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Vor der Polizeiwache.

Von St. Elisabeth will's elf grad schlagen,
aus wüsten Schenken dringt noch wüster Sang,
ein schnelles Rollen kommt den Damm entlang,
und vor der Wache hält »der grüne Wagen«.

Das weiß die Nachbarschaft im Handumdrehen –
Noch eben war die Straße menschenleer,
nun drängen sie von rechts und links sich her,
um den Skandal recht nah mit anzusehen.

Für solch Vergnügen zahlt man keine Taxen –
Vielleicht wird eine Dirne abgeholt,
die noch zuletzt ein freches Nachtlied johlt –
Jetzt kommt ein Schutzmann! Alle Hälse wachsen.

Ein jeder will den rechten Platz erlangen –
»Da kommen sie.« – »Seht doch das struppige Haar!«
»Zwei schwere Jungens sind's!« – »Ein prachtvoll Paar.« –
»In Lehmanns Kneipe sind sie eingefangen.«

Halb gehen sie, halb werden sie geschoben –
sie steigen ein – jetzt klappt der Wagentritt,
der Wagen rumpelt fort nach Moabit –
der dichte Haufe ist wie Spreu zerstoben.

Margarete Beutler.


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