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Drittes Kapitel.

Die letzten Worte des Polizeipräsidenten hatten Mr. John Rocket in eine widerspruchsvolle Stimmung versetzt.

Wer sollte die Entscheidung in dieser Sache herbeiführen? – Die nächsten Minuten?–... Unsinn! Zu einer Entscheidung gehörte in erster Linie immer er selbst, Mr. John Rocket. Warum hatte ihm also sein Chef keine bestimmte Anweisung gegeben? Zu seiner Verfügung sollte er sich bereit halten? Well, das war er ja immer. An seine Worte sollte er denken? Wahrlich, er dachte angestrengt genug darüber nach.

Und die nächsten Minuten schon sollten die Entscheidung bringen? Drei Minuten waren bereits verstrichen, geschehen aber war noch nichts. Mr. Rocket starrte auf die Tür, durch die der Präsident soeben verschwunden war, gleich als erwarte er jeden Augenblick, daß sie sich wieder öffnen und den Präsidenten hereinlassen müsse, mit dem Befehle auf den Lippen: »Verhaften Sie heute nacht noch diesen Harry Webster!«

Und merkwürdig: noch hatte er diesen Gedanken nicht ganz zu Ende gedacht, als sich wie durch geheime Magie einer Gedankenverwirklichung auch schon die Tür öffnete und der Herr Polizeipräsident hereintrat – im umgehangenen Abendmantel, woraus der blendendweiße Einsatz des weichen Oberhemdes hervorschimmerte wie eine glänzende, leuchtende Schwanenbrust, mit drei englischen und zwei indischen, an einem goldenen Kettchen hängenden Miniaturorden auf den ripsseidenen Frackumschlägen und dem Operahute auf dem Kopfe. Kurzum, ganz der Herr Polizeipräsident, wie er eben erst zur Tür hinausgegangen war, nur mit dem kleinen, selbstverständlichen Unterschiede, daß der Zurückkehrende die weißen Handschuhe nicht an-, sondern abstreifte.

Soweit war der Vorgang für Mr. Rocket der natürlichste von der Welt. Hatte er dessen Eintreffen doch geradezu erwartet. Wie eine vernichtende Salve rollender Kanonenschläge aber, obgleich des Präsidenten Stimme eher etwas matt und schläfrig, denn hart klang, prallten die Worte gegen sein Trommelfell:

»Was haben Sie in Sachen der verhafteten Mary Besant ermittelt? Man führe mir die Person vor!«

Aus weitgeöffneten Augen starrte der Polizeirat seinen Chef verständnislos an. Das Denken fiel ihm in diesem Augenblick sehr schwer. Und auch das Sprechen. Rein mechanisch fielen die Worte von seinen Lippen:

»Verzeihung, Sir, – ich verstehe nicht. Aber Sie – Sie haben doch selbst vor knapp einer halben Stunde die Verhaftete wieder auf freien Fuß gesetzt.«

Jetzt war das Erstaunen bei dem Polizeipräsidenten. Sein Gesicht nahm die unverkennbare Form eines vor lautloser Verwunderung förmlich aufschreienden Fragezeichens an.

Das erste Wort, das Sir George Bulwer, nachdem er sich von seiner Überraschung einigermaßen erholt hatte, hervorbringen konnte, war ein ehrlicher Fluch.

»Verdammt, wenn ich Sie verstehe, Mr. Rocket. Ich sollte das gemeingefährliche Frauenzimmer wieder entlassen haben – ich? Weshalb das und wann? – So sprechen Sie doch, Mann.«

Auf den Polizeirat wirkten die Worte wie ein eisiges Sturzbad. Urplötzlich war er nüchtern geworden, so toll ihm auch der Kopf wirbelte. Selbst ihm bereitete jetzt das gesprochene Wort, das er sonst sehr fließend beherrschte, erhebliche Schwierigkeiten.

» Beg your pardon, sir«, stotterte er. »Sie sehen mich vor einem Rätsel stehen, genau wie Sie selbst, Sir. Aber schließlich –, die Ereignisse liegen doch erst wenige Minuten zurück; ich meine, wenn Sie sich nur zu erinnern beliebten, Sir –«

»Erinnern?« höhnte der Chef. »Woran? Ich erinnere mich, Ihnen in der Vorhalle von Taj Mahal Palace die Besant zwecks weiterer Ermittlungen übergeben zu haben – das ist alles. Unmöglich also, daß ich selbst sie vor einer halben Stunde entlassen haben kann. Zu dieser Zeit saß ich noch im Palace.«

Der Präsident machte eine Pause, als erwarte er eine Erklärung. Plötzlich warf er wie unter der Eingebung eines pfadweisenden Gedankens den Kopf in den Nacken.

»Die Besant hat sicherlich Mitverschworene. Sollte einer dieser Gesellen in meinem Namen die Entlassung telephonisch verfügt haben? Wie ist's – wurden Sie angerufen?«

» No, sir«, erwiderte Mr. Rocket, sehr kleinlaut und sehr verzagt. Ihm begann Furchtbares zu ahnen. Auf das Drängen seines Chefs bequemte er sich zu einem kurzen Bericht der letzten Geschehnisse. Aschgrau und zitternd vor Wut ließ sich der Präsident in den Schreibtischsessel fallen.

»Mann – John Rocket«, rief er. » Sie haben sich von einem beispiellos dreisten Gauner in meiner Maske so hinters Licht führen lassen!«

Die Entscheidung war gefallen!

Mit einem Schlage war Mr. Rocket alles klar; die Anspielungen des falschen Präsidenten, seine Ironie, alles–...

Und wie so oft, gebar auch hier die äußerste Not den rettenden Gedanken. Damit hatte Mr. Rocket auch seine Fassung wieder gewonnen. Er sagte: »Von einem Manne getäuscht zu werden, der in seiner Person die vollendete Mimik eines Berufsschauspielers mit der List eines Fuchses und der Nervenstärke eines Übermenschen vereinigt, kann unter Umständen beschämend wirken. Diesen Meistergauner aber seinerseits überlistet zu haben, ist ein Verdienst, das mir zuzuschreiben ich so frei bin, Sir, Ihnen zu bekennen.«

Wollten die Überraschungen heute kein Ende nehmen? Sir George Bulwer, bei dem sich allgemach die Bettschwere bemerkbar machte, gab sich gewaltsam einen inneren Ruck und schaute seinen Beamten aus fragenden Augen groß an. –– –

»Gewiß, Sir«, fuhr der Rat, zusehends kühner werdend und alles auf eine Karte setzend, fort, »so ist es. Ich habe natürlich die Besant nicht auf freien Fuß gesetzt, sondern in den Polizeigewahrsam abführen lassen. Das Recht zu dieser selbständigen Handlung«, fuhr er mit einer entschuldigenden Verbeugung hinzu, »leitete ich aus meiner Stellung als langjähriger Vertrauter und der daraus hervorgegangenen Praxis ab.«

Mr. Rocket verhehlte sich keineswegs das Waghalsige und Dreiste seines Vabanque-Spieles. Bei der ersten Masche, die er aus Unvorsichtigkeit oder Schwäche fallen ließ, würde das ganze Netz zerreißen. Nun die Karte einmal ausgespielt war, stand in ihm der Entschluß unerschütterlich fest, mit starrer Konsequenz bis zum Äußersten zu gehen. Nicht einmal vor einem Verbrechen würde er im Notfalle zurückschrecken.

Fürs erste galt es, der aufschäumenden Wut des empörten Polizeipräsidenten die Giftzähne auszubrechen. »Dann hätten Sie ja«, brauste der Chef auf und schlug vor Entrüstung mit der Faust auf die Schreibtischplatte, daß die Blätter der Akten Besant ein Zittern befiel, »dann hätten Sie ja – sozusagen–...«

Mr. Rocket erkannte den Höhepunkt der Krise und griff rasch und sicher ein. »Allerdings, Sir, und mit Verlaub zu sprechen –,« sagte er und befleißigte sich dabei eines Tones, der sehr besänftigend wirkte, schon allein deshalb, weil der Sprecher sich wohlweislich hütete, seinem gereizten Chef zu widersprechen. »Sehr wohl, – Sie haben vollkommen recht, Sir. Wenn man so will, habe ich indirekt –«

»Indirekt – indirekt!« Sir Bulwer erstickte beinahe an seinen eigenen Worten. »Ja –, indirekt haben Sie sich eines schweren Ungehorsams gegen mich, Ihren richtigen Vorgesetzten schuldig gemacht.«

»Verzeihung, Sir«, lenkte Mr. Rocket vorsichtig ein, »Ihre Auslegung hat entschieden etwas für sich. Man kann aber die Sache auch anders auffassen. Indirekt, das heißt auf dem Umwege eines Ungehorsams gegen den Pseudopräsidenten, bin ich dem Befehle des richtigen Polizeipräsidenten vom Abend vorher gewissenhaft nachgekommen. Denn Besant sitzt wohl verwahrt hinter Schloß und Riegel, und hier«, – er griff nach den schönen neuen Akten und reichte sie seinem Chef hin – »hier ist das Anklagematerial, das ich rasch genug zusammen getragen habe.«

Des Polizeirats verwegener Trick war entschieden vom Glück begünstigt. Seine Absicht verfing vollauf. Die Akten lenkten Sir Bulwers Aufmerksamkeit von der Person der Besant ab, so daß er auf seinen ersten Befehl, sie ihm vorzuführen, nicht mehr zurückkam. Er klappte den Aktendeckel zurück, fuhr, genau wie sein geheimnisvoller Doppelgänger, auch mit den gekrümmten Fingerknöcheln die Blattmitte hastig einmal auf und ab und ließ seine meergrünen Augen suchend über die Niederschrift gleiten.

»So so –! Ei – ei –! Aha –!« unterbrach er sich mehrmals halblaut bei der Lektüre. Als er geendet, meinte er mit einem Blick auf die Uhr: »Ein Uhr vorbei. Ein wenig spät, aber immerhin – in Anbetracht –!«

Mr. Rocket hörte aus den erwägenden Worten seines Chefs das Verhängnis mit tückischen Schritten sich nähern. Unvorbereitet und tatenlos sollte es ihn gewiß nicht antreffen. Ein abgefeimter Kniff sollte seinem Trick die Krone aufsetzen.

Unerwarteterweise schrillte in diesem kritischen Augenblick das Tischtelephon. Gewohnheitsmäßig griff der Präsident nach dem Hörer. Schon nach den ersten Worten des Anläutenden bemächtigte sich seiner eine nervöse Unrast. Eine Blutwelle überflutete sein hageres Gesicht. Er hatte große Lust, den Hörer auf die Gabel zu werfen, zwang sich jedoch zur Beherrschung. Lautlos drehte er den Oberkörper seinem Beamten zu und bedeutete ihm, durch ein beredtes Spiel der Mienen, sich ganz still zu verhalten.

»Hallo –! Hier Polizeirat Rocket – John Rocket. Sie wünschen?« Und nach einer Minute des Zuwartens: »Ich wiederhole Ihnen noch einmal – Polizeirat Rocket ja, persönlich.« Gewohnt, daß man ihm sofort gehorche, erfüllte die inquisitorische, mißtrauische Art des unbekannten Sprechers den Polizeipräsidenten mit starkem Unmut, dem er durch eine eigensinnige, heftige Bewegung des Kopfes Ausdruck verlieh.

»Gerade diesen Herrn wünsche ich nicht zu sprechen,« versetzte die jenseitige Stimme, »sondern den Herrn Polizeipräsidenten selbst.«

»Dann sind Sie falsch verbunden«, gab der Präsident unwirsch zurück. Im selben Moment reute ihn diese Antwort, da sie ihn der Möglichkeit beraubte, mit dem geheimnisvollen Sprecher telephonisch weiter zu verkehren, ohne seine Selbstverleugnung einzugestehen. Er erfand also eine glaubhafte Ausflucht und sagte: »Sind Sie noch da? – Augenblick bitte. Ich werde den Herrn Präsidenten an den Apparat rufen lassen. Er weilt zufällig im Präsidium.«

Worauf die jenseitige Stimme:

»Diese Mühe kann sich Ihre Liebenswürdigkeit ersparen. Ich weiß ganz genau, daß ich mit Nummer III 118 verbunden bin; weiß, daß dort das Dienstzimmer des Polizeirats John Rocket ist – Zimmer Nr. 43. Ich kalkuliere, daß augenblicklich Mr. John Rocket noch in diesem Zimmer weilt und höchstwahrscheinlich ein wenig geistreiches Gesicht machen dürfte. Endlich bin ich fest davon überzeugt, daß ich im Augenblick die Ehre habe, mit dem ehrenwerten Herrn Polizeipräsidenten selbst, Sir George Bulwer, telephonisch verbunden zu sein.«

»Wenn Sie das so genau wissen«, versetzte der Präsident gereizt, »warum verlangen Sie dann zuerst Mr. Rocket?«

»Weil ich eine Schwäche für ein unterhaltsames Frage- und Antwortspiel habe, wie Mr. Rocket, Ihr smarter Gehilfe, Ihnen vielleicht bezeugen wird. Andererseits habe ich mir die kleine Aufgabe gestellt, der hochweisen Bombayer Ortspolizei ein Schnippchen zu schlagen.«

Worauf Sir Bulwer mit schlecht verhohlenem Unmut sich zu folgendem Kompliment herbeiließ:

»Ich bewundere ebenso Ihre große Offenheit, wie die Kühnheit Ihres Vorhabens. Ein solcher Mann hat zweifellos auch den Mut, seinen Namen zu nennen. Mit wem habe ich also die Ehre?«

Hierauf die jenseitige Stimme:

»Mit Ihrem anderen Ich, dem Polizeipräsidenten von Bombay aus eigener Machtvollkommenheit, genannt – Ha –«

Zum hellen Ärger Sir Bulwers riß in diesem spannungsvollen Augenblick das Gespräch aus irgend einem Grunde ab. Er rief noch zwei-, dreimal, in jedesmal gereizterer Tonart in die Muschel hinein: »Sind Sie noch dort?« Doch keine Antwort schallte wieder. Mit einem halbunterdrückten Fluch warf der Präsident den Hörer auf die Gabel, rieb sich verzweifelt die Stirn, führte unter einer plötzlichen Eingebung den Hörer nochmals ans Ohr und fragte, als sich die Telephonzentrale gemeldet hatte, von wo aus Nummer III 118 soeben verlangt worden war. Die Zentrale des Präsidiums setzte sich augenblicks mit dem Hauptfernsprechamt in Verbindung und erteilte nach kurzer Zeit die Auskunft, daß von der öffentlichen Fernsprechstelle Nummer 311 angerufen worden sei.

»Wo liegt die Fernsprechstelle Nummer 311?« fragte der Präsident seinen Beamten. Diensteifrig suchte dieser ein Nachschlagebuch hervor, schlug es auf, blätterte hin und her, fuhr mit dem rechten Zeigefinger über die zutreffende Seite, verwünschte insgeheim seinen Chef und den Pseudopräsidenten und den ganzen Fall Besant und meldete laut und mit sachlicher Stimme: »Öffentliche Fernsprechstelle Nummer 311 – › The Green‹, Sir, auf dem großen Marktplatz.«

»Beordern Sie sofort einen Beamten nach › The Green‹,« befahl der Präsident. »Er soll versuchen, durch den dortigen Polizisten in Erfahrung zu bringen, wer soeben« – mit einem Blick auf die Uhr – »1 Uhr 20 Minuten, den Fernsprecher Nr. 311 benutzt hat.«

In der Zwischenzeit ließ sich der Präsident das ganze Telephongespräch noch einmal durch den Kopf gehen. Dabei fiel ihm auf, wie merkwürdig doch dieses »Ha –« geklungen hatte. Hatte etwa der unverschämte Sprecher ihm nur einen Tip geben wollen, den Anfangsbuchstaben seines Namens, den zu ergänzen ihm überlassen bleiben sollte! Oder stellte es eine Verhöhnung vor? Ja, das konnte schon eher sein, denn der Laut hatte fast so geklungen wie ein angeschlagenes Gelächter. Ha ha ha! – Warum aber, wenn jener ihn hätte wirklich auslachen wollen, warum dann tat er das nicht gründlich? Unterbrach sich jener freiwillig, oder wurde er unterbrochen?

Mit der ihm eigenen Hartnäckigkeit mühte sich Sir Bulwer zuletzt damit ab, mit Hilfe seines Gedächtnisses und des Gehörs die Klangfarbe des Lautes zu rekonstruieren. Und richtig: je mehr er in die nahe Vergangenheit zurücklauschte und je deutlicher der gesuchte Ton in seinem geistigen Ohr wieder auflebte – zur besseren Veranschaulichung, ahmte er denselben in Gedanken sogar nach –, desto gewisser wurde es für ihn, daß die Stimme, wenn es überhaupt noch dieselbe gewesen, eher die Tonfärbung eines Aufschreis gehabt hatte, denn eines Lachens.

Wie mochte das zu erklären sein?

Die Auskunft des zurückkehrenden Geheimpolizisten, daß auf dem ganzen weiten »Green« überhaupt kein Beamter zu sehen gewesen, gestaltete den rätselhaften Vorgang, statt ihn zu klären, nur noch verwickelter. Er sprang vom Schreibtisch auf, stieß erregt mit dem Stuhl auf den Boden und fuhr seine Beamten an.

» Hell and damnation –! was ist heute mit meinen Beamten eigentlich los? Kann denn keiner seinen Posten mehr ausfüllen, wie sich das gehört? In Anbetracht der Anwesenheit des Nizam und einer dadurch leicht zu Unruhen und Demonstrationen führenden Stimmung unter dem mohammedanischen Teil hiesiger Bevölkerung ist den Polizeistationen durch Runderlaß ausdrücklich befohlen worden, die Straßen von Patrouillen durchstreifen zu lassen und die bedrohten Punkte, wie gerade › The Green‹ mit dem Rathaus und dem Gouvernementspalast, die ganze Nacht hindurch mit verstärkten Wachen besetzt zu halten. Und Sie wollen überhaupt keinem Policeman dort begegnet sein?«

» No, sir –«, versetzte der Geheimpolizist in dienstlicher Haltung.

»Und auch nicht auf dem Wege?«

» No, sir, auch nicht auf dem Wege.«

Der Polizeipräsident runzelte drohend die Stirne.

»Wie war in der letzten Zeit die Stimmung in der Polizeitruppe?« fragte er mit ernstem Seitenblick auf Mr. Rocket.

»So weit ich unterrichtet bin«, versetzte dieser, »gab die Stimmung der Truppen keinen nennenswerten Anlaß zu irgendwelchen Befürchtungen, d. h. –« fügte er vorsichtig und für alle Fälle hinzu, »soweit man den Eingeborenen überhaupt trauen kann.«

Der Präsident nickte vielsagend. Dem Geheimpolizisten befahl er:

»Stellen Sie in dieser Sache unverzüglich Ermittlungen an. Ich erwarte noch im Laufe der Nacht einen erschöpfenden Bericht. – Und Sie, Mr. Rocket«, wandte er sich, nachdem der Geheimpolizist gegangen, an seinen vertrauten Gehilfen, »Sie haften mir dafür, daß über den Zwischenfall auf dem Bankett, der anscheinend bestellt war, nichts in die Presse dringt. Auch nicht über die Vorgänge hier auf dem Präsidium – schon in Ihrem eigensten Interesse nicht, ich sollte meinen.«

Sir George Bulwer ließ sich von seiner »rechten Hand« den Abendmantel um die Schultern legen, ergriff seinen Operahut, streifte die weißen Handschuhe über die Finger und verließ, wein- und gedankenbeschwerten Hauptes, das Zimmer Nr. 43.


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