Sagen aus Westfalen
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Spukende Nonnen

In Büren spuken zwei weiße Nonnen. Ein Müller geht einmal am Nikolasabend aus der Haustür, um nachzusehen, ob nicht etwa ein St. Nikolas (jemand, der sich in einen heiligen Nikolaus verkleidet hat) zu dem Hause komme; da sieht er auf der Brücke nahe dem Hause zwei weiße Gestalten sitzen und erkennt sie alsbald als zwei Nonnen. Sie reden ihn an und offenbaren ihm, wie sie darum spuken müßten, weil sie ein Gelübde, einen Viertelscheffel Geldes zum Heiligen Grabe zu bringen, nicht gehalten hätten; sie bitten ihn an ihrer Statt das Geld, das sie ihm einhändigen wollten, zum Heiligen Grabe zu tragen und versprechen ihm dafür einen zweiten Viertelscheffel Geldes zum Lohne. Allein er willfahrt ihren Bitten nicht und zieht sich langsam ins Haus zurück, und als er die Tür hinter sich schließt, hört er noch draußen ihr klägliches Gewimmer und Geschrei.

 


 


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