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Ernst von Wolzogen

Ein äußerst fruchtbares und possierliches Literaturkaninchen. Bald im Bählämmchenstalle der Familienblätter duftende Kohlblätter mummelnd, bald im wohlassortierten Brahmstalle zu Gaste, direkt zwischen den glänzenden Hufen der dort im Training befindlichen hohen Rosse Fulda. Hauptmann, Sudermann. Selbst mit den wilden Füllen der jüngstdeutschen Stüterei sprang dieses niedliche und gelenke Nagetier eine Weile um die Wette, und auch bei den parfümierten Böcken aus Frankreich (die immer noch eifrig importiert werden) kann man es hoppsen sehn.

Und überall, wo es auch sei, ist es am Platze. Überall muß man ihm gerne zuschauen. Es hat eine angeborene Drolligkeit am Leibe und wird deshalb zu den deutschen Humoristen gerechnet.

Wenn es, was selten geschieht, seine eigenen Wege geht, ist es ein ganz reizendes Viehchen. Aber wenn ein Kaninchen Hürden nehmen will, kann es nicht ausbleiben, daß das Schauspiel etwas grotesk wirkt.


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