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Peter Hille

Was die meisten Dichter zu wenig haben, hat er zu viel: Gehirn. Und ist dennoch gar nicht klug. Man möchte fast sagen, er ist ein Genie. Aber was heißt das: ein Genie ohne Form? Das giebt höchstens einen Propheten. Aber selbst dazu ist er zu verrückt. Sagen wir: er ist eine Wolke oder, etwas gröber gesprochen, ein Quatschkopf, ein geniales Rührei, eine – Seele.

Die Deutschen kennen ihn nicht, und, wenn sie ihn kännten, würden sie sich wieder einmal die Bäuche halten vor Lachen.

In der That: ein Kerl zum schief lachen! Wirklich, meine Herrschaften: ein Heiliger lebt unter euch, ein Asket und Narr, ein Weiser und ein Vagabund, einer, der innerlich in allen Zungen redet, aber doch nur lallen kann, ein Wahnsinniger, der unendliche Reichtümer hat und vor den Garküchen bettelt, ein gutes, drolliges Kind, das plötzlich psalmodiert.

Der Steckbriefschreiber möchte von allen deutschen Dichtern nur ihn kennen lernen, und kennt doch nur zwei glänzend hilflose Bücher von ihm, von dem das eine (Die Sozialisten) längst den Weg aller Makulatur gegangen ist. Vielleicht existiert er aber gar nicht. So etwas unglaubliches ist in seinen Büchern, daß man glaubt, sie seien nicht von einem der da lebt.


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