William Shakespeare
Das Leben und der Tod des Königs Lear
William Shakespeare

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Dreyzehnter Auftritt.

Cornwall. Wir wollen uns wegbegeben; es kömmt ein Ungewitter.

Regan. Diß Haus ist klein, der alte Mann und seine Leute können nicht wol darinn versorgt werden.

Gonerill. Es ist seine eigne Schuld, daß er keine Ruhe hat; er mag die Folgen seiner Thorheit kosten.

Regan. Ihn für seine Person will ich mit Vergnügen aufnehmen, aber nicht einen einzigen Begleiter.

Gonerill. Das ist auch mein Vorsaz. Wo ist Mylord von Gloster?

Gloster kömmt zurük.

Cornwall. Er begleitete den alten Mann – – Hier kommt er wieder.

Gloster. Der König ist in der äussersten Wuth, und will fort, ich weiß nicht wohin.

Cornwall. Das beste ist, ihm den Lauf zu lassen, den er selbst nimmt.

Gonerill zu Gloster.
Mylord, sprechet ihm auf keinerlei Art zu, daß er bleibe.

Gloster. Aber, die Nacht bricht an, und die Winde stürmen entsezlich; auf manche Meile herum ist kaum ein Busch – –

Regan. O Sir, eigensinnigen Leuten müssen die Uebel die sie sich selbst zuziehen, für Lehrmeister dienen. Sperret eure Thüren zu; er hat verzweifelte Leute bey sich; und die Klugheit befiehlt zu fürchten, wozu sie ihn aufhezen könnten, da es so leicht ist, ihn zu verführen.

Cornwall. Verschließt eure Thüren, Mylord, es ist eine ungestüme Nacht. Meine Regan räth wol; kommt, eh das Wetter angeht.

(Gehen ab.)


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