Hermann Sudermann
Heimat
Hermann Sudermann

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Zwölfte Szene

Die Vorigen. Marie. Dann Frau Schwartze, Franziska, Schwartze.

Pfarrer (die Tür links öffnend). Sie bleibt.

Marie (stürzt aufjubelnd in Magdas Arme).

Frau Schwartze (umarmt sie gleichfalls).

Schwartze. Das war deine Schuldigkeit, mein Kind.

Magda. Ja, Vater! (Faßt vorsichtig mit beiden Händen seine rechte Hand und führt sie inbrünstig an die Lippen)

Franziska. Na, Gott sei Dank! Nun können wir auch endlich Abendbrot essen! (Öffnet die Schiebetür zum Speisezimmer. Man sieht den gedeckten Abendbrottisch, von der grünumschirmten Hängelampe hell erleuchtet.)

Magda (im Schauen versunken.) Ach, seht mal da! Noch die liebe alte Lampe!

(Die Frauen geben langsam nach hinten.)

Schwartze (die Hände ausstreckend). Na, hören Sie, das war Ihr größtes Werk, Pfarrer!

Pfarrer. Ach, ich bitte Sie! Und es ist auch eine Bedingung dabei.

Schwartze. Bedingung?

Pfarrer. Wir dürfen nicht fragen, was sie erlebt hat.

Schwartze (entsetzt). Was? Was? Ich – soll – nicht –?

Pfarrer. Nein, nein – nicht fragen, nicht fragen, sonst – – – (Von dem neuen Gedanken gepackt.) Sie wird es – selbst gestehn!

(Vorhang.)


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