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XXXII.

Der hitzige Kampf bei Chelmsford.
Die Engländer zurückgeschlagen.


Brentwood, Sonnabend, 17. September.

In Little Waltham befand ich mich dicht am Schauplatze des Gefechtes. Ungefähr eine Meile vor mir stand der Weiler Howe Street in Flammen, ich sah, wie die Granaten haufenweise zwischen und über den brennenden Häusern platzten, konnte aber nicht ausmachen, woher sie kämen; ein Offizier, den ich traf, sagte mir, daß der Feind mehrere Batterien auf der Bodenschwelle bei Littley Green, anderthalb Meilen gegen Norden auf dem anderen Flußufer, in Tätigkeit haben müsse. Ich fuhr selbst hinüber und die Hügelreihe hinauf, auf der die Leicestershirer und Dorseler nebst einer Anzahl 4.7-zölliger Kanonen, die von Colchester gekommen waren, standen.

Dieser Höhenzug ist gegen zwei Meilen lang und läuft ziemlich gerade von Norden nach Süden; ich hatte von ihm aus einen weiten Ausblick nach Osten jenseits von Witham, in welcher Richtung das Terrain sich fortwährend senkt. Das Land ist ziemlich bewaldet und ein förmlicher Irrgarten von Bäumen und Knicken. Wenn es drunten auf dieser Ebene Deutsche gab, so mußten sie sehr tief liegen, denn selbst durch mein Fernglas entdeckte ich nicht das geringste Anzeichen ihrer Gegenwart. Im Osten wurde die Aussicht durch den bewaldeten Höhenzug bei Wickham Bishops und Tiptree Heath begrenzt, der sich wie ein langer blauer Damm am Horizonte hinzog, während nach Südosten deutlich Danbury Hill mit unserem darüber schwebenden großen Kriegsballon zu unterscheiden war.

Während ich auf diese anscheinend so friedliche Landschaft blickte, ließ mich plötzlich ein unangenehm scharfer, zischender Laut, der mit Blitzesschnelle näher kam und über mich hinzustreichen schien, zusammenzucken, – dann ein lauter Knall, und über mir in der Luft ein schwebender weißer Rauchring: eine feindliche Granate.

Gerade vor mir lag ein ziemlich ausgedehntes Gehölz; unter dem einigermaßen törichten Impuls, Deckung zu suchen, sprang ich aus dem Auto, und nachdem ich meinem Chauffeur befohlen hatte, eine Meile weit zurückzufahren und dann Halt zu machen, rannte ich auf die dicht stehenden Bäume zu. Wenn ich mir die Zeit zum Nachdenken gelassen hätte, so würde ich eingesehen haben, daß das Gehölz mir keinerlei wirklichen Schutz gewähren konnte; ich war auch noch nicht weit gekommen, als das Krachen der stürzenden Stämme und das Getöse der über mir und rings um mich im Unterholze platzenden Geschosse mir klar machte, daß gerade dieses Gehölz den Deutschen zur Zielscheibe diente, da sie denken mochten, daß es englische Truppen beherbergte. Ich wünschte von Herzen, daß ich neben meinem Chauffeur auf seinem schnell zurückgehenden Auto säße ...

Mein nächstes Ziel war also, wieder aus dem Gehölz herauszukommen, und das gelang mir auch nach einem Weilchen auf seiner Westseite, wo in einer kleinen Vertiefung eine Verbandstation eingerichtet war; zwei Wundärzte mit ihren Gehilfen hantierten bereits eifrig an einigen Verwundeten herum, die meistenteils durch Schrapnellkugeln übel zugerichtet waren. Von den wenigen Leichtverwundeten erfuhr ich, daß die Unsrigen sich nur mit der größten Mühe behaupten könnten. »Ich glaube,« sagte einer von ihnen, ein Bombardier, »daß der Feind mehr als hundert Geschütze gegen das Dorf Howe Street, wo wir liegen, ins Feuer gebracht hat! Wenn wir nur herausfinden könnten, wo diese fremden Teufel sind, so würden wir ihnen schon mit unseren 4.7-Zöllern das Lebenslicht ausgeblasen haben, besonders wenn wir sie beim Auffahren ertappt hätten. Aber sie müssen ihre Geschütze wohl während der Nacht in Position gebracht haben, und zwar irgendwo bei Chatley, Fairstead Lodge und Little Leighs herum; und da wir ihren Standort nicht genau feststellen können und hier oben nur zehn Geschütze haben, so sind unsere Chancen nicht besonders gut, finden Sie nicht auch?«

Später begegnete ich einem Offizier der Dorseter, der die Erzählung des Artilleristen bestätigte, aber hinzufügte, daß die Unsrigen sich tüchtig verschanzt und ihre Geschütze so versteckt aufgestellt hätten, daß kein einziges demontiert worden wäre; er war der Meinung, daß wir uns auf der Höhe würden behaupten können.

Ohne weitere Abenteuer gelangte ich wieder an mein Auto und fuhr dann, unterwegs mehrmals um ein Haar von verflogenen Granaten getroffen, so schnell wie möglich nach Chelmsford zurück.

Das Feuern hielt den ganzen Tag an, nicht nur im Norden, sondern auch im Süden, wo die Sachsen, ohne einen ausgesprochenen Angriff zu unternehmen, das 5. Korps fortwährend in Atem hielten; und in dem Zweikampf der schweren Geschütze trat überhaupt keine Pause ein. Da mit Sicherheit anzunehmen war, daß die Anhöhe, die ich am Vormittage besucht hatte, das Hauptziel des feindlichen Angriffes wäre, hatte man mehr als einmal Verstärkungen hinaufgesandt; aber das deutsche Granatenfeuer war so wirksam, daß es fast unmöglich war, die dafür noch nötigen Deckungen zu errichten. Mehrere Batterien wurden nach Pleshy und Rolphy Green geschickt, um womöglich das Feuer der Deutschen zum Schweigen zu bringen; dennoch schien es eher zu- als abzunehmen. Der Feind mußte jetzt mehr Geschütze ins Feuer gebracht haben, als zuerst.

Bei Anbruch der Dämmerung machte die feindliche Infanterie die erste unzweifelhafte Offensivbewegung: es erschienen plötzlich mehrere Plänklerlinien in dem Tal zwischen Little Leighs und Chatley und gingen auf Lyonshall Wood vor, gegen das Nordende des Höhenzuges östlich von Little Waltham. Von den englischen Artilleriestellungen jenseits des Chelmer aus waren sie anfänglich nicht zu sehen, und auch als sie den Sporn, auf dem Hyde Hall liegt, überschritten, konnte man sie in der zunehmenden Dunkelheit kaum erkennen.

Auf der Anhöhe eilten die Unsrigen, ihre Brustwehren zu besetzen, und eröffneten das Feuer, sobald die Feinde in Gewehrschußweite kamen; aber immer noch waren sie dem höllischen Feuer der hannoverschen Geschütze auf den Hügeln im Norden ausgesetzt, und um ihre Lage noch zu verschlimmern, brachte in diesem kritischen Augenblick das deutsche 10. Korps eine lange Geschützlinie ins Feuer, zwischen Flacks Green und Great Leighs Wood, wohin keines der englischen Geschütze, außer einigen wenigen auf der Höhe selber, reichte. Dies wütende Kreuzfeuer brachte das Feuer der Engländer vollständig zum Schweigen, und als die Deutschen nun ihren Plänklern nahezu geschlossene Truppenmassen folgen ließen, konnten diese in voller Ungefährdetheit vorrücken, abgesehen von dem Feuer der wenigen weittragenden englischen Geschütze auf Pleshy Mount, die übrigens so gut wie aufs Geratewohl feuerten, da die Artilleristen von den Standorten ihrer Ziele keine genaue Kenntnis hatten. Es gab wohl einen Scheinwerfer auf der Höhe, aber schon beim ersten Rundlauf seiner Strahlen war er durch eine Schrapnelladung vollständig demoliert worden, da sämtliche deutschen Geschütze ihr Feuer auf ihn konzentriert hatten.

Und jetzt schwärmten die hannoverschen Bataillone zum Sturme aus, ohne Rücksicht auf die Lücken, die das Magazinfeuer der Verteidiger in ihre Reihen riß, sobald sie so nahe gekommen waren, daß sie das Feuer ihrer eignen Artillerie maskierten.

Die Engländer kämpften mit dem Mute der Verzweiflung. Dreimal trieben sie die Angreifer zurück, bis sie durch die brutale Übermacht der Zahl erdrückt wurden. Die telephonisch verlangten Verstärkungen kamen zwar eiligst an – alles, was nur irgend verfügbar war –, aber auch sie wurden von der Lawine der Geschlagenen mit über den Abhang hinabgerissen und gerieten gleichfalls in den Kugelregen der während des Sturmes vorgenommenen deutschen Schnellfeuergeschütze. Nur mit der größten Mühe konnten die zersprengten und in Unordnung gebrachten Truppen bei Little Waltham den Fluß überschreiten. Hunderte ertranken in dem kleinen Gewässer, und Hunderte wurden von dem Feuer der Deutschen verwundet oder getötet.

Für den Augenblick hatte der Feind das Spiel gewonnen, das war nicht wegzustreiten, und da böse Nachrichten schnell wandern, so befiel eine Entmutigung unser ganzes Heer; jedermann sagte sich, daß der Feind seit der Erstürmung der Anhöhe imstande war, seine Truppen beinahe in Gewehrschußweite von unserer Verteidigungslinie am Flusse zusammenzuziehen.

Ich hörte, daß mehrere Generalstabsoffiziere vorschlugen, unsere linke Flanke zurückzunehmen und während der Nacht eine frische Stellung beziehen zu lassen; dieser Vorschlag aber wurde überstimmt, weil dann der Feind imstande sein würde, sich zwischen uns und unsere Streitkräfte bei Dunmow einzuschieben und so unsere Linie in der Mitte durchzubrechen. Alles, was sich tun ließ, war, aus allen verfügbaren Geschützen die ganze Nacht hindurch die Höhe zu bombardieren, um den Feind in den Vorbereitungen für seine weiteren Angriffsbewegungen und in seinen Schanzarbeiten zu stören.

Hätten wir mehr Truppen zur Verfügung gehabt, so hätten wir zweifellos sofort einen starken Gegenangriff auf die Höhe unternommen; aber angesichts der riesigen feindlichen Übermacht wird General Blennerhasset die Verantwortung nicht haben auf sich nehmen mögen, einen Teil unserer Stellungen von Verteidigern zu entblößen.

So rollte der Donner der großen Geschütze all die dunkeln Stunden fort. Trotz der Kanonade ließen aber die Deutschen um Mitternacht nicht weniger als drei Scheinwerfer vom Südende der Höhe aus spielen; zwei wurden durch unser Feuer sofort demoliert, der dritte jedoch hielt sich über eine halbe Stunde in Tätigkeit und setzte die Deutschen in den Stand, unsere eifrig betriebenen Schanzarbeiten am Flußufer entlang zu beobachten und sich so einen Überblick über die Lage unserer Schanzgräben zu verschaffen.

Unsere Patrouillen meldeten im Laufe der Nacht, daß sie nicht über Pratt's Farm, Mount Maskell und Porter's Farm auf der Straße nach Colchester hatten vordringen können; überall war sie von der feindlichen Übermacht zurückgedrängt worden.

Immer dichter rückten die Deutschen auf uns ein. – Das war eine furchtbare Nacht in Chelmsford! ...

Gegen ein Uhr morgens waren fast alle Zivileinwohner der Stadt geflohen. Die Straßen waren leer, wo nicht biwakierende Truppen sie erfüllten, und die endlosen Verwundetentransporte sie durchzogen. Das Donnern der Geschütze nahm abwechselnd zu und ab, bis bei Tagesanbruch ein gewaltiges Anschwellen der Kanonade verkündigte, daß der zweite Akt der Tragödie anheben sollte.

Ich begab mich ohne Verzug auf den runden Kirchturm und hatte von dort einen ausgezeichneten Überblick nach Osten und Norden. Das erste, was meine Augen anzog, war das fortwährende Aufblitzen des Gewehrfeuers in der Dämmerung des frühen Morgens; diese leuchtenden Punkte zogen sich in einer ununterbrochenen Linie von Boreham Hall, mir gegenüber zur Rechten, bis an die Anhöhe bei Little Waltham, etwa drei oder vier Meilen weit. Der Feind zwang schon durch seine Überzahl unsere Vortruppen zum Weichen. Und jetzt fingen die schweren Batterien in Danbury an, mit Granaten in die Richtung des Feuerns zu schießen; aber da die deutsche Linie fortfuhr vorzurücken, so hatte das offenbar keine besondere Wirkung.

Zunächst unternahm nun der Feind von Hyde Hall her einen entschlossenen Angriff auf das Dorf Howe Street. Ungeachtet unseres unablässigen Feuerns schafften die Deutschen eine ungeheure Anzahl von Kanonen und Haubitzen auf und hinter die gestern abend erstürmte Anhöhe, ebenso auf den Höhenzug oberhalb von Hyde Hall. All diese furchtbaren Zerstörungswerkzeuge konzentrierten ihr Feuer für kurze Zeit auf die geschwärzten Ruinen von Howe Street, in denen kein Mäuschen mehr am Leben sein konnte; das Örtchen war einfach zu einem Trümmerhaufen geworden.

Vergebens bemühten sich unsere Geschütze auf Pleshy Mount und Rolphy Green, unterstützt durch eine Anzahl von Feldbatterien, der sechsfachen deutschen Übermacht die Stirn zu bieten. Unter dem Schutze eines Orkans von Eisen und Feuer brachte der Feind mehrere Bataillone über den Fluß, indem er die vielen nur oberflächlich zerstörten Brücken dieser Gegend rasch mit Planken und Brettern, die er mit sich führte, ausbesserte. Er verlor dabei eine Masse Leute, ließ sich aber nicht abschrecken und war gegen zehn Uhr im Besitz von ganz Howe Street, Langleys Park und Great Waltham; in Gefechtsformation rückte er gegen Pleshy Mount und Rolphy Green vor, während seine Artillerie durch heftiges Schrapnellfeuer seinen Vormarsch deckte. Unsere Artillerie auf dem Höhenzuge bei Partridge Green faßte die Angreifer in der Flanke und hielt ihren Vormarsch eine Zeitlang auf, wurde aber bald durch die deutsche Artillerie am Südende der Anhöhe zum Schweigen gebracht.

Jetzt folgte eine neue starke deutsche Kolonne der ersten auf dem Fuße, deployierte nach links, setzte sich in den Besitz der Brücke von Little Waltham und rückte gegen die Artillerieposition von Partridge Green vor; dadurch wurden alle unsere Verschanzungen am Flußufer bis nach Chelmsford umgangen und der Länge nach von einer Anzahl hannoverscher Batterien bestrichen, die im Galopp bei Little Waltham auffuhren. Zähe hielten die Unsrigen in ihren Schanzgräben aus, aber als jetzt der Feind auf Partridge Green festen Fuß faßte, wurden sie auch im Rücken gepackt und mußten unter furchtbaren Verlusten zurückgehen.

Die gesamte Infanterie des deutschen 10. Armeekorps, unterstützt, wie wir erfuhren, durch eine von Maldon zu ihr gestoßene Division, rückte jetzt auf Chelmsford zu. Es war ein allgemeines Vorgehen der drei kombinierten Heeresteile von Partridge Green im Westen bis an die Bahnlinie im Osten. Die Verteidiger der nach Osten blickenden Schanzgräben wurden hastig nach Writtle zurückgezogen. Die Deutschen folgten ihnen auf den Fersen mit Infanterie und Artillerie, obwohl sie eine Zeitlang bei Scot's Green durch eine glänzende Attacke unserer Kavalleriebrigade (16. Lancers, 7., 14. und 26. Husaren und Essexer und Middlessexer Milizreiterei) zum Stehen gebracht worden waren. Aus Gründen, die später deutlich zu ersehen sein werden, war von der deutschen Kavallerie nichts zu merken.

Um ein Uhr wurde rings um die Stadt hitzig gekämpft; die Deutschen hatten sie auf allen Seiten, bis auf eine, eingeschlossen. Wir hatten eine ganze Anzahl von Geschützen verloren oder waren doch von Ihnen abgeschnitten, infolge der von den Deutschen rings um Pleshy Mount errungenen Vorteile, und bei all ihren Sturmangriffen auf die Stadt hielten diese sich sorgfältig außer Schußweite unserer schweren Batterien auf Danbury Hill. Übrigens hatten die letzteren genug mit sich selber zu tun, da die sächsische Artillerie sie auf das heftigste mit ihren Haubitzen bombardierte.

Unsere Lage war kritisch; unser 5. Armeekorps hatte schleunigst alle verfügbaren Verstärkungen aufgeboten, aber sie reichten nicht aus gegen den Ansturm des sächsischen Korps. Um drei Uhr nachmittags war trotz der Tapferkeit, mit der die Unsrigen Straße auf Straße, Haus auf Haus verteidigten, der größere Teil der Stadt in Feindeshand.

Um nicht von seiner Rückzugslinie abgeschnitten zu werden, gab General Blennerhasset, als er bald nach drei Uhr aus Writtle die Meldung erhielt, daß die Hannoveraner seine linke Flanke bedrängten und zu umgehen versuchten, mit Widerstreben den Befehl zum Rückzug auf Widford und Moulsham. Es trat jetzt eine Feuerpause von etwa einer halben Stunde ein.

Bald nach vier Uhr verbreitete ein schreckliches Gerücht allgemeine Bestürzung: es hieß, daß starke Kavallerie- und Motorinfanterieabteilungen im Begriffe wären, uns in den Rücken zu fallen! So schlimm sah es in Wirklichkeit nicht aus, aber doch schlimm genug. Aus unseren letzten Informationen geht hervor, daß fast die gesamte Kavallerie der drei deutschen Armeekorps, mit denen wir es zu tun hatten, also etwa ein Dutzend Regimenter, nebst der entsprechenden berittenen Artillerie und der ganzen verfügbaren Motorinfanterie, darunter auch mehrere der neuen Panzermotore, die leichte Schnellfeuer- und Maschinenkanonen führten, während der letzten 36 Stunden hinter den sächsischen Linien, die sich von Maldon bis an den Crouch-Fluß erstreckten, versammelt worden war. Den Tag über war sie südwärts marschiert und hatte um die Zeit, wo jenes Gerücht zu uns drang, faktisch das von einem Teile der Reserven unseres 5. Korps besetzte Billericay angegriffen. Und als diese Nachricht uns bestätigt worden war, waren die Deutschen dabei, Great Baddow zu stürmen, von Osten, Norden und Westen gegen Danbury vorzugehen und zu gleicher Zeit entlang der ganzen Linie die Offensive wieder aufzunehmen.

Die Truppen in Danbury mußten zurückgehen, wenn sie nicht abgeschnitten werden wollten. Dies schwierige Manöver wurde über West Hanningfield ausgeführt. Der Rest des 5. Korps schloß sich dieser Bewegung an, indem die Gardebrigade in East Hanningfield die Nachhut bildete und die ganze Nacht hindurch auf das heftigste mit den sächsischen Truppen kämpfte, die auf der linken Flanke unserer Rückzugslinie operierten. Auch die Trümmer unseres 1. Korps und der Besatzung von Colchester befanden sich in vollem Rückzuge. Waren die Deutschen imstande gewesen, bei der Verfolgung Kavallerie zu verwenden, so würde dieser Rückzug noch fluchtähnlicher gewesen sein, als er ohnehin war. Zum Glück für uns richteten unsere Truppen bei Billericay die deutsche Kavallerie übel zu, und in diesem durchschnittenen Gelände blieben unsere Freiwilligen, Motortruppen und alles, was von Brentwood aus hierfür aufgeboten werden konnte, ihr ständig auf den Hacken.

Ein Teil der Kavallerie gelangte wirklich an unsere Rückzugslinie, wurde aber von unserer Vorhut vertrieben; überhaupt war das Terrain für Reiterei nicht günstig, und nach Anbruch der Nacht verirrte die Kavallerie sich in diesem Gewirre enger Feld- und Heckenwege, das die ganze Gegend erfüllt. Sonst wären wir wahrscheinlich vollständig vernichtet worden; so aber schleppte sich etwas mehr als die Hälfte unserer Infanterie und Artillerie am frühen Morgen nach Brentwood hinein, zum Tode erschöpft.


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