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Richard Dehmel

Als der Weltschmerz zum Leibweh (denkt diesem Wort bis in die Gedärme nach!) wurde, kam die Muse der Mark in einer Berliner Destille nieder und gebar Richard Dehmel. Siehe, da erglühten die Gilkaflaschen brandfeuerrot, und Mampe mit Pomeranzen schillerte changeant wie der Unterrock der Venus socia. Bei solchen Wundern ist es kein Wunder, daß aus diesem Dichter ein Spiritus wurde, an dem sich alle die Jünglinge und Jungfrauen Deutschlands bis zum Lallen betrunken haben, die nichts Gutes vertragen können.

Oh dieser Lehrer der Jugend und Rattenfänger von Pankow! Oh dieser Da Lai Lama, dessen Excremente so brünstig verehrt werden, als seien sie Bestandteile seiner grauen Gehirnmasse! Sehet ihn an, den Propheten aller Heimlichkeiten, wie er auf einer Muttersau via Bethlehem und Athen ins Land der Verheißung ( seiner Verheißung!) reitet ...! Folget ihm nach auf rosigen Ferkeln und schlaget die Leyern der Unergründlichkeit! Aber folget ihm nicht zu nahe, denn seine Fußtritte verraten das Sohlleder der Mark, und er ist keiner von den gutmütigen Predigern des Heils.

Wird er das Land seiner Verheißung erreichen, wo die Pfützen Meere sind? Es ist grauslich zu sehen, wie er sich unter Lithurgieen die Gedärme aus dem Leibe haspelt und damit nach dem Sirius zielt, daran emporzuklettern.

Prophete! Prophete! Münchhausen, der sich am Zopf aus dem Sumpfe zog, war klüger als du.

Er hatte aber auch Humor ...


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