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Zehntes Kapitel.
Eine Haussuchung und ihre Folgen


Ungefährdet hatte Emilie die mütterliche Wohnung erreicht. Das Antlitz der Matrone war in Tränen gebadet, als sie eintrat, doch war sie ruhiger und gefaßter, als man nach dem Vorgefallenen hätte erwarten sollen. Eine aufgeschlagene Bibel lag vor ihr; aus dem Buche des Lebens hatte die Bekümmerte Trost und Kraft zur Ergebung geschöpft. Die Tochter berichtete, daß Friedrich in Sicherheit sei, verschwieg jedoch absichtlich seinen Aufenthalt, und ebenso unterließ es die Mutter, danach zu fragen. Es war, wenn die Polizei nachfragen sollte, in jedem Falle besser, nichts zu wissen.

Kaum, daß Emilie eingetreten war, kehrte auch der Kantonmaire zurück. Die Damen erschraken, als unten die Haustür ging, und machten sich auf einen zweiten Auftritt gefaßt; aber er ließ sich nicht wieder blicken. Er hatte sich in seine Gemächer begeben. Unsere Freundinnen begannen wieder einige Hoffnung zu schöpfen. Möglich, daß er sich inzwischen doch eines andern besonnen hatte …

Nachdem sie noch eine Weile die Begebenheiten des Abends besprochen und die Geldfrage beraten hatten, begaben sie sich zur Ruhe. Doch fanden sie begreiflicherweise nur wenig Schlaf.

Es war in der Frühe des andern Morgens, als die Mutter, aus unruhigem Schlummer durch ein heftiges Pochen an der Außentür aufgeschreckt, in die Höhe fuhr. »Mein Gott,« rief sie, »sicher die Polizei. Emilie!«

Die Tochter erwachte. »Was ist, mein Mütterlein?«

Eben klopfte es wieder.

Betroffen richtete sich Emilie auf. »Oh – sollte Kurt doch –«

Wie der Blitz war sie aus den Federn, kleidete sich hastig an und eilte ans Fenster. Ein Blick auf den Vorbau belehrte sie, was sie von dem Besuche zu halten hatte. Da draußen standen zwei Männer in Uniform, der Polizeikommissar und ein Gendarm, die mit sichtlicher Ungeduld das Öffnen der Tür erwarteten. Emilie öffnete das Fenster und fragte in entrüstetem Tone:

»Wer wagt es, so früh hier zu stören?«

Die Beamten wandten ihr das Antlitz zu. Der Kommissar sah ziemlich mürrisch aus, seine Miene wurde jedoch sofort freundlicher, als er die junge Dame erkannte. Er zog den Hut und sagte in höflichem Tone:

»Pardon, Mademoiselle, daß ick stören so früh. Woll Sie sein so gut, aufßumak die Tür? Ik aben un ordre serr unangenehm, ik bedauern serr – mais je ne saurais qu'y faire.« ich bedaure sehr, aber ich kann es nicht ändern

»Einen Augenblick, Monsieur,« erwiderte Emilie, »ich werde Mama benachrichtigen.«

Sie schloß das Fenster. Der Franzose mußte sich wohl oder übel gedulden. Beide Damen vollendeten, so gut es in der Eile geschehen konnte, ihren Morgenanzug, brachten Bett und Zimmer einigermaßen in Ordnung und ließen erst dann die Beamten eintreten. Mit großem Wortschwall entschuldigte sich der Kommissar abermals wegen der Störung.

»Genug, mein Herr,« unterbrach ihn die Matrone mit Würde, »wollen Sie mir nicht sagen, welchem Umstande ich Ihren frühen Besuch verdanke?«

Der Kommissar blickte betroffen auf. Durch die Ruhe der alten Dame einigermaßen aus der Fassung gebracht, gab er nicht ohne Verlegenheit zur Antwort:

»Abe Sie keine Ahnung, Madame, wirklich nicht? Ik aben ordre, pour arrêter monsieur le professeur Frédéric de Grandeborn –« Ich habe Befehl, den Herrn Professor Friedrich von Grandenborn zu verhaften.

Die Greisin fiel ihm ins Wort.

»Wie, höre ich recht, mein Herr?« Sie rief es in einem Tone, in dem Schmerz, Entrüstung und äußerste Verwunderung einander die Wage hielten. »Meinen Sohn, den Professor von Grandenborn, wegen dessen man schon einmal uns in der ungehörigsten Weise inkommodiert hat, den wollen Sie – den suchen Sie hier, hier bei mir? Ich bitte Sie, mein Herr – da liegt entweder ein Irrtum vor oder man hat sich eine Mystifikation mit Ihnen erlaubt.«

Der Kommissar machte große Augen.

»Mystifikation?« wiederholte er gedehnt. Er sah sich im Zimmer um. » Mon Dieu, das – wie kann sein? Monsieur le cantonmaire, il même aben gegeben die ordre – en voilà les' Sie, Madame, je vous prieder Herr Kantonmaire, er selbst hat den Befehl gegeben – wohlan, lesen Sie, Madame, bitte.

Er zog ein in Briefform zusammengefaltetes Blatt aus der Brusttasche und reichte es der Matrone hin. Sie entfaltete es. Emilie, die anscheinend völlig ruhig im Hintergrunde stand, trat herzu und sah, an die Mutter sich schmiegend, ihr über die Schulter. Beide lasen die in französischer Sprache geschriebenen Worte:

 

»Dem Herrn Polizeikommissar die Mitteilung, daß der pp. Professor von Grandenborn Gelegenheit gefunden hat, sich während meiner Abwesenheit in meine Wohnung zu schleichen und in den Appartements von Mutter und Schwester Aufenthalt zu nehmen. Sie werden ihn sofort nach Ihrer Rückkehr verhaften.

Wendheim, Kantonmaire.«

 

Mit einem unsagbar schmerzlichen Gefühle faltete die alte Dame das Blatt wieder zusammen. Aber das Gesicht, mit dem sie es dem Polizisten zurückgab, zeigte nicht die mindeste Spur von Erregung. Um Emiliens Lippen zuckte ein Lächeln.

»Es ist, wie ich sage,« nahm die Mutter ruhig das Wort. »Wann haben Sie diese abscheuliche Denunziation erhalten, mein Herr?«

» Cette nuit, diese Nacht. Madame,« lautete die höfliche Antwort. »Ik nit sein ßu Haus; komm ik ßurück in mein logis, ist da gewest monsieur le cantonmaire, finden ik sur la table cette lettre écrite par lui.« auf dem Tische diesen von ihm geschriebenen Brief.

»Nicht möglich, mein Herr. Sie sind mystifiziert worden. Sehen Sie selbst – visitieren Sie unsere Gemächer, das ganze Haus – alles steht zu Ihrer Verfügung. Suchen Sie!«

Der Beamte schüttelte den Kopf. In Begleitung der Damen begann er mit dem Gendarmen die Besichtigung der Räume. Sämtliche Zimmer der Damen, selbst Keller und Speicher wurden durchsucht – natürlich vergeblich. Der Gendarm, ein Deutscher, machte ein grimmiges Gesicht. In dem Benehmen des Kommissars war keine Änderung zu bemerken. Ob er, der Franzose, sich nicht allzuviel aus dem Mißerfolg seiner Sendung machte?

» Miraculeusement, parbleu!« Wunderbar, wahrhaftig! bemerkte er, indem er sich zum Abzug anschickte. »Und mes dames certainement nit kann sak, où monsieur le professeur sein cachéwo der Herr Professor sich verborgen hält.

Beide Damen versicherten, daß sie nicht imstande seien, irgend welche Auskunft zu geben. Jener zuckte mit einem vielsagenden Lächeln die Achseln und empfahl sich. Der Gendarm brummte etwas Unverständliches in den Bart und verließ, seinem Vorgesetzten folgend, gleichfalls die Wohnung.

Die Zurückbleibenden tauschten mit einander einen schmerzlichen Blick. »Also doch, o der Unselige!« flüsterte die Greisin. Tiefaufseufzend sank sie, einer Ohnmacht nahe, auf einen Stuhl.

Auch Emilie war erschüttert, empört. Daß Kurt gegen Friedrich, gegen einen Mann, mit dem er zusammen aufgewachsen, von einer Mutter erzogen worden war, so sehr alle brüderliche Gesinnung verleugnen konnte, daß er im Stande gewesen war, jener in einer Aufwallung leidenschaftlichen Zorns ausgesprochenen Drohung wirklich Folge zu geben – die Erfahrung nagte wie ein böses Gewürm an ihrem Herzen. Alles bäumte sich in ihr gegen den schrecklichen Menschen auf.

»Das Ungeheuer, der Unmensch!« rief sie und ballte ingrimmig die kleine Faust. »Traun, er soll mir's noch einmal wagen, den schmachtenden Liebhaber zu spielen.« Ein schluchzender Ton drang aus ihrer Brust. »Zwischen mir und ihm ist jetzt alles – alles aus.«

Betroffen über ihre Heftigkeit hob die Mutter das blasse verweinte Antlitz empor. »Glaubst Du,« flüsterte sie, und wiegte zweifelnd den Kopf, »daß Kurt wirklich ernstere Absichten hege? Ich – nein, nach dieser Erfahrung glaube ichs nicht … Rege Dich nur nicht zu sehr über den Verblendeten auf.«

Sie richtete, ihre Schwäche bezwingend, sich mühsam auf und berührte die Zürnende sanft am Arm. Mit einem flehenden Blick in ihr erregtes, glühendes Antlitz fuhr sie fort: »Er ist ein Verblendeter – daran denke, mein Herzenskind! Wenn er nachher zum Frühstück erscheinen wird, ich bitte Dich, bleibe ruhig, meine Tochter, bezwinge Deine Gefühle! Das Gegenteil führt zu nichts – möchte uns den Rasenden am Ende noch völlig entfremden … ›Durch Stillesein und Hoffen werdet ihr stark sein‹, heißt es in der heiligen Schrift. Vielleicht, daß ihm doch noch einmal die Augen aufgehen werden …«

Zum Frühstück erschien jedoch der Kantonmaire nicht. Er hatte eine schlechte Nacht gehabt; erst gegen Morgen entschlummert, schlief er bis in den Tag hinein. Die Mutter brachte ihm das Frühstück auf sein Zimmer. Ohne mit den Damen gesprochen zu haben, stürmte er nach seinem Bureau. Erst gegen Mittag sahen sie ihn wieder.

Kurz war seine Begrüßung, seine Miene finsterer als je. Er begab sich in das an das Wohngemach der Damen anstoßende Eßzimmer und ließ sich stumm an der Tafel nieder. Die Matrone sprach das Tischgebet, und man begann zu essen. Wortlos wurde das Mahl verzehrt. Erst beim Nachtisch unterbrach Kurt das Schweigen. Ohne die Augen zu erheben, fragte er: »War der Polizeikommissar hier?«

Es war zweifelhaft, an wen er die Frage richtete.

»Er war hier, Kurt,« erwiderte die Matrone sanft.

»Und?« Er erhob das Auge. Eine gewisse Spannung lag in seinem Gesicht.

»Und? Nun, und?« gab Emilie, statt der Mutter das Wort ergreifend, mit zuckendem Munde zurück. »Du denkst wohl, Kurt, so ein paar schwache Frauen wie wir ließen sich von Dir einfach wie ein Wurm zertreten? Da mußt Du doch ein Frauenherz wenig kennen. Der Triumph, Deinen Bruder – o pfui, Deinen Bruder! – dem Gefängnisse und einem schimpflichen Tode überliefert zu haben, ist Dir nicht vergönnt!«

Sie erhob sich und verließ geräuschvoll das Zimmer.

Betroffen sah ihr der Kantonmaire nach. » Belle Emilie,« bemerkte er, indem er sich zu einem Lächeln zwang, »ist ungehalten über mich, obwohl –«

»Mit vollem Recht,« unterbrach ihn die Mutter traurig. Tränen stürzten aus ihren Augen. »Es ist ihr Bruder, Kurt, es ist mein Sohn, den Du verfolgst.«

Kurt räusperte sich.

»Ich bin es gewohnt,« hob er nach einer Pause mit unsicherer Stimme von neuem an, »in meinen Beweggründen und Handlungen mißverstanden zu werden.« Er lehnte sich auf dem Stuhle zurück. »Der Betroffene hat, wenn ich Emilie richtig verstanden habe, sich zu salvieren gewußt. Ich aber mußte meine Pflicht tun, chère maman, meine Pflicht – ohne Rücksicht, verstehen Sie wohl, so unangenehm auch die Notwendigkeit ist – und überhaupt, darf ein Beamter mich Rücksichten fragen?«

Die Matrone zuckte die Achseln. »Auch ein Beamter,« erwiderte sie, »hat zuerst und vor allen Dingen zu fragen, was Gott im Himmel zu seinen Handlungen sagen wird, nicht, wie seine menschlichen Vorgesetzten sie beurteilen. Was hat« – sie sah ihn scharf an – »Friedrich getan? Nichts weiter, als in offener aber bescheidener Weise – auch ich habe, wenn Du es wissen willst, seine Broschüre gelesen – seine Meinung gesagt als ein ehrlicher Mann. Darum verfolgt man ihn und Du, Du machst Dich zum Schergen seiner Verfolger. Ist das die Freiheit, für die Du sonst schwärmtest?«

Der Kantonmaire entfärbte sich. » Pardon, ma chère maman, das verstehen Sie einmal nicht. Wenn Reaktionäre –«

»Ich verstehe sehr wohl, Kurt,« fiel die Matrone dem Sprechenden ins Wort. »Du sprachst von Deinen Beweggründen. Dein eigen Gewissen mag Dir sagen, wie es in Wirklichkeit damit steht, ob wirkliche Gewissenhaftigkeit oder Selbstsucht Deine Handlungen diktiert. Doch Gott wird am Ende alles richten und rächen.«

Sie hob die Tafel auf. Mißgestimmt verabschiedete sich der Kantonmaire. Im Grunde war es ihm, wenn er jetzt im Lichte des Tages die Ereignisse überdachte, gar nicht unlieb, daß Friedrich entschlüpft war. So schonungslos er auch in der ersten Aufregung hatte vorgehen wollen – er hatte ein Haar in der Geschichte gefunden. Er liebte Emilie – liebte sie mehr, als die Seinigen ahnten – und gerade Emilie – er sah es recht wohl – hatte er durch seine Handlungsweise auf das allertiefste verletzt. So viel war ihm klar: wäre geschehen, was er in der ersten Aufwallung beabsichtigt hatte, wäre Friedrichs Verhaftung Tatsache geworden, so konnte er jetzt ein- für allemal seine Hoffnungen auf den einstigen Besitz der Geliebten begraben. Unter solchen Umständen durfte er es wirklich noch als eine günstige Fügung preisen, daß die Sache eine solche Wendung genommen hatte. Mit Genugtuung sagte er sich: er hatte getan, was ihm nach Pflicht und Gewissen oblag, er hatte, alle Rücksicht auf Liebe und Verwandtschaft bei Seite setzend, den »Reaktionär« den Händen der Polizei überantwortet: mehr war von ihm zur Betätigung seiner loyalen Gesinnung nicht zu verlangen. Was konnte er dafür, daß der Kommissar seiner Weisung, den Professor zu verhaften, nicht rechtzeitig nachgekommen war? Mochte der sehen, wie er seine Versäumnis verantworten konnte; er selbst brauchte sich nichts vorzuwerfen; andere konnten ihm ebensowenig einen Vorwurf machen, und er hatte noch obendrein die Beruhigung, daß eigentlich nichts geschehen war, was Emilie berechtigte, ihm dauernd gram zu sein. Denn daß Friedrich, nachdem er allen bisherigen Nachforschungen der Polizei entgangen war, jetzt vollends entkommen werde, daran zweifelte er keinen Augenblick … Wenn er es verstand, diesen Umstand in eine für ihn möglichst günstige Beleuchtung zu rücken, so mußte sie ja schließlich kein Mädchen sein, wenn sein Werben nicht dennoch mit der Zeit den gewünschten Erfolg haben sollte.

Innerlich noch mit diesen Gedanken beschäftigt, begab er sich auf sein Bureau. Er hatte sich kaum an seinem Arbeitspulte niedergelassen, als es klopfte. Auf sein ›Herein‹ trat – der Polizeikommissar über die Schwelle.

»Nun, was gibt's?« rief, seinen verbindlichen Gruß erwidernd, ihm der Kantonmaire auf französisch entgegen. »Sie haben meine Mitteilung erhalten?«

»Erhalten, ja, aber –«, der Eingetretene sah den Kantonmaire hilflos an.

»Aber?«

»Die Verhaftung konnte nicht stattfinden, weil – nun, weil der junge Herr nicht im Hause zu finden war. Madame, die Frau Hofrat, behauptet –«

»Was behauptet Maman?« fragte der Kantonmaire, da jener schwieg.

»Das Ganze laufe auf eine Mystifikation hinaus,« versetzte der Polizeikommissar zögernd.

»Was – eine Mystifikation?« Der Kantonmaire biß sich in die Lippen. »Nein, Monsieur, von einer Mystifikation kann hier schlechterdings nicht die Rede sein. Dazu ist mir –«

Er brach plötzlich ab. Erregt durchmaß er ein paarmal das Zimmer. »Eine Mystifikation,« murmelte er, » mille tonnerres!« Mit finsterer Miene, eine Zornesfalte auf der Stirn, trat er dicht vor den Kommissar hin und bemerkte scharf: »Die Verhaftung hätte sogleich, noch in der Nacht erfolgen müssen, Monsieur! Warum sind die Herren, wenn man sie braucht, so selten auf ihrem Posten? Ich habe das Meinige getan. Was gedenken Sie jetzt zu tun?«

Verblüfft durch den strengen Ton, in dem der Kantonmaire gesprochen hatte, gab der Franzose nicht ohne ein gewisses Schuldbewußtsein – er hatte die Nacht auf einem Balle zugebracht – zur Antwort:

»Ich habe bereits die nötigen Maßregeln zu erneuter Verfolgung des Geächteten getroffen. Der junge Herr kann unmöglich einen solchen Vorsprung gewonnen haben, daß er zum zweitenmale unsern Händen entschlüpft. Vielleicht aber könnten Sie selbst, Herr Kantonmaire, uns einen Fingerzeig geben, in welcher Richtung unsere Recherchen einzusetzen haben. Mir einen solchen zu erbitten, bin ich eigentlich hier.«

Kurt machte große Augen.

»Ja, wie soll ich nun imstande sein,« versetzte er spöttisch, »Ihnen zu sagen, wohin der Delinquent seine Schritte gewandt hat? Mich hat er begreiflicherweise nicht in sein Vertrauen gezogen. Nicht einmal, welche Kleidung er trug, habe ich in der Aufregung ad notam genommen. Da müssen Sie selbst sehen. Wozu hätten wir überhaupt die Polizei?«

Der Kommissar sah, daß mit dem Kantonmaire heute nicht gut Kirschen essen war. Er empfahl sich.

In einer schwer zu beschreibenden Stimmung blieb der Kantonmaire zurück. Aergerlich über Friedrich, dessen reaktionäre Gesinnung ihm schon so viel Verdruß im Leben bereitet hatte, ärgerlich über die Mutter, deren Worte – er mochte es sich gestehen oder nicht – sich wie ein Stachel in seine Seele gebohrt hatten, ärgerlich über Emilie, über den Polizeikommissar und über die ganze Welt vergrub er sich in seine Akten.

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