Friedrich von Raumer
Geschichte der Hohenstaufen und ihrer Zeit, Band 3
Friedrich von Raumer

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Achtes Hauptstück.

Der Kreuzzug nach dem Morgenlande, die Streitigkeiten mit dem Papste und die Anordnung aller neapolitanischen Angelegenheiten, hatten es dem Kaiser unmöglich gemacht, auf die Lombardei mit Nachdruck einzuwirken. Auch leugnete man in diesem Lande das Bedürfniß der vermittelnden und versöhnenden Einwirkung eines höher gestellten Königs, und wollte ihn nur als Parteigenossen dulden; während es doch, um den Mangel einer solchen Oberleitung zu ersetzen, an tüchtigen Einrichtungen fehlte, und statt christlicher Liebe nur zerstörende Feindschaft und eben so heftiger als grundloser Haß vorwaltete. Es bekriegten sich in diesen JahrenBonon. hist. misc. zu 1223.  Murat. antiq. Ital. IV, 363, 389, 481.  Cremon. chron. 641.  Gereta zu 1226.  Memor. Regiens. 1106.  Tonduzzi 261.  Mutin. ann. Parm. chron.  Alber. 534.  Anton. Astens. 1046.  Mediol. ann. Malespini 116.  Villani VI, 6.  Rich. S. Germ. 1032.  Monaldeschi 41. Lukka und Pistoja, Venedig und Ferrara, Mantua und Cremona, Bologna und Modena, Parma und Reggio, Mailand und Asti und Cremona, Florenz und Siena und Perugia, Genua und Savona, Orvieto und Pisa, Padua und Verona; es befehdeten sich die mächtigen Häuser Romano, 629 Este, Salinguerra, S. Bonifazio, Montferrat, SavoyenVerci Ecel. II, 1-100.  Bartolom. zu 1224–1230.; und zur höchsten Steigerung des Übels wüthete gleichzeitig innerer Krieg in den Städten der trevisanischen Mark, in Lukka, Bologna, Florenz, Genua u. a. O.!! So heftig haderte man in Bologna mit dem Bischofe, daß die Stadt vom Papste gebannt ward; und ein zweiter Streit zwischen Vornehmen und Geringen führte am Ende zur Plünderung des Stadthauses, wobei geschichtliche Denkmale, Bücher, Schriften u. dgl. zu Grunde gingen. Ebendaselbst wurden (ein Zeichen großer Ausartung, oder übereilter Rechtspflege) alle Eselstreiber und Fuhrleute, unzähliger Räubereien halber, mit dem Staupbesen bestraftOmnes scovati fuerunt.  Griffò zu 1228 und 1232.  Ghirard. I, 148-151.  Bonon. hist. misc. zu 1231..

In Florenz entstanden bürgerliche Unruhen durch den Übermuth einzelnerDer Anfang fällt schon auf das Jahr 1215.  Malespini 104.  Villani V, 38.. Herr Buondelmonte hatte sich mit einer Jungfrau aus dem Hause der Amidei verlobt. Einst ritt er spazieren, da trat eine edle Frau aus dem Hause der Donati hervor und sprach zu ihm: »ihr seyd schön, reich und vornehm; eure Braut aber keines von dem allen in solchem Maaße, als es sich für euch schickt; deshalb solltet ihr lieber meine Tochter heirathen, die ich schon lange für euch aufbewahrt habe.« In demselben Augenblicke trat auch die Tochter herzu, und Buondelmonte hatte sie kaum erblickt, als er sich aufs heftigste in sie verliebte und jenen Antrag einging. Die Verwandten der ersten, beschimpften Braut überlegten lange, wie Buondelmonte zu bestrafen sey, bis Moska dei Lamberti durch rasche Worte den gewaltsamsten Beschluß herbeiführteCosa fatta, capo ha. Malesp. 104.  Villani V, 38..

Am Pfingstsonntage, als Buondelmonte prachtvoll gekleidet und auf einem weißen Rosse über die Arnobrücke ritt, sprangen die Amidei und ihre Genossen aus einem 630 Hinterhalte hervor und erschlugen ihn. Von diesem Augenblicke an verwandelten sich diese, so wie andere Streitigkeiten einzelner, in allgemeinere gehässigere Parteiungen, welche Florenz ein halbes Jahrhundert lang schrecklich zerrütteten.

In Genua entstanden UnruhenBartol. zu 1226, 1227., weil die größte Zahl der von allem Antheil an der höchsten Gewalt Ausgeschlossenen, neue Begünstigungen forderte. Allein die mächtigeren Städte, wie Genua, Bologna, Mailand, setzten das Wesen der Freiheit keineswegs bloß darin, niemandem auf Erden zu gehorchen; sondern auch darin, andere Städte und Gemeinden zu beherrschen und jeden Ungehorsam derselben hart zu bestrafen.

Keinem erschienen diese Übelstände so grell, als dem Kaiser, welcher es für seine erste Pflicht hielt, Ruhe und Ordnung in allen seinen Staaten zu erhalten. Er berief deshalb zum ersten November 1231 eine Versammlung nach Ravenna, auf welcher sowohl die Abgeordneten aller Städte, als auch König Heinrich und die deutschen Fürsten erscheinen sollten. Der Papst wies die Lombarden an, den kaiserlichen Einladungen zu gehorchen und keinem aus Deutschland Herbeiziehenden ein Hinderniß in den Weg zu legen: weil der Kaiser erklärt habe, er wolle nichts unternehmen, was den Rechten der Kirche, des lombardischen Bundes, oder der einzelnen zu nahe treteBrief Gregors vom 27sten September 1231, bei Rayn. §. 3.  Murat. antiq. Ital. IV, 326.  Savioli III, 2, 588.  Bartolom. zu 1231.  Verci Ecel. II, 54.. Ob nun gleich die kaiserlichen Einladungsschreiben dasselbe besagten und die Herstellung des so dringend nothwendigen Friedens als alleinigen Zweck der Versammlung bezeichneten; obgleich der so kluge als gemäßigte, und von Gregor lebhaft empfohlne Deutschmeister Hermann von Salza in Mailand dasselbe feierlich bestätigte, so erklärten doch die Lombarden: aus Deutschland möchten wohl nicht bloß Abgeordnete, sondern 631 auch Kriegsvölker herbeiziehenClementini I, 4, 418.  Mediol. ann.  Bonoli 69.  Rich. S. Germ. 641.; die Art wie sich Rimini, Rovigo, Forli und andere Städte in Romagna an einander geschlossen hätten, erscheine ihrem lombardischen Bunde zuwider; dem Kaiser endlich könne man nicht trauen, und es sey auf jeden Fall am besten, wenn man gar nichts mit ihm zu thun habe. Nachdem die Lombarden aus diesen Gründen ihren Bund erneut, verstärkt und ein Heer gesammelt hatten, besetzten sie die Pässe der Alpen so genau, daß König Heinrich wieder umkehren mußte, und nur sehr wenige Deutsche sich verkleidet zum Kaiser hindurchschleichen konnten. Alle hiebei thätig gewesenen Städte schickten natürlich keinen Abgeordneten nach Ravenna; worauf der Kaiser laut über ihren Ungehorsam und jenen offenbaren Friedensbruch Klage erhob und behauptete: »keineswegs habe er die Rechte der Lombarden verletzt; wohl aber hätten diese die seinen offenbar beeinträchtigt und die Herstellung aller Zucht und Ordnung hintertrieben. Die geringe Zahl der aus Neapel mitgebrachten, nicht einmal zu seinem Heere, sondern zu seinem Hofstaate gehörigen Personen, beweise augenfällig, daß er keine kriegerischen Absichten hege und es selbst an allen Vorwänden zu Klage und Argwohn fehleSub inermi tantummodo et domestico comitatu, ut timor et occasio frivola tolleretur.  Verci Ecel. III, Urk. 126.; und nicht minder sey die Nachricht über die Annäherung eines deutschen Heeres nur von den Aufrührern erfunden, um sträfliche Vorsätze zu beschönigen. Wenn wirklich ein großes Heer die Straße von Trident herabgekommen wäre, so würde es, wie viele Beispiele erwiesen, den Weg nach Italien wohl erzwungen haben; die im Vertrauen auf Recht und Gesetz einzeln nahenden Fürsten und Prälaten von ihrem sie herbeirufenden Kaiser abzuhalten, sey dagegen kein Werk ächten Muthes, sondern unerhörter Frechheit.« Als diese und ähnliche Gründe und Vorstellungen vergeblich 632 blieben, sprach Friedrich im Januar 1232 die Acht über alle ungehorsamen Städte und befahl, daß aus ihnen kein Podesta, keine obrigkeitliche Person erwählt und angestellt werden solle. Hiegegen bemerkten zuvörderst die anwesenden genuesischen Abgeordneten: daß bereits vor Erlassung dieses Befehls, fürs nächste Jahr ein Mailänder zum Podesta von Genua ernannt, und zwar durchs Loos ernannt worden sey; woraus deutlich hervorgehe, daß keine Widerspenstigkeit gegen den Kaiser obwalte. Als man in Genua auf die gewichtigen Gründe und BeispieleVerba plurima conductiva et pondus habentia propalavit et plurima dedit exempla.  Bartol. zu 1231, p. 465., mit welchen der Kaiser die Rechtmäßigkeit seiner Forderung erwies, keine Rücksicht nahm und den Mailänder anstellte, ließ jener alle Genueser in seinen Staaten verhaften und ihre Güter in Beschlag nehmen. Nach manchen wechselseitigen Kriegsunfällen kam jedoch der Friede wieder zu Stande, weil des Kaisers Feindschaft dem genuesischen Verkehr in Italien, Afrika und Syrien sehr schädlich war, und Friedrich wußte, wie sehr Genuas Beitritt den lombardischen Bund verstärken, Genuas Seemacht dem Handel seiner Staaten schaden würdeJac. a Vorag. chron. Januense 46..

Durch diese Verwirrungen und Fehden litt mittelbar auch Deutschland, weil der Kaiser zum zweiten Male auf höchst nachtheilige Weise durch die Lombarden abgehalten wurde, dort mit Nachdruck einzuwirken. Eine nähere Berathung war indeß so dringend nöthig, daß er seinen Sohn und die zurückgetriebenen deutschen Fürsten jetzo nach Aquileja berief. Er selbst verließ Ravenna im März 1232 und ward in Venedig mit der größten Auszeichnung empfangenFantuzzi VI, 282.  Godofr. mon.  Salisb. chron.  Tonduzzi 266.  Dandolo 347.  Herm. Altah.. Dafür legte er auf dem Hauptaltare der Markuskirche kostbare Geschenke nieder und bewilligte der, ihm in den jetzigen Verhältnissen überaus wichtigen, Stadt große Handelsvorrechte.

633 {1232} Im April sprach er den König Heinrich, den Herzog Friedrich von Österreich und einige andere Fürsten in Aquileja, ordnete mehre wichtige Angelegenheiten Deutschlands und kehrte dann im Mai zu Schiffe nach Apulien zurück, wohin ihn dringende Veranlassungen riefen. – Erst wenn von diesen Veranlassungen, von der Lage des Morgenlandes und der Fehde zwischen Rom und Viterbo gesprochen worden, läßt sich das Hauptverhältniß des Papstes und Kaisers und ihre weitere Einwirkung auf die Lombarden, verstehen und entwickeln.

Herzog Rainald von Spoleto hatte sich nicht allein des Kaisers Unwillen, auf die bereits erzählte Weise, zugezogenRich. S. Germ. zu 1231–1232.  Rayn. zu 1231, §. 5.  Buch VII, S. 453.; sondern war auch außer Stande, über andere Theile seiner Verwaltung Rechenschaft abzulegen, oder hinreichende Bürgschaft zu stellen. Deshalb und weil er wahrscheinlich mit neuen gefährlichen Planen umging, ließ ihn Friedrich schon im Mai 1231 gefangen nehmen und seine Güter einziehen; worauf aber des Herzogs Bruder Bertold offenen Aufstand erhob und sich in Introduko befestigte.

Dies Ereigniß war um so bedenklicher, da sich einige von den Baronen, welche man wegen ihrer früheren Untreue gestraft hatte, an Bertold anschlossen, der Papst unerwartet für Rainald, seinen alten Feind, auftrat, und gleichzeitig mehre Theile Siciliens unruhig wurden, weil der Großrichter Richard von Montenegro die allgemeinen Gesetze, ohne Rücksicht auf entgegenstehende Freibriefe, streng zur Anwendung brachte.

Der Kaiser trat nach seiner Rückkunft all diesen Übeln mit Nachdruck entgegenGodofr. mon.  Alberic. 547.  Gallo ann. II, 34.  Cron. Sicil. bei Pellicia V, 1.  Carrera I, 229.  App. ad Malat. zu 1231.. Er ließ Introduko nicht nur enger einschließen, sondern brachte auch, durch Vermittelung des Erzbischofs von Messina, Bertolden dahin, daß er, 634 {1233} vielleicht um seines Bruders Lage zu erleichtern, jene Burg übergab. Beide verließen hierauf im Julius 1233 die Staaten des Kaisers. Gleich schnell nahmen aus Furcht vor seiner Übermacht und Strenge, die Unruhen in Sicilien ein Ende: manche der Schuldigen entflohen, andere wurden ergriffen und hart gestraft. Damit er jedoch nicht bloß strafe, sondern auch den Veranlassungen zu gerechten Klagen für die Zukunft vorbeuge, erließ Friedrich um diese Zeit die heilsamen Vorschriften über die Bildung von Landtagen, welche bereits im vorigen Hauptstücke dargelegt sind.

{1229 bis 1231} Ähnliche Sorgen verursachte ihm das Morgenland; und zwar nicht sowohl die Saracenen, denen bei Kamels wachsender ÜbermachtAschraf und Kamel eroberten im August 1229 Damaskus; 1230 schlug Modaffer die Franken, welche Hamata angriffen.  Abulfeda. immer weniger abzugewinnen war, als vielmehr die Parteiungen unter den Christen selbst. Alisia, die zweite Tochter der Königinn Isabella, verlangte nämlich, daß ihr Sohn, König Heinrich von Cypern, das jerusalemische Reich erhalte und Konrad, der Sohn Kaiser Friedrichs, ausgeschlossen werde, obgleich er ein Enkel ihrer ältern Schwester Maria Jolante war

               Amalrich
               Isabelle
        ┌─────────┴──────────┐
  Marie Jolante           Alisia
Johann von Brienne   Hugo von Lusignan
        │                    │
     Jolante              Heinrich
   Friedrich II
        │
      Konrad
. Die mächtige Familie Ibelym unterstützte laut ihre Ansprüche; wogegen die Barone erklärten: »sie wollten den Kaiser ersuchen, seinen Sohn nach Palästina zu senden; erst wenn er sich dessen weigere, werde man sehen, was weiter zu thun sey.« Friedrich versprach alles zu erfüllen, was ihm in Hinsicht des Morgenlandes obliege, konnte aber erst nach der 635 Aussöhnung mit Gregor 300 Gewappnete und 200 Bogenschützen und Reiter, auf 28 Schiffen nach Syrien senden.

Ihnen folgten funfzehn andere Schiffe, geführt von dem Marschalle RichardSanut. 214.  Guil. Tyr. 702-705.  Reinhards Gesch. von Cypern I, 167.; welcher nach seiner Ankunft sogleich verlangte: der gegen den Kaiser offenbar feindselig auftretende Johann von Ibelym müsse aus Cypern entfernt und die Vormundschaft des jungen Königs, zufolge der Lehnsgesetze, von dem Kaiser oder dessen Bevollmächtigtem geführt werden. Johann von Ibelym hatte aber von der ihm nahenden Gefahr Kunde erhalten und so geschickte Vertheidigungsmaaßregeln getroffen, daß Richard weder im Wege der Güte, noch der Gewalt, etwas erhebliches gegen ihn ausrichten konnte. Deshalb segelte jener von Cypern erst nach Berytus (welche Stadt Johanns er besetzen und die Burg umlagern ließ); dann berief er alle Edlen und Bürger nach Akkon und theilte ihnen die kaiserlichen Schreiben mit, wodurch ihm die Statthalterschaft des Reichs, zugleich aber auch gewissenhafte Handhabung der Gesetze und Billigkeit gegen Vornehme wie gegen Geringe, zur Pflicht gemacht wurde. Dieser Pflicht kam er indeß entweder ungenügend nach, oder die Ansichten der Barone stimmten im allgemeinen nicht mit dem Willen des Kaisers überein; genug, die letzten versammelten sich und Balian von Sidon sprach zu Richard dem MarschallGuil. Tyr. 707.  Cron. mscr. No. 911.: »die Barone haben mir aufgetragen, euch in ihrem und meinem Namen ein Wort zu sagen. Dies Land wurde nicht unter Führung eines einzelnen Herrschers erobert, sondern von Pilgern und freiwillig versammelten Leuten. Durch Vertrag und Wahl ernannte man einen König, durch Vertrag und mit Zustimmung der Edeln gab man Gesetze, zum Besten des Königs und der Unterthanen, zur Aufrechthaltung der Ordnung und des Rechts. 636 1231. Jeder König hat diese Gesetze beschworen und gehalten; dazu ist auch der Kaiser verpflichtet. In denselben ist vorgeschrieben, daß kein Edler seines Besitzes entsetzt werden darf, ohne den Ausspruch des Lehnhofes; ihr habt aber desungeachtet Johann von Ibelym aus seiner Stadt Berytus vertrieben und belagert sein Schloß. Damit nun der Kaiser durch euch nicht meineidig werde, so haltet ein mit eurem gewaltsamen Verfahren und ladet Johann vor Gericht; wir sind bereit dem Spruche des Lehnhofes Vollziehung zu verschaffen.«

Erstaunt über diesen unerwarteten Widerspruch gab Richard zur Antwort: »er müsse sich mit den Edeln berathen, welche das Schloß von Berytus belagerten.« Dahin eilte er, und setzte diese Belagerung mit dem größten Nachdrucke fort, bis ihn die Abgeordneten der unzufriedenen Barone im Lager aufsuchten. Zu diesen sprach er: »ich bin ein Diener des Kaisers und werde seinen Befehlen gehorchen, so weit sie mir nicht sträflich erscheinen; ich bekriege Johann von Ibelym, weil er sich gegen den Kaiser vergangen, und dieser mir dessen Bestrafung übertragen hat. Ob dazu ein Spruch des Lehnhofes nöthig sey, darf mich nicht kümmern; glaubt ihr indessen, daß der Kaiser die Verträge verletzt, so wendet euch mit euren Beschwerden an ihn: er ist zu gerecht, als daß er das Billige verweigern sollte, zu mächtig, als daß er nöthig hätte, auf eine ungebührliche Weise Vortheile zu erringen. Doch möget ihr nicht vergessen, daß er das verlorne Reich erst wiederum neu begründete, viele ehemalige Gesetze und Berechtigungen alle Gültigkeit verloren haben, und endlich das gesammte christliche Morgenland zu Grunde gehen muß, wenn man die Freiheit nicht in Ordnung und Einigkeit, sondern darin setzt, daß jeder seiner Willkür folgen dürfe.«

Ohne Rücksicht auf diese Darstellungen und Ermahnungen verbanden sich die unzufriedenen Barone noch enger als vorher, und nannten sich die Gesellschaft des heiligen 637 {1231} AdrianGuil. Tyr. 709.  Nach Sanut. 214, Gesellschaft des heiligen Jakob.; wogegen andere dem Marschalle beitraten und behaupteten: »das von der ältern Linie herrührende Anrecht des Kaisers und Konrads auf die Herrschaft, sey näher und besser, als das von den Ibelyms für die jüngere Linie verfochtene; und der minderjährige König Heinrich von Cypern vernachlässige, gegen alle Gesetze, die Befehle des Kaisers, seines obersten Lehnsherrn.«

{1232} Es kam zum offenen Kriege zwischen beiden Parteien. Johann von Ibelym führte den König Heinrich und cyprische Mannschaft aufs feste Land, und gewann die Stadt Akkon mit Hülfe der Einwohner und der damals dem Kaiser feindlich gesinnten GenueserBartol. zu 1232. Rich. S. Germ.  Guil. Tyr. 711-716.  Godofr. mon.. Dem Glücke vertrauend, zogen itzt alle gen Tyrus: allein der Marschall Richard, welcher die Belagerung des Schlosses Berytus schnell aufgehoben hatte, überfiel die sorglosen, schlug sie gänzlich, setzte nach Cypern über und eroberte fast das ganze Land. Die meisten, über den Verlust der Kleider, Waffen, kurz jeglicher Habe mißvergnügt, wollten zu des Kaisers Partei übertreten; nur Johann von Ibelym verlor den Muth nicht, sondern verkaufte schnell einige seiner Familie gehörige Schlösser, gewann mit dem hieraus gelöseten Gelde den Rest der Soldaten und führte sie nach Cypern zurück.

Hier siegte er in einer bergigen Gegend, durch die Mehrzahl seiner leichten Mannschaft, dergestalt über den Marschall, daß dieser die Insel verlassen und nach Tyrus zurückkehren mußte. Seitdem war die Kriegsmacht des Kaisers im Morgenlande gebrochen, und er konnte nur hoffen, die Widerspenstigen durch päpstliche Befehle zum Gehorsam zu bringen.

Seinerseits war aber Gregor durch die übermüthigen 638 {1232} Römer nicht minder bedrängt, und alle diese Umstände und Begebenheiten wirkten natürlich sehr mannigfach und verschieden auf das unmittelbare Verhältniß des Papstes und Kaisers. Daher entsteht eine Art von Schwanken in den wechselseitigen Maaßregeln; daher ist es so schwierig, die Ansichten, Plane und Mittel für jeden Augenblick darzulegen und richtig zu würdigen. Doch wird sich hoffentlich die dunkele Geschichte dieser Jahre mehr als bisher aufhellen, wenn wir der Erzählung jener, nie aus den Augen zu verlierenden Ereignisse, jetzo den wesentlichen Inhalt des kaiserlichen und päpstlichen Briefwechsels im Zusammenhange folgen lassen.

Sobald der Kaiser nach dem am ersten September 1230 geschlossenen Frieden von S. Germano in sein Reich zurückgekehrt war, strafte er die Einwohner von Foggia, S. Severino u. a., welche sich während des Krieges treulos gegen ihn benommen hatten. Hierauf schrieb ihm Gregor schon am 15ten OktoberRayn. zu 1230, §. 17.  Reg. Greg. Jahr IV, 292.: er möge nicht bösen Rathgebern folgen, welche unter dem Scheine der Freundschaft seinem Rufe Schaden brächten; er möge die Freude über den Frieden nicht trüben, nicht Milde und Demuth (die Quelle aller Tugenden) vernachlässigen, oder Furcht erwecken, als wenn die beiden zum Heile der Welt gegebenen großen Lichter, durch Zorn und Feindschaft wieder Unheil und Verderben bereiten würden.

Etwa sechs Wochen nach diesem Schreiben langte die Urkunde an, worin sich die Fürsten wegen des Friedens verbürgten; weil aber einiges nicht in der gehörigen Form abgefaßt war, schickte Gregor den Erzbischof von Kapua an den Kaiser, um mit ihm wegen der nöthigen Veränderungen Rücksprache zu halten, und fügte in dem Begleitungsschreiben vom dritten December 1230 hinzuReg. Greg. IV, 316.: »wir bitten deine Hoheit herzlich und ermahnen dich mit Bedacht, daß 639 {1230} du unsere Aufrichtigkeit ohne Täuschungen aufmerksam betrachten und das Verabredete unbesorgt erfüllen, keineswegs aber argwöhnen mögest, als wenn wir dich in irgend einer Sache hintergehen wollten. Vielmehr wünschen wir, daß jetzt, nachdem durch Gottes Hülfe die Verhältnisse aufgeheitert sind, nun auch jegliches im Lichte fortschreite, kein Ort für finstere Listen übrig bleibe und alles, deinen Wünschen gemäß, glücklich geleitet werde.« – {1231} Die Zweifel über die Form der Bürgschaftsurkunden wurden leicht gelöset, und alsdann Schreiben nach Deutschland und in die Lombardei erlassenSchreiben des Papstes an den Erzbischof von Salzburg u. s. w. vom 16ten Januar 1231.  Reg. Jahr IV, 328., um Beitritt, Ausfertigung und Unterschrift von allen zur Bürgschaft Aufgeforderten herbeizuschaffen. Insbesondere wies der Papst die Bischöfe von Vercelli und Brescia an, den kaiserlichen Bevollmächtigten Thaddäus von Suessa, bei diesem, besonders in der Lombardei schwierigen Geschäfte, nachdrücklich zu unterstützenReg. Greg. V, 3.. Gleichzeitig mit dieser Angelegenheit entstanden und entwickelten sich aber neue Bedenken zwischen dem Kaiser und dem PapsteReg. Greg. I, 181; IV, 314.  Rayn. zu 1230, p. 408.. Jenem mochte Gregors Verleihung mathildischer Güter, die Thätigkeit seiner Abgeordneten in ganz Italien, die Einwirkung auf die neapolitanische Geistlichkeit und so manches andere unangenehm seyn; zu bestimmten Klagen kam es jedoch nur über folgende Punkte: erstens, daß dem Kaiser der Ort Kastello vorenthalten werde; worauf der Papst antwortete: er möge seine Ansprüche der Kirche vortragen und erweisenReg. Greg. Jahr IV, 317.  Rayn. zu 1230, §. 29.. Zweitens, daß der Papst noch immer in der Provence alle kaiserlichen Rechte ausübe, in weltlichen Sachen verfüge und von der Stadt Marseille einen Zins erhebe. Gregor gab zur Antwort: die Ausrottung der dortigen Ketzerei habe der Kirche sehr viel gekostet, und noch immer sey die 640 {1231} Ordnung und der rechte Glaube nicht hergestellt. Deshalb und um größere Übel zu vermeiden, möge Friedrich vor der Hand von seiner Bitte abstehen. Drittens, sey dem Kaiser in mehren päpstlichen Schreiben nicht der Titel eines Königs von Jerusalem gegebenRayn. zu 1231, §. 11.. Zur Antwort: dies sey keineswegs aus böser Absicht geschehen. Viertens ruhe nicht allein die ganze Last der Vertheidigung des Morgenlandes auf ihm, dem Kaiser, ohne daß die übrige christliche Welt, den Weisungen der Kirche folgend, Hülfe leiste; sondern die Tempelherrn hätten auch, gegen den Frieden und die Befehle des kaiserlichen Statthalters, in Syrien auf unsinnige und höchst schädliche Weise Krieg begonnen. Schon um deswillen könne ihnen der Kaiser von Rechts wegen im apulischen Reiche ihre Güter vorenthalten; wozu aber noch komme: daß sie dieselben großentheils während seiner Minderjährigkeit ungebührlich erworben hätten, und alle auf den Lehngütern ruhenden Dienste und Pflichten eigenmächtig und eigennützig verweigertenRegest. IV, 337 Schreiben vom 19ten Januar 1231.  Regest. IV, 417 Schreiben vom 26sten Februar 1231.  Regest. IV, 423 Schreiben vom 28sten Februar 1231.  Regest. V, 134 Schreiben vom 29sten April 1231.. – Der Papst verbot hierauf den Templern alle Kriegserhebung und forderte die Gläubigen zu neuen Kreuzzügen auf; zugleich aber ermahnte er den Kaiser, er möge nicht bloß Anhänger der Kirche zur Pilgerung anweisen und dadurch gewissermaaßen des Landes verweisen. In Hinsicht der innebehaltenen Güter that Gregor ferner Namens der Tempelherrn den Vorschlag: der Großmeister des deutschen Ordens möge dieselben bis zu rechtlichem Ausspruche verwalten und die Einnahme sammeln. Die Rechtsfrage selbst sollten zwei vom Kaiser und von den Johannitern gewählte Schiedsrichter entscheiden, und im Falle der Uneinigkeit, einen dritten Obmann ernennen, oder die Sache an den Papst 641 {1232} bringen. Dessen Ausspruch wollten die Templer über jedes Besitzthum annehmen, welches nicht zu den Lehen gehörte.

All diese Punkte zeigen, was ohnehin feststeht: daß mannigfache unvermeidliche Berührungen zwischen Papst und Kaiser statt fanden; doch waren sie sämmtlich von der Art, daß ein freundliches Beseitigen keine großen Schwierigkeiten fand. Eben so einigte man sich über die zweifelhaften Gränzen und die Aufrechthaltung des reinen GlaubensReg. IV, 461.  Schreiben vom 8ten März 1231. (obgleich den Ketzern die Strafe des FeuertodesReg. IV, 479. in Friedrichs Staaten nicht zuerkannt wurde). Endlich mochten die dringenden Verwendungen Gregors für Raynald von SpoletoRayn. zu 1231, §. 5, 13–18. dem Kaiser, wie gesagt, unerwartet und bedenklich vorkommen; doch trübten auch sie die Verhältnisse keineswegs im allgemeinen.

Ohne Vergleich wichtiger war hingegen die Erscheinung des neuen kaiserlichen GesetzbuchesRayn. zu 1230, §. 10; zu 1231, §. 9–10.  Mongitor bullae 102., welches Grundsätze aufstellte, die nicht allein mit vielen der wichtigsten Lehren des Kirchenrechtes in schneidendem Widerspruche standen, sondern auch mit den frühern Versprechungen des Kaisers unverträglich schienen. Die lauten Klagen Gregors beantwortete dieser nicht ohne Heftigkeit, und berief sich auf die Unabhängigkeit seiner gesetzgebenden Gewalt; wogegen der Papst gewiß nachdrücklicher würde aufgetreten seyn, wenn er nicht um diese Zeit von den unruhigen Römern, welche Viterbo gegen seinen Willen bekriegtenRich. S. Germ. 1027, 1028.  Reg. Jahr IV, 267.  Compagnoni II, 213., aus der Stadt hätte entweichen und seinen Statthalter, den Bischof Milo von Beauvais, in einer schweren Fehde gegen Spoleto unterstützen müssen. Gregor konnte nicht hoffen, daß er, im Fall eines Bruches mit dem Kaiser, dies Herzogthum und 642 {1232} die Markgrafschaft Ankona gegen so viel Unzufriedene werde behaupten können; und andererseits konnte dieser ohne des Papstes Hülfe weder in der Lombardei noch in Syrien seine Absichten durchsetzen. Auch ließ es Friedrich diesmal nicht bloß bei wörtlichen VersicherungenReg. Jahr 6, Urk. 48 und 135 vom 24sten Julius und 21sten Oktober 1232.  Rich. S. Germ. 1029. seiner freundschaftlichen Gesinnung bewenden; sondern schickte dem Papste so bedeutende Hülfsmannschaft, daß die übermüthigen Römer gebändigt und zu einem Vergleiche gezwungen wurden. – Nicht minder zuvorkommend bezeigte sich Gregor: er befahlReg. Jahr VI, Urk. 30, 31, 39, 51, 53–56, geschrieben im Sommer 1232. den Großmeistern der Orden und den Einwohnern von Akkon, Friedrichs Vorschriften um so mehr zu gehorchen, als es keineswegs dessen Absicht sey, die Freiheiten der Kirche und die Rechte der Stände zu kränken. Er schalt laut über die verwerflichen innern Zwistigkeiten der morgenländischen Christen, und schrieb dem Patriarchen Gerold von Jerusalem: »der Kaiser beschwert sich mit Recht über deinen, auf keine ächten Gründe gestützten Haß, und darüber, daß du dich öffentlich den Aufrührern zugesellst und sie unterstützest. Dies ist um so sträflicher, da du von uns zum Gegentheil angewiesen bist und wohl weißt: daß die Kirche des Kaisers Rechte schlechterdings unverletzt erhalten will, damit auch die ihren unverletzt bleiben. Die Schande, welche du durch dein Benehmen dir zugezogen hast, soll nicht auf die Kirche übergehen; deshalb wirst du hiemit angewiesen, die päpstliche Gesandtschaft (Legation) sogleich an den Patriarchen von Antiochien zu übergeben und dich selbst in Rom zur Verantwortung zu stellen.«

Einige dieser Begebenheiten, Schreiben und Befehle fallen vor, die meisten nach dem vereitelten Reichstage von Ravenna, wodurch Friedrichs Verhältniß zu den Lombarden viel feindseliger ward. Um darauf mildernd einzuwirken, 643 {1232} hatten zwei Kardinäle, Johann von Präneste und Otto von Montferrat, den Kaiser erst in Venedig, dann in Ravenna, beide Male aber vergeblich aufgesuchtMediol. ann. Galv. Flamma c. 264.  Iricus 46.; was die Lombarden als eine vorsätzliche Mißachtung derselben darstellten, obgleich die einzige Ursache nur in der Eile der Reise Friedrichs liegen mochte. Wenigstens finden wir, daß dieser die Vermittelung des Papstes und der Kardinäle gleich nachher gern annahm und zu seiner Vertretung den Deutschmeister Hermann von Salza nach Padua schickte. Auf der hieher berufenen Versammlung erschienen Bevollmächtigte der Städte Mailand, Brescia, Bologna, Piacenza, Padua, Ferrara, Faenza, Como und Mantua, im Namen des ganzen Bundes der Lombardei, der Mark und RomagnasMurat. antiq. Ital. IV, 326.  Savioli III, 2, 589, 593, 595..

Die im Namen des Kaisers ausgesprochenen Klagen lauteten nun dahin: »daß die Lombarden widerrechtlich den Reichstag verhindert, die Reichsstraßen gesperrt, den deutschen König und die deutschen Fürsten gewaltsam zurückgehalten, die früher versprochene Hülfe zum Kreuzzuge nicht gestellt und überall Mangel an Achtung vor der kaiserlichen Würde gezeigt hätten.« Die Städte antworteten: »alles, was geschehen, sey bloß zu ihrer Vertheidigung geschehen, weil sie befürchten müßten, der Kaiser wolle ihnen neue Lasten und Verpflichtungen auflegen.« – Über den Inhalt dieser wechselseitigen Anklagen und über die sich daran reihenden Forderungen, ward in diesem Augenblicke nichts entschieden; sondern nur am dritten Mai 1232 festgesetztReg. Jahr VI, Urk. 280.: »beide Theile nehmen den Papst und die Kardinäle als Schiedsrichter an, und unterwerfen sich einer Strafe von 20,000 Mark im Falle spätern Ungehorsams. Der Papst hat das Recht seinen Spruch zu vollziehen und auszulegen. Bis zum ersten Julius können Städte und einzelne Personen diesem Vertrage noch beitreten, und der Kaiser verspricht die 644 {1232} Zustimmung König Heinrichs beizubringen.« – Als die kaiserlichen Bevollmächtigten erst einige Tage nach dem ersten Julius in Lodi erschienen, wollten die Lombarden, obgleich jene ihre Verspätung mit Gründen entschuldigten, deshalb den ganzen Vergleich für ungültig erklären; sie wurden aber von den Kardinälen daran gehindert und vom Papste angewiesenSchreiben Gregors vom 12ten Julius 1232 an den Kaiser und die Lombarden.  Reg. Jahr VI, Urk. 28, 29., mit hinlänglicher Vollmacht versehene Abgeordnete zum ersten November unmittelbar an ihn zu senden. Ungeachtet diese Frist lang genug war, erschienen doch die Lombarden, wahrscheinlich nicht ohne Vorsatz, mit so ungenügender Vollmacht, daß man die Verhandlungen nicht weiter führen konnte; wogegen der Bischof von Troja und Peter von Vinea für den Kaiser mit hinreichenden AnweisungenPäpstliche Schreiben vom 27sten Oktober, 20sten November, 7ten December.  Reg. VI, Urk. 149, 168, 180. Tiraboschi storia della letter. IV, 20 nennt als kaiserliche Gesandte noch Heinrich da Morra, Peter von S. Germano, und Benedikt von Isernia.  Rich. S. Germ. 1031. versehen waren und dessen Geneigtheit zum Frieden so bestimmt erklärten, daß Gregor ihm seine Zufriedenheit zu erkennen gab und nach Perugia schriebSchreiben vom 20sten November 1232.  Reg. VI, Urk. 168 und vom 15ten Mai 1233. Jahr VII, Urk. 101.: »keine Stadt des Kirchenstaates solle mit fremden Städten zum Nachtheile der Reichsrechte Bündnisse eingehen: denn es sey sehr unschicklich und dem Frieden zuwider, wenn die Getreuen des Kaisers durch Unterthanen der Kirche beleidigt würden.« Ja als später die kaiserlich gesinnte Stadt Chiusi, ohne Rücksicht auf diese Warnung, von den Einwohnern Perugias beeinträchtigt wurde, so drohte der Papst mit einer Strafe von 1000 Mark.

Beiden Theilen, dem Kaiser und den Lombarden, setzte Gregor jetzo eine neue Frist, auf vierzehn Tage nach Himmelfahrt 1233, und legte dem Außenbleibenden eine Strafe 645 {1232} von 1000 Mark auf; denjenigen aber, welche etwas vornähmen, wodurch das Friedensgeschäft gestört würde, eine Strafe von 6000 MarkSchreiben vom 26sten Januar 1233.  Reg. VII, Urk. 259–60..

In der Zwischenzeit bis zu dieser wichtigen Entscheidungsfrist war der Kaiser dem Papste auf alle Weise gefällig; und dieser suchte wiederum manche Angelegenheit zu beseitigen, welche unter minder günstigen Verhältnissen vielleicht Schwierigkeiten gefunden hätte. So schrieb er an FriedrichSchreiben vom dritten December 1232 . Reg. VI, Urk. 184.: »die von ihm den Saracenen in Nocera eingeräumten Freiheiten würden den benachbarten Christen lästig und gäben ihnen Anstoß; ja jene hätten, angeblich mit seiner Beistimmung, eine Kirche niedergerissen und die Steine und das Holz zu ihren Gebäuden verwandt.« Der Kaiser gab hierauf, wie es scheint, befriedigende Antwort und verstattete, auf ein späteres Gesuch des PapstesReg. VII, Urk. 310 und 437., sehr gern, daß Dominikaner nach Nocera gingen, um die Bekehrung der Ungläubigen zu versuchen. – Gaeta, welches bisher noch unter päpstlicher Hoheit gebliebenReg. VII, Urk. 11, 211–214.  Murat. antiq. Ital. VI, 85., ward dem Bischofe von Messina und dem Deutschmeister zur einstweiligen Verwaltung für Konrad, den Sohn des Kaisers, übergeben. Dieser trat alle Anrechte, mit Ausnahme derer auf Lehndienste, seinem Sohne ab, verzieh den Bürgern alle frühere Vergehungen und verstattete ihnen freien Handel in seinen Staaten.

Nicht minder höflich war der gegenseitige Briefwechsel, und Friedrich schrieb unter anderem an Gregor: »das Papstthum und das Kaiserthum sind gleichen, göttlichen Ursprungs. Beide sind desselben Wesens, und fern von uns sey jene, nicht bloß leichtsinnige und thörichte, sondern thierisch-dumme MeinungBruta credulitas.  Reg. VI, 268 vom dritten December 1232.  Gleich verbindlich antwortete Gregor. Schreiben vom dritten Februar 1233, Reg. VI, 269, und vom 10ten Februar VI, 289.: daß diese beiden Schwerter sich feindselig 646 {1232} entgegenständen; vielmehr glauben wir fest und bekennen es öffentlich, daß Papst und Kaiser gleich dem Vater und dem Sohne Eines sind. Die Zeit (fügt er weiter mit Beziehung auf die Lombarden hinzu) erlaubt nicht, noch leidet es die Art der Krankheit, daß wir uns mit klügelnden Reden und sophistischen Künsten beschäftigen und ergötzen.«

Mittlerweile langten die kaiserlichen und die lombardischen Gesandten, behufs der Einleitung des schiedsrichterlichen Urtheils, an. Während aber jene auf eine bestimmte Strafe des Ungehorsams und der Rechtsübertretungen antrugen und Sicherheit gegen künftige Mißbräuche verlangten; forderten die Lombarden, der Kaiser solle alles Vergangene unbedingt vergeben und vergessen und Bürgschaft stellen, daß er künftig den Verträgen nicht zu nahe treten werde. Jeder war aufs äußerste gespannt, wie der Papst so Widersprechendes vermitteln könne, als am fünften Junius 1233 folgender Spruch von ihm eröffnet wardReg. J. VII, Urk. 146.  Savioli l. c.  Murat. antiq. Ital. IV, 326.:

»Der Kaiser und sein Sohn erlassen für sich und das Reich, dem lombardischen Bunde, den Gemeinden wie den Einzelnen, alle Strafen, widerrufen die ausgesprochene Acht, so wie jede nachtheilige Verfügung, und entschädigen die Verletzten. Das Gleiche thun die Lombarden in Bezug auf den Kaiser und die Kaiserlichen. Der lombardische Bund unterhält 500 Ritter zwei Jahre lang zur Unterstützung des heiligen Landes. Die Kirche bestimmt die Zeit ihres Aufbruchs.«

Als der Kaiser (welcher in denselben Tagen über die Behandlung der Geistlichen und Ketzer VerfügungenSchreiben Friedrichs vom 11ten, 12ten und 15ten Junius.  Reg. VII, 180, 243, 244. nach den Wünschen des Papstes erlassen hatte) jenen schiedsrichterlichen Spruch erhielt, war er sehr erstaunt und erzürnt, und schrieb dem Papste am 12ten Junius 1233 nur ganz 647 kurz: »er werde sich darüber näher äußern, sobald er mit dem Deutschmeister Hermann von Salza gesprochen habe.« Gegen den Kardinalbischof von Ostia ließ er aber seinen Klagen freien LaufReg. J. VII, Urk. 267, 268.: »wir erhalten keine hinreichende Genugthuung für die vielen Beleidigungen, Verletzungen und Angriffe jener, bis zur höchsten Unverschämtheit kühnen Partei. Bei dem Schiedsurtheile scheint man an unsere und des Reiches Ehre gar nicht, ja nicht einmal an die Ehre der in ihrem Vertheidiger mitbeleidigten Kirche gedacht zu haben. Wahrlich wenn der Ausgang dieser Angelegenheit öffentlich bekannt würde, so möchten Könige und Fürsten, durch ein so auffallendes Beispiel gewarnt, sich nie mehr freiwillig dem schiedsrichterlichen Urtheile der Kirche unterwerfen!«

Gregor, welchem der Kardinalbischof von Ostia dieses und ähnliches mittheilte, mochte auf Beschwerden Friedrichs gefaßt seyn und antwortete ihm am 12ten August 1233Reg. J. VII, Urk. 269.: geliebter Sohn, bedenke, wie günstig sich die Kirche überhaupt, und insbesondere während der letzten Jahre gegen dich gezeigt hat, und welche unüberwindliche Schwierigkeiten, bei dem beharrlichen Widerstande der Lombarden, in der Sache selbst lagen. Ist ein mit Früchten beladener Baum um deswillen unfruchtbar zu nennen, weil jene nicht an allen Zweigen gleich reichlich hangen? oder darf man dem Himmel Mängel vorwerfen, weil die Sterne nicht immer gleich hell leuchten? So gedenke auch du nicht des einzelnen, und laß dich nicht täuschen durch den Schein. Fern, fern ist es von uns, dafür nehmen wir den Allwissenden zum Zeugen, aus Rücksicht auf Personen das Recht zu kränken. Auch wird das, worüber du dich so laut beschwerst, und was wir (weil deine Gesandten Bedenken trugen, etwas wie vor einem Gerichte einzuleiten) nur in der Gestalt einer vorläufigen Festsetzung aussprachen, nicht minder von den Lombarden hart und drückend gescholten: weil sie, nach ihrer Meinung, in allem 648 {1233} was sie gegen dich thaten, so viel wie garnicht schuldig sind. Daß zum Beistande des heiligen Landes außer den 500 Rittern nicht, wie du verlangst, noch die früher einmal bedungenen 400 ebenfalls gefordert sind, hat seinen guten Grund: weil die letzten nur zu dem von dir damals angelobten, aber nicht angetretenen Kreuzzuge versprochen wurden. Findest du dich aber, nach eigener oder fremder Überzeugung, durch unsern Spruch zu hart verletzt, so eröffne uns darüber deine bestimmte Willensmeinung: denn wir können die ganze Angelegenheit in den vorigen Stand zurückführen, wo dann jedem Theile seine alten Anrechte ungekürzt verbleiben.«

Den letzten Vorschlag konnte der Papst um so unbedenklicher thun, da die Lombarden von dem in Sicilien beschäftigten Kaiser nichts zu besorgen hatten, und er selbst dessen Beistand, nach der Aussöhnung mit den Römern, nicht mehr bedurfteRich. S. Germ. 1031.; wogegen Friedrich fürchten mußte, er werde noch mehr verlieren, wenn Gregor in diesem Augenblick jeder Einwirkung auf die Lombarden entsage.

Dies alles hatte zur Folge, daß fast zehn Monate lang in dieser Angelegenheit nichts geschah: die Lombarden und der Papst waren für den Augenblick mit ihrer Stellung zufrieden; und der Kaiser wartete ab, ob nicht seine Verbindungen in Oberitalien, besonders mit Ezelin von Romano, entscheidender einwirken, oder die von Johann von Vicenza erzeugten Bewegungen ihm zuletzt vortheilhaft werden dürften.

Ezelin II, von dem schon obenBuch IV, S. 237; VI, S. 152 ff. mit mehrem die Rede gewesen ist, wurde des weltlichen Treibens überdrüssig, zog sich in ein Kloster zurück und theilte seine Besitzungen im Jahre 1223 unter seine Söhne Ezelin und Alberich. Der ältere von ihnen, Ezelin III, später der Tyrann zubenannt, war geboren am 25sten April 1194Verci I, 92; II, 4, 19.  Laurentius 137 und Malvecius 893 haben den 25sten, Roland. I, 3 den 27sten April als Geburtstag Ezelins., also gleiches Alters 649 {1233} mit Kaiser Friedrich II. Verstand, Muth, unermüdliche Thätigkeit und ein kühner, stolzer Sinn, Eigenschaften seiner Familie, fanden sich bei ihm in vorzüglich hohem Grade: weil aber sein Leben in furchtbare Zeiten fiel und anfängliche Zweifel über einige Theile der Kirchenlehre allmählich zum Verkennen und Leugnen aller sittlichen und religiösen Grundsätze führten; so wurden jene Anlagen und Kräfte, wodurch er sich hätte zu einem bewundernswerthen Helden ausbilden können, in spätern Jahren nur zu entsetzlichen Freveln verwandt und vergeudet. Von der frühsten Jugend an zeichnete er sich aus in den Fehden seines Hauses mit den Este, den Bonifazio und andern feindlich gesinnten Familien. Als sich Salinguerra, der Gemahl seiner Schwester Sophie, einst bei ihm beklagte, daß Azzo von Este ihm ein Schloß Fratta entrissen und dabei grausam Männer, Weiber und Kinder erschlagen habeRoland. II, 6, 7, 12-16., antwortete ihm Ezelin: »seitdem ich von Frattas Fall gehört habe, ist mein Gemüth voller Unruhe und nichts macht mir Freude. Übermäßiger Schmerz im Unglück ist jedoch Zeichen eines kleinlichen Gemüths; darum tröstet euch mit mir, denn ehe noch das Jahr zu Ende geht, wollen wir unsere Feinde mit so scharfen Sporen stechen, daß sie in den Abgrund ihres Verderbens hineinspringen sollen. Nach zwei Dingen müssen die Menschen vor allen in dieser Welt streben: immerdar ihren Freunden Wort zu halten und ein ehrenvolles Leben zu führen. Daher vertraut mir und verlaßt euch auf mich.«

Als die Venetianer den schrecklich verwüstenden Fehden in der trevisanischen Mark durch ihre Vermittelung ein Ende machen wollten, eröffneten sie Ezelinen: »wenn er sein Recht erweise, so würden sie ihm beistehen; sonst aber möge er bedenken, daß kein Mächtiger Unschuldige beleidigen dürfe, ohne sich überall Feinde zu erwerben, und daß schnelle Genugthuung die beste Reue und Reinigung vom Unrechte sey.«

650 {1233} Hierauf setzte Ezelin seine, allerdings nicht ganz ungegründeten Klagen und Ansprüche auseinander und fügte hinzu: »es ist dem Menschen natürlich und ihm ursprünglich eingepflanzt, daß er die Liebenden liebt und die Hassenden haßt, und ich danke Gott, daß er mir verstattet hat dem gemäß zu leben und zu handeln.« Ezelin der Mönch aber, welcher nicht wollte daß seine Söhne ihr Recht ohne besonnene Klugheit verfolgten, schrieb ihnen aus seiner Zelle: »es ist besser einen Theil freiwillig aufgeben, als das Ganze verlieren. Noch kann die Macht des Hauses Romano der Stadt Padua nicht widerstehen; deshalb söhnt euch mit ihr aus und befestigt im stillen eure Macht. Es kommt die Zeit, wo ihr, wenn Übereilung und Haß die Aussicht nicht zerstört, die trevisanische Mark beherrschen werdet; so hat eure, des Sternenlaufes kundige Mutter Adelheid, schon geweissagtLaurentius 141.  Bon. hist. misc. zu 1231 und 1232..« Diese Warnung verhinderte zwar einzelne Übereilungen, keineswegs aber die mit nur geringer Unterbrechung fortdauernden Fehden, welche im ganzen die Macht Ezelins und Alberichs befestigten und ihnen mehre Male die höchste obrigkeitliche Würde in einzelnen Städten verschafften.

Als nun im Jahre 1231 die Besorgniß entstand, daß Friedrich II mit Heeresmacht nach dem obern Italien kommen und seine Rechte erweitern werde, so schlossen Brescia, Mantua, Verona, Vicenza, Padua, Treviso und Ferrara im Julius einen Bund, welcher zwar mit dem lombardischen nicht ganz zusammenfiel, jedoch in Verbindung stand und durchaus ähnliche Zwecke hatteVerci II, 54-67.  Mauris. 30-35.  Dandolo 347.. Jene Städte weigerten sich Ezelin in ihren Bund aufzunehmen, bis dessen Gesandter Maurisius ihnen bemerklich machte: welche Gefahr für sie entstehen müsse, wenn sie dadurch seinen Herrn ganz zum Kaiser hindrängten. Hierauf erfolgte dessen Aufnahme. Als indeß der Graf von S. Bonifazio 651 {1233} bald nachher mehre, dem Hause Romano schlechthin nachtheilige Beschlüsse durchsetzte, so eilte Alberich nach Pordenone zum Kaiser, bot ihm die treuen Dienste der Romanos an, und wurde sehr freundlich aufgenommen, zugleich aber von dem besonnenen Friedrich gewarnt: nicht vor der Zeit loszubrechen, sondern zu warten bis ein kaiserliches Heer zur Unterstützung bereit sey. Für jetzt gab Friedrich den Romanos einen Schutzbrief und befahl: daß die Bischöfe von Padua, Vicenza und Treviso dessen Inhalt öffentlich verkünden, und jeden Urheber neuer Fehden mit einer Strafe von 200 Pfunden Goldes bedrohen sollten. Aber die Städte fanden in jener Begünstigung der Romanos einen Grund oder Vorwand zu Gewaltschritten, und Ezelin zürnte dem Papste, weil ihn dieser nach Rom geladen hatte, um sich vom Verdachte der Ketzerei zu reinigen. Vergeblich suchte der Kardinal Jakob von Präneste erst in Güte, dann mit Drohungen den Frieden herzustellen; das ganze Land erlag der Wuth vielfach sich durchkreuzender Fehden, überall war Raub, Mord und BrandRicciard. vita 128  Omnia caedibus, rapinis, iucendiis, terrore plena..

In diesem Augenblick allgemeinen Elends trat, wie ein vom Himmel gesandter Versöhner, der Predigermönch Johann Schio auf. Johann war der Sohn eines Rechtsgelehrten, Manelinus von Vicenza, und hatte schon in manchen Städten mit Nachdruck und Erfolg gepredigt; höher stieg aber sein Ruf zuerst in Bologna. Er bewirkte hier unzählige Versöhnungen nicht allein zwischen einzelnen, sondern auch zwischen dem Bischofe und der bürgerlichen Obrigkeit; er hieß Schulden erlassen und sprach so heftig gegen den Wucher, daß der eifrige Pöbel weglief und das Haus eines verhaßten Wechslers zerstörte; er bewirkte die Freilassung vieler Gefangenen, und erhielt Vollmacht, in den Gesetzen nach seiner Überzeugung Abänderungen zu treffen. Eines Tages als er im Rathe von Bologna sprach, 652 {1233} erschien plötzlich das Zeichen des Kreuzes auf seiner Stirne. Kinder und Erwachsene folgten schaarenweise mit Räucherwerk und Gesängen dem von Gott Begnadigten, und sogar die Weiber unterwarfen sich seinem Gebote, daß sie nicht mehr Kränze und andern Schmuck auf dem Haupte tragen, sondern sich verschleiern solltenBon. hist. misc. zu 1233.  Pagliar. Sigon. de episc. Bon. 163.. Diesen Mann hielt der Papst für ein tüchtiges Werkzeug, um auch die argen Fehden in Tuscien und der Lombardei zu beenden, so wie der wachsenden Ketzerei zu steuern; und er gab ihm nicht allein hiezu unbedingte Vollmacht, sondern auch die Erlaubniß vom Banne zu lösen und denen, welche seinen Predigten mit Andacht beiwohnen würden, zwanzig Tage Ablaß zu ertheilenReg. Greg. VIII, Urk. 69, 130, 241, 253, 287.  Savioli III, 2, 591, 592.  Ripoll I, Urk. 73, 85, 87, 88, 95.  Verci II, 77.  Cereta zu 1233..

In manchen Städten hielt das Volk deshalb den heiligen Mann mit Gewalt fest, bis Gregor den Bischöfen befahl, sie sollten dafür sorgen, daß seine rettende Einwirkung andern Orten nicht länger entzogen werde.

Zuerst begab sich Johann von Bologna in die trevisanische Mark. Die Bürger von Padua zogen ihm entgegen, setzten ihn auf ihren Fahnenwagen und führten ihn unter großen Freuden- und Ehren-Bezeigungen in die Stadt. Er predigte hier und in manchen andern Städten und Ortschaften mit Erfolg für den Frieden, und berief endlich auf den 27sten August 1233 eine allgemeine Versammlung in die Ebene von Paquara bei VeronaMoscardo 171 nennt den Ort der Versammlung Vigomondoni. Er lag zwischen Verona und Mantua.  Verci hist. Trivig. I, Urk. 70. Eben daselbst mehre Vergleichsurkunden und Protestationen gegen dieselben. In No. 69 ist ein Ugetus de Bonaparte aufgeführt.. Hier erschienen der Patriarch von Aquileja, die Bischöfe von Verona, Brescia, Mantua, Bologna, Reggio, Modena, Treviso, Vicenza, Padua, die Abgeordneten dieser und vieler 653 {1233} andern Städte, der Markgraf von Este, Ezelin und Alberich von Romano, und so unzählbares Volk, daß gleichzeitige Geschichtschreiber ihr Erstaunen darüber nicht lebhaft genug ausdrücken könnenCereta giebt die Zahl der Gegenwärtigen auf 400,000 an.. Viele standen, aus Ehrfurcht vor dem Manne und der Heiligkeit seines Vorhabens, in bloßen Füßen oder knieten auf dem Boden. Johann selbst bestieg eine dazu errichtete sehr hohe Kanzel und sprach zu den durch das Elend des Krieges jämmerlich Gepeinigten mit höchster Begeisterung und größtem Nachdrucke über die Worte: »ich gebe euch meinen Frieden, ich hinterlasse euch meinen Frieden!« Dem gemäß forderte er allgemeinen Frieden, Vergeben und Vergessen aller Beleidigungen und Aufnahme der Vertriebenen; er verlangte daß künftig nur der Weg der Güte und des Rechtes, nie der Gewalt eingeschlagen werde.

Den Auftrag der meisten, als Schiedsrichter ihre Streitigkeiten zu entscheidenUghelli Ital. sacra V, 183.  Murat. antiq. Ital. IV, 641.  Zanetti IV, 469.  Mon. Patav. a. h. a.  Malvecius 904., nahm er an, bannte diejenigen welche seinen Aussprüchen nicht Folge leisten würden, im Namen Gottes, Jesu Christi, der Apostel, des Papstes und übergab sie dem Teufel. Er verordnete endlich, daß zur Beseitigung alten Hasses, der Markgraf von Este die Tochter Alberichs von Romano heirathen, Ezelin einzelne Besitzungen an Padua zurückgeben und Bürger dieser Stadt werden solle.

Nach Beendigung dieser Rede, in welcher jene einzelnen Festsetzungen durch allgemeine Betrachtungen und Ermahnungen überwogen und fast verdeckt wurden, äußerte sich laut und allgemein das dem Menschen tief inwohnende Gefühl für Recht und der, nie ganz vertilgbare, Sinn für Liebe. Männer, welche zeither Todfeinde gewesen waren, umarmten sich mit Thränen, es theilte sich der ganzen Versammlung eine freudige Wehmuth und die zuversichtliche Hoffnung dauernden Friedens und allgemeinen Glückes mit; ja man glaubte, beides sey durch den auserwählten Mann 654 {1233} Gottes bereits vollkommen erreicht, und erzählte, (damit ihm nichts zum Heiligen mangele), wie er auch Kranke geheilt und Todte erweckt habeNach Malvenda 506 that er binnen kurzer Zeit 200 Wunder und erweckte zehn Todte. Der Minorit Salimbeni sagt zweideutig p. 237b; frater Johannes parvae litteraturae erat, et intromittebat se de miraculis faciendis.. Weit wunderbarer erscheint es aber, daß man Johanns, im vollen Rathe von Vicenza laut ausgesprochenes Verlangen bewilligte und ihn zum Oberhaupte der Stadt mit unumschränkter Gewalt ernannte. Vermöge dieser Gewalt änderte, oder vermehrte, oder verwarf er die Gesetze. Von Vicenza kehrte er nach Verona zurück, erhielt hier auf dieselbe Forderung dieselbe Gewalt, ließ sich von allen Parteien Geißeln stellen und mehre Bürgen zu seiner Sicherheit aushändigenZ. B. Rocham Cenetae et alias terras proprias episcopi et ecclesiae episcopatus Cenetae, meae dispositioni reservo etc.  Verci Trivig. I, Urk. 71..

Diese raschen Maaßregeln, welche nicht in seinem geistlichen Berufe lagen, sondern auf Begründung weltlicher Gewalt hinauszulaufen schienen, erzeugten aber allmählich Bedenken und Klagen, an welche in der ersten Begeisterung niemand dachte, oder die doch keiner laut auszusprechen wagte.

»Jener gerühmte Friede«, so hieß es, »ist kein wahrer Friede, da kaum irgend eine Hauptsache entschieden wurde: wohl aber hat man sich im Bruder Johannes einen unnützen Obern aufgeladen, der alle Klagen über Krieg, Steuern, Reste, Einziehungen, Strafen u. s. w. seiner Entscheidung vorbehält. Anstatt eine freie Verfassung in Vicenza zu gründen, an welcher alle Parteien Theil nähmen, hat er sich zum Herrn aufgeworfen und ist dann, ohne weitere tüchtige Maaßregeln zu ergreifen, eiligst ähnlicher Zwecke wegen, nach Verona gezogen. Hier zeigte er sich noch weniger als einen wahren Friedensstifter: denn er gründete sein Recht nur auf Verletzung der Rechte aller andern, und 655 {1233} ließ in blindem Eifer vierzig Personen, theils Männer theils Weiber, öffentlich als Ketzer verbrennen! So viel arges ist in kurzer Frist schon an den Tag gekommen; wer aber muß nicht fürchten, daß noch ärgeres im Hintergrunde lauere und er geheime Plane zu einer parteiischen Umgestaltung aller öffentlichen Verhältnisse allmählich zur Ausführung bringen wolle!«

Solche Ansichten theilendMaurisius 38-40.  Zagata 29.  Monach. Patav. 674.  Ricciardi vita 128.  Rayn. zu 1233, §. 35.  Cereta zu 1233., stellte sich der ehemalige Podesta von Vicenza öffentlich dem Johannes entgegen; worauf dieser, seinem Einflusse vertrauend, mit geringer Begleitung dahin eilte und, von dasigen Anhängern unterstützt, mehre Thürme und feste Orte wieder in seine Gewalt brachte. Bei dem Hause der Herrn von Zachame fand er jedoch den ersten Widerstand; was die ihn begleitende Menge so erzürnte, daß sie den Podesta und die übrigen Richter gefangen nahmen, ihre Häuser plünderten und die Bücher der Gesetze und Gewohnheiten zerrissen. Mittlerweile kam aber neue Hülfsmannschaft aus Padua an, welche den Anhang Johanns besiegte und ihn selbst gefangen nahm. Zwar ließ man ihn nach einigen Tagen wieder los: aber nie gewann er das frühere Ansehn in Vicenza wieder, und verlor es allmählich auch so sehr in Verona, daß er vorzog nach Bologna zurückzukehren.

Johann hatte, mit anfangs gewiß redlichem Herzen, eine Rolle übernommen, der er nicht gewachsen war. Aus seinen geistlichen Kreisen heraustretend, zeigte er große Anmaaßung und mannigfaches Ungeschick; und selbst jener geistliche Beruf wie jene Wundergabe wurde von den Franziskanern (welche dem Predigerorden solchen Vorzug nicht gönnten) und von den durch Johann beleidigten Benediktinern bezweifelt und verspottet. Der Lehrer der Grammatik Buoncompagni in Bologna berief die Einwohner auf einen Berg, weil er daselbst ein Wunder thun und 656 {1233} herabfliegen werde. Nachdem sie den mit Flügeln Bekleideten genau betrachtet und sehr lange gewartet hatten, sagte er ihnen: »sie möchten nun nach Hause gehen, er habe das Wunder nach Art des Bruders Johann von Vicenza vollbrachtAuch Spottgedichte auf Johann wurden gefertigt und gesungen, z. B.
    Et Johannes johannizat,
    et saltando choreizat;
    modo salta, modo salta,
    qui coelorum petis alta.
    Saltat iste, saltat ille,
    resaltant cohortes mille,
    saltat chorus Dominarum,
    saltat Dux Venetiarum.

Salimbeni 239b.  Sarti I, 1, 508.

Als dieser sich auch nach Florenz begeben und auf die öffentlichen Angelegenheiten einwirken wollte, ließen ihm die Bürger sagen: »er möge nicht kommen, denn ihre Stadt sey sehr volkreich und habe nicht Platz für alle die Todten, welche er auferwecke.« – Viel plumper war der Scherz, welchen sich ein Minorit gegen die, Johann verehrenden, Dominikaner erlaubte. Sie gaben ihm, auf seine Bitte, ein Stück von dessen Kleide, als heilige Reliquie. Davon machte er nach Tische unanständigen Gebrauch, und rief nun wehklagend um Hülfe, als sey ihm das Heiligthum zufällig in den Koth gefallen. Nachdem sich aber alle mit dem sehr unangenehmen Suchen abgequält, gestand er ihnen lachend, daß er sie mit Vorsatz zum besten gehabt habe. Auf die deshalb erhobene Klage verurtheilten ihn seine Obern, er solle in provinciam Pennensem im untern Italien pilgern; fanden ihn aber bald nachher, als sie ihn suchten, im Bette liegen, und ließen sich (den Dominikanern ohnehin abgeneigt) die Erklärung gefallen, daß er in den Federn, in pennis, die Strafe bereits abgelegen habeSalimbeni 242..

657 {1233} So unbedeutend, ja lächerlich trat ein Mann vom Schauplatze ab, dem das Unglaublichste gelungen zu seyn schien. Des Elends waren die Lombarden allerdings müde, aber ihre Leidenschaften blieben in voller Kraft; daher brachen kaum einen Monat nach jenem hochgefeierten Frieden, alle Fehden und Parteiungen mit verdoppelter Wuth hervor. Sie selber konnten und wollten sich die errettenden Gesetze nicht geben, und verschmähten dennoch die höhere Leitung des Kaisers und des Papstes. Nachdem aber aus all den Bewegungen schlechthin nichts festes, nichts entscheidendes hervorgegangen war, mußten die so lang bei Seite gesetzten Verhandlungen wieder angeknüpft werden.

{1234} Hiezu bekam erst der Papst, dann auch der Kaiser eine neue wichtige VeranlassungReg. VII, Urk. 357.. Manche Städte des Kirchenstaates, so Ankona und Osimo, gehorchten jenem noch immer nicht, und mit dem Anfange des Jahres 1234 erneuten sich, nach kurzem Frieden, die Streitigkeiten mit den Römern auf eine weit gefährlichere Weise. Diese behaupteten nämlich: der Papst sey nicht berechtigt einen römischen Bürger aus alleiniger Macht zu bannen, oder die ganze Stadt mit dem Interdikt zu belegen; sie verlangten, daß er den seit unvordenklichen Zeiten von der römischen Kirche jährlich der Stadt gezahlten Zins wiederum entrichte; sie wollten die Gränzen ihres Weichbildes ausdehnen, oder vielmehr weltliche Herrn des Kirchenstaates werden. Der Papst antworteteMath. Paris 280.  Rayn. zu 1234, §. 1–6.: »er, der größer als irgend ein einzelner und über alle gesetzt sey, dürfe auch die Römer, sobald sie es verdient hätten, väterlich zurechtweisen oder ernstlich strafen. Wenn ferner die römische Kirche in Zeiten der Noth, zu ihrer eigenen Vertheidigung oder zum allgemeinen Besten etwas beigetragen, oder aus freier Gnade an einzelne Große etwas geschenkt habe; so könne dies weder als 658 {1234} feste Gewohnheit betrachtet, noch daraus eine gesetzliche Forderung gegründet werden. Vollkommen ungerecht sey es endlich, daß die Römer, ohne allen Grund, ihre Gränzen erweitern und sich fremden Gutes bemächtigen wollten.«

Durch diese Antworten waren die Römer keineswegs befriedigt, sondern leugneten alle und jede Hoheitsrechte des Papstes, zwangen ihn nach Perugia zu entfliehen, und brauchten Gewalt gegen seine Anhänger und seine Besitzthümer. Ja, zum Beweise, daß hier nicht bloß eine rasche Aufwallung des Zornes statt fand, sondern ein umfassenderer Plan zum Grunde lag, befestigten sie Montalto, schrieben Steuern aus, verlangten von den Einwohnern aller in ihre Gewalt kommenden Orte die Huldigung und schickten Abgeordnete nach Tuscien, um einen Bund der Städte des mittlern Italiens zu Stande zu bringen, welcher der päpstlichen Macht in diesen Gegenden ein Ende machen sollte. Gleichzeitig bemühten sie sich den Kaiser zu gewinnen: aber dieser sah ein, daß nicht bloß der lombardische, sondern jeder Städtebund ihm zuletzt noch gefährlicher, als dem Papste, werden müsse; deshalb schloß er sich lieber diesem an, dessen Vermittelung und Beistand er überall dringend bedurfte, als den wankelmüthigen und, wie so viele Erfahrungen bewiesen, aller Haltung ermangelnden Römern.

Schon im April 1234 übertrug er die Vermittelung der lombardischen Angelegenheiten nochmals dem Papste, und versprach sich seinen Entscheidungen zu unterwerfenReg. VIII, Urk. 47, 58, 91.; ja im Monate Mai, wo die Bedrängnisse des Papstes durch die Römer aufs höchste gestiegen waren, kam Friedrich aus freiem Antriebe nach Reate, stellte dem Papste seinen Sohn Konrad vor, legte seine Wünsche dar und sicherte der Kirche gegen jene Abtrünnigen Beistand zu, welcher um so größer seyn könne, wenn das 659 {1234} Herbeiziehen der Deutschen nicht mehr durch die Lombarden verhindert werde. Hierauf forderte Gregor die Lombarden am 4ten und am 20sten Mai zu einer ähnlichen Erklärung über die Annahme seiner Vermittelung auf, und fügte dann hinzu: »sie möchten gegen den Kaiser und dessen Anhänger Frieden halten und die aus Deutschland kommende Mannschaft auf ihrem Hin- oder Rückwege weder hindern noch beleidigen, damit Friedrich hiedurch nicht einen gerechten Grund zu Argwohn und Klage über sie und den Papst erhalte. Das Bewilligen dieser Forderung sey übrigens um so unbedenklicher, da die Deutschen den Lombarden eine eidliche Bürgschaft stellen wollten, daß sie niemanden auf irgend eine Weise beleidigen würden, und da die Kirche jedes ungebührliche Unternehmen gegen die Lombarden zu rügen bereit sey.«

Während dessen zog der Kaiser wirklich mit Heeresmacht aus Apulien herbei und umlagerte, in Verbindung mit der päpstlichen Mannschaft, das von den Römern besetzte Schloß RaspampanumRegesta VIII, Urk. 167.. Der Papst sprach im Julius den Bann über den Senator Lukas und über alle seine Räthe, Genossen und Anhänger; und im Vertrauen auf die baldige Beseitigung dieser Übel und der lombardischen Streitigkeiten, gedachte man aufs neue um so ernstlicher an die Bedrängniß des heiligen LandesMath. Paris 274, 276, 282.  Concil. XIII, 1316., da sich der mit dem Sultan geschlossene Waffenstillstand zu Ende neigte.

Der Kaiser, der Papst, die Patriarchen von Jerusalem, Antiochien und Konstantinopel kamen im Laufe des Monats August 1234 nach Spoleto. Es wurden von hier aus die gewöhnlichen allgemeinen Aufforderungen erlassen, der Handel mit den Saracenen untersagt und der Erzbischof von Ravenna als päpstlicher Bevollmächtigter an die Spitze des 660 {1234} ganzen Unternehmens gestelltReg. VIII, Urk. 2. vom 22sten März, und 134 vom 8ten August 1234.  Rubeus Ravenn. 407.. Gregor schrieb an die Prälaten, Barone und alle Einwohner des jerusalemischen Reichs: sie möchten, da wiederum so viel zu ihrer Errettung geschehen wäre, nun Frieden unter einander halten, den Verlust der wenigen noch übrigen Besitzungen nicht selbst herbeiführen, und dem bereits im März 1234 von der Kirche genehmigten Vergleich mit dem Kaiser nachleben; widrigenfalls der Papst nicht umhin könne dem Kaiser, insbesondere gegen das ungerechte Verfahren Johanns von Ibelym, auf eine noch viel nachdrücklichere Weise beizustehen.

Unterdessen ward jedoch weder Raspampanum erobert, noch hatten die Lombarden auf Gregors Anträge geantwortet, und der Kaiser sah sich dringender Geschäfte wegen genöthigt, im September nach Apulien zurückzukehrenFreilich sah der Papst dies nicht gern: aber daß Friedrich ihn damit jetzt öffentlich hätte beleidigen wollen, ist unglaublich, und daß die zurückbleibenden Deutschen in gar keinem Verhältnisse zu dem Kaiser gestanden hätten, höchst unwahrscheinlich. Nicol. de Tuccia (280–290) und Bussi 122 nennen den kaiserl. Hauptmann; auch war Friedrich im September noch zu Montefiaskone. Orig. guelf. IV, 141.  Später deuteten freilich beide Theile alles zum Bösen.  Salisb. chr. zu 1234 und 1235.. Sein Hauptmann Nikolaus von Fogliano blieb zwar mit Mannschaft bei dem päpstlichen Heere: allein die Römer brachen, jetzo neu ermuthigt, in großer Zahl hervor und hofften Viterbo, des Papstes Stadt, zu erreichen und zu verbrennen. Sie vergaßen indeß bei dieser Unternehmung so aller Ordnung und VorsichtMath. Paris 280.  Rich. S. Germ. 1035.  Godofr. mon., daß sie am achten Oktober überfallen und besonders durch Hülfe der Deutschen gänzlich geschlagen wurden. Ob nun gleich dieser Sieg noch nicht zum Frieden führte, so minderte er doch die Gefahr, 661 {1234} und der Papst konnte hoffen, daß man ihm, seinen Aufforderungen zufolgeSchreiben an alle Prälaten, Fürsten u. s. w. im Oktober u. November 1234.  Reg. VIII, 273, 330, 333., aus mehren Landen der Christenheit Beistand senden werde.

Die Lombarden hatte er schon im Julius ob ihrer Zögerungen zurechtgewiesen, und ihnen geschriebenReg. VIII, Urk. 148 vom 11ten Julius, Urk. 292, vom 24sten Oktober.  Rayn. zu 1234, §. 33–35.: »er könne ohne Hülfe des weltlichen Armes gegen die Römer nicht bestehen; deshalb möchten sie die kaiserliche Macht nicht aufhalten. Auch hätten sie zu Besorgnissen keinen Grund, da er ihnen im Fall irgend einer Verletzung wiederholt seinen Beistand zusage.«

Dennoch schwiegen die Lombarden beharrlich, und erst nach einer nochmaligen dringenden Aufforderung Gregors vom 24sten Oktober 1234, ging, wahrscheinlich im November, die Erklärung ein: »der Bund nehme die Vermittelung des Papstes auf die verlangte Weise an.« Daß sie es aber damit nicht ehrlich und aufrichtig meinten, kam wenige Wochen nachher an den Tag, und es erscholl die unerwartete Kunde: »König Heinrich habe sich in Deutschland gegen seinen Vater empört und mit den Lombarden ein enges Bündniß geschlossenNach Math. Paris 329 u. Vitae Pont. 579, 580, sollte man glauben, der Kaiser habe schon im Mai zu Rieti von Heinrichs Empörung gewußt. Allein gewiß hätte er dann seinen Aufbruch nach Deutschland nicht um ein ganzes Jahr verschoben, es wären die Verhandlungen über den Kreuzzug nicht eingeleitet, nicht vom Papste noch am 17ten November (Reg. VIII, 304, 315) von dem nahen Aufbruche gesprochen, nicht im November noch von den Lombarden scheinbar die Vermittelung angenommen worden. Beim Aufbruche nach Deutschland im Jahre 1235 geschah das, was Math. Paris und die Vitae bezeugen, wie wir aus Rich. S. Germ. 1033 mit Sicherheit abnehmen können. Siehe noch Savioli zu 1234 u. Giulini VII, 592.!« Dies wichtige Ereigniß hemmte alle 662 {1234} Unterhandlungen und lösete alle Verhältnisse. Von einem Kreuzzuge war nicht mehr die Rede, und jeder nur darauf gespannt, wie der Kaiser, der Papst und die deutschen Fürsten sich gegen einander stellen und was sie thun würden. 663

 


 


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