Hermann Sudermann
Heimat
Hermann Sudermann

 << zurück weiter >> 

Zweiter Akt

Dieselbe Szenerie. Es ist dunkel, nur ein leises Abendrot schimmert noch durchs Fenster.

Erste Szene

Marie. Therese.

Therese (trägt eine brennende Lampe herein). Gnädiges Fräuleinchen!... Was hat sie bloß immer zu kucken? – Gnädiges Fräuleinchen?

Marie (die am Fenster gestanden hat, auffahrend). Was wollen Sie?

Therese. Soll ich zu Abendbrot decken?

Marie. Noch nicht.

Therese. Aber es ist halber acht.

Marie. Um halb sieben ist er gegangen. Die Aufführung muß lange aus sein... Sie wird nicht kommen wollen.

Therese. Wer? Ist noch ein Abendbrotgast?

Marie. Nein, nein, nein!

(Therese will ab.)

Therese! – Könnten Sie vielleicht noch in den Garten, ein paar Sträuße pflücken?

Therese. Können könnt' ich wohl, aber was ich greifen werd, weiß ich nicht... 's ist ja stockduster.

Marie. Ja, ja – Sie können gehn.

Therese. Soll ich nu pflücken – oder –?

Marie. Nein – danke, nein.

Therese. Was hat die bloß? (Ab.)


 << zurück weiter >>