Gottfried Keller
Das Tagebuch und das Traumbuch
Gottfried Keller

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Den 17. September 1847

Heute bekam ich ein artiges Gedicht in Terzinen von der Ostsee her, von einem gewissen Bruno Bucher aus Köslin. Ich habe schon mehr dergleichen bekommen, dies freute mich aber ein wenig, darum, weil es in einer traurigen Stunde kam und mir sagte, daß ein Unbekannter am fernen Meer mich achte und liebe. Meine Eitelkeit erregte es nicht im mindesten, worauf ich genau acht gab. Einzig wünschte ich, daß es die Winterthurerin wüßte, die Liebe klammert sich an alle Würzelchen, welche helfen können.


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