Ludwig Bechstein
Deutsches Sagenbuch
Ludwig Bechstein

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423. Die Bonifaziuspfennige

In das Land an der Unstrut ist hernachmals der heilige Bonifazius, der Thüringer Apostel, gekommen, das war in der Zeit, als die Hunnen die deutschen Länder gleich Heuschreckenschwärmen überzogen und verheerten, und Bonifazius half den Thüringern durch sein Gebet zum Siege, daß sie der Hunnen viele Tausende erschlugen, so daß die Unstrut sich weithin mit Blut färbte, dann ließen die Thüringer sich taufen und glaubten an den eingebornen Sohn Gottes. Eine Sage geht, an der Sachsenburg sei der heilige Bonifazius einmal von den heidnischen Thüringern verhöhnt worden. Sie wollten Geld und Gut von ihm, keine Lehren, und warfen mit Steinen nach dem Bekehrer. Da verwünschte der heilige Mann alles Geld im Lande zu Stein, und augenblicklich schrumpfte jeder Pfennig zu einer steinernen Linse zusammen. Davon findet man immer noch an der Sachsenburg und an der Arnsburg über dem Dorfe Seeg, auf der Hainleite, welche der Bonifaziusberg genannt wird, und nennt sie Bonifaziuspfennige. – Als Bonifazius die Thüringer zum Christentum bekehrt hatte, freute sich darüber Kaiser Karl der Große über die Maßen und sandte einen Boten ins Land, der sie seines Schutzes und seiner Hülfe versichern mußte.

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