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XLIII.

Als sie in der Polizeistation Huntington ankamen, fanden sie nur einen Beamten und den Polizeiarzt dort, der sich auf jeden Fall bereithielt, falls Verwundete eingeliefert werden sollten. Die beiden Fischer machten lange, enttäuschte Gesichter, denn sie hatten eine größere Sensation erhofft.

»Warten Sie nur noch ein bißchen«, tröstete sie Dan. »Sie kommen schon noch auf Ihre Rechnung.«

Joe Penman wurde auf eine Bahre gelegt und in das Hinterzimmer getragen. Dan war sehr erschöpft. Der Arzt verband seine Wunde, aber Dan wollte immer noch nicht ausruhen, als er hörte, daß der Polizeidirektor und Inspektor Scofield von New York herübergeflogen wären und sich in Lloyd Beach aufhielten. Während er auf sie wartete, um ihnen zu berichten, schlief er ein.

Er wachte wieder auf, als der Direktor, Scofield, ein Heer von Polizeibeamten, Gefangene, Reporter und andere Leute eintraten. Rasch rieb er sich die Augen und grüßte. Die beiden höheren Beamten sahen ihn mit gemischten Gefühlen an, denn es war natürlich unangenehm für sie, von ihm geschlagen worden zu sein. Immerhin waren sie gerecht.

Der Polizeidirektor streckte die Hand aus. »Ich gratuliere Ihnen, Woburn! Sie haben sich glänzend gehalten!«

»Danke.«

»Ich möchte mich anschließen«, sagte Scofield. »Man erzählte mir, daß Sie verwundet wären. Hoffentlich ist es nicht ernst?«

»Nur eine kleine Schramme. Aber ich habe eine Bitte, Inspektor.«

»Was ist es?«

»Julia Dirmer war heute abend bei mir. Ich nehme an, daß das als dienstlicher Ungehorsam ausgelegt wird. Da nun aber alles zum besten ausgegangen ist, hoffe ich, daß Sie ein Auge zudrücken.«

Der Polizeidirektor und Scofield schauten sich an und grinsten.

»Nun, da die Umstände so außerordentlich sind«, meinte Scofield, »muß ich das wohl tun.«

»Wir haben die acht Leute, von denen Sie sprachen, gefangen«, sagte der Direktor, »aber Joe Penman haben wir nicht erwischt. Seine Leute sagen, er wäre plötzlich in der Dunkelheit verschwunden. Wir arbeiten aber intensiv weiter, und am Morgen werden wir ihn sicher haben.«

Dan lächelte.

»Er ist im Hinterzimmer«, erklärte er dann triumphierend.

»Was!«

»Als er sah, daß das Spiel aus war, tötete er sich selbst, und sogar in der Art seines Selbstmordes war er noch originell.«

Die beiden Beamten gingen nach hinten, um einen Blick auf den Verbrecher zu werfen, und die Menge folgte ihnen.

Einige Journalisten kamen zuerst zurück.

»Berichten Sie uns doch die Geschichte seiner Gefangennahme«, wandten sie sich an Dan.

»Sie müssen mich entschuldigen«, erwiderte Dan. »Ich bin vollkommen erledigt.« Sein Blick fiel auf die beiden verlegenen Fischer, die ihre Mützen in den Händen drehten und in einer Ecke standen.

»Aber von den Leuten dort können Sie alles erfahren!« rief er. »Sie haben alles mitgemacht. Das gibt eine tadellose Geschichte, Jungens!«

Und so erlebten die einfachen Fischer ihren Triumph doch noch. Sie wurden einzeln und zusammen interviewt. Photographen kamen herein und nahmen ihr Bild auf.

Ständig kamen mehr Wagen ins Dorf; Polizeibeamte von Northport, Hicksville, Mineola und anderen Orten der Nachbarschaft, Reporter aus New York und viele andere. Dan schlüpfte zur Hintertür hinaus und ging ins Gasthaus, aber das Gebäude war bald von einer größeren Menge belagert als die Polizeistation, und er sah, daß er in Huntington unmöglich zur Ruhe kommen konnte. Außerdem würde es schwierig werden, Lawrence vor Ärger und Verdruß zu bewahren, wenn es Morgen wurde.

Er beriet mit seinen Freunden, und schließlich wurde er ausgeschickt, um den Piloten der Maschine zu wecken, der sie nach Huntington gebracht hatte. Lawrence sandte je hundert Dollar mit besten Empfehlungen an die beiden Fischer. Um drei Uhr stiegen sie auf, und um vier Uhr dreißig kamen sie wohlbehalten in dem Haus des Millionärs in New York an. Er erlaubte nicht, daß Julia sie verließ und übergab sie der Obhut seiner Tochter.


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