William Shakespeare
Das Leben und der Tod des Königs Lear
William Shakespeare

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Vierter Auftritt.

(Ein Getümmel und Trompeten-Stoß hinter der Schaubühne.

Lear, Cordelia und Soldaten ziehen mit Trummeln und Fahnen über die Scene, und gehen wieder ab.)

Edgar und Gloster treten auf.

Edgar. Hier, Vater, ruhet unter dieses Baumes wirthlichem Schatten aus, und bittet für den Fortgang der gerechten Sache. Ich komme gar nicht wieder zurük, oder ich bringe euch eine tröstliche Zeitung mit.

Gloster. Gott steh euch bey, Sir.

(Edgar geht ab.)

(Trompeten-Schall, Gefecht und Flucht hinter der Bühne.)
Edgar tritt wieder auf.

Edgar. Laß uns fliehen, alter Mann; gieb mir deine Hand, laß uns fliehen. König Lear hat verlohren, er und seine Tochter sind gefangen; Gieb mir deine Hand, komm!

Gloster. Nicht weiter, Sir; ich kan hier so gut verfaulen als an einem andern Ort.

Edgar. Wie? schon wieder in schwermüthigen Gedanken? Die Menschen müssen bey ihrem Ausgang aus der Welt, wie bey ihrem Eintritt, die natürliche Zeit erwarten; sie müssen zu beyden reif werden; kommet mit.

Gloster. Ihr habt würklich recht.

(Sie gehen ab.)


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