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Anleitung zum Verfassen von Shanty's

Wer einen Shanty zu schreiben hat,
der braucht zunächst eine Hafenstadt,
du Dussel.
Was Englisches macht sich immer nett,
Southampton, Sidney, Watercloset,
dazu eine See, welche brüllt.
Und schon ist Vers eins gefüllt.
Und der Refrain, das ist ja klar,
spielt nachts gegen vier in der Hafenbar,
bei Nelly.
Sie singt Chansons zum Zeitvertreib
und ist überhaupt ein herrliches Weib,
die Nelly.
Und ganz zum Schluß (das ist nicht neu,
jedoch Gesetz), da sagt man: Ahoi!

Im zweiten Vers kommt der Humor
in Form von drei kessen Matrosen vor,
du Schafskopf.
Sie heißen Jim und Bill und Tom,
sind weder vornehm, noch sind sie fromm.
Doch spucken können die drei,
da wird man neidisch dabei.
Jim, Bill und Tom – das ist ja klar,
gehn nachts um vier in die Hafenbar
zu Nelly.
Was anderes tun ja Matrosen nie,
Mit Andacht und Leidenschaft hängen sie
an Nelly.
Und Nelly ist allen Matrosen treu.
Schon wären wir bei dem zweiten Ahoi!

Im dritten Vers wirds sentimental,
eingriff das Schicksal, roh und brutal,
du Rindvieh.
Jim, der Arme, ist elend verreckt,
und es weiß kein Mensch, wo Tom wohl steckt.
Nun steht der Bill ganz allein
in des Vollmonds silbernem Schein.
Und trotzdem geht er, das ist ja klar,
des Nachts gegen vier in die Hafenbar
zu Nelly.
Er seufzt: Nun bin ich alleine bei dir,
wie schaff ich es nur, wie helfe ich mir,
ach, Nelly?
Doch Nelly lächelt und meint dann, es sei
doch einer noch besser als keiner. Ahoi!

.

Nun könnte der Shanty zu Ende sein.
Doch ist er dieses auch wirklich? Nein,
du Trottel.
Die Zeitungen zahlen ja allemal
Gereimtes nur nach der Zeilenzahl.
Am Gelde hängen wir sehr,
drum folgt noch ein Vers hinterher.
Der Jim und die Nelly, das ist ja klar,
bekamen drei Jung's in der Hafenbar,
brav, Nelly!
Die Jungens hießen Tom, Jim und Bill
und machten tagtäglich ein tolles Gebrüll,
tja, Nelly.
Und wenn sie groß sind, dann fahren die drei
zur See. Und rufen nichts als: Ahoi!

.


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