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Früchte in Weingeist

 

Reineclauden in Branntwein

Zu je 500 Gramm Frucht 375 Gramm feiner Zucker. – Man nehme die Früchte reif, aber unaufgesprungen, läutere den Zucker, lege die sorgfältig abgeriebenen Früchte hinein, indem man sogleich das Geschirr vom Feuer nimmt und den Saft darüber schwenkt. Nach 48 Stunden koche man den Saft sirupähnlich ein, fülle ihn kalt mit den Früchten in Einmachegläser, gieße so viel echten Franzbranntwein hinzu, daß sie bedeckt sind, und verfahre weiter nach Vorschrift. Sobald die Früchte sich senken, ist der Branntwein eingezogen, und sie sind zum Gebrauch gut.

 

Aprikosen in Branntwein

Siehe vorige Nummer.

 

Pfirsiche in Branntwein

Siehe Nummer 8.

 

Quitten in Branntwein

Man schält die Quitten, befreit sie vom Kerngehäuse, wäscht sie in kaltem Wasser ab und kocht sie dann in Wasser ziemlich weich. Nachdem man sie herausgenommen und auf einem Siebe hat abtropfen lassen, wiegt man sie ab und rechnet auf 1 Kilogramm Früchte 750 Gramm Zucker. Man klärt den Zucker, kocht ihn mit Quittenwasser etwas dicklich ein, gießt ihn heiß über die Quitten und läßt sie 48 Stunden damit stehen. Dann nimmt man sie heraus, legt sie in Einmachegläser und fügt ein wenig Zitronenschale und Zimt hinzu. Nachdem man den Zucker ziemlich dick hat einkochen lassen, mengt man etwa ½ Liter Kognak darunter und gießt den Saft über die Quitten; sollten sie noch nicht ganz bedeckt sein, so kann man noch Kognak hinzufügen. Wünscht man den Quitten rote Färbung zu geben, so kocht man Kerngehäuse und Schalen im Wasser mit. Man gießt das Wasser, ehe man es zum Klären des Zuckers verwendet, durch ein Haarsieb.

 

Kirschen in Branntwein

2 Kilogramm süße Glaskirschen, 1 Kilogramm bester Zucker, ½ – ¾ Liter guter Franzbranntwein, Zimt und Nelken. Die Kirschen werden vorsichtig abgewischt, worauf man die Stiele zur Hälfte abschneidet, danach in ein Einmacheglas legt und mit etwas Zimt und Nelken bestreut. Dann läutert man den Zucker, rührt den Franzbranntwein dazwischen und füllt ihn über die Kirschen. Völlig erkaltet bindet man das Glas mit Schweinsblase zu.

 

Zwetschen in Franzbranntwein

2 Kilogramm abgezogene Zwetschen oder blaue Pflaumen, 1 Kilogramm Zucker, 10 Gramm in Stücke gebrochener Zimt, 12 Nelken, einige Stückchen Ingwer und 8 Eßlöffel Franzbranntwein. Die Zwetschen werden abgestielt, in kaltem Wasser gewaschen und portionsweise in kochendes Wasser geworfen, aus dem man sie mit dem Schaumlöffel schnell wieder herausnimmt, worauf man sie häutet und in Einmachegläser legt. Man bestreut sie dabei mit dem Gewürz. Der Zucker wird geläutert, mit dem Franzbranntwein verrührt und beides kochend auf die Zwetschen gegossen. Nach Verlauf von einigen Tagen schüttet man den Saft ab, kocht ihn etwas ein, gießt ihn wieder kochend auf die Früchte und wiederholt dies auf gleiche Weise noch einmal.

 

Mispeln in Franzbranntwein

500 Gramm Mispeln, 500 Gramm Zucker, 2 Tassen echter Franzbranntwein, Zitronenschale und Zimt. – Man schneidet von den reifen Mispeln das Rauhe, reibt sie mit einem Tuche ab, kocht sie in Wasser, bis sie sich durchstechen lassen, schüttet sie zum Abtröpfeln auf einen Durchschlag und sticht Stückchen Zitronenschale und Zimt hinein. Dann kocht man den Zucker klar, rührt den Branntwein durch und gießt ihn heiß auf die Mispeln. Am nächsten Tage kocht man den Saft wieder auf, gießt ihn ebenfalls heiß auf die Früchte und kocht solche am dritten Tage in dem Saft vollends gar, doch nicht zu weich, füllt sie in Gläser, läßt den Saft nachkochen und gibt ihn über die Früchte. Nach Vorschrift werden die Gläser verschlossen und aufbewahrt.

 

Mirabellen in Kognak

Zu 1 Kilogramm Frucht nimmt man ¾ Kilogramm feinen Zucker und besten Kognak. – Man schüttet die Mirabellen in kochendes Wasser und läßt sie einige Augenblicke darin, bis sie steigen; sie dürfen aber nicht aufspringen. Danach lege man sie auf ein Sieb zum Ablaufen, läutere den Zucker, gieße ihn in eine Porzellanschale, lege die abgetropften Mirabellen in den heißen Zucker und lasse sie 48 Stunden darin liegen. Dann nimmt man die Früchte heraus, legt sie in ein Einmacheglas, läßt den Zuckersaft dicklich einkochen und schüttet ihn, mit so viel Kognak vermischt, wie nötig ist, um die Mirabellen zu bedecken, daran.

 

Verschiedene Früchte in Rum, Tutti frutti oder Rumtopf

Johannisbeer-, Erd- und Himbeeren müssen sauber gewaschen und danach wieder abgetrocknet sein, ehe man sie einlegt; die anderen Früchte werden sauber abgewischt. Man rechnet auf je 1 Kilogramm Früchte 1 Kilogramm fein gestoßenen Zucker und zuerst ½ Liter Kognak oder Rum, später so viel, daß die Früchte stets bedeckt sind. Man gibt zuerst Erdbeeren in einen Steintopf, streut den nötigen Zucker darüber und gießt ½ Liter Kognak dazu, verbindet den Topf mit Schweinsblase, schwenkt ihn leicht durch und läßt ihn stehen, bis die Kirschen reif sind. Nun legt man auf die Erdbeeren ausgesteinte Kirschen mit Zucker, schwenkt sie durch und gibt, wenn nötig, noch Kognak dazu, bindet den Topf wieder zu und läßt ihn am kühlen Orte stehen. Auf diese Weise schichtet man nach und nach Pfirsiche, Johannisbeeren, Aprikosen, Pflaumen und Himbeeren dazu. Man muß immer nur darauf achten, daß der Saft übersteht. Nachdem man die letzten Früchte hinzugetan hat, läßt man das Eingemachte etwa 3 Tage stehen, schwenkt es gut durcheinander, füllt es in Gläser und verfährt mit diesen nach Vorschrift.


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