Hermann Sudermann
Heimat
Hermann Sudermann

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Achte Szene

Die Vorigen. Franziska v. Wendlowski. Später der Pfarrer.

General. Ah! Unser verehrtes Fräulein Franziska. (Leise.) Nu is Schluß.

Schwartze. Nee nee nee nee – die schicken wir in den Garten.

Franziska (die sich in einen Stuhl geworfen hat). Ich bin in einem Echauffement. Ich muß erst etwas Luft schöpfen. Ich bitte, sich vorläufig nicht zu stören, Herr General.

Professor. Also – neun Pique.

General. Hurrje, da ist ja auch der Pfarrer.

Pfarrer. Wünsche guten Tag.

(Man begrüßt ihn, indem einer nach dem andern ihm die Hand schüttelt.)

General. Nanu, Pfarrerchen, seit wann laufen Sie denn den Sängerinnen nach?

Pfarrer. Was tu ich –? ach so – ja, ich laufe den Sängerinnen nach – das ist jetzt meine Beschäftigung.

Schwartze. Aber trotzdem können Sie doch 'ne Partie Preference mitspielen, hä?

Pfarrer. Leider nein... Ich muß Sie sogar um eine dringende Unterredung bitten, lieber Herr Oberstleutnant.

General. Nanu? Die wird sich doch aufschieben lassen, Pfarrerchen?

Franziska. O um Gottes willen – das ist so wichtig – das muß sofort –

Schwartze. Gehört die denn auch dazu – meine Schwägerin?

Franziska. Die gehört sogar in sehr hervorragender Weise dazu.

General. Na – dann können wir ja ruhig wieder gehn.

Frau Schwartze. Ach – uns ist ja das furchtbar peinlich –

Schwartze. Wenn Sie's nicht wären, lieber Pfarrer, der uns da auseinandersprengt –

Frau Schwartze. Aber vielleicht gestatten die Herren Mariechen, daß sie Sie ein wenig in den Garten führt?

General. Das geht. Gewiß. Fein. Famos. Schulmeisterlein kleines, das machen wir. Fräulein Mariechen, haben Sie die Gnade und nehmen Sie die Tête.

Professor. Aber – die Karten – die bleiben doch liegen? nicht wahr?

General. Ja, Sie haben neun Pique. Kommen Sie man. – (Ab.)


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