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29.

Ich denke dein: – es knospen meine Gedanken
Und ranken sich um dich, wie wilder Wein
Um einen Baum die breiten Blätter schlingt,
Und bald ist nichts zu sehn als wuchernd Grün,
Das ganz den Stamm verhüllt.

Doch du, mein Palmbaum,
Versteh mich recht: ich will nicht meine Gedanken
An deiner Statt, denn du bist edler, besser.
Nein, stelle gleich dich selber wieder ein,
Schüttle die Äste und befrei den Stamm,
Wie's einem starken Baum gebührt, und laß
Die grünen Fesseln, welche dich umringen,
Zersprengt, zerrissen, schwer herniedersinken.

Denn selig, dich zu sehen, dich zu hören,
In deinem Schatten neue Luft zu atmen,
Denk ich nicht mehr, – ich bin dir viel zu nah.


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