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Herbst

Am nächsten Tag überreicht mir meine Hausfrau ein Kuvert, ein Laufbursche hätte es abgegeben.

Es ist ein blaues Kuvert, ich erbreche es und muß lächeln.

Die Überschrift lautet:

»Erster Bericht des Klubs.«

Und dann steht da:

»Nichts Besonderes vermerkt.«

Jaja, der brave Klub!

Er kämpft für Wahrheit und Gerechtigkeit, kann aber nichts Besonderes vermerken!

Auch ich vermerke nichts.

Was soll man nur tun, damit sie nicht verurteilt wird? Immer denke ich an sie –

Liebe ich denn das Mädel?

Ich weiß es nicht.

Ich weiß nur, daß ich ihr helfen möchte –

Ich hatte viele Weiber, denn ich bin kein Heiliger, und die Weiber sind auch keine Heiligen.

Aber nun liebe ich anders.

Bin ich denn nicht mehr jung?

Ist es das Alter?

Unsinn! Es ist doch noch Sommer.

Und ich bekomme jeden Tag ein blaues Kuvert: zweiter, dritter, vierter, fünfter Bericht des Klubs.

Es wird nichts Besonderes vermerkt.

Und die Tage vergehen –

Die Äpfel sind schon reif, und nachts kommen die Nebel.

Das Vieh kehrt heim, das Feld ist kahl –

Ja, es ist noch Sommer, aber man wartet schon auf den Schnee.

Ich möchte ihr helfen, damit sie nicht friert.

Ich möchte ihr einen Mantel kaufen, Schuhe und Wäsche.

Sie braucht es nicht vor mir auszuziehen –

Ich möchte nur wissen, ob der Schnee kommen kann.

Noch ist alles grün.

Aber sie muß nicht bei mir sein.

Wenns ihr nur gut geht.


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