae)

Unsere Meisen und Baumläufer werden in Südamerika durch die Baumsteiger ( Anabatidae) vertreten. Die meisten Arten dieser Familie sind schlank gebaut, kurzflügelig und langschwänzig; der etwa kopflange Schnabel ist ziemlich stark, gerade oder gebogen; die Füße sind mittelhoch, und die kurzen Zehen auch mit kurzen, wenig gebogenen Krallen bewehrt; im Flügel ist die vierte Schwinge die längste; der Schwanz besteht aus zwölf stark abgestuften Federn.

Alle Banmsteiger, mehr als zweihundert Arten, gehören dem festländischen Südamerika an und sind strenge Waldbewohner, welche höchstens zeitweilig in offenere Gegenden herauskommen. Ueberaus lebhaft und gewandt, immer in Bewegung, durchkriechen sie die dunklen, niederen Gebüsche, hüpfen auf den Zweigen und steigen wie unsere Meisen an denselben umher oder hängen sich nach unten an, klettern aber keineswegs nach Art der Spechtmeisen, Baumläufer und Spechte an den Stämmen auf und nieder. Viele Arten haben eine laute, sonderbare Stimme; andere lassen nur einen kurzen und ziemlich leisen Lockton vernehmen. Alle ohne Ausnahme jagen Kerbthieren nach und zwar ungefähr in derselben Weise wie die Meisen. Viele bauen ein auffallendes, oft hängendes und oben meist verschlossenes Nest.

 

Eine der bekanntesten Arten der Familie ist der Bündelnister ( Anumbius frontalis, Sphenura frontalis, Anabates und Phacellodomus rufifrons, Malurus garrulus), Vertreter einer gleichnamigen Sippe, deren Kennzeichen in dem kurzen, stark zusammengedrückten, ziemlich geraden, nur an der Spitze sanft herabgebogenen Schnabel, den hohen und starkläufigen Füßen, abgerundeten Flügeln und dem aus schmalen, weichen, an der Spitze breiteren und zugerundeten Federn bestehenden Schwanze liegen. Das Gefieder der Oberseite ist hellbräunlich olivengrau, das der Unterseite blaßbräunlich weißgrau; die Stirne dunkel rostbraun, ein Streifen über dem Auge weiß; die Schwungfedern sind graubraun, mit blaßröthlichem Schimmer auf der Vorderfahne. Das Auge ist aschgrau, der Schnabel oben dunkel horngraubraun, unten weißlich horngrau, der Fuß blaßbläulich hornfarben. Die Länge beträgt 17, die Fittiglänge 6, die Schwanzlänge 7 Centimeter.

»Dieser niedliche Vogel«, sagt der Prinz von Wied, »ist mir in den großen Küstenländern nie vorgekommen, und ich habe ihn bloß in den inneren, höheren, von der Sonnenhitze ausgetrockneten Gegenden des Sertong der Provinzen Geraës und Bahia gefunden, wo er die offenen, mit Gebüschen abwechselnden Gegenden bewohnt und behend von einem Baume oder Strauche zu dem anderen stiegt und hüpft. In der Lebensweise ähnelt er den verwandten Arten, und namentlich scheint er dem rothäugigen Baumsteiger ( Anabates erythrophthalmus) nahe zu stehen.« Von letzterem bemerkt der Prinz folgendes: »Er gehört zu jenen Vögeln der geschlossenen Waldung, welche man von fern an ihrer sonderbaren, aus einigen immer gleichartig modulirten Tönen bestehenden, lauten Stimme erkennen kann. Ich hielt mich in einer verlassenen Hütte im Urwalde mehrere Tage auf und hörte nun beständig in den hohen, von den mannigfaltigsten Schlinggewächsen verflochtenen Waldstämmen, welche die niederen Büsche umgaben, die sonderbare, aus sechs Tönen bestehende Stimme eines Vogels, den ich nicht kennen zu lernen vermochte, bis mir der Zufall endlich günstig war. Dieser Vogel lebt in den dichten, hohen Urwaldungen, in der Brütezeit gepaart, im übrigen Theile des Jahres familienweise. Eine solche Familie wohnte nahe bei uns, und ich konnte sie vollkommen beobachten. In der mit niederen Gebüschen bedeckten Pflanzung standen einige alte, hohe Stämme mit stark belaubter Krone, welche bei der Urbarmachung dieses Fleckens der Zerstörung entgangen waren. Von einem dieser Bäume hing an einer langen, dünnen Schlingpflanze ein Bündel von Reisig herab, welches das Nest dieser Vögel war. In dieses sahen wir sie täglich einschlüpfen. Am Tage durchstrichen sie gemeinschaftlich die benachbarten Waldungen und ließen dabei beständig ihre laute, sonderbare Stimme vernehmen. Sobald der Abend herankam, hörte man die Familie sich nähern und sah nun die Vögel einzeln hinter einander von Ast zu Ast hüpfen, alsdann aber zwei von ihnen, wahrscheinlich die beiden Jungen, schnell an das hängende Nest fliegen und einkriechen. Sie pflegten hier, obwohl sie schon vollkommen erwachsen waren, regelmäßig zu übernachten. Wenn sie sich im Neste befanden, konnte man mit einem starken Pfeile mehreremale gegen dasselbe schießen, bevor sie es verließen. Sowie der Tag anbrach, verließen sie ihren Aufenthalt wieder, ließen sogleich im hohen Walde ihre Stimme hören und antworteten sich gegenseitig. Sie scheinen muntere Vögel zu sein und sich sehr zu lieben, da sie sich beständig antworten und am Abende vereinigen. Sie hüpften mit kurz eingezogenen Füßen auf den Zweigen umher, ihren langen, gewöhnlich unordentlich bündelförmig ausgebreiteten Schwanz ein wenig aufgerichtet, denselben auch wohl bewegend, stiegen in allen Richtungen an den Schlingpflanzen hin und her, gewöhnlich hüpfend und seitwärts, also nicht nach Art der Spechte. Den Magen fand ich mit Kerbthieren angefüllt.«

siehe Bildunterschrift

Bündelnister ( Anumbius frontalis) und Töpfervogel ( Furnarius rufus). ½ natürl. Größe.

»Das Nest des Bündelnisters«, fährt unser Gewährsmann fort, »fand ich in der Mitte des Februar, und zwar wiederholt immer an niederen, schlanken Seitenästen mittelmäßig hoher Bäume. Dieses Nest bildet einen länglichrunden, großen Bündel von kurzen, zum Theil halbfingerdicken Reisern, welche auf mannigfache Art quer durch einander gefilzt und auf einander gehäuft sind. Ihre Wände stehen sämmtlich nach allen Seiten unordentlich hinaus, so daß man das ganze, welches zuweilen einen Meter lang und noch länger ist, kaum angreifen kann. Die Reischen sind sämmtlich mit verschiedenartigen Bindestoffen zusammenbefestigt. Nahe am Grunde oder dem unteren, herabhängenden Ende hat der Vogel einen kleinen, runden Eingang. Er steigt alsdann inwendig auswärts und hat nun in dem äußeren, großen Reisigbündel das eigentliche Nest von Moos, Wolle, Fäden, Bast und dürrem Grase recht dicht zusammengewebt. Reißt man den äußeren, großen Reisigbündel auseinander, so findet man darin die eben beschriebene, kleine, rundliche, oben geschlossene Nestkammer, in welcher der Vogel sehr weich, warm und sicher sitzt. Er vergrößert alljährlich sein Nest, indem er immer in der nächsten Paarzeit rings um den schlanken Zweig herum auf den vorjährigen Reisigbündel einen neuen setzt und darin sein kleines Moosnest erbaut. Die sonderbaren Gebäude sind zum Theil so schwer, daß ein Mann sie kaum schwebend zu halten vermag. Oeffnet man den merkwürdigen Bau, so findet man zuoberst jedesmal das neue Nest und unter ihm eine Reihe von alten, die oft vom Männchen bewohnt werden.« Swainson, welcher das Nest zuerst beschrieb, versichert, daß es der Landschaft ein bestimmtes Gepräge verleiht. Das Gelege besteht aus vier rundlichen, reinweißen Eiern.


Die Töpfervögel ( Furnarius) erinnern an manche Drosselvögel, können aber, wie Darwin bemerkt, mit keinem europäischen Vogel verglichen werden. Der Schnabel ist etwa kopfeslang oder etwas kürzer, mäßig stark, gerade oder sanft gebogen, seitlich zusammengedrückt, der Fuß hochläufig und starkzehig, mit kleinen, mäßig gekrümmten Krallen bewehrt, der Flügel mittellang und stumpf, in ihm die dritte Schwinge die längste, die erste merklich, die zweite wenig verkürzt, der Schwanz eher kurz als lang und weichfederig.

 

»Wenn man«, sagt Burmeister, »die hohen Bergketten Brasiliens, welche das waldreiche Küstengebiet von den inneren Grasfluren der Campos trennt, überschritten hat und nunmehr in das hügelige Thal des Rio dos Velhas hinabreitet, so trifft man überall an der Straße auf hohen, einzeln stehenden Bäumen neben den Wohnungen der Ansiedler große, melonenförmige Lehmklumpen, welche auf wagerechten, armdicken Aesten stehen und mit regelmäßigen Wölbungen nach beiden Seiten und oben sich ausbreiten. Der erste Anblick dieser Lehmklumpen hat etwas höchst überraschendes. Man hält sie etwa für Termitennester, bevor man den offenen Zugang auf der einen Seite bemerkt hat. Aber die auffallend gleiche Form und Größe spricht doch dagegen; denn die Termitennester sind sehr ungleich gestaltet und auch nie schwebend gebaut, sondern vorsichtig in einem Astwinkel angelegt. Hat man also die regelmäßige Form dieser Lehmklumpen einmal bemerkt, so ist man auch bald in der Lage, ihre Bedeutung zu ergründen. Man wird das große, eiförmige Flugloch nicht übersehen, auch, wenn man achtsam genug ist, bisweilen einen kleinen, rothgelben Vogel durch dasselbe aus- und einschlüpfen gewahren und daran leicht das wunderliche Gebäude als ein Vogelnest erkennen. Das ist es in der That und zwar das Nest des Töpfervogels, den jeder Mineiro unter dem Namen Lehmhans, Joao de Barro kennt und mit besonderen Gefühlen des Wohlwollens betrachtet.«

Der Töpfer- oder Ofenvogel, Hüttenbauer, Baumeister, Lehmhans ect. ( Furnarius rufus, Merops rufus, Turdus badius, Figulus albogularis, Opetiorhynchus ruficaudus, Bild S. 587), ist oberseits rostzimmetbraunroth, auf Kopf und Mantel matter, auf den Schwingen braun, auf der Unterseite lichter, auf der Kehlmitte reiner weiß gefärbt; vom Auge verläuft ein lebhaft gefärbter rostgelber Streifen nach hinten; die Schwingen sind grau, die Handschwingen an ihrer Wurzel auf eine Strecke hin blaßgelb gesäumt, die Steuerfedern rostgelbroth. Das Auge ist gelbbraun, der Schnabel braun, der Unterkiefer am Grunde weißlich, der Fuß braun. Die Länge beträgt neunzehn, die Breite siebenundzwanzig, die Fittiglänge zehn, die Schwanzlänge sieben Centimeter.

Nach Orbigny's Angaben lebt der Töpfervogel ungefähr nach Art unserer Drosseln, ebensowohl auf den Zweigen wie an dem Boden. Im Gezweige ist er sehr lebhaft und heiter, und namentlich die wunderbare Stimme läßt er häufig ertönen. Man findet ihn immer paarweise und meist für sich allein; doch kommt es vor, daß einer der beiden Gatten sich auch einmal mit anderen Vögeln zeitweilig vereinigt, und dann kann es, wie Orbigny sagt, nichts erheiternderes geben, als das vorsichtige Gebaren des Männchens, obgleich es nicht immer zu Tätlichkeiten kommt. Die Nahrung besteht aus Kerbthieren und Sämereien, laut Burmeister nur aus ersteren, welche vom Boden aufgenommen werden; denn an den Zweigen sieht man den Töpfervogel nie nach solchen jagen und noch weniger fliegende Kerfe verfolgen. Auf dem Boden bewegt er sich sehr gewandt, indem er mit großen Sprüngen dahinhüpft; der Flug dagegen ist, den kurzen Flügeln entsprechend, nicht eben rasch und wird auch niemals weit ausgedehnt. Die Stimme muß höchst eigenthümlich sein, weil alle Beschreiber ihrer ausdrücklich gedenken, die einen mit Wohlwollen, die anderen in minder günstiger Weise. »Seine laute, weit vernehmliche Stimme«, sagt Burmeister, »ist gellend und kreischend, und gewöhnlich schreien beide Gatten, irgendwo auf einem Hause oder Baume sitzend, zugleich, aber in verschiedenen Tönen und Tonleitern, das Männchen schneller, das Weibchen bedeutend langsamer und eine Terz tiefer. Ueberraschend ist diese Art und Weise allerdings, wenn man sie das erste Mal hört, aber angenehm gewiß nicht, zumal da das Vogelpaar einem stets in die Rede fällt, das heißt zu schreien beginnt, wenn man irgendwo stehen bleibt und laut sprechend sich unterhält. Im Garten des Herrn Dr. Lund geschah mir dies täglich, und oft äußerte mein freundlicher Wirt, wenn die Vögel ihre Einsprache begannen: »Lassen Sie die nur erst ausreden; wir werden doch daneben nicht zu Worte kommen.«

Man bemerkt bald, daß die anfangs auffallende Dreistigkeit des Töpfervogels ihre vollste Berechtigung hat. Er gilt in den Augen der Brasilianer als ein heiliger oder christlicher Vogel, weil man behauptet, daß er an seinem großen Neste des Sonntags nicht arbeite und das Flugloch stets nach Osten hin anlege. »Daß letztere Angabe nicht richtig sei«, bemerkt Burmeister, »fand ich bald selbst und überzeugte davon auch mehrere Einwohner, welche ich deshalb zu Rathe zog; die Sage, daß der Vogel Sonntags nicht arbeiten soll, hat wohl ihren Grund in der Schnelligkeit, mit welcher er sein schwieriges Werk vollendet. Hat er nicht gerade am Sonntag begonnen, so ist er fertig, ehe der nächste Feiertag herankommt.

»Das Nest selbst ist für die kleinen Vögel wirklich ein staunenswürdiges Werk. Die Stelle, wo er dasselbe anlegt, ist gewöhnlich ein völlig wagerechter oder mitunter selbst schwach ansteigender Theil eines acht Centimeter oder darüber starken Baumzweiges. Sehr selten gewahrt man das Nest an anderen Punkten, auf Dächern, hohen Balken, Kreuzen der Kirchen etc. Beide Gatten bauen gemeinschaftlich. Zuerst legen sie einen wagerechten Grund aus dem in jedem Dorfe häufigen Lehm der Fahrwege, welcher nach den ersten Regengüssen, die um die Zeit ihrer Brut sich einstellen, als Straßenkoth zu entstehen pflegt. Die Vögel bilden aus demselben runde Klumpen, wie Flintenkugeln, und tragen sie auf den Baum, hier mit den Schnäbeln und Füßen sie ausbreitend. Gewöhnlich sind auch zerfahrene Pflanzentheile mit eingeknetet. Hat die Grundlage eine Länge von zwanzig bis zweiundzwanzig Centimeter erreicht, so baut das Paar an jedes Ende derselben einen aufwärts stehenden, seitwärts sanft nach außen geneigten Rand, welcher am Ende am höchsten (bis fünf Centimeter hoch) ist und gegen die Mitte der Seiten sich erniedrigt, so daß die Ränder von beiden Enden her einen hohlen Bogen bilden. Ist dieser Rand fertig und gehörig getrocknet, so wird darauf ein zweiter, ähnlicher gesetzt, welcher sich schon etwas mehr nach innen zu überbiegt. Auch diesen läßt der Vogel zuvörderst wieder trocknen und baut später in derselben Weise fort, sich von beiden Seiten zu einer Kuppel zusammenschließend. An der einen Langseite bleibt eine runde Oeffnung, welche anfangs kreisförmig erscheint, später aber durch Anbauen von der einen Seite her zu einem senkrecht stehenden Halbkreise verlängert wird. Sie ist das Flugloch. Nie habe ich dieses anders als in solcher Form, in Gestalt einer senkrechten Oeffnung von sieben bis zehn Centimeter Höhe und fünf Centimeter mittlerer Breite gesehen. Die gleichlautende Angabe bei Azara ist also kein Fehler des Uebersetzers, wie Thienemann vermuthet; denn ich sah nie ein fertiges Nest mit Quermündung, wie genannter Forscher sie beschreibt. Die Mündung liegt übrigens, wenn man gerade vor dem Neste steht, beständig auf der linken Hälfte der vorderen Fläche; die rechte ist geschlossen. Der innere Rand der Mündung ist also gerade und senkrechter gestellt, der äußere erscheint bogenförmig ausgebuchtet. Das fertige Nest gleicht einem kleinen Backofen, pflegt fünfzehn bis achtzehn Centimeter hoch, zwanzig bis zweiundzwanzig Centimeter lang und zehn bis zwölf Centimeter tief zu sein. Seine Lehmwand hat eine Stärke von fünfundzwanzig bis vierzig Millimeter, die innere Höhle umfaßt also einen Raum von zehn bis zwölf Centimeter Höhe, zwölf bis fünfzehn Centimeter Länge und sieben bis zehn Centimeter Breite. Ein der Vollendung nahes Nest, welches ich mitnahm, wiegt vier und ein halbes Kilogramm. In dieser Höhle erst baut der Vogel das eigentliche Nest, indem er an dem geraden Rande der Mündung senkrecht nach innen jetzt eine halbe Scheidewand einsetzt, von welcher eine kleine Sohle quer über den Boden des Nestes fortgeht. Das ist der Brutraum. Derselbe wird sorgfältig mit herum gelegten trockenen Grashalmen und nach innen mit eingeflochtenen Hühnerfedern, Baumwollbüscheln etc. ausgekleidet. Dann ist die Wohnung des Lehmhauses fertig. Der Vogel legt seine zwei bis vier weißen Eier hinein, und beide Gatten bebrüten sie und füttern ihre Jungen. Der erste Bau wird zu Ende des August ausgeführt; die Brut fällt in den Anfang des September. Eine zweite Brut wiederholt sich später im Jahre.«

Azara hielt einen alten Töpfervogel ungefähr einen Monat lang gefangen und ernährte ihn mit gekochtem Reis und rohem Fleische. Das letztere zog er vor. Wenn der Bissen zum Verschlingen zu groß war, faßte er ihn mit den Füßen und riß sich mit dem Schnabel kleinere Bissen ab. Wollte er dann gehen, so stützte er sich kräftig auf einen Fuß, erhob den anderen, hielt ihn einen Augenblick gerade vorgestreckt und setzte ihn dann vor sich hin, um mit dem anderen zu wechseln. Erst nachdem er mehrere dieser Schulschritte ausgeführt, begann er ordentlich zu laufen. Oft hielt er im schnellsten Laufe plötzlich inne, und manchmal wechselte er mit beiden Gangarten ab, indem er bald mit majestätischen Schritten, bald sehr eilig dahinlief; dabei zeigte er sich frei und ungezwungen, pflegte aber den Kopf zu heben und den Schwanz zu stelzen. Wenn er sang oder schrie, nahm er eine stolze Haltung an, richtete sich auf, streckte den Hals und schlug mit den Flügeln. Andere Vögel vertrieb er mit heftigem Zorne, wenn sie sich seinem Futternapfe näherten.


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