Autorenseite

 << zurück weiter >> 

Viertes Kapitel

Jakob bricht mit Basel und wandert auf Zürich

Jakob ließ sich dies auch nicht zweimal sagen, und der Bruch mit dem Meister war fertig. Was nun aber Jakob für ein ungeheuer Bewußtsein in seiner Brust trug! Gesagt hatte er es dem Ratsherrn von Basel, dem verfluchten Kerl, gesagt hatte er ihm, sein Gesicht gehe niemand nichts an; das hatte er ihm. gesagt, gesagt hatte er es ihm! Es war ihm, als hätte er der ganzen Stadt Basel den Krieg angekündigt, den Fehdehandschuh vorgeworfen mitten in dem eigenen Lager. Kühner konnte es den Gesandten Karls des Kühnen nicht zumute gewesen sein, als sie dem König Ludwig von Frankreich auf seinem Schlosse ihre Handschuhe vor die Füße geworfen, als es Jakob war, da er die Werkstätte verließ. Trotzig ging er dem Kosthause zu mit heimlich geballten Fäusten, denn er erwartete alsbald einen Angriff entweder von der Werkstätte aus oder von den Garnisönlern, welche als Ratsherr der Meister gegen ihn aufgeboten haben könnte. Er war ganz verwundert, als er sicher an die Türschwelle gelangte, ohne daß ein Mensch ihm nachsetzte, ohne daß die Bürgerschaft zusammenstand und Anstalten machte, die Buden zu schließen. Als er drinnen war in der Stube, forderte er rasch einen Schoppen Gränzacher Vierunddreißger, legte die geballten Fäuste neben den Schoppen und ließ sichs herrlich schmecken. Wir wetten, dem braven Schweppermann seine zwei Eier schmeckten ihm nicht besser als Jakob sein Schoppen Gränzacher Vierunddreißger. Begreiflich interessierten sich die Kostgeber um den Vorfall, und Jakob erzählte immer wieder von vornen, wie er dem verfluchten Kerl, dem Ratsherrn, es gesagt habe. Zuweilen näherte er sich vorsichtig den Fenstern und sah nach, ob die Garnisönler etwa anrückten, die Bürgerschaft sich nicht sammle. Als alles stille blieb bis um Mittag, wurde er ungeheuer kühn; warten mochte er kaum, bis die Gesellen herbei zum Essen kamen, um zu hören, wies seither in der Werkstätte gegangen, was der Meister gesagt, und was sie gesagt. Als sie kamen, sagten sie dem guten Jakob nicht, daß der Meister hinter Jakob drein ein derb allgemein Kapitel gelesen, sie alle in stiller Demut es angehört hätten; sie rühmten gewaltig Jakobs Heldenmut und schilderten des Ratsherrn lang Gesicht, das immer länger geworden, je länger er Jakobs Rücken angesehen. Jakob schwoll das Herz, er meinte, es wäre jetzt der Zeitpunkt, auch einen blauen Donnerstag einzuführen. Aber der Gedanke fand einstweilen nicht Anklang, er wurde stillschweigend beseitigt, und zur gesetzlichen Stunde strichen sich alle ohne Ausnahme, selbst die verwittertsten Gesichter, an die Arbeit. Verächtlich sah Jakob ihnen nach und begann zu sinnen, ob es nicht passend wäre und ungeheuern Eindruck machen täte, wenn er sich öffentlich zeigen würde, etwa auf der Rheinbrücke oder auf dem Münsterplatze oder sonstwo.

Jakob war ein ganzer Kerl, hatte sich ja am Sonntag zwischen St. Jakob und Dornach geschlagen, er wagte es, dem Ratsherrn von Basel, den er ungeheuer verachtete, von dem er jedoch eine kuriose innerliche Ansicht hatte und dazu gehörigen Respekt, wobei es ihm immer vorkam, als sei so ein Ratsherr wenn auch nicht ein ganzer, so doch ein Stück von einem Fürst, Trotz und Hohn zu bieten. Er wusch die Hände, steckte eine Zigarre ins Gesicht und rückte aus der Gaststube vor bis unter die Haustüre, stellte sich nach und nach mitten unter dieselbe und sah ungeheuer kühn in die Stadt hinein. Es war alles ruhig, er hörte weder trommeln noch trompeten, ja, es schien ihm, als dürfte ihn niemand ansehen, die Vornehmsten am allerwenigsten, sie schössen vorbei, sahen sich gar nicht nach ihm um. Es kam Jakob vor, als dankten sie allemal Gott, wenn sie an ihm vorbei waren und das Leben noch hätten. Jakob ward noch kühner, er rückte ganz vors Haus, allgemach ins Herz der Stadt hinein, den Stolz Basels, in die Freie Straße, der Eisengasse zu, und zuletzt stand er mitten auf der Rheinbrücke. Alles war still geblieben, kein Basler muckste, jeder schien froh, wenn Jakob ihm nichts tat, die ganze Stadt schien ihm in stiller Angst, die man sich jedoch nicht gerne ansehen ließ, sie verbarg, so gut man konnte. Ja, um das Maß voll zu machen, als er so mit unterstellten Armen auf der Rheinbrücke stand und bei sich dachte: »He, ihr Dunders Basler, wo seid ihr denn?« da ging der Ratsherr, sein alter Meister, vorüber, so eilig er konnte, und mit keinem Blick sah er den Jakob an, der so kühn stand zu Basel mitten auf der Rheinbrücke. Jetzt war Jakob nicht mehr zu helfen, also auch der, der Ratsherr selbst, der durfte ihm nichts sagen, und hatte er ihm doch gesagt, er könne fallen, auf was er wolle, er, der Jakob, hatte ihm das gesagt! So also stand es, mitten in Basel drin durfte niemand ihm nichts sagen, und kein Mensch tat ihn ansehen. Na, das war zu viel. Jakob nahm die Rheinbrücke in Besitz, schritt vollends hinüber, niemand machte ihm was streitig, in Kleinbasel setzte er sich fest, dann trank er sich fest, und zuletzt lag er fest und zwar unterm Tisch. Dies irrte ihn jedoch nicht in seinem Bewußtsein, hatte er es ihm doch gesagt, und der hatte ihm nichts wieder gesagt.

Den folgenden Tag trug er sein kühnes Bewußtsein in der ganzen Stadt und in allen ihm bekannten Kneipen herum. »Na, dem hab ichs gesagt, nicht wahr?« war gewöhnlich seine Ansprache, wenn der Wirt oder das Mädchen den verlangten Trunk brachten. Gewöhnlich wußten diese von allem nichts und mußten sagen: »Weiß nichts, hab nichts gehört.« Das machte dann Jakob schrecklich böse, daß sie nichts davon gehört, er ermangelte nicht, es des breitern zu erzählen und schließlich zu bemerken, wie man schrecklich wild darüber sei, sie seien die ganze Nacht zusammengesessen. Aber er fürchte sich nicht, potz Blitz und Granaten, er, Jakob, fürchte die ganze Stadt nicht, sie sollen nur ausrücken lassen, potz Dunder, und dabei schlug er mit seinen tüchtigen Fäusten auf den Tisch, daß die Gläser hoch aufsprangen. Er arbeitete sich in einen Mut hinein, der unglaublich scheint. Da die Stadt Basel nicht mit ihm anbinden wollte, so hätte er gerne mit ihr angebunden, es drängte ihn zum Angriff, zur Offensive. Doch umsonst rührte er an den Versammlungsörtern seiner Kameraden die Trommel, er war halt weder Wallenstein noch der große Friedrich, Armee wollte keine ihm zulaufen, er brachte bloß einige Jüngere zur Unzufriedenheit, zum Weltschmerz, daß sie unverschämt gegen ihre Tyrannen, das heißt gegen die Meister, wurden und ihre Entlassung kriegten. Aber aufmarschieren mit ihm wollte niemand; er beschloß daher, mit den andern Unzufriedenen am nächsten Montag auszuziehen, weiter in die Schweiz hinein. Durch die Reise wäre ihm beinahe ein Strich gezogen worden, wobei jedoch sein sehnlichster Wunsch, mit der Stadt Basel anzubinden, in Erfüllung gegangen wäre. Sie machten am Sonntagabend einen so abscheulichen Skandal, und Jakob führte sich so kühn auf, daß die Polizei Lust zeigte, sie zu versorgen, wahrscheinlich in den Lohnhof, wodurch Jakob das Glück gehabt hätte, eine sehr berühmte Person zu werden. Einigen, welche keine Lust zu Händeln und zum Lohnhof hatten, gelang es, die kampfbereiten Mächte auseinanderzubringen und die Hilfsbedürftigen zu Bette. Am folgenden Morgen war also Auszug auf übliche Weise, aber ein stattlicher, unter gewaltigem Lärm und Kneipen. Weit wagte sich ein Teil des Geleites über das Birsfeld hinaus bis zum Rotenhause, wo die Schweizer jetzt ihr Salz graben, nachdem Hunderte von Jahren hindurch die Schwaben und die Franzosen ihnen ihre Suppe gesalzen hatten. Jakob hatte trotz allem Kneipen ebenfalls ein stark gesalzenes Gemüte, viel Baslersalz darin, denn gar bitter schimpfte er über die Stadt. »Wart du nur, bis ich wiederkomm!« sagte er mehr als hundertmal.

Sie hatten ausgemacht, nach Zürich zu gehen; in kleinen Nestern, bei den dummen Bauern namentlich, wollten sie sich nicht aufhalten. Da finde man ja nichts als Langeweile und Kartoffel, und für jede Arbeit sei es schade, welche man für so gemeines Volk machen müsse, meinten sie. Sie hatten ungeheuer viel Gesinnung, sie verachteten das gemeine Volk gründlich. Sie wanderten tüchtig angetrunken und flotten Mutes Rheinfelden zu, durch den alten, hochberühmten Grund, wo zu der Römer Zeiten die berühmte Stadt Augst (Augusta Rauracorum) gestanden. Es war ein duftiger, schöner Abend, die Sonne spiegelte noch einmal ihr freundlich Angesicht im klaren Rheine, ehe sie zur Ruhe ging. Darauf erhob sich der Mond groß und klar, seine Strahlen verklärten den Rhein, er schien eine silberne Flut, welche dem Himmel entströmte. Diese Strahlen riefen Nebelwolken aus den Gründen, welche leicht und leise über die Ergolz (ein kleiner Fluß, der in den Rhein fließt) schwebten, an den Rändern der Hügel sich erhoben, an deren Spitzen sie sich verloren. Waren es die Schatten der alten Rauraker, welche die untergegangene Pracht ihrer Stadt beweinten, waren es die Schatten wilder Alemannen, welche auf dem Schutte der Stadt ihren Zorn und wilde Wut, an welcher die Stadt untergegangen, büßen mußten? Doch nach so was fragen unsere Reisenden nicht, sie dachten weder an die Alemannen, noch kümmerten sie sich um den Mond. Jakob erzählte, wie er es dem Ratsherrn, dem Kerl, gesagt, die andern hatten auch was gesagt, und als jeder wiederholt gesagt hatte, was er gesagt hatte, verlief sich ihr Gespräch in ein Hadern mit Gott und ein Schimpfen über die bestehenden Zustände und die himmelschreiende Ungerechtigkeit, daß einige hart schaffen müßten, schlecht essen und am Ende noch von einem Orte zum andern zu Fuße gehn mit einem schweren Felleisen auf dem Rücken, während andere nichts täten als schlemmen und prassen und schließlich noch in Kutschen führen, wenn sie zehn Schritte weit wollten.

Die guten Bursche dachten nicht daran, daß das Gut der meisten Reichen durch hartes Schaffen bei spärlichem Essen erworben worden, daß eben das die gerechte Ordnung Gottes sei, daß, was einer erworben, er behalten dürfe, seinen Kindern hinterlassen könne, so daß also, wenn sie hart schafften und sparsam lebten, auch ihre Kinder oder Kindeskinder gut essen und in der Kutsche fahren könnten, wenn es ihnen beliebe. Dieses Entbehren auf die Zukunft hinaus, dieses Tüchtigsein in der Gegenwart, damit man sich ein Haus erbaue in der Zukunft, daß man eines habe, wenn diese arme Hütte bricht, ist wohlweise Ordnung Gottes. Das Hadern mit dieser Ordnung, das Verzehren der Gegenwart in sinnlichen Genüssen ist aller Gottlosigkeit Anfang, betreffe es nun reich oder arm, und das Anschwellen der Gottlosigkeit ist aller bürgerlichen Ordnung Auflösung, ist der Barbarei Anfang.

In Rheinfelden waren sie über Nacht geblieben. Als sie am folgenden Morgen ihre Zeche bezahlten und jeder seinen Beitrag dazu lieferte, fand es sich, daß ihre Barschaft eben nicht glänzend bestellt war. Bei raschem Wandern und spärlichem Leben hätten sie dürftig ausgereicht bis Zürich; das war aber nicht der jungen Burschen Sinn. Sie beschlossen so gleichsam aus Übermut und im Spaß, zu fechten, zu probieren, wie das gehe, sie wollten es treiben aus Kurzweil auf dem Wege, und weil den dummen Bauern und den verfluchten Kerls, welche in Chaisen führen, ihr Recht geschehe, wenn man ihnen was von ihrem Überflüsse abzapfe.

Gesagt, getan! Sie begannen es zu treiben, der Jüngste unter ihnen mußte den Anfang machen; sie begannen zuerst mit den Begegnenden. Es war einer unter ihnen, welcher ein geübtes Auge hatte und Fußgänger und Fahrende, welche in den Sack griffen, so ziemlich zu unterscheiden wußte. Fremde mit breiten und tiefen Kutschen, zumeist Engländer oder Russen, wurden nie angesprochen, ebensowenig diejenigen, welche man an der Gestaltung des Fuhrwerks als Handelsreisende erkannte, dagegen alle Fuhrwerke, in welchen Damen waren, Pastoren, überhaupt Einheimische, welche behaglich saßen und nicht zu rasch fuhren, dann auch gut gekleidete Spaziergänger oder wenigstens solche, denen man ansah, daß nicht die Not zum zu Fuße gehen sie zwang. Man sprach auch die Post an, wenn sie gerade bergauffuhr, war doch leicht möglich, daß in ihr ein mitleidig Herz saß, und gab einmal eine Hand, so öffnete sich leicht eine zweite und dritte, entweder weil das Mitleid ansteckte, oder weil spießbürgerlich gefürchtet ward, durch Nichtgeben erniedrige man sich selbst.

Nachher klopfte man auch bei den Häusern an, deren Äußeres etwas Herrschaftliches hatte, nach und nach auch an bessere Bauernhäuser, um welche herum nichts von Polizei zu merken war. Man tat es, teils um an den Abfertigungen sich zu ergötzen, und manchmal kriegte man doch etwas, selbst hier und da eine kleine Münze, manchmal Brot. Dieses diente anfänglich zu allerlei erbaulichen Betrachtungen über das Hundeleben derer, welche solches Brot fressen müssen, denn Bauernbrot ist zumeist hart und schwarz; hatte man sich sattsam in solchen Erbauungen ergangen, so warf man es weg. Bald jedoch erfuhren sie, daß man es verkaufen könne oder tauschen an Schnaps, namentlich da, wo zuweilen Reisende ihre Pferde mit Brot füttern lassen. Das Ding war wirklich kurzweilig. Kam jemand von ferne, so ging das Spekulieren los, ob da wohl was zu zapfen sei. Sah man ein Haus von ferne, so ward einer abgeordnet. War die Ansprache geschehen, so wurde Bericht abgestattet, entweder die Gabe verhandelt oder der, welcher sie gegeben hatte. War die Zeit da, wo Mittag gehalten werden sollte oder das Nachtlager, so setzte man sich unter einen Baum, untersuchte die Kasse und riet ab, was sie ertragen möge, und je nachdem man sie erfunden, marschierte man rasch und voll kühner Erwartungen oder aber langsamer und mit mißmutigen Schritten in den Ort. Man bestellte, was man genießen wollte, frug nach den Handwerkern, nicht um Arbeit zu suchen, sondern um eine Gabe sich zu erbetteln, und wurde dem einen oder dem andern Arbeit angeboten, so hieß es, er sei verschrieben oder durch einen Kameraden bestellt und müsse den und den Tag in Zürich eintreffen. So ward ihnen bei der guten Jahreszeit das Wandern ein Kurzweil, eine wohlfeile Schweizerreise, welche die Schweizer selbst bezahlten. Sie kamen über den Bözberg, aber von der großen Schlacht, in welcher die Helvetier von den Römern so gewaltig geschlagen wurden, wußten sie begreiflich nichts. In Brugg standen sie lange auf der Brücke und sahen dem Zorn der Aare zu, welche ihr reiches Wasser durch die engen Felsen drängen muß, wobei sie grimmige Gesichter zieht, wilde Wirbel und schäumende Wellen wirft und ein donnernd Brummen von sich gibt.

Am berühmten Königsfelden, welches Kaiser Albrechts Witwe und Kinder auf der Stelle gegründet hatten, auf welcher der Kaiser erschlagen worden war, zogen sie vorüber, sahen da nach nichts als nach einer Gabe sich um und kamen nach Baden. Baden ist einer der berühmten Kurorte, wo alljährlich Tausende ihre Gesundheit suchen, viele Hunderte sie finden. Darin ist er allen Kurorten gleich, daß viele wegziehen, ohne gefunden zu haben, was sie suchten, aber darin unterscheidet er sich löblich von vielen andern, daß niemand da verliert, woran er nicht gedacht, sein ganz Vermögen an betrügerische Spielerbanden. Schöne Anerbieten zu Errichtung solch räuberischer Höhlen hat die löbliche Stadt löblich zurückgewiesen. Durch den engen Kessel, wo die Bäder stehn, schäumt die Limmat, rundum erheben sich freundliche Rebhügel, und ernst starrt von der Höhe die Ruine, der Stein von Baden, ins fröhliche Getümmel. Unsere Bursche, nachdem sie im Städtchen oben ihre Ränzel abgelegt hatten, trieben sich auf den schönen Promenaden gegen die Bäder hinunter etwas herum, hielten es aber nicht lange aus unter den schönen Herren und Damen, welche auf- und niederwogten. Ob sie eigentlich bloß neidisch wurden oder zornig oder vielleicht sich schämten, wir wissen es nicht, wir hörten bloß, daß sie weidlich schimpften über das vornehme, hochmütige Gesindel, welches täte, als sei es vom Herrgott apart erschaffen. Sie vertrieben sich den Abend damit, auszurechnen, wie viel Handwerksbursche mit dem Gelde, welches hier vertan werde, als wie Majestäten leben könnten, auszukalkulieren, wenn die Herren und Damen schaffen täten und gehörig lebten, sie gar nicht hieher zu kommen brauchten. Erstlich irrten sich die guten Bursche, daß alle, welche hierher kommen, durch zu gut Leben krank geworden, daß sie, wenn sie das Geld hätten, es nur brauchen wollten, um wie Majestäten zu leben, nicht weiser als die törichten Reichen seien. Warum sollte es unser Herrgott denen nehmen, welche es besaßen, und unweisen Kindern es geben? Und wenn sie es nur haben wollten, um damit die Sünden der Reichen zu erkaufen, was hätten sie für Nutzen davon, wenn sie zugleich auch die Krankheiten der Reichen in den Kauf erhielten? Doch an das dachten die guten Kinder nicht; wenn Kinder denken, so denken sie nicht nach allen Richtungen hin, ihre Gedankenreihe ist eine einfache, was dicht daneben liegt, hören sie nicht, fassen sie nicht. Der Apostel Paulus sagte es schon, daß, wer ein Kind sei, rede wie ein Kind.

Sie zogen dem alten Zürich zu, der ehrwürdigen Stadt, welche an ihren Kindern noch viel mehr und allerlei erlebt hat als eine hundertjährige Mutter an ihren Kindern, denn bei tausend Jahren alt wird diese Mutter sein.

Nachdem sie vor dem Tore Toilette gemacht hatten, so gut es möglich, und die gemeinschaftliche Kasse liquidiert, zogen sie in die Stadt, der bezeichneten Herberge zu.


 << zurück weiter >>