Sieht ihm nicht die enge Grenze,
Die das Alltagssein umflicht!
Bietet ihm die kahlen Kränze
Eurer mäßigen Freuden nicht!
Reicht ihm auch nicht Eure Becher,
Scherben, halbgefüllt und matt,
Ihm, dem lustberauschten Zecher,
Der die Götterschale hat!
Eure Krücken, unverhohlen,
Bieten ihm nicht Stützen dar,
Der an Schultern und an Sohlen
Trägt ein luftig Flügelpaar.
Was weiß er von Euren Schranken,
Die dem Mittelmaß Ihr zieht,
Da mit Seele und Gedanken
Er durch alle Himmel flieht!
Was weiß er von Eurem Glücke,
Das Ihr mühsam Euch erbaut,
Da mit einem einzigen Blicke
Er der Götter Wonne schaut!
Was weiß er von Eurem müden
Streben nach dem Rausch der Welt,
Da die Frucht der Hesperiden
In die offene Hand ihm fällt!
Was weiß er von Tag und Stunde,
Die Ihr zu berechnen pflegt,
Da sein Herz in der Sekunde
Voll wie für Äonen schlägt!
Was weiß er von jener Schwere,
Die Beruf und Stand vermißt,
Da in seiner freien Sphäre
Alles Licht und Flamme ist!
Möge flüchtig er verschweben
In dem All, des Sanges müd:
Lebend dichtet er ein Leben,
Tot wird selber er zum Lied. |