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Freunde in der Not

Wie so manchmal jetzt saß Helmut in dem trüben, dämmergrauen Kontorraum und brütete, den Kopf in die Hand gestützt, düster vor sich hin. Die Rechte mit der Feder, die Rechnungen ausgeschrieben hatte, lag müßig auf der Pultplatte, während die Gedanken ihren leider schon so gewohnten schwerschleppenden Gang nahmen.

Helmut fühlte sich im tiefsten Innern von Tag zu Tag immer unglücklicher. Er empfand es nur zu deutlich, daß er da, als er dem Willen des Vaters folgend ins Geschäft getreten war, eine Last auf sich genommen hatte, der er bei Anspannung aller seiner Kräfte doch nicht gewachsen war. Wie tapfer er auch dagegen ankämpfte, immer klarer wurde es ihm, daß ihn der Beruf, den er ergriffen, niemals würde befriedigen können, daß er wie ein müdes, stumpfes Arbeitstier wohl darin Jahr für Jahr seine Pflicht tun würde, bis er alt und grau und abgebraucht war, aber immer nur freudlos mit dem bitteren Gefühl, ein verpfuschtes Leben zu führen.

Eine Verzweiflung wollte daher manchmal in Helmuts Innerem aufstehen und umso schlimmer war es für ihn, daß er in diesen trübseligen Stimmungen keine Menschenseele besaß, zu der er sich hätte aussprechen können. Zu seinem Vater konnte und mochte er über diese Dinge nicht reden, das hätte sein Stolz nicht zugegeben, und es wäre auch zwecklos gewesen; der Vater hätte ja doch auf seinem Willen bestanden. Und der Mutter und Schwester, bei denen er gewiß tiefinneres Verständnis und Trost hätte finden können, mochte er wieder durch seine Klagen nicht noch mehr das Herz beschweren, das ihnen sicherlich schon schwer genug war. Freund Heinz aber – er war gewiß ein herzensguter Mensch, doch ihm fehlte bei seinem leichten Sinn der nötige Ernst, ihn voll zu verstehen.

So trug denn Helmut sein Leid, daß er dem geliebten Studium hatte entsagen müssen, lange tapfer mit sich allein. Aber vor ein paar Tagen hatte sein bedrängtes Herz doch einmal noch gebieterisch nach Luft verlangt, da er meinte, sonst ersticken zu müssen. Und so hatte er denn der einzigen Seele, deren treuen, liebevollen Verstehens er sicher sein durfte, seiner verehrten einstigen Pflegemutter, Frau Härtel in Jena, einen langen Brief geschrieben, in dem er sich über seine Lage offen aussprach.

Was würde sie ihm wohl antworten? Aus seinem Sinnen auffahrend, fragte es sich Helmut mit einem Seufzer. Dann besann er sich auf seine Arbeit, und mechanisch weiterschreibend fuhr seine Hand wieder ununterbrochen gleichmäßig über das Papier. So schrieb er lange, lange, ohne aufzusehen. Sein ernstes, gegen früher etwas blaß gewordenes Gesicht lag tief über die Tischplatte gebeugt, die Blicke unverwandt auf seine Schreiberei geheftet.

Da kam plötzlich eine unerwartete Unterbrechung in dies stille, eintönige Werk: Ein Sonnenstrahl – eine Seltenheit in diesem düsteren, engen Raum – hatte sich durch die graue Wolkenwand droben Bahn gebrochen und glitt nun wie verirrt durch die halberblindeten Fensterscheiben hindurch über Helmuts Pult, sein flimmerndes, warmes Licht gerade über die Formulare werfend, die er unter den Fingern hatte. – Ein Sonnenstrahl! Wie ein Bote aus einer anderen Welt, jener unvergeßlichen, ewig-schönen und ewig-verlorenen Welt der Freiheit deuchte er Helmut, wie er so – den Kopf in die Hand gestützt – mit wehem Herzen dasaß, träumend und verloren in das helle Flimmern starrend. Und wie von selbst fingen plötzlich seine Finger an zu schreiben, auszudrücken, was das sehnende Herz übermächtig bewegte – wie es ihn jetzt so manchmal in seiner Verlassenheit trieb:

»Saß ich jüngst an meinem Pulte
In dem engen, düstern Hause,
Wo nur dicke Rechnungsbücher,
Tinte, Staub – sonst nichts zu finden.
Und die schwarz eintön'gen Lettern
Und die vielen krummen Zahlen
Schienen Leben zu gewinnen,
Schnitten greuliche Grimassen,
Denn sie wissen allzu gut nur,
Daß ich, – ach! – mit stillem Ingrimm
Ihnen nur das Leben schenke.
Plötzlich flimmert's auf der weißen,
Kalten Seite des Papiers:
Ob der Lettern steifen Reihen
Tänzelt froh ein Sonnenstrahl.
Holla hoh! Du keck Geselle!
Sage an, wie kannst du's wagen,
Dieser strengen Herrn Gesellschaft
Durch dein Gaukelspiel zu stören?
Munter strahlt mich an der Lose:
Schönen Tag! Ich soll dich grüßen
Von des Waldes stolzen Söhnen,
Deinen alten, treuen Freunden,
Die dir rauschend oft erzählten
Seltsam wunderliche Mären,
Die der Junker Wind vermeldet.
Grüßen soll ich von dem Bächlein,
Das, geschwätzig stets und munter,
Früher ja so manch ein Stündlein
Heimlich hat mit dir geplaudert.
(Ach! wie mußt' es nachher eilen.
Das Versäumte nachzuholen!)
Grüßen soll ich von den Sängern,
Die mit ihren hellen Liedern
Manche Sorge dir verscheuchten.
Grüßen auch – doch sag! was machst du
Für ein trübselig Gesichte? – –

Den Kopf in die Hand gestützt, überflog Helmut, innehaltend, die Zeilen, die er niedergeschrieben hatte. Plötzlich aber schreckte er aus diesem verlorenen Sinnen auf. Der Kassenbote des Hauses war zu ihm ans Pult getreten, um ihm einen Privatbrief zu übergeben, der soeben für ihn angekommen war. Dabei flog der Blick des Mannes auf das vor Helmut liegende Papier und er erkannte zu seiner höchsten Verwunderung, daß dort Verse geschrieben waren. Das war allerdings eine Überraschung: ein junger Mann, der Verse im Kontor machte – das dürfte noch nicht dagewesen sein! Und der Bote, ein altes Faktotum des Hauses, das sich infolge seiner Vertrauensstellung etwas herausnehmen konnte und von diesem Recht namentlich den jüngeren Leuten gegenüber ausgiebigen Gebrauch machte, ließ sich denn auch die günstige Gelegenheit nicht entgehen, dem »verkrachten Studenten« wieder mal eins auszuwischen, wonach es ihn schon längst verlangt hatte.

»Ach nee, Sie schreiben die Notas in Versen aus? Das ist ja 'ne ganz neue Mode!« Ein kräftiges Lachen vom Nebenpult her belohnte die höhnische Bemerkung, und Helmut sah, wie nun drei boshafte Augenpaare sich schadenfroh auf ihn richteten. Eine glühende Röte stieg ihm ins Gesicht. Es war ihm, als wenn man ihn öffentlich bloßzustellen versucht hätte. Schon längst hegte er einen stillen Grimm im Herzen gegen den Kassenboten, der ihn bei jeder Gelegenheit seine Zudringlichkeit fühlen ließ. Das aber stieß jetzt dem Faß den Boden aus und zornbebend herrschte er daher den Mann an: »Kümmern Sie sich nicht um Sachen, die Sie nichts angehen, sondern scheren Sie sich fort – Sie haben hier nichts mehr zu suchen!«

Da aber stemmte der Mann die Arme in die Seite und maß Helmut mit funkelnden Augen.

»Was? Sie wollen mich wegscheren heißen, der hier schon zwanzig Jahre im Hause ist? Wer sind Sie denn, Sie junger Mann, daß Sie sich das herausnehmen wollen? Erst werden Sie doch mal gefälligst trocken hinter den Ohren. Sie denken wohl wunder, wer Sie sind, weil Sie mal Student waren? Nee, fürs Gewesene gibt niemand nischt. Damit können Sie keinen Hund vom Ofen locken. Jetzt sind Sie einfach Lehrling« – den Volontär erkannte der Mann prinzipiell nicht an – »und haben sich anständig zu betragen gegen alte Leute. Das lassen Sie sich man gesagt sein, Sie Herr Studente!«

Helmut wurde kreidebleich. Auf flog er von seinem Sitz und maß den Mann mit zornflammenden Blicken.

»Auf der Stelle hinaus, oder – ich sorge dafür, daß der Chef Sie hinauswirft!«

Der Anblick des am ganzen Leibe zitternden Gegners, der gewiß so aussah, als ob er im nächsten Augenblick sich vergessen könnte, bewog den biederen Kassenboten nun doch, langsam die Segel zu streichen, natürlich aber nicht, ohne sich mit dem Munde kräftig zu wehren.

»Auf der Stelle hinaus, oder –!«

»Na na, man langsam!« wehrte er höhnisch ab. »Wir wollen doch mal sehen, wer zuerst von uns fliegt, Sie oder ich. Da bilden Sie sich man keine Schwachheiten ein!«

Aber dennoch trat er den Rückzug an.

Noch am ganzen Leibe vor Erregung zitternd, blieb Helmut an seinem Pult zurück. Er hatte sich zwar wieder gesetzt und versucht, seine unterbrochene Arbeit aufzunehmen; aber es war ihm in dieser Minute wirklich nicht möglich, er konnte nicht mehr – das war zu viel, was ihm hier geboten wurde. Er hätte wild hinausschreien können vor Zorn und Schmach, daß er sich solche Dinge bieten lassen mußte von einem Menschen, der nicht ahnte, wie wund, wie zertreten sein Inneres schon war.

Er stemmte die zur Faust geballte Hand an die Stirn, um sein von seelischer Erregung zeugendes Antlitz nicht den Blicken der anderen nebenan preiszugeben. So starrte er eine Weile in trostloser Verfassung vor sich hin. Da fiel von ungefähr sein Blick auf den Brief, dessen Überbringung die Veranlassung zu der vorhergehenden heftigen Szene abgegeben. Er hatte gar nicht mehr daran gedacht. Nun griff er nach dem Schreiben. Es trug die ihm wohlbekannten Schriftzeichen seiner braven Frau Härtel in Jena: also die Antwort auf jenen Brief neulich, in dem er der mütterlichen Freundin sein Herz ausgeschüttet hatte.

Ein unendlich wohltuendes Gefühl strömte plötzlich über ihn hin. Daß gerade in dieser Stunde tiefster Verzweiflung der Brief eintreffen mußte! War es doch wie ein Trost, den ihm die Vorsehung schickte. Begierig auf das, was ihm die brave Frau zu sagen haben würde, riß er das Kuvert auf. Der Umschlag enthielt zwei Schreiben, ein längeres von der Mutter und, wie er jetzt noch sah, einen kleinen Begleitbrief auch von Lischen. Der Brief von der Tochter kam ihm zunächst in die Finger und so las er ihn auch zuerst.

»Lieber Herr Helmut!

Wir sind alle furchtbar traurig über Ihren letzten Brief gewesen. Das haben wir uns ja allesamt nicht denken können, daß es Ihnen so schlecht gehen würde in Ihrem neuen Beruf. Wir haben ja freilich nie aufgehört, Sie zu bedauern, daß Sie aus Jena fort mußten und aus unserem Hause, wo wir Sie schon so oft entbehrt haben. Ich muß so manchmal an Sie denken und an die vergnügten Stunden, die wir hier zusammen verlebten. Wie lustig war das doch bei uns im Garten oder wenn wir mit Mama und unseren Freunden eine fidele Spritzfahrt machten; wissen Sie noch, nach Dorndorf und nach Roda zum Forellenfang?

Für mich hat das nun auch alles aufgehört. Ich bin nämlich schon ein paar Wochen nach Weimar ins Pensionat getan, um mich noch zu vervollkommnen. Ich finde zwar, daß das sehr überflüssig ist; ich komme mir schon so ungeheuer gelehrt vor. Aber Mama meinte, daß es unbedingt nötig sei, daß ich auch noch französische Konversation und Musik treibe und auch sonst noch an mir herumarbeite.

Na, es ist bloß ein Trost, daß ich noch Leidensgefährten habe, und sogar sehr nette. Es sind ein paar sehr lustige Mädel hier im Pensionat, mit denen ich schon gut freund bin. Es wäre furchtbar nett, wenn Sie mal Sonntags zu uns nach Weimar kommen könnten. Unsere Pensionsvorsteherin würde es gewiß gern erlauben, daß Sie den Nachmittag in unserem Hause verleben. Da könnten wir uns doch mal wiedersehen und von alten schönen Zeiten plaudern. Da wollten wir Sie schon aufheitern; Sie sollten mal sehen, wie lustig wir Sie wieder machen würden, lieber Herr Berendt.

Also überlegen Sie sich's doch mal; so schlimm ist das ja nicht mit der Reise von Erfurt nach Weimar. Ich fahre auch heut wieder dahin ab, ich bin bloß über Sonntag auf Besuch bei den Eltern gewesen, das erste Mal, seit ich fort bin. Nun muß ich aber schließen, denn ich muß gleich zum Zug. In aller Eile wollte ich Ihnen nur diese paar Zeilen senden und herzlichste Grüße, damit Sie sehen, daß ich Sie nicht vergessen habe.

Ihre alte Freundin
Lisbeth.«

Voll Rührung hatte Helmut die Zeilen überflogen. Wie wohl tat ihm dieses freundliche Gedenken! Aber ach, was für eine Vorstellung hatte das gute Mädchen von seinem Leben! Er war leider nicht in der Lage, auch nur die kleine Reise nach Weimar zu bestreiten; er mußte ja mit jedem Pfennig rechnen. Solche Luxusausgabe durfte er sich nicht gestatten. So mußte er denn schon auf einen Besuch und das Vergnügtsein mit der alten lieben Kameradin verzichten, obgleich es ihm gewiß herzlich wohl getan hätte, einmal wieder ihr lustiges Lachen zu hören.

Nunmehr ergriff Helmut den zweiten Brief, den der Mutter.

»Mein lieber Herr Helmut!

Sie glauben gar nicht, wie tief Ihr Schreiben mich getroffen hat und auch meinen Mann, dem ich es gleichfalls zu lesen gab. Das muß ja schrecklich sein, wie Sie unter den Verhältnissen dort leiden. Wir können Ihnen das vollkommen nachempfinden. Wie oft habe ich schon zu meinem Mann gesagt, daß Sie gewiß niemals glücklich in dem neuen, Ihnen aufgedrungenen Beruf werden würden. Sie sind ja, wie keiner, gerade für das Studium geschaffen mit Ihrem Eifer und ernsten Streben, das Sie hier vom ersten Tage an so getreulich betätigt haben; das weiß niemand besser als wir.

Mein Mann und ich haben uns auch schon manchmal den Kopf zerbrochen, ob und wie wir Ihnen helfen können. Ich hatte auch schon daran gedacht, ob wir nicht einmal zu Ihrem Herrn Vater hinüberfahren und ihn bitten sollten, daß er Ihnen wieder die Aufnahme des Studiums gestattet. Aber mein Mann riet davon ab, wir möchten uns doch nicht in Familienangelegenheiten mengen, ohne dazu berufen zu sein.

Nun aber, nachdem Sie uns Ihr Herz ausgeschüttet haben, mein lieber Herr Helmut, und wir sehen, daß es wirklich eine dringende Pflicht ist, Ihnen beizuspringen, nun drängt es mich, mit Ihnen über diese Frage zu reden. Ihr lieber Brief hat uns freilich leider gezeigt, daß die Möglichkeit, an die wir gedacht haben, ausgeschlossen ist, daß Ihr Herr Vater unerbittlich an seinem Entschluß festhält. Unter diesen Umständen müssen wir natürlich von dem Plan absehen, ihn umstimmen zu wollen. Da aber aus Ihren Zeilen nur allzu deutlich die Verzweiflung über Ihre jetzige Lebenslage hervortritt, so haben wir nach reiflichem Überlegen uns entschlossen, Ihnen, lieber Herr Helmut, einen Vorschlag zu machen. Mein Mann bietet Ihnen von ganzem Herzen jede Hilfe an, deren Sie bedürfen, um Ihr Studium wieder aufzunehmen. Er meint, es wäre geradezu ein Jammer, wenn Ihre Anlagen in einem unbefriedigenden Berufe verkümmern und Ihr ganzes Leben verpfuscht werden sollte um einer unglücklichen Ursache willen, an der Sie doch im Grunde nur eine geringe Schuld trifft. Er will sich Ihnen daher völlig zur Verfügung stellen, um Ihnen die Wiederaufnahme und den Abschluß Ihrer Studien zu ermöglichen. Er hofft auch zuversichtlich, daß Ihr Herr Vater später doch wohl anderen Sinnes werden wird, namentlich, wenn Sie durch Taten beweisen, daß Sie damit den richtigen Weg gewählt haben.

Ich kann Sie nur, mein lieber Herr Helmut, herzlich bitten: nehmen Sie den Vorschlag meines lieben Mannes an. Sie brauchen sich wirklich nicht zu bedenken, darein zu willigen; Sie wissen ja, wie sehr wir Sie alle in unser Herz geschlossen haben, daß Sie uns beinahe wie ein Sohn hier geworden sind, und daß wir unsere größte Freude daran hätten, Ihnen zu Ihrem Lebensglück verhelfen zu können. Also überlegen Sie sich alles noch einmal in aller Ruhe, mein lieber Herr Helmut, und dann schreiben Sie uns, wozu Sie sich entschlossen haben. Sollten Sie doch noch vielleicht eine Vermittlung von unserer Seite bei Ihren Eltern wünschen, so stehen wir Ihnen jederzeit zur Verfügung. Mit den herzlichsten Grüßen auch von meinem Manne

Ihre mütterliche Freundin
Marie Härtel.«

Eine Flut von Gedanken brandete in Helmuts Seele auf, als er nun den Brief gelesen hatte und langsam aus den Fingern gleiten ließ. War es doch, als ob in dieser Minute ein frischer Hauch der Freiheit ihn umwehe, ein lockender, wunderbar balsamischer Hauch, der seine wunde Seele mit frischem Hoffen und einem starken, unwiderstehlichen Sehnen erfüllte.

Helmut war in dieser Stunde noch nicht im stande, die gärenden Gedanken zu klären; er fühlte nur, wie da drinnen in seiner Brust Tausende von lauten Stimmen jubelnd, hoffend und doch auch wieder fürchtend und verzagend durcheinander riefen.

So saß er einige Minuten im Aufruhr seiner Gefühle; dann aber raffte er sich auf. Hier war nicht der Ort, das zum Austrag zu bringen, was ihn bewegte! Das würde nachher geschehen, wenn er allen beobachtenden Blicken entronnen, daheim allein auf seinem stillen Stübchen sitzen und endlich Zeit finden würde, ungestört an seine eigenen Angelegenheiten zu denken. Ah, wie sehnte er sich, wie verlangte es ihn danach! Aber zunächst rief ihn noch die Pflicht, und so griff er denn wieder nach seiner Schreibarbeit. Aber das fühlte er, wie er die Feder wieder ansetzte, mit größter Klarheit: In dieser Stunde war etwas an ihn herangetreten, das ihn nicht wieder loslassen würde!


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