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8. Kapitel.
Die Verfolgung

Hunold war unterdessen durch den Wald geeilt und schlug den Pfad ein, welcher an der Weser entlang lief, und der von der breiten Straße, welche sonst die Ortschaften am Flusse miteinander verband, bei der Wassersnot übrig geblieben war. Schwer wurde es ihm auf diesem Erdreich weiter zu kommen, und oftmals sank er bis an die Knie in den Morast ein. Trotzdem erlahmten seine Kräfte nicht, und für sich ein lustiges Lied singend, verfolgte er seinen Weg frohen Mutes. Ihm war es schon recht, daß man ihm auf dem Ehrenfels keine Freundlichkeiten erwiesen hatte, und ohne Rachegedanken gegen den Ritter Peter im Herzen, hatte er sich beeilt, auf dessen unhöflichen Wunsch das ungastliche Haus zu verlassen. Jedoch hatte er auf der Burg genug erfahren, um zu wissen, daß Heinrich an Peter und an Bertha grimme Feinde hatte, die selbst vor einem Verbrechen nicht zurückschreckten, wenn die Gelegenheit ihnen günstig wäre. Hunold war überzeugt, daß Peter sein Anrecht auf den Besitz mit seinen Waffen wahren würde, und daß Pergament und Siegel, wo der höchste Richter in Deutschland, der Kaiser, fern ab war, Heinrich nicht in den Besitz seines Eigentums gelangen lassen würden. Er versank hierüber in tiefes Nachdenken und gab auf den Weg wenig Acht.

Mit einem Male erscholl aus dem Gehölz, welches ihm zur Rechten lag, durchdringendes Kindergeschrei. Erstaunt suchten seine Blicke den Ort, woher es kam, und sein Auge nahm jetzt im aufgeweichten Boden die deutlichen Fußspuren vieler Menschen wahr, deren Weg am Flußufer entlang geführt hatte. Hunold entsann sich der Ausgetriebenen, welche das mit Nahrungsmitteln belastete Fahrzeug Peters entführt hatten, und die stromaufwärts gezogen sein mußten. Die Gedanken an das, was er am heutigen Tage durchlebt, verflogen schnell, als sich das Geschrei wiederholte, und der Spielmann, wilde Katzen im Dickicht vermutend, zog seinen Dolch und ging auf das Gehölz los. Der Mond war untergegangen und dunkle Nacht umgab ihn, als er in den Wald eintrat; der tauende Schnee ließ ihn hin und her glitschen, und eine Baumwurzel, die sich vor ihm quer hinstreckte, und die er in der Dunkelheit nicht sehen konnte, machte ihn straucheln. Sein Dolch entfiel ihm und tiefes Schweigen herrschte um ihn her. Er schalt sich einen Träumer, der sich ohne Not in Gefahr begiebt, und seine Hände griffen in den vom Schneewasser durchtränkten Moorboden, um die Waffe zu finden, die er ungern mißte. Da fing es wieder an zu weinen und dieses Mal recht leise, aber ganz in seiner Nähe. Er tastete dahin, von wo die Stimme ihm erklang und erfaßte den Arm eines kleinen Kindes, das in Lumpen eingehüllt, im tiefen Walde ausgesetzt war. Hunold hielt den merkwürdigen Fund sorgsam in beiden Armen, und das Kind brach erst jetzt in ein durchdringendes Schreien aus, das er vergebens zu besänftigen suchte. Am Rande des Waldes indessen huschte rotes Licht vorbei; es war Peter mit seinen fackeltragenden Reitern, die auf den Spielmann fahndeten.

Hunold hatte die Fackeln und die Reiter erblickt und er begriff leicht, daß es auf ihn abgesehen war, um ihn als Mithelfer gegen Heinrich auf die Burg Peters zurückzubringen. Er wünschte sich Glück, daß der Wald ihn den Späheraugen der ihm Nachsetzenden verdeckte, und mit liebender Sorgfalt suchte er die unordentlich um das Kind geschlungenen Zeugstücke zu glätten, um das schluchzende Wesen vor der Kälte zu bewahren. Tiefes Erbarmen für das Kind ergriff ihn und Verachtung gegen diejenigen Menschen, welche Gottes Ebenbild schändeten, indem sie es der Wildnis und dem gewissen Tode überlieferten. Er glaubte auf der Burg vernommen zu haben, daß viele Eltern durch das wilde Wasser dahingerafft worden waren, während die Kinder derselben oftmals dem wütenden Element entrissen wurden. Bei dem schnellen Dahinziehen des von der Burg ausgetriebenen Volkes konnte es leicht vorgekommen sein, daß eine böswillige Trägerin das Kind, welches ihr zur Wartung anvertraut worden war, in dem Walde niedergelegt und es somit der Fürsorge Gottes und guter Leute empfohlen hatte.

Der Spielmann mußte über seine ungewohnte Bürde lachen. Während ihm sonst, bei einsamen Gängen, die Fiedel oder auch das Saitenspiel zur Hand war und seine Finger die Töne erfaßten, welche seinem Herzen und Munde entquollen, trug er jetzt ein schmutziges und schreiendes Kind, das sich gegen seine Liebesdienste mit Händchen und Füßchen sträubte. Dennoch suchte er es zu begütigen, und der große Mann, dessen Augen scharfen Blickes den Boden musterten, auf dem er gehen wollte, damit kein Morast oder keine über den Weg kriechende Baumwurzel ihn und seinen Schützling zu Falle brächten, beugte voller Teilnahme sein bärtiges Gesicht zu dem des Kindes nieder, dessen schmutzige Händchen dem Spielmann in den Bart fuhren und so herzhaft daran zupften, daß er mit tausend Schmeichelworten um seine Befreiung bat. Die Empfindung der wärmsten Menschenliebe mußte so wohlthuend auf das Kind wirken, daß es beruhigt seine Ärmchen nach einiger Zeit sinken ließ, aus seinen kleinen Händen Fäuste machte und einschlief. Über Stock und Stein lief der Spielmann; das Kind hatte er fest an sich gepreßt, so daß es warm ruhte und zu seines Trägers Vergnügen den festesten Schlaf durch tiefe Atemzüge verlautbaren ließ.

Die Sterne erbleichten schon, als Hunold die Lingenburg erblickte. Müdigkeit verspürte der Spielmann nicht, und so ging er mit eben solchen großen Schritten, wie an dem Tage, als er Heinrich und den Mönch, als beide zu Pferde, zur Lingenburg begleitete, auf diese zu. Eben wollte er über das Feld, welches gerade unter dem Burgberg lag, schreiten als er Peter und seine Reisigen daher traben sah, und eiligst suchte er den nahen Wald wieder auf, wo er sich hinter einem Holzstoß verbarg.

Nicht weit von diesem saßen die Reiter ab, und Peter machte seinem Unmut durch heftige Worte Luft. »Der Spielmann,« sagte er, »muß geradezu durch die Luft geflogen sein, oder der Fluß hat ihn davon geführt, da wir ihn sonst doch erblickt haben müßten.«

»Gnädiger Herr,« hörte Hunold einen der Reiter sagen, »ich glaube, ich sah ihn durch die Luft davonfliegen. Denn der Mann ist und bleibt ein Zauberer. Ihr habt nicht das Gesicht gesehen, in das er das Seinige verwandelte, als er, jenseits der Zugbrücke stehend, uns ein Halt zurief. Ein silberhaariger Greis schien er plötzlich geworden zu sein!« – »Nein,« rief ein anderer, »wie ein Hebräer sah er aus, mit schwarzem Gelock und großer Krummnase!«

Peter schlichtete den Streit, indem er eine abwehrende Bewegung mit der Hand machte. »Seid ruhig,« sagte er, »auch mir scheint er ein Zauberer, da er meinen in Waffen geübten Arm nur durch eine Berührung kampfunfähig machte. Denn sonst« – hierbei erhob er sich und streckte seine Hand gen Himmel – »bei meinem Schutzpatrone! ich hätte diesen Taschenspieler gelehrt, wie man einem Ritter zu begegnen hat. Ins tiefste Burgverließ sperrte ich ihn ein, und seine Füße hätten in dem Moder gestanden, den wir heute Nacht unseren Pferden und uns zumuteten. Doch Bodo soll dafür büßen; er brachte jenen sauberen Patron aus jenem Nest zu uns, jedenfalls weil mein Vetter Ottokar ihn dort auf gute Art los sein wollte. Ja, ja, Freund Bodo, ins Gericht wollen wir mit Dir gehen, sowie wir zu Hause sind.«

Der Morgen dämmerte heran, der tiefblaue Himmel erbleichte, und die Sterne waren nicht mehr sichtbar. Ein kalter, schneidender Wind erhob sich und machte die Verfolger frösteln. Peter seufzte auf. Er dachte daran, daß Bertha es ihm nie verzeihen würde, brächte er den Spielmann nicht mit heim. Einen Augenblick stand er sinnend da und sah nach der Lingenburg, als wenn er überlegte, ob er dort nicht nach dem Flüchtling nachfragen sollte. Jedoch die durchwachte Nacht, der weite Ritt und das Unbehagen, das die Morgenkühle in ihm hervorrief, brachten jedes Bedenken zum Schweigen. Er und seine Begleiter stiegen in den Sattel, und die ausgeruhten Pferde sprengten mit den Rittern davon.

Hunold sah ihnen lachend nach. »Nun weiß ich doch, was meiner wartete, hätte ich dort meine Rolle schlechter gespielt. Der arme Bodo! Aber ihm ist es recht so, denn er wollte an Heinrich zum Verräter werden, und die Strafe ist ihm zu gönnen.«

Dabei fielen seine Augen auf das Kind, das er, um den kalten Lufthauch abzuwenden, hinter dem Holzstoß gelagert hatte, und welches ihn jetzt mit klaren, klugen Augen anlächelte.

»Du bist kein Verräter,« sagte er, indem er es wieder aufhob, und sorgsam in seine Arme schloß; »ein Schrei von Dir hätte mir diese Rotte auf den Hals gezogen. Jetzt werden wir zu guten Leuten gehen, die sich Deiner annehmen, Deinen Hunger stillen und Deinen Leib kleiden werden.«

Die Sonne stand schon am Himmel, als er, an der Burgpforte anpochend, Einlaß begehrte. Er schritt, nachdem er durch das Thor gegangen war, über den Burghof, in die offene Halle, und alles sah ihn so vertraut an und erschien ihm so anheimelnd, daß er vor innerer Lust das Kind jubelnd über den Kopf hielt und auf einem Bein sich rund herum drehte. Hierbei ertappte ihn Jutta, welche soeben für die Küche der Burgfrau die Milch geliefert hatte, die vorher durch ihre geübte Hand von den stattlichen Kühen gemolken worden war.

»Sieh da, Herr Hunold, Ihr wieder hier? Wie geht's auf dem Ehrenfels? Der Ritter Peter brummig, die Burgfrau Bertha böse, aber gescheit – ist es nicht so, gelt, Herr Spielmann? Wie hat sich unterdessen Fräulein Hilda gehärmt, daß Ihr abwesend, wie weinten meine Kinder, daß Ihr sie verlassen!«

Hunold war Jutta näher getreten und reichte ihr lachend das Kind dar.

»Gütiger Heiland,« schrie die Frau, »was wollt Ihr mit dem Wurm? Ist dies ein Angebinde unseres Vetters Peter? Von ihm wohl sicherlich nicht, denn er liebt Kinder so wenig, daß er sie lieber tot als lebendig sieht.«

»Frau,« erwiderte Hunold, »sprecht nicht Dinge, die Ihr nimmer wissen könnt. Seht her, das Kind ist eine Gottesgabe; ich wäre sonst nicht hier, hätte ich es nicht aufgenommen. Nehmt es, um es zu reinigen und ihm schnell neue Gewandung umzuthun. Gebt es mir später zurück, denn es ist das meinige – ein Spielmann soll es werden wie ich.«

Die Frau nahm das Kind, und es kopfschüttelnd betrachtend, ging sie durch den Kreuzgang ihrer Wohnung zu. Hunold wollte nun sein Gemach aufsuchen; aber als er den Treppenflur durchschreiten wollte, der zu seinem Zimmer hinaufführte, zögerte er weiter zu gehen, denn seinem Auge bot sich ein Bild, das ihm ein herzliches Lachen abgewann.

Auf der untersten Stufe der breiten, eichenen Treppe, welche den Flur bis oben hin einnahm, war Karl, der Mundschenk, welcher schon am frühen Morgen die Vortrefflichkeit alter Weinsorten erprobt hatte, des süßen Mostes voll, fest eingeschlafen. Die Frau mochte ihn wohl gesucht, aber nicht gefunden haben, und sie hatte ihre Kinder beauftragt, in der weiten Burg den Vater aufzusuchen. Irma und Tilo hatten es gethan, und als sie ihren Vater in dieser ungewohnten Lage fanden, lange versucht, ihn zu wecken. Aber was vermag Kindermund, und die Kraft eines Kinderarms bei einem berauschten Riesen?

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Irma und Tilo vermochten durch ihr Rufen den Vater nicht zu wecken und der Knabe sah sich ratlos nach einem Helfer um, der die schwere Arbeit ihm erleichtern sollte. Mit einem Male leuchtete es wie frohe Morgensonne über das Gesicht des Kindes, und einen Strohhalm bemerkend, den der Wind vom Hofe in die offene Halle hineingewirbelt hatte, bückte er sich danach und hielt die Beute triumphierend seiner Schwester hin, die den Strohhalm verwundert betrachtete. Aber schnell schien auch ihr das Verständnis über des Bruders Vorhaben aufzudämmern, denn sie ergriff die von ihm dargereichte Hälfte des Halmes, und beide Kinder machten sich daran, ohne auch nur ein Wort gesprochen zu haben, mit dem Halme um die Nase und Ohren ihres Opfers, des schlafenden Vaters, zu fahren, welcher träumend das ungewohnte Kitzeln wohl einer Fliege zuschrieb und mit der Hand den Übelthäter aus dem Gesicht zu vertreiben suchte. Doch die beiden Unarte ließen nicht nach und bald fuhr hier, bald dort der schnöde Strohhalm um Nase, Mund und Ohren, und der Schlafende schnitt Gesichter, daß die Kinder laut auflachten. Aber die Vergeltung blieb nicht aus. Jutta, die Mutter, welche um den Gatten besorgt war, eilte mit Riesenschritten heran, und traf die Kinder so vertieft bei ihrer Arbeit, daß sie erst die Mutter hörten, als sie hinter ihnen stand. Hören und Fühlen war eins, denn auf Tilo fielen hageldicht die Streiche, während das Mädchen Scheltworte hörte, die sie in Thränen ausbrechen ließen. Die Halle widerklang von dem Schreien des Knaben, dem Schluchzen Irma's und den lauten Mahnreden der Mutter, und so war es kein Wunder, wenn dieser Lärm dem Kellermeister die Ruhe benahm. Er schaute um sich, und mit den Händen den Schlaf aus den Augen reibend, erhob er sich von seinem unbequemen Lager und wankte seinem Ehegemahl nach, das den heftig sich sträubenden Knaben, dem sie noch eine besondere Tracht Prügel für seine Unbotmäßigkeit in Aussicht stellte, mit sich zog.

Durch den Lärm herbeigelockt, war Hilda von dem Frauengemach kommend in die Halle getreten. Irma erblickte sie kaum, als das Kind mit einem lauten Ausruf der Freude auf die Blinde zulief, und sich ihr an den Hals hing. Auf die Frage, was ihr widerfahren, erzählte Irma wahrheitsgetreu ihr Vergehen; dem Kinde war von Hilda die Liebe zur Wahrheit so anerzogen worden, daß nichts in der Welt es bestimmt haben würde, einen Fehler, den es begangen, auch nur durch eine Ausrede zu beschönigen. Die wahre Frömmigkeit, in welcher die Blinde atmete, verbreitete auf ihre Umgebung den Trieb zum Guten, dem sich niemand entziehen mochte. Lautre Wahrheit war alles, was sie sprach, und was sie mit Festigkeit von denjenigen verlangte, die ihr nahen durften.

Die Blinde umschloß die Kleine und drückte ihr einen Kuß auf die Stirn. Voller Freude über die Vergebung ihrer Sünden ergriff Irma ihre Schützerin bei der Hand, um sie in die Laube zu führen, die, von der Sonne hell bestrahlt, den Aufenthalt im Freien für eine Stunde ermöglichte. Das anhaltende Geschrei eines kleinen Kindes bannte der Blinden plötzlich den Fuß, und Irma, nach der Seite schauend, rief plötzlich aus: »Sieh, Hilda, dort ist Hunold, unser Spielmann.«

Derselbe war aber schon auf die Blinde zugeschritten. Hinter ihm her brachte Jutta das Kind, dessen Hunger sie mit warmer Milch gestillt und dessen Lumpen von ihr sorgsam seinem kleinen Körper abgenommen und in ein Behältnis gelegt waren, um vielleicht eines Tages Aufschluß über seine Herkunft zu geben. Von der sorglichen Hausfrau säuberlich gebadet und mit reinlichem Gewand versehen, schlug das Kind in seine Hände und stieß vor Vergnügen ein Geschrei aus, das seine Trägerin, trotz allem Zuredens, bei ihm nicht unterdrücken konnte.

Die Blinde reichte dem Spielmann die Hand und sprach: »Ich habe schon Sorge um Euch getragen, Herr Spielmann, daß Euch Unglück betroffen. Der Strom ist so reißend, daß sein Rauschen des Nachts zu mir herauftönt, und mir in Angst um Euch der Schlummer fehlte. Auch soll der Ohm Peter sehr bös sein, und wie mir der Vetter Heinrich erzählte, wäre er gegen ihn im Kloster recht unfreundlich gewesen. Und Heinrich, so setzte sie hinzu, ist so lieb und traut und was hat er in seiner Jugend nicht alles schon gesehen und erlebt! Wenn ich ihm zuhöre, so fühle ich, wie traurig ich sein müßte, da mir das Licht der Augen fehlt, und ich nichts von dem sehen kann, wovon er so schön zu berichten versteht.«

Sie seufzte, aber bald veränderte sich ihr Gesichtsausdruck und lächelnd sagte sie: »Gott der Herr hat wohl gewußt, weshalb er mich so erschaffen, auch dieses wird zum Guten sein.«

Hunold lächelte: »Auch mich hat Gottes Huld beschützt auf dem Wege, denn Euer frommes Herz hat ohne Zweifel seinen Segen auf mein Unternehmen herabgefleht, und seht, wie wohl mir der Himmel will – ich bin allein von hier ausgezogen und bringe ein lebendes, schreiendes Geschenk des Himmels mit auf die Lingenburg.«

»O gebt es mir, das Kind,« rief die Blinde, und ihr Gesicht erstrahlte vor Freude. »Seine Eltern hat wohl die grause Flut hinweggerissen?«

Hunold berichtete kurz, wie er das Kind gefunden, und da inzwischen der Ritter Ottokar und die Burgfrau Hedwig dazugekommen waren und den Ankömmling freudig begrüßt hatten, so wanderte der Findling von Arm zu Arm, und bald wurde ihm das Asylrecht für die Burg verstattet und Hilda ihm zur Pflegerin bestellt. Nur Irma schmollte, sie fühlte sich zurückgesetzt. Auf das Verlangen stets Trägerin des Kindes zu sein, wurde ihr von Hunold bedeutet, daß ihre Pflicht es wäre, wie vordem Führerin der Blinden zu sein. Das wollte sie auch bleiben, aber Trägerin zu werden, dünkte ihr ein noch höheres Ehrenamt.


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