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VII.
Ein Kapitel, welches mit Rücksicht auf die in Geltung stehenden Gesetze, beträchtlich gekürzt ist.

Das Mahl, welches jetzt folgte, werde ich nicht beschreiben.

Man hat mir gesagt, daß die Gesetze unseres Landes den Romanschriftstellern gestatten, alle Verbrechen ihrer handelnden Personen zu schildern, aber nicht die Einzelheiten ihrer Liebesfreuden, so sehr ist in den Augen des Gesetzgebers das Gemetzel ein geringeres Verbrechen als das Vergnügen.

Und da ich nicht mehr genau weiß, ob man aus unseren Büchern die Freuden des Bettes oder die Freuden der Tafel verbannt; da ich ferner nach Befragung meines Gewissens und meiner Aufrichtigkeit nicht im Stande bin, zu entscheiden, was todeswürdiger ist: eine Hammelskeule zu essen oder ein Kind zu erzeugen, will ich vorsichtig sein und hier weder von Brüsten noch von Granatäpfeln reden.

Man wird denn in wenigen Worten erfahren, daß die Mahlzeit des Königs Pausol und der schönen Diana mit der Puderquaste aus Folgendem bestand:

Vorspeise.

Erste Schüssel.

Zwischengericht.

Zweite Schüssel.

Braten.

Salat.

Gemüse.

Zweites Zwischengericht.

Früchte und Eingemachtes.

Verschiedene weiße, rothe und gelbe Weine.

Es war ein kleines Diner. Reden wir nicht weiter davon.

Verhüllen wir in derselben Weise das, was nun folgte.

Vom König seit einem Jahre getrennt und nach einer einzigen Liebesnacht im Harem eingeschlossen, war Diana wieder ein junges Mädchen geworden. Das begreife, wer es kann. Ich erkläre nichts. Kurz: auch der König fand, daß diese zweite intime Begegnung – selbst ohne an die Landschaft zu erinnern – stark der ersten glich.

Kurz vor Sonnenaufgang begaben sich Beide auf die mit Teppichen belegte Terrasse, um frische Luft zu schöpfen und um Feigen zu pflücken. Diana mit der Puderquaste hob die Arme und reckte sich in lieblichem Schmerze empor, glatt wie eine Blume und dreifach schwarz gefleckt.

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