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VII.
O Stadt am Goldenen Tore!

»Wie fass' ich dich, du Stadt aus Kampf und Sieg,
Die wie ein Phönix aus der Asche stieg –
Zum Trotz den Mächten in der Erde Schoß
Beut'st du dich dar: fremd, wundervoll und groß!
Der Grund, auf dem die Straßen du gezogen,
Ist wellig wie erstarrte Meereswogen –
Wie springen deine Gassen in die Luft,
Es wechseln unablässig Berg und Kluft;
Steigt man empor an eines Gipfels Rand,
Dann schweift der Blick zur Tiefe wie gebannt:
Da liegt die Stadt in hundert schrägen Zeilen,
Die hier bergauf- und dort bergabwärts eilen,
Und rings umher in sonnig weitem Bogen
Sind Bergesketten ohne Zahl gezogen –
Doch tief im Grunde licht und hehr,
Da funkelt wie Demant das blaue Meer!
Landeinwärts Sonnenglast und trop'sche Schwüle,
Doch in der gold'nen Tor-Stadt frische Kühle,
Nur in den Augen allerliebster Frauen
Ist jene Glut, die Feigen reift, zu schauen.
Selbst der Gedanke, daß in deinen Tiefen
Seit grauer Zeit vulkanische Kräfte schliefen,
Und daß Naturgewalten dich bedrohen,
Gibt neue Spannung deinem Reiz, dem hohen!«

In einem Tage und in einer schicksalsschwangeren Nacht, wie es in dem alten Bericht heißt, versank die Atlantis in den Fluten. Aber in dem Zeitraum weniger Sekunden sank die westlichste Empore der Erde, das stolze San Franzisko, in Trümmer, und der schnell an vielen Stellen aufspringende ungeheure Brand vollendete das Zerstörungswerk des furchtbaren Erdbebens im Jahre 1906. Trauernd standen viele Tausende fleißiger Bürger an den Gräbern ihrer ganzen Habe. Aber ein rasender Eifer ergriff sie, eine gleich einem Wettersturm emporsteigende Energie, nicht geringer an Kraft als das Erdbeben selbst, und ein Schaffen und Bauen und Wirken begann, wie es in der Geschichte der Menschheit einzig dasteht.

Heute, nach sechs Jahren, stehen auf denselben Hügeln, die der erzürnte Hephästos erschütterte, stolzere Gebäude als ehemals; größer, herrlicher und bedeutungsvoller noch als vor dem unheilvollen Tage der Zerstörung winkt die Stadt herab von ihren Bergen, deren Fuß das südliche Weltmeer bespült, und mit frohen Augen schaut sie, die Unbesiegliche, in die Zukunft.

Wohl stellt der Mensch in allen Ländern das Produkt und Erbe seiner Ahnen dar, aber ebenso gewiß wie die kosmischen Gewalten draußen in den Tiefen des Weltraums die Schicksale des Sternes mitbestimmen, den wir bewohnen, ebenso gewiß greifen die Einflüsse von Klima und Boden in die Völkergeschichte ein und bestimmen die Temperamente, die Leidenschaften und Neigungen. Vulkanische Kräfte der Erde zerstörten San Franzisko, eine vulkanische Kraft in den Menschenseelen projizierte sich nach außen und ließ die Riesenstadt in sechs kurzen Jahren in neuer Herrlichkeit erstehen. Exzentrisch, fiebrig und vulkanisch wie der Aspekt der seltsamen und wundervollen Stadt, ist das rasch dahinschäumende, kapriziöse und launische Leben der Menschen in ihr. Das alte Goldfieber ist noch nicht zu Ende, es hat sich nur in andere Formen umgesetzt. Edleres Gold als das gelbe Metall, dessen Wert einzig durch das Wirtschaftsleben der Völker bestimmt wird, glänzt als Frucht in den Tausenden von Orangenhainen, die gleichsam die Vorgärten der Stadt am Goldenen Tore bilden. In der Glut des halbtropischen Klimas, dessen Winter unserem blütenreichen Frühling gleicht, sind selbst auf trockenem Sandboden mit Hilfe der künstlichen Bewässerung die ergiebigsten Obstfarmen der Erde entstanden.

Wer aber, aus dem Inlande kommend, über die Bai von San Franzisko sich naht, die einen der schönsten und sichersten Häfen der Erde bildet, den beginnt ein linder Hauch zu umfächeln, der sich am Lande zum kühlen Winde steigert. Diese Stadt ist eine kleine Welt für sich; das Klima, die Menschen, die Gewohnheiten, alles ist anders als »draußen«, und dieses Draußen beginnt schon jenseits der Bai, wo Oakland, Berkeley, Alameda, die großen Vorstädte San Franziskos, liegen.

Offen liegt die Stadt auf ihren Bergterrassen am Meere, aber der Fremde, der sich ihr zum erstenmal nähert, sieht sie nicht, bis er ganz nahe ans Ufer gelangt ist. Im glänzenden Lichte der heißen kalifornischen Sonne, die acht Monate lang von einem wolken- und regenlosen Himmel herabbrennt, scheinen weiße, steile Felsen aufzusteigen, deren schmale Wände, hell und flimmernd, abrupt ins Meer abfallen. Mit Staunen aber nimmt der Fremdling bald wahr, daß diese vermeintlichen Felsen sonnenbeschienene Straßen sind, die an steilen Hängen emporklettern, und daß diese Straßen deshalb wie leblose Striche wirken, weil sie faktisch leer sind. Sie sind zum Teil zu steil für den Verkehr von Fußgängern, Wagen und Automobilen, nur die Wagen der Kabelbahnen kriechen wie kleine dunkle Flecke in den sonnigen Zeilen auf und ab. Was die San Franziskaner sich in der Anlage steiler Straßen geleistet haben, das ist einfach verblüffend. Hunderte dieser Gassen an den Seiten abschüssiger Hügel sind nichts als bebaute Abgründe; Wagen, die hinabzufahren versuchten, würden sich überschlagen, für Fußgänger sind Leisten, hinter denen der Absatz sich einhaken kann, in die Fußsteige gemeißelt. Würden an den Straßenecken Gebirgsstöcke verkauft, der Fremde müßte es ganz natürlich finden, denn unter vielen anderen, die tatsächlich vorhanden sind, wäre dies nicht die größte der Exzentrizitäten.

Was aber der Stadt am Goldenen Tore neben ihrer über alle Beschreibung herrlichen, bergumkränzten Bai den höchsten äußeren Reiz verleiht, das ist eben ihr seltsames, zerklüftetes, vulkanisches Gelände. Steigt man empor an eines Gipfels Rand, dann blickt man hinab in ein Meer, dessen gewaltige Wogen erstarrt und mit Gebäuden besät sind; blickt man aus einem Straßenbahnwagen in die Gassen hinaus, dann scheinen alle Häuser beklemmend schief zu stehen, in Winkeln von 30 bis 50 Grad, wie die Straßen selbst, und man hat das Gefühl, in einer Hexenschaukel zu sitzen. Auf und ab, unablässig auf und ab, das ist die Parole dieser Gebirgsstadt im allergrößten Maßstabe. Das Vehikel einer solchen Stadt ist denn auch ganz folgerichtig das Automobil, das die Steigungen leicht überwindet und in einer Häufigkeit auftritt, die an Paris erinnert.

Wenn es nur auf bewohnte Berge ankäme, wo bliebe Rom mit seinen sieben Hügeln. Auf mehr als vierzig Hügeln, jeder einzelne viel höher als diejenigen am Tiber, ist San Franzisko erbaut, die kleinen nicht mitgerechnet. Von jedem dieser Hügel genießt man die herzerfrischendste Aussicht, von einem aber, dem Telegraph-Hill, schaut man direkt in das Gelände der kommenden großen Weltausstellung hinab. Vom Telegraphen-Hügel, der von etwa 10 000 Menschen bewohnt wird, aber keineswegs die größte und höchste der Erderhebungen darstellt, erfaßt das Auge außerdem all die Herrlichkeit, die eine exzentrische, noch nicht zur Ruhe gekommene Natur auf dieses Fleckchen Erde gehäuft hat. Die Stadt selbst auf ihren unabsehbaren Hügeln ist immer schön und seltsam, ob bei Tage, wenn ihre auf- und absteigenden Paläste und Häuser weiß im Sonnenschein glänzen, oder in der Nacht, wenn tausend Lichtzeilen hier bis in die Wolken, dort bis in tiefe Abgründe sich zu verlieren scheinen. Aber das schönste bleibt die bläuliche Meeresbucht tief im Grunde, mit ihren grünen Inseln, ihren Schiffen, ihrem Felsengeklüft und dem weiten Kranz von Gebirgsketten am Horizont. Wenn die südliche Sonne mit ihrem bunten Farbenspiel sich abwärtsneigt, erscheinen zwischen den Bergen allabendlich schneeweiße Nebelmassen, die eilig über San Franzisko hinziehen und die Stadt mit Kühle erfüllen. Täglich weht der Passat mit einer stetigen Brise durch die Straßen und schafft eine immerwährende Ventilation. Winterkälte und Schnee sind unbekannt, aber auch die Hitze des übrigen kalifornischen Landes. Acht Monate lang fällt kein Regen, nur im »Winter«, wenn die Apfelsinen, Zitronen und Feigen blühen, öffnen sich dann und wann die Schleusen des Himmels.

Der erste Name der neugegründeten Ansiedlung, die nun das stolze, über eine halbe Million Einwohner umfassende San Franzisko geworden ist, war Yerba Buena. So heißt noch die grüne Insel, die unten in der Bucht glänzt und moderner auch Goats-Island genannt wird. Weiter hinaus blinkt die Insel Alcatraz, mit den prosaischen Gebäuden eines Militärgefängnisses, und zur Linken die berühmte Meerenge, das Goldene Tor, die Einfahrt in den Hafen von San Franzisko. Starke Festungen schützen die Meerenge. Draußen liegt der unendliche Große oder »Stille« Ozean, auf dessen Stille man sich keineswegs verlassen kann, hinter dem Goldenen Tore aber öffnet sich der gewaltigste, sicherste und tiefste Hafen der Erde. Wären die unterirdischen Mächte auch noch nicht befriedigt und erschütterten San Franzisko aber- und abermals, immer wieder würde es aufgebaut werden, denn mit Naturnotwendigkeit muß an dieser Stelle eine Stadt stehen.

Jenseits des Hafens, wie hinter der Stadt, steigen blaue Berge in die klare Luft empor, der zerklüftete Monte Diablo, der schöne und gewaltige Mount Taumalpais, einer der herrlichsten und besuchtesten Punkte der Umgebung.

Immer wieder, wenn man beim Umherwandern in der Stadt auf einen Hügelrücken gelangt, steht man staunend still und genießt die Schönheit der Natur, die von jedem Punkte neu und groß und seltsam wirkt.

*

San Franzisko, im Volksmunde »Frisco« geheißen, ist die Stadt der Hotels, der Cafés (gleichbedeutend mit Restaurationen), der Bankgebäude und des leichten Lebens. Industrie ist wenig vorhanden. Dieses große Ausgangstor des fernsten Westens ist der Stapelplatz der drei bedeutendsten kalifornischen Exportartikel: Früchte, Spargel und Lachs. Früchte und Spargel werden im Lande gezogen, die Millionen von Lachsen kommen über Vancouver und Seattle aus dem nördlichen Meere und werden in Frisco gekocht und in Dosen konserviert.

Wie in Paris, so scheinen dem Besucher auch hier die Menschen wenig zu tun. Tausende von Familien gründen kein eigenes Heim, sondern leben jahraus, jahrein in Hotels, das ist bequemer und sogar billiger. Das Leben gleicht einem Rausch, und man beunruhigt sich nicht im mindesten darüber, daß der Boden beinahe ununterbrochen schwankt, wie der Seismograph untrüglich beweist. Zwischen den Zeitungen besteht ein Uebereinkommen, kleinere Erdstöße mit Stillschweigen zu übergehen, um das große Publikum nicht zu beunruhigen. Eine 40 Sekunden währende Erschütterung, die vor einigen Tagen stattfand und in vielen Teilen der Stadt so stark verspürt wurde, daß die Leute auf die Straße eilten, fand kein Echo in der Presse. Die gewaltigen Gebäude aus Eisen und Stein sollen mit ihrem elastischen Gerippe auch starken Erdstößen Widerstand leisten können.

Die Frauen am Goldenen Tore sind schön, machen aber einen auffallend exzentrischen Eindruck, der zum Teil auf das merkwürdige Klima zurückgeht. Die Moden aller übrigen Länder führen hier gleichsam einen wilden Wirbeltanz auf. Die seltsame Eleganz nähert sich fast der Maskerade. Daß man eine Dame mit großem duftigen Blumenhut über einem leichten, hellen Sommerkostüm eine dicke Pelzjacke tragen sieht, dazu Pelzmuff, ist ganz gewöhnlich. Denn bei Tage ist es warm, in der Sonne heiß, abends aber nicht nur kühl, sondern kalt. Eine Abwechslung in der Bekleidung gibt es nicht, da die Jahreszeiten fehlen, es ist faktisch immer Sommer. Und man trägt die Moden aller Jahreszeiten zur selben Zeit. In der belebtesten Verkehrsader der Stadt, Market Street, die, wie der Broadway in Neuyork, die übrigen Straßen der unteren Stadt schräg durchschneidet, herrscht schon frühmorgens das regste Leben und die größte amerikanische Ungeniertheit. Von neun Uhr ab laufen die holden Damen, festlich und bunt angetan, bereits in die lockenden Modeläden; die vielen Kinos spielen ununterbrochen den ganzen langen lieben Tag, schon von acht Uhr morgens ab – und sind immer besetzt; die Restaurationen werden nie leer, und aus allen, fein und gemein, erschallt Musik. Die besseren besitzen eine kleine Bühne, auf der schon von mittags ab Sänger und Sängerinnen, Virtuosen und Deklamatoren auftreten. Das Geklapper der Teller, Messer und Gabeln ist so groß, daß man häufig nur abgerissene Töne hört – geniert nicht, es wird darauf los musiziert von mittags bis in die Nacht. Man könnte Frisco mit größtem Recht die Stadt der Hotels und Restaurationen nennen, denn es gibt ihrer nicht nur in riesiger Zahl, sondern auch in allen denkbaren Abstufungen. Nirgend in Amerika speist man so gut und gründlich wie hier. Die Küche ist von der italienischen stark beeinflußt. In den vornehmeren Restaurants nimmt man auf die weltbewegende Macht des Gottes Eros stark Rücksicht. Galerien, Nischen, Seitengänge mit Vorhängen laden zu Schäferstündchen, auch am hellen Tage, ein. Solide Esser werden auf andere Weise angelockt. In der Market Street steht vor einem Restaurant eine junge Frau mit einer gelben Fahne, von der die vielverheißenden Worte leuchten: »Ich koche ebenso gut wie deine Mutter!« Einige Schritte weiter steht mitten auf dem Trottoir ein Bett mit einer schlafenden Frau. Ein großes Plakat verkündet: »Diese Frau wurde vor vierundzwanzig Stunden in hypnotischen Schlaf versetzt – heute abend um neun Uhr wird sie auf der Bühne unseres Varietés geweckt werden. Eintrittspreis zehn Cents.« Die Kinos rollen Films von einer wilden Großartigkeit ab, meistens dramatische Darstellungen aus dem Leben der Indianer und Cowboys, mit wunderbar echtem Natur- und Lebenshintergrund. Flutende Bewegung überall in der unteren Geschäftsstadt, das Vergnügen stets unmittelbar neben dem Ernst, Exzentrizität und Barbarei neben Kultur und Geschmack.

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Die Amerikaner des Ostens sind geneigt, Neuyork als die kosmopolitischste Stadt ihres Landes zu betrachten. Das ist aber ein Irrtum, denn einen internationaleren Eindruck noch macht San Franzisko. Da es von Ostasien nur durch eine allerdings recht breite Wasserstraße getrennt ist, haben Chinesen und Japaner sich hier häuslich eingerichtet und beeinflussen das Straßenbild außerordentlich. Die Japaner, gefürchtete und keineswegs beliebte Geschäftsleute, treten in großer Menge auf, auch als Aerzte und Zahnärzte, noch zahlreicher die beliebteren Chinesen. Unbelästigt und von den Einheimischen unbeachtet, bewegen sich in den Straßen bildhübsche chinesische Damen in seidenen Höschen und Blusen, das schwarze Haar höchst kunstvoll frisiert, mit allerliebsten Kindern, die wie Puppen aussehen.

Das berühmte »Chinatown«, die Chinesenstadt, ist so groß und größer, als es ehemals war, aber durchaus nicht mehr rein chinesisch. Wie in jedem anderen Stadtteil, kann man sich, bei Tage und bei Nacht, auch hier ungefährdet bewegen. Alle romantischen Darstellungen des Chinesenviertels von San Franzisko, die etwa heute noch gegeben werden, beruhen auf Reklame. Von einigen großen stilisierten Gebäuden abgesehen, hat der Stadtteil dasselbe Gesicht wie die übrigen; die Bevölkerung freilich ist rein chinesisch, von den Babies bis zum Klappergreis, die Sprache wie daheim im Reiche des Drachen und die Auslage der Viktualienläden: Haifischflossen, Schweineeuter, verdorbene Eier, für Europäernasen und -Gaumen nichts weniger als verlockend. Abends hängen bunte Lampions vor den Gasthäusern und die Bric-a-Brac-Läden sind für die Fremden bis in die Nacht hinein geöffnet.

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Wie in Hamburg, liegen die Heimstätten der San Franziskaner nicht in der Geschäftsstadt, sondern draußen, ringsumher auf den Hügeln. Auf einem der höchsten Punkte steht das gewaltige Fairmont-Hotel. Das Einfamilienhaus, die hölzerne, erdbebensichere Cottage, herrscht überall vor. Palmen wachsen in den Straßen, unsere Topfpflanzen, darunter Fuchsien und Geranien, ranken in großen, wilden Gebüschen an Häusern und Zäunen empor und blühen ohne Aufhören während des ganzen Jahres. In den riesigen künstlichen Anlagen, dem Golden-Gate-Park und dem Sutro-Park, findet man neben Palmen, Eukalypten, Manzaniten, Zedern einen wundervollen tropischen Blumenflor. Einer der Glanzpunkte der Stadt ist das Cliff-Haus, ein Aussichtspunkt an der Bai, wo Seelöwen sich im Wasser tummeln und Tausende von Kormoranen durch die Luft schwirren. In der Nähe dieses Punktes erwartet den Fremden eine Ueberraschung. Ein wenig landeinwärts, in einer Vertiefung des Strandes eingebettet, liegt ein kleines hölzernes Schiff – es ist die » Gjöa« des weltberühmten Forschungsreisenden Roald Amundsen, mit der er in Begleitung von fünf mutigen Genossen im Sommer 1905 als erster die nordwestliche Durchfahrt von Europa nach Amerika erzwang. Nach seiner Ankunft in San Franzisko schenkte er das kleine Schiff der Stadt.

Und nun liegt es hier im glühenden Sonnenbrand und sehnt sich vielleicht mit allen seinen Atomen nach dem Meere, das es rauschen hört. Oder es träumt auch vielleicht von vergangener Herrlichkeit. Auch den Beschauer befällt es wie ein Traum und er sieht das Schiff, ob dessen Winzigkeit er staunt, wieder hoch oben im unwirtlichen Norden unter Eis und Schnee, während der Forscher mit der Geduld des echten Helden ausharrt, bis der richtige Augenblick zum Durchbruch gekommen ist. Der glitzernde Ufersand verwandelt sich in der Phantasie in Schnee, das Sonnenflimmern über dem Ozean in den berühmten Eisblink, die zerklüfteten Felsen am Strande in ebenso viele Flarden und Blöcke des Eisfußes. Auch ist dies alles keine bloße Phantasie, denn dies ist ja wirklich das kleine heroische Schiff, das die erste nordwestliche Durchfahrt forcierte.


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