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Siebentes Kapitel.
Der Fabrikant

Auf diese Weise, wie wir es im vorigen Kapitel geschildert haben, führte der Meister ein Leben, das allerdings nichts weniger als beneidenswerth war, aber doch auch nicht ganz freudenlos. Freilich hatte er zu arbeiten, schlimmer als ein Galeerensklav; ein Zuchthäusling war gegen ihn ein Freiherr an Sorglosigkeit. Aber dafür auch, wenn, nach durchwachter Nacht, der erste Sonnenstrahl ihn aufschreckte von dem Webestuhl, über dem er kaum erst eingenickt war, und er den Schlummer gewaltsam abschüttelte von Augen, die ihn kaum noch gekostet hatten: so durfte er bei alledem doch sich selber sagen, daß es noch keinen Abend gegeben hatte, wo seine Kinder ungesättigt zu Bette gegangen waren, und daß der kranken Schwester, dem bejammernswerthen alten Vater nichts fehlte am Notwendigen. – Und solch Bewußtsein gibt gar eine eigene Kraft und ersetzt Freuden, die Andere für unentbehrlich halten.

Auch als die alten Klostergebäude zur Fabrik umgeschaffen wurden und der Feind gleichsam, der die alte Meisterschaft zersprengt hatte, seinen Sitz nun aufschlug in nächster Nachbarschaft, unter den Augen des Meisters selbst: so verschlimmerte sich die Lage desselben darum noch keineswegs.

Der Unternehmer der Fabrik war ein Engländer, Herr Wolston. Oder wenigstens galt er dafür. Denn Andere wieder wollten wissen, er sei ursprünglich ein Deutscher, den sein Schicksal erst nach England verschlagen; auch sei der Name, den er führe, gar sein rechter nicht.

Jedenfalls hatte er englisches Geld mitgebracht, englische Maschinen und englischen Unternehmungsgeist. Alles Dreies wirkte mächtig zusammen. Besonders seine Maschinen, nach einer ganz neuen Einrichtung, die er selbst als Geheimniß bewahrte, übertrafen in ihren Leistungen weit alle übrigen, die man zu der Zeit auf dem Continent kannte. Bald war seine Fabrik eine der bedeutendsten im Lande; das bis dahin so öde, so schweigsame Thal wurde der Sammelplatz einer zuströmenden Bevölkerung, und erfüllte sich mit ruhlosem, lärmendem Leben.

Allein auch durch diese ihm so nah gerückte Concurrenz ließ sich der Meister in seinem stillen, ehrlichen Fleiß nicht stören. Lieb war dieselbe ihm freilich nicht: wennschon nicht eigentlich aus persönlichen Rücksichten. Aber er haßte alles Fabrikwesen, haßte alle Maschinenarbeit, mit einem Haß, so ingrimmig, so glühend – wir wissen kein passenderes Beispiel: wie der flüchtige Indianer, der arme Sohn der Wälder, den klugen, sinnreichen Weißen haßt, der ihn unaufhaltsam, Schritt vor Schritt, Meile vor Meile, herunterdrängt von dem Erbe seiner Väter.

Der Meister war überhaupt von außerordentlicher Schweigsamkeit, ein hagrer, bleicher, in sich gekehrter Mann. Allein wenn er auf diesen Gegenstand geführt ward, so konnte seine sonst so stumme Zunge kein Ende finden; seine sonst so schlichte Ausdrucksweise erhob sich, indem er auf Fabriken und Maschinen zu sprechen kam, zu den gewaltigsten und kühnsten Bildern. Die großen Fabriken, sagte er, wie sie jetzt, nach dem Frieden, von England nach Deutschland verpflanzt würden, seien Werkstätten, o ja: aber Werkstätten des Teufels; der Gewinn, den sie brächten, gleiche jenen Geschenken der Kobolde, die aussähen wie Gold – aber am nächsten Morgen wären sie verwandelt in eitel Unrath. Wer eine dieser Maschinen sehen könne zum ersten Mal, mit ihren langen, schwarzen, ruhlosen Armen, ihren ewig schnappenden, ewig knirschenden Rädern, ihrem unaufhörlichen dumpfen Brüllen – und es wäre ihm nicht, als säh' er die gigantischen Unthiere der Vorwelt, Drachen und Kraken, heraufbeschworen aus dem Abgrund des Meeres, mit ihren eisernen Kiefern, ihrem unersättlichen Schlund die blühende Welt, zahllose Geschlechter und Recht, Scham Tugend hinabzuschlingen und zu vernichten? In jeder Maschine, behauptete er (und seine Augen, bei diesen Worten, nahmen einen Schein an, seine Stimme verlor sich in ein unheimliches Flüstern, als käme der irre Geist seines Vaters über ihn) … In jeder Maschine säße, zu ewiger Höllenqual, die Seele ihres Erfinders: und was in diesen Hebeln sause, krache in diesen Walzen, pfeife und quietsche in diesen Röhren, dröhne in diesem zitternden Fußboden, ausathme in dieser trocknen, brennenden Atmosphäre –, das sei das Jammergebrüll des Verzweifelnden, der ewig erneute Todesseufzer sei es des rastlos Gepeinigten!

Auch hatte er wirklich Anfangs, als die Fabrik hier errichtet ward, die Absicht geäußert wegzuziehen aus der Gegend: und nur die Rücksicht auf die Kranken in seinem Hause hatte ihn genöthigt, von diesem Vorhaben abzustehen.

Mit um so größerer Zuvorkommenheit dagegen suchte Herr Wolston, der Fabrikbesitzer, die Bekanntschaft des Meisters auf. Und mit gutem Grund: da derselbe, wie früher erwähnt, weit und breit berühmt war als der tüchtigste Mann seines Faches; ein ganzer Schatz von Erfahrungen, sagte man, Handgriffen und Kunstgeheimnissen, von Urältern her ererbt, hatte sich zusammengefunden bei dem Meister; wenn es Herrn Wolston gelang, diesen Mann für seine Fabrik zu gewinnen, so war das, behauptete man, zum Wenigsten ebenso viel werth, als seine beste englische Maschine.

Daran jedoch, bei der bekannten Gesinnung des Meisters, war nun freilich nicht zu denken: vielmehr wies er alle Anerbietungen, welche Herr Wolston, bald nach seiner Ankunft, ihm in dieser Hinsicht machte, auch die glänzendsten, hartnäckig ab. Niemals, schwur er, weder er selbst noch Jemand der Seinigen, werde in einer Fabrik arbeiten; ja lieber im Sarge wollt' er seine Kinder sehen, denn als Fabrikarbeiter.

Und daß es ihm Ernst war mit diesem Schwur, das bewiesen die Thränen, die ihm dabei in die hohlen, entzündeten Augen traten.

Nur erst allmälig und auf vieles Zureden verstand er sich dazu, die Fabrik überhaupt nur zu betreten und Herrn Wolston, in diesem und jenem, mit Rath und Meinung an die Hand zu gehen. Und auch das that er nur gleichsam verstohlen und als ob es ein Unrecht wäre, das er damit beginge.

Herr Wolston bewies mit dieser Ueberspanntheit (oder wie man sie sonst nennen wollte) des Meisters große Nachsicht. Wie er denn überhaupt ein Mann war, den man, trotz seiner höchst verwickelten und oft über die Maßen verdrießlichen Geschäfte, öffentlich niemals verdrießlich oder gar in Zorn sah: sondern immer und gegen Jedermann zeigte er denselben gleichmäßigen, kaltfreundlichen Ausdruck in dem vollen, stattlichen Gesicht. Eine Maschine, sagte er in Beziehung auf den Meister, sei freilich ein gar kunstreiches, wundervolles Geschöpf und nicht Jedermanns Sache sei es, das einzusehen; ein Dämon allerdings sitze darin, aber darum sei dem Menschen der Verstand geworden, ihn zu fesseln und zu seinem Dienst zu zwingen. Der Meister, setzte er dann wohl mit kühler Höflichkeit hinzu, nach seiner Einsicht und seinen Bildungskräften, thue allerdings ganz Recht, bei seinem Webestuhl zu bleiben, ja nach genauerer Ueberlegung müsse er jetzt sich selbst Vorwürfe machen, daß er nur jemals daran gedacht habe, ihn demselben zu entziehen. –

Blieb das Verhältniß zwischen den beiden Männern auf diese Art ein, wenn auch keineswegs feindseliges, doch immerhin ziemlich einsilbiges und kühles: so desto traulicher dagegen gestaltete es sich zwischen den beiderseitigen Familien.

Oder eigentlich nur zwischen den Kindern.

Auch der Fabrikherr, so viel in seinem Geschäft ihm glückte, hatte doch in seinem Hause ebenfalls ein schweres Schicksal zu bestehen: Frau Wolston war tiefsinnig.

Tiefsinnig, nicht gestört; ihre Gedanken waren vollkommen richtig und wohlgeordnet: nur daß sie Zeiten hatte, wo sie von einer unbezwinglichen, vernichtenden Traurigkeit überwältigt wurde. In solchen Zeiten schwand ihr jede Ueberlegung und jede Rücksicht; strömenden Auges, die Hände ringend, mit aufgelöstem Haar, irrte sie dann einsam durch Wald und Flur, mit unverständlicher Zunge (sie war eine Engländerin und sprach das Deutsche nur mühsam und mit fremdartiger Betonung) jammervollste Klagen ausstoßend. Das Gerücht behauptete, diese Klagen meinten ihren ersten Mann, einen reichen Londoner Kaufmann, den sie, ein Weib, wie man noch jetzt in einzelnen Spuren erkennen konnte, von außerordentlicher, sinnbethörender Schönheit, durch Leichtsinn und Eitelkeit zu Grunde gerichtet hatte: so daß er gestorben sei in Bankerott und Selbstmord.

Allein wie das nun war: diese traurigen Epochen wiederholten sich immer häufiger; bald waren die lichten Augenblicke die Ausnahmen, und zwar höchst seltene. Die Aerzte hatten den Versuch gemacht, sie, wenn die Anfälle sich nahten, durch Wechsel des Orts und auf andere Weise zu zerstreuen oder wenigstens ihr jammerndes Umherwandern zu verhindern. Allein beides mit schlechtestem Erfolg: ihr Tiefsinn hatte sich über diesen Versuchen in Tobsucht verwandelt: und darum, sollte ihr Zustand nicht noch viel elender werden, mußte man sie frei gewähren lassen.

Auch konnte man es ohne Gefahr: da ihr Tiefsinn Niemand etwas zu Leide that, als höchstens nur ihr selbst. Im Gegentheil, sie war dabei das sanftmüthigste, ja unterwürfigste Wesen, das man sich denken konnte, und von unerschütterlicher Wohlthätigkeit. Die Hütten der Kranken und Elenden aufzusuchen und mit reichen Händen Almosen auszutheilen, war ihre einzige Freude in gesunden Tagen. Und selbst wenn der Dämon der Melancholie sie gefesselt hielt, vergaß sie doch ihre Armen nicht, sondern trug ihnen selbst dann noch Geld und Speisen zu. Nur wer sie alsdann, vielleicht aus Dankbarkeit, vielleicht auch Mancher aus Neugier, mit teilnehmenden Worten besänftigen und trösten wollte, gegen den konnte sie sich unwirsch und sogar boshaft zeigen. Sobald jedoch der Paroxysmus vorüber, war auch von dieser Gehässigkeit jede Spur verschwunden.

Am Liebsten hielt sie sich im Hause des Meisters auf, am Bett der kranken Lene. Stundenlang konnte sie da sitzen, unermüdlich in kleinen Handreichungen: oder auch, wenn ihre trübe Zeit gekommen war, saß sie, starrte in das bleiche, friedliche Antlitz der Kranken und weinte dabei, weinte, weinte – o Gott, als ob sie die Seele selbst verschütten wollte mit diesen Thränen!

Herr Wolston, der die Krankheit seiner Frau von einer großen Gefahr her datirte, in welcher dieselbe einmal auf einer stürmischen Seereise geschwebt habe, und sie für unheilbar hielt, legte ihr, so viel man sehen konnte, durchaus nichts in den Weg, weder zum Guten noch zum Bösen. Er wohnte in einem entgegengesetzten Flügel des weitläufigen Gebäudes und sah Frau Wolston oftmals in Wochen nicht, nicht einmal bei Tische, und auch nicht in ihren gesunden Tagen.

Ebenso wenig seine Tochter – oder vielmehr die Tochter seiner Frau. Denn das Kind war aus deren erster Ehe: Angelica – oder wie die Leut' im Dorf sie hießen, sei es, weil der einigermaßen ungewöhnliche Name ihnen schwer einging und sie ihn sich auf diese Weise verständlicher machen wollten, sei es, daß die englische Abkunft des Kindes mit hinein spielte, oder auch sei es, weil es allerdings der passendste Name war für das unsäglich anmuthige, engelgleiche Kind – genug, die Leut' im Dorf hießen die Kleine nicht anders als das Engelchen.

Und nicht blos wegen seiner äußern Anmuth hätte das Kind diesen Namen verdient: auch an Gemüth war es ein Engelchen, mit dem Unterschiede vielleicht nur, daß man sich die Engel nicht wohl so schalkhaft, so muthwillig vorstellt, als die Kleine zu Zeiten war, ja immer, sobald sie es nur sein durfte.

Denn auch dieses so reine, so unschuldige, so in Freude blühende Gemüth hatte, trotz seiner Jugend, schon sein zugemessenes Theil zu tragen an dem finstern Schicksal, das über seinem älterlichen Hause brütete, und dieser beklagenswerthen Entfremdung, welche Vater und Mutter immer weiter auseinander brachte.

Herr Wolston, wie eben erwähnt, übersah seine Stieftochter völlig. Auch von ihrer Seite gestattete er keine Annäherung; bange Furcht, stummer Gehorsam, schweigende Unterwerfung in das, was einmal als der Wille des Herrn Wolston feststand, war Alles, worauf Angelica ihre Empfindungen beschränken durfte gegen einen Mann, den sie so gern geliebt hätte, wie ihren Vater – und der doch ein für allemal ihr Vater nicht sein wollte. – Kindergemüther spiegeln mit außerordentlicher Treue die Eindrücke wieder, die sie von ihrer Umgebung empfangen: und so auch in der Seele dieses so weichherzigen, so gutgearteten Kindes setzte sich, durch die vernichtende Kälte, mit welcher Herr Wolston es behandelte, eine Verschlossenheit und Strenge fest, ja fast müssen wir sagen eine Herbigkeit, die zwar nirgend anders hervortrat, als nur in Wolston's Gegenwart, dann aber auch mit einer Entschiedenheit und einer Energie, die mit dem übrigen Wesen des Kindes kaum vereinbar schien.

Ganz anders dagegen, nicht eigentlich freudiger, wohl aber unendlich zärtlicher und darum auch unendlich glücklicher, war das Verhältniß zur Mutter. In den schwarzen Stunden, wenn der Geist der Verzweiflung die Unglückliche faßte, war Angelica die Einzige, die sich ihr nahen durfte; die süßflötende Stimme dieses Kindes war die einzige, auf die sie horchte mitten in ihrem tiefsten Gram; seine kleine, schmeichlerische Hand die einzige, von der sie sich, wenn auch nicht ohne Widerstreben, nach Hause führen ließ von ihren grauenvollen Wanderungen. Wer die Kleine alsdann hörte, wie sie mit den süßesten, zartesten Worten der Mutter zusprach, wer sie sah, wie sie, sobald die Mutter sich nur ein wenig zu beruhigen schien, die allerliebsten Mäulchen schnitt, die schalkhaftesten Spiele trieb, Alles in der guten Absicht, die Mutter aufzuheitern – und wie diese dann plötzlich dem Kinde zu Füßen fiel, ihm Hände und Füße küßte mit verzweifelnder Inbrunst und ihm liebkoste mit den schmelzendsten, zärtlichsten Worten, Angelica aber, ganz sacht, ganz stille hielt, mit einem lieben, begütigenden Lächeln um den Mund, während dichte Thränen ihr die großen braunen Augen verdunkelten – o wahrhaftig, wer das sah und hörte, ein Herz von Stein hätte er haben können und es wär' ihm doch geschmolzen bei diesem Anblick!

Ach, die kranke Mutter war nicht die Einzige, welche die frühe Pflege dieses lieblichen Kindes in Anspruch nahm. Auch aus ihrer Ehe mit Herrn Wolston hatte sie ein Kind geboren, einen Knaben, Julian.

Auch Julian war ein wohlgeartetes Kind und ebenfalls von seltener Schönheit. Aber seine Schönheit hatte etwas Beängstigendes. Aus dieser ungewöhnlich schlanken, schmalen Gestalt, der durchsichtigen Röthe dieser hagern Wangen, diesen glanzvoll leuchtenden Augen, diesen schmalen, kirschfarbenen Lippen, den milchweißen Zähnen – es war noch lange kein Arzt nöthig und die gewöhnliche Erfahrung reichte hin, um aus diesen Zeichen auf einen Wurm zu schließen, der im Innern dieses schönen Knaben nagte – einen langsamen, aber unersättlichen, einen gefährlichen Wurm!

Auch die überraschende Schnelligkeit seiner geistigen Entwicklung stand damit in besorglicher Uebereinstimmung; kaum ein Knabe, ja ein Kind noch, war er seinen Jahren an Verstand und Kenntnissen weit vorangeeilt.

Was jedoch am Rührendsten war an der Erscheinung dieses Knaben, das war die außerordentliche Hingabe, die fast mädchenhafte Demuth und Zärtlichkeit, die er, mit wenigen Ausnahmen, von denen wir sogleich noch sprechen werden und die allerdings dadurch nur um so greller hervortraten, gegen Jedermann erwies. Dienste thun, weggeben, verschenken, war seine Leidenschaft; gleichsam als ahnte er in seinem kleinen jungen Herzen das frühzeitige Ende, zu dem er heranreifte, suchte er, mit ungeduldiger Hast, in die kurze Spanne Leben, die ihm vergönnt war, so viel Liebe zu versammeln, die karge Neige seines jungen Daseins mit so viel Blumen der Freundschaft und des Wohlthuns zu überdecken, als ihm nur immer möglich war.

Julian war der Abgott seines Vaters. Dieser so gleichmäßige, so feste Mann, der für die Leiden seiner Gattin längst kein Auge mehr hatte, der gegen Angelica'n, dieses lieblichste Kind, das aller Andern Herzen bezauberte, nie, aber auch niemals nur die leiseste Spur väterlicher Empfindung gezeigt hatte, sondern von früh auf, unverändert, behandelte er sie stets nur als das, was sie im Grunde für ihn war, eine Fremde – aber an seinem Knaben hing er mit schwärmerischer Neigung! aber ein Wort aus Julian's Munde, ein Blick seiner Augen, ein Wink seines Fingers hätte genügt, den sonst so unbeweglichen Mann umzustimmen, wie er wollte! – Daß Julian im Innersten krank war, sah Herr Wolston nicht – oder wollte es nicht sehen. Es seien das nichts, behauptete er, wenn Andere ihn auf den bedenklichen Zustand des Kindes aufmerksam machten, als die gewöhnlichen Begleiter eines beschleunigten Wachsthums, vielleicht auch noch die Nachwirkungen der ungesunden englischen Nebel, in denen es seine frühesten Lebensjahre verbracht habe, ja schlimmsten Falls eine nervöse Aufregung, die es von seiner Mutter geerbt habe, und die, mit vorrückenden Jahren, sich ganz gewiß von selbst verlieren würde.

Und da Herr Wolston bekanntlich ein sehr reicher Mann war und die Aerzte, die sich um seinen Knaben bemühten, mit mehr als fürstlicher Freigebigkeit belohnte, so fand sich Niemand, der den Muth gehabt hätte, ihn aus diesem, für sein Vaterherz so wohlthätigen Irrthum emporzuschrecken.

Ungehindert also konnte er sich in den kühnsten Träumen, den glänzendsten Bildern ergehen über die Zukunft seines Sohnes. Auch darin bewies er einen Schwung der Phantasie, eine gewisse liberale, ja poetische Imagination, die man nicht so leicht von ihm erwartet hätte. Der Knabe zeigte zu Allem, was nach kaufmännischen Geschäften schmeckte, nach Fabrikwesen und Industrie, nicht nur keine Neigung, sondern sogar einen entschiedenen, ja leidenschaftlichen Widerwillen zeigte er dagegen. – Auch dieser Leidenschaft ließ Herr Wolston freien Raum. Seine Geschäfte ließen ihm wenig Zeit, selbst seinem geliebten Kinde konnte er nur wenig seltene Minuten widmen. Aber stundenlang hätte er sitzen können und zuhören, mit aufeinandergepreßten, schmunzelnden Lippen und bedeutungsvollem Wiegen des Hauptes, wie Julian, in einem Tone, von dem man fast hätte glauben mögen, er habe ihn dem Meister abgelernt, seinen Abscheu aussprach gegen Zahlen und Ziffern, und die schwülen Arbeitssäle in der Fabrik und das Rasseln der Maschinen, das, behauptete er, bis in seine kleine, stille Stube hinüberdränge und selbst seine Träume störe …

Gut, gut, pflegte Herr Wolston in solchen Fällen zu sagen: Hat Recht, mein Junge! soll es nicht nöthig haben, mein Julian, sein frisches Leben zu vergraben unter Ziffern und seine Seele zu verkaufen an die todten Maschinen! Soll es nicht nöthig haben, o nein! Soll treiben können, was ihm beliebt, ein freier Mann, malen, dichten, reisen, was er will, und kein Prinz soll es besser haben als er …

Wie Julian so viel Zärtlichkeit erwiderte? – Dies von Allem war das Wundersamste. Ein Herz, so sanft, so weich, so überströmend in Liebe, so zuvorkommend auch gegen den Geringsten seiner Dienerschaft – und war doch kalt und verschlossen gegen diejenigen, die ihm gerade am Nächsten standen und das meiste Anrecht gehabt hätten auf seine Liebe: seine Aeltern.

Julian war gehorsam, demüthig, ehrerbietig gegen seine Aeltern; niemals, auch mit dem leisesten Gedanken nicht, misbrauchte er die Herrschaft, die sein Vater ihm über sich einräumte und die auch dem scharfsichtigen Kinde unmöglich verborgen bleiben konnte – Aber Liebe? Nein, von Liebe gegen seine Aeltern empfand seine junge Seele nichts.

Die Mutter, allen Anzeichen nach, erwiderte diese geheime Abneigung. Es war ein ähnliches Verhältniß zwischen ihr und Julian, wie zwischen Herrn Wolston und Angelica: sie sah den Knaben wenig, fast nie, und wenn es geschah, so war es deutlich, daß schon sein bloßer Anblick ihrem Herzen Zwang anthat.

So blieb Julian fast ausschließlich der Gesellschaft und Pflege seiner Schwester überlassen. Die beiden Geschwister liebten sich mit unbeschreiblicher Zärtlichkeit. Die geheime Eifersucht der Aeltern, die sich selbst in ihrem Verhältniß zu den Kindern widerspiegelte, indem jeder von ihnen gerade dasjenige Kind zu hassen schien, das der Andere liebte und weil er es liebte – in dem Verkehr der Geschwister wenigstens war sie ausgelöscht und versöhnt; Unbefangenheit und Vertraulichkeit, für die in dem glänzenden Hause des Fabrikherrn im Uebrigen keine Stätte war – in die Herzen dieser beiden Kinder wenigstens hatten sie sich geflüchtet und hier, unbekümmert um die Kälte und die Verstimmung um sie her, ihren reinsten, köstlichsten Tempel aufgeschlagen. – Angelica war fünf oder sechs Jahre älter als Julian. Aber das gab dem Verhältniß eben erst seine rechte Weihe: um so mütterlicher gestaltete sich die Liebe des heranwachsenden Mädchens, um so reizender war sie in ihrer zarten, vorsorglichen Bethulichkeit um den kränkelnden Bruder.

Julian theilte diese Liebe in tiefster Seele. So verhaßt ihm alles kaufmännische Wesen war, so sehr liebte er wissenschaftliche Beschäftigung, besonders die Naturwissenschaften, und von ihnen wieder am Meisten die Botanik.

Allein der Aermste durfte, seiner Gesundheit halber, nur wenig ins Freie; seine meisten Tage mußte er im engen, dumpfen Zimmer verleben; schon mehr als einen Frühling hatte er nur vom Fenster aus begrüßt.

Da war es nun gar herrlich, wie Angelica für ihren Bruder durch Wald und Busch lief und ihm Blätter, Blumen, Kräuter, was ihn irgend interessirte, zusammentrug. Ein Winkelchen im Treibhaus hatte sie für sich eingerichtet und zog, in kleinen Töpfchen, so gut sie konnte, allerhand seltene Pflanzen, die Julian sich gewünscht oder von denen er gesprochen hatte. Und wenn es ihr gelang und wenn sie dem Bruder unversehens ihre blühenden Töpfchen vors Bette tragen konnte – o da war ja nie ein König glücklicher gewesen als sie!

Und ebenso herrlich war es auch, wenn Julian, seine prächtigen Kupferwerke vor sich, mit ernsthafter Miene den Lehrmeister machte für seine Schwester. Wie sie die Köpfchen so dicht zusammensteckten! wie sich die lockigen Haare ineinander kräuselten, das feine, aschfarbene des Knaben und die dicken, kastanienbraunen Locken des Engelchen! wie das Mädchen sich mit so viel possenhaftem Ernst bemühte, die schweren lateinischen Namen richtig herauszubringen! Und wenn es ihr doch mislang, wie Julian den Spaß so köstlich fand und sich schüttelte vor herzensfreudigem Gelächter, so freudigem, daß er den bösen Husten, mit dem das Gelächter sich sogleich bestrafte, kaum verspürte und noch fortlachte unter Husten und Thränen! –

Wir haben schon gesagt, daß jeder Wunsch des Knaben für Herrn Wolston Gesetz war. Als derselbe daher eines Tags, veranlaßt durch eine zufällige Erzählung Angelica's, den Wunsch äußerte, den Schulmeister des Orts, einen allerdings sehr tüchtigen Mann, der sich namentlich als Botaniker auszeichnete, zum Lehrer zu haben: so mußten die hochstudirten, kostbaren Hauslehrer, die Herr Wolston ihm bis dahin gehalten, sogleich in die zweite Stelle treten und die Hauptleitung der Erziehung ging über in die Hände des schlichten, unscheinbaren Dorfmannes.

Aber keineswegs zum Schaden Julian's. Es war in der That ein vortrefflicher Lehrer, einfach, aber gediegen und treu in allen Stücken. Da er Julian nicht überschüttete mit Dingen, die der Natur des Kindes widerstanden, aber auch das, was ihm ferner lag, ihm durch geschickte Behandlung bedeutend und wünschenswerth zu machen wußte: so nahm Julian, unter dieser veränderten Leitung, nicht nur an Heiterkeit und Frohsinn, sondern auch an Kenntnissen merklich zu. Selbst der Unterricht der übrigen Lehrer gefiel ihm jetzt besser, als bisher.

Der Schulmeister, um dem Knaben etwas Männlicheres zu geben und der allzu großen Weichheit seines Gemüthes in wohlthätiger Weise entgegenzuarbeiten, hielt es für wünschenswerth, ihm, in irgend einem Knaben des Dorfs, einen Schul- und Spielgefährten zu geben.

Auch dieser Wunsch wurde von Herrn Wolston sogleich gewährt und der Schulmeister mit der Wahl eines geeigneten Knaben beauftragt.

Seine Wahl fiel auf den Sohn des Meisters, Reinhold. Reinhold, noch zwei Jahre älter als Angelica, war der Schule eigentlich schon entwachsen. Auch was er in der Dorfschule lernen konnte, hatte er gelernt und dabei so viel Fleiß und so viel glückliche Anlage entwickelt, daß der wackre Schulmeister eben deshalb mit Freuden diese Gelegenheit ergriff, seinem Liebling (denn das war ihm Reinhold seit Langem) den Zutritt zu eröffnen zu Bildungsmitteln, welche, nach menschlicher Berechnung, ihm ohne das ewig verschlossen geblieben wären und die doch, dessen war der Schulmeister gewiß, Niemand eifriger benutzen, glücklicher verarbeiten konnte, als Reinhold.

Der Meister sah diese unvermuthete Wendung im Schicksale seines Sohnes im Grunde nicht gern; er hatte eine außerordentliche Scheu vor Allem, was den Menschen auf irgend eine Weise über den zunächst vorgeschriebenen Lebenspfad hinauszuführen schien, in Verhältnisse, für die er ursprünglich nicht geboren. Das sei ein Auflehnen, behauptete der Meister, gegen die Ordnung Gottes, das allemal nur zum Verderben ausschlage.

Dem dringenden Zureden des Schulmeisters indeß, der im Gegentheil behauptete, das sei die wahre göttliche Ordnung und darin zeige sich der Finger der Vorsehung, daß für so glückliche Anlagen, wie der Sohn des Meisters sie zeige, sich hier so ganz ungesucht und unvermuthet die günstigste Schule eröffne, wagte er auf die Dauer nicht zu widerstehen und gab daher endlich, wenn auch ungern, seine Einwilligung.

Auf diese Weise also wurde Reinhold nun der Schul- und Spielgefährte Julian's; der arme Weberssohn erhielt Zutritt zu den prächtigen Gemächern des Schlosses, nahm Theil an dem ausgewählten Unterricht, den Spielen und Erholungen dieser vom Glück begünstigten Kinder.

Bald auch an ihren kleinen Geheimnissen und Leiden. – Die Wahl des Schulmeisters rechtfertigte sich glänzend. In allen wissenschaftlichen Gegenständen, besonders in der Mathematik, die im Gegentheil von Julian vernachlässigt ward, machte Reinhold die außerordentlichsten Fortschritte; in kurzer Zeit, durch seinen angestrengten Fleiß, erwarb er sich eine Bildung, die nicht nur weit (wie man das zu nennen pflegt) über seinen Stand hinaus, sondern auch unter allen Umständen und für Jedermann eine höchst achtbare und gediegene Bildung war. Allein was immer die Hauptsache blieb: auch von Seiten des Gemüths und des sittlichen Charakters bewährte Reinhold sich auf das Vortrefflichste. Der glänzende Anblick des Reichthums und der Behaglichkeit, die sich, im Hause des Fabrikanten, jetzt täglich vor seinen Augen entfalteten, ließ ihn völlig unverführt. Nicht der leiseste Hauch von Neid oder Eifersucht oder Habgier, nicht der leiseste Schatten einer erzwungenen schmerzlichen Entsagung, noch auch die entfernteste Spur irgend eines Hochmuths oder einer Ueberhebung über die Genossen seines väterlichen Hauses trübte den keuschen Spiegel seiner Seele: sondern dankbar alles Gebotene hinnehmend, hielt er sich doch in jedem Augenblick durchaus besonnen und selbständig und ging Abends, zu Schlafenszeit, aus der prächtigen Behausung des Herrn Wolston, von den warmen Decken, den weichen seidenen Sesseln in die arme kalte Hütte seines Vaters, auf das harte, grobe Kissen, das ihm zur Bettstatt diente, so unbefangen, so gleichmäßig, als müßt' es nur so sein.

Julian fühlte den Werth seines neuen Kameraden rasch heraus; sein Herz, geschaffen, so schien es, mit einem instinktmäßigen Gefühl für jede wahre, aufrichtige und uneigennützige Liebe, schwelgte in dem so neuen, so ungewohnten Besitz eines Freundes.

Auch Angelica wurde in diese Freundschaft hineingezogen; wie hätte Julian sie auch entbehren, wie aus sie, die ihm so innig nahe stand, so ganz verwachsen war mit seinen Wünschen und Träumen, Freuden und Schmerzen, verzichten können gegen irgend eine treue Erwerbung? – Bald hielt das anmuthigste Verhältniß die drei Kinder umschlossen. Sie waren recht eigentlich, was man so nennt, Ein Herz und Eine Seele –: Angelica und Reinhold, beide fast gleichaltrig, beide strahlend in Gesundheit und Jugendschöne, beide überschäumend von gleicher Lebensfrische; zwischen ihnen, mit gleicher Zärtlichkeit gepflegt, von gleicher Liebe getragen, der blasse, kranke, schwermüthige Julian – wie zwischen zwei sonnenhellen Tagen die ernste, düstre, geliebte Nacht.

Aber dieses reizende Zusammenleben, nach mehrjähriger Dauer sollte, auf völlig unerwartete Weise, plötzlich und für immer zerrissen werden. Wie es eigentlich gekommen, war ein Geheimniß, über welches diejenigen, welche allein im Stande gewesen wären, es zu lösen, ein Todesschweigen bewahrten. Man wußte nur und nur dies stand fest, daß der Meister eines Morgens, wie öfters geschah, bei Herrn Wolston im Kabinet gewesen, um von demselben über gewisse gewerbliche Gegenstände um seine Meinung befragt zu werden. Was da zwischen den Beiden vorgegangen, wußte außer ihnen selbst nur Gott. Aber auf einmal hatte die Stimme des Fabrikanten sich erhoben, in fürchterlichem Zorn, wie niemals sonst, die Thür seines Kabinets war aufgerissen worden, der Meister, todtbleich, bebend vor Zorn, mit Augen, aus denen der Wahnsinn leuchtete, war herausgetreten, hatte, den Hut auf dem Kopf, ohne anzupochen, sich Bahn gemacht bis in die Zimmer Julian's, hatte seinen Sohn bei der Hand ergriffen und ihn, mit zitterndem Fuß, aber ohne auch nur einen Augenblick zu zaudern oder auch nur mit einer Silbe Rechenschaft zu geben von dem, was er that, ihn mit sich zurückgeführt nach Hause. Auf der Schwelle des Klosters, unter der gewölbten Eingangspforte, hatte er einen Moment stillgestanden und hatte, mit erhobenem Arm, sich umgewendet zu den Maschinenhäusern; seine Lippen hatten gezittert, lautlos – aber wer ihn gesehen hatte in dieser Stellung, der wußte auch, daß in diesem Moment ein Fluch gekommen war von diesen lautlosen, sonst so frommen Lippen, ein Fluch, der zum Himmel drang …

Damit war aller Umgang zwischen den beiden Familien auf immer eingestellt. Vergebens warf Julian sich seinem Vater zu Füßen, vergebens erklärte er, ohne seinen Freund nicht leben zu können: in diesem einen und ersten Punkt blieb Herr Wolston unbeweglich. Nur nach lebhaftem Widerstreben und weil die Aerzte es ihm als nothwendig schilderten für die Gesundheit seines Sohnes, hatte er erlaubt, daß Reinhold, der nun in Allem zum Webestuhl seines Vaters zurückgekehrt war, Julian noch zuweilen auf Augenblicke besuchen durfte. Die Art jedoch, wie Herr Wolston von jetzt an die Gespräche der jungen Leute überwachte, und die ganze geringschätzige, ja verächtliche Weise, mit welcher er Reinhold behandelte, war so empfindlich für die beiden Freunde, daß sie nach kurzer Zeit freiwillig auf diesen entwürdigenden Verkehr verzichteten. – Auch Angelica wurde mit außerordentlicher Härte beobachtet, daß sie keinerlei Verbindung mit dem Hause des Meisters unterhielt. Ebenso Frau Wolston: wiewohl es gefährlich und selbst unmöglich war, diese auf ihren Streifzügen überall zu überwachen.

Doch waren die Folgen dieses Zerwürfnisses damit noch lange nicht erschöpft; es war überhaupt kein Zerwürfniß – dieser Name ist viel zu gelind: sondern eine Feindschaft war es, eine tödtliche.

Zwar der arme, vereinsamte Meister hatte keine Waffen in Händen gegen den mächtigen Fabrikanten: oder wenn er deren hatte, so waren es solche, die er selbst nicht anzuwenden wagte.

Mit desto größerer Energie dagegen bediente Herr Wolston sich der seinigen gegen den Meister. Bei seinen Verbindungen, seinem Einfluß und Ansehn war es ihm ein Leichtes, den kleinen Absatz, den der Meister sich noch immer erhalten hatte, zu vernichten. Bald wagte, aus Furcht vor dem reichen Herrn Wolston, bei dem sie ja alle in den Büchern standen, kein einziger mehr von den kleinen Kaufleuten der Nachbarschaft, eine Bestellung bei dem Meister zu machen, oder seine Waare in Vertrieb zu nehmen. Auch die Bestellungen der vornehmen Damen blieben aus: Herr Wolston war jetzt selbst ein vornehmer Mann geworden, er hatte den Titel als Commerzienrath – und er benutzte seine vornehmen Verbindungen. Mit Einem Worte: der Meister versank in kurzer Frist in das alleräußerste Elend. Längst hatte er die Gehilfen entlassen müssen und nur Reinhold theilte seine kummervolle Arbeit. Allein wie sehr Beide sich auch anstrengten und wie unermüdlich sie waren, Tag und Nacht, so konnten sie doch dem immer zunehmenden Ruin ihres armen Glückes mit alledem keinen Einhalt thun.

Aber auch im Hause des Fabrikanten waren kurz nach jener Katastrophe wichtige und folgereiche Veränderungen eingetreten. Angelika war in eine Pension der Hauptstadt gebracht worden, um dort ihre Erziehung in Allem, was der Ton und die Sitte der großen Welt verlange, zu vollenden.

Ebenso plötzlich war eines Morgens auch Frau Wolston verschwunden; ihre zunehmende Gemüthskrankheit, hieß es, habe ihre Rückkehr nach England, in ein dortiges Irrenhaus, nöthig gemacht. Bald darauf kam die Nachricht von ihrem Tode.


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