Fritz Reuter
Läuschen un Rimels
Fritz Reuter

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Moy inrich´t.

"Ja, Kinder, ja!" seggt Köster Suhr,
"Ja, Kinder, ja! Glaubt mich das nur!
Seht, uns’re Welt, dat is ’ne Welt,
Wie ’s nahrens eine giebt hier in der Welt.
Ich wär schon weit herumgekommen
Auf meine Wanderschaft, als ich noch Schneider wär,
Doch hätt ich niemals nich vernommen,
Daß ’s ne bess’re gebe mehr;
Das heißt, den Himmel ausgenommen.
Das kann ein Jedwerein insehn.
Ne, uns’re Welt un all die Sachen,
Die in ihr sünd, die sünd so schön,
Daß ich sie selbst nich könnte besser machen.
Die ganze Welt is wunderbor
Un klug un hellschen weis’ inricht’t,
Un eigentlich is nicks nich slicht;
Da stimmet Allens up en Hor,
Un weislich is das ausgesunn’n.
Un stimmt genau up Stick un Stun’n.
Gott schuf den Menschen un den Affen;
Worüm hat er denn woll das Jahr erschaffen? –
Wer weiß ’t? Besinnt Euch noch en beten! – –
Ihr dummen Jung’s, Ihr wißt das nich? – –
Seht! das is dorüm so inricht’t,
Daß jeder Knecht un jedes Mäten
Zu rechter Zei sein Jahrlohn kriggt,
Un unserein sein bitschen Geld,
Daß doch die Kinder, wenn der Snee denn föllt,
Nich ’s Winters laufen brauchen barst;
Un denn das Korn auch auf ’n Harst. –
Un denn die Monat! Seht, wie wunderbor!
Zwölf Monat hat ein jedes Johr,
Un jeder Monat dreißig Tag’,
Un etliche noch einen Tag mehr.
Klœnhamels Jehann Jöching, sag’,
Wo kömmt denn diese Sach woll her?"
"Von die Karninkens kömmt das her,
Wil die denn ümmer jungen dauhn." –
"Ganz richtig! Seht, da könnt Ihr ’s schaun,
Von die Karninkens kömmt das her." –
"Wo is das aber, Meister Suhr,
Daß achtundzwanzig Dag’ doch nur
Der Monat Februari hat?"
"Auch das ist ganz nach Gottes Rath
Verstännig un sehr klug inricht’t,
Sonst güng das mit den Klennje nicht.
Seht diesen kleinen Klennje an,
Der hier an dieser Wand thut hängen.
Was sollt denn woll der arme Mann,
Der ihn gemachet hat, anfängen,
Wenn wir nu in den Februwor,
So as in’s andere ganze Johr,
Auch einunddreißig Tage hätten?
Wo süll den Stempel er hensetten?"


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