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Ein Heiratsorakel.

Großmütter sollen sonst gern ihren Enkelkindern schöne Märchen und lustige Geschichtlein erzählen. Mein Großmütterlein aber tat dies nicht, obwohl ich viel in ihrer Nähe weilte und sie mit mir jungen Racker oft genug ihre liebe Not hatte, um verschiedene Defekte vor dem forschenden Auge der Mutter zu verbergen, die mein Unverstand im Verein mit dem jugendlichen Unbande in die Kleider gebracht hatte. Hatte ich es wieder einmal doch gar zu arg getrieben, dann gab es ja auch von ihrer Seite ernste Mahnung und Verwarnung, aber sie waren lieb und lind eingekleidet in die Milde und Ruhe des Alters, das viel erfahren und selbst viel gelitten hat. Des öfteren pflegte sie dann auch ein Stücklein ihrer Lebenserfahrung dreinzugeben, das mir die Wahrheit der Strafpredigt noch in einem Lebensbilde vor Augen erhalten sollte, und von solch einem kurzen Geschichtlein will ich mit Hinzufügung der erklärenden Umstände anmit berichten.

Großmutters Wiege war in einem Bürgerhause der kleinen Stadt gestanden, wo die Isar vielarmig durch weite Auen rinnt und daran anschließend das Isarmoos sich stundenweit ausdehnt. Die kluge Frau, von deren Handeln berichtet werden soll, war dort ihre Nachbarin gewesen und das Mütterlein selbst eines von den jungen Mädchen, das nicht in die engere Wahl gekommen war. In diesem Städtchen nun dehnte sich vor dem schönen, gotischen Hallenbaue der St. Johannis-Pfarrkirche jener Teil des Marktplatzes aus, wo die Erzeugnisse des bürgerlichen Handwerkerfleißes feilgeboten wurden, während Getreideschranne und Viehmarkt mit ihrem lauteren Getriebe etwas abseits lagen. Demgemäß waren auch die Geschäftshäuser der Bürger verteilt; die Stätten des Genusses mehr auf dem lärmenden Markte, die Betriebe stiller Arbeit auf dem Kirchplatze und eines dieser altbürgerlichen Häuser nahe der Kirche gehörte der alteingesessenen Tuchmachersfamilie Starz, deren Ahne Leonhard Starz schon 1483 noch vor Vollendung der Pfarrkirche die Tuchmachermesse auf dem Wollwirkeraltare der von der Innung errichteten Tuchmacherkapelle gestiftet hatte. Der letzte Inhaber dieses Geschäftes war bereits seit einigen Jahren auf der Höhe bei St. Thekla zur ewigen Ruhe in die Familiengrabstätte gebettet und die Witwe führte einstweilen mit dem schon erwachsenen Sohne das Geschäft in der alten biederen Art weiter. Die Mutter hätte sich recht gern in die durch Altvätersitten festgesetzten Ruhestübchen zurückgezogen, wenn nur der Sohn sich entschlossen hätte, das Geschäft allein zu übernehmen; dieser zögerte aber Jahr für Jahr und der Hauptgrund dafür war, daß er als junger Hausherr auch eine junge Hausfrau brauchte und die Wahl dazu fiel ihm recht schwer. Die Schwierigkeit der Wahl lag nicht in dem Mangel heiratsfähiger Bürgerstöchter, deren gab es genug, und wenn der Geschäftsinhaber der Firma Starz irgendwo gebeten hätte, wäre er wohl überall als lieber Schwiegersohn gern aufgenommen worden; die Hauptschwierigkeit lag in ihm selber; er war auch dabei vielleicht allzusehr der überlegende und berechnende Kaufherr. Das Herz sollte zwar in diesem Lebensgeschäfte nicht zu kurz kommen, aber auch der kühlabwägende Kopf sollte dennoch seine Rechnung dabei gut abschließen können. Das Herz hatte bei ihm überhaupt noch nicht gesprochen, er kannte ja die Altersgenossinnen alle von der Schulbank her und war mit ihnen lieb und gut, aber daß ihm auch nur eine näher stünde als die andern konnte er nicht finden. Ebenso unentschieden blieb die verstandesmäßige Berechnung. In der alten, schweren Vätertruhe lagen ihm ja neben vergilbten Urkunden und Rechtsbriefen auch so manche neuere und schwerwiegende Schuldverschreibungen, auch von Bargeld lagen nicht wenige hübsche Stümpflein dabei, die sechs Gesellen an den Webstühlen hatten vollauf Arbeit und das ganze Geschäft im Tuch- und Wollhandel blühte, aber immerhin war ein gut Stück bräutlicher Mitgabe nicht zu entbehren, weil ja auch er seine jüngeren Schwestern einmal damit ausstatten mußte, wenn sie einem Bürgersohne zum Traualtare folgen würden. Wenn also auch die Größe der Morgengabe nicht allein das Entscheidende sein sollte, in gewisse Berechnung mußte sie immerhin gezogen werden und soweit er daraufhin die in Betracht kommenden Familien durchging, – man kannte ja in dem kleinen Städtchen die Vermögensverhältnisse gegenseitig ziemlich gut, so ergab sich auch da kein bestimmender Entscheid.

Auch die Mutter war für den Sohn schon oft auf heimliche Brautschau gegangen, wenn die fleißigen Hände mit still beschaulichem Denken den Strickstrumpf förderten, und sie war sich klar geworden über die Auserwählte, welche sie am liebsten als Nachfolgerin im Hause schalten und walten sähe, aber dennoch wollte sie der Wahl des Sohnes nicht vorgreifen. So saßen denn die beiden manchen Abend nach Arbeitsschluß friedlich beieinander und besprachen die Heiratsangelegenheit, halb wie Liebessache, halb wie Geschäftssache und allmählich hatte sich die Sache doch so weit klären lassen, daß nunmehr nur eine engere Wahl zwischen Dreien blieb: des Goldschmiedes Silbernagl Franzi, des Lebzelters Loichinger Marie und des Batzenbräuers Resi. Doch auch jetzt noch machte sich das Sprichwort wahr: »Wer die Wahl hat, hat die Qual.« Die Geldfrage konnte völlig ausscheiden, weil sie in allen Fällen ziemlich gleich geregelt würde, dafür trat die Frage nach den Hausfrauentugenden mehr in den Vordergrund und mit ihr auch die Herzensfrage. Ein liebeleeres Heim wäre um jeden Preis zu teuer erkauft und ein so trauliches Verhältnis, wie es zwischen Vater und Mutter bestanden hatte, begehrte auch sein Herz wieder für das alte liebe Haus. Nun schien aber des Goldschmiedes blondes Töchterlein wohl doch zu sehr der Eitelkeit und Gefallsucht ergeben zu sein, weil sie bei jeglicher Gelegenheit den vollen Schmuck, wie er sich im Hause vererbt und gemehrt hatte, gern zur Schau trug; für das Haus des Goldschmiedes mochte dies ja sogar noch gut sein, weil es zugleich auch eine Schaustellung der häuslichen Kunstfertigkeit war, aber für sein Haus wäre es ihm wohl nicht lieb; hatte ja auch die Mutter des eigenen Hauses reiche Frauenzier nur dann aus der wohlverwahrten Schatulle vorgeholt, wenn es bei ganz festlichen Gelegenheiten galt, des Hauses Ehre würdig zu vertreten. Von des Lebzelters Marie hinwiederum fürchtete er, so sehr ihm sonst die glänzenden Kirschenaugen und das reiche rabenschwarze Haar gefielen, daß sie sich nicht mit der Genügsamkeit der Mutter würde befreunden können, die gute, kräftige Hausmannskost für besser und zuträglicher hielt als feines Gebäcke und süße Leckereien. Vielleicht wäre am Ende doch die Wahl der Bräuer-Resi das beste: aus dem rosigen Gesichte blickten braune Rehaugen frisch, aber milde in die Welt, ihre Haarkrone hatte das liebe Goldbraun des Weizens, wenn er zur Ernte reif wird, emsig war sie im Geschäfte des Vaters tätig und scheute sich nicht, die Ratsherren und Bürger selbst zu bedienen bei ihrem stillen Abendtrunke, herzensgut mußte sie wohl auch sein, denn es war bekannt, daß sie für die Armen allzeit ein liebes Wort und gute Gaben übrig hatte und sich nicht schämte, die von Hochzeiten oder ähnlichen Schmausereien übriggebliebenen Speisen selbst ins Spittel zu tragen und an die alten, gebrechlichen Insassen zu verteilen, dabei fehlte ihr in guter Gesellschaft der Frohmut des Lebens keineswegs, wenn sie auch sofort den ganzen Stolz der ehrsamen Bürgerstochter herauszukehren wußte, sobald ein unschönes Wort sie belästigt hatte. Ob sie aber aus dem regsamen, an lustiger Unterhaltung reichen Getriebe der Gastwirtsstube sich in sein stilles Heim finden würde, war denn doch wieder eine Frage, und er liebte so sehr diese trauliche Stille nach des Tages Last und Arbeit, wenn er auch kein abgesagter Feind froher Geselligkeit war.

Mit allen diesen Überlegungen kam er aus den Zweifeln und Bedenken nicht heraus zu klarem Entscheid. Um endlich darüber hinwegzukommen, machte ihm die Mutter einen eigenartigen Vorschlag, der gleichsam als Heiratsorakel wirken und Erlösung bringen sollte. Der mütterliche Plan war aber also angelegt: am kommenden Bretzensonntag wollte sie dafür sorgen, daß die drei Auserwählten zugleich mit ihnen den üblichen Ausflug nach dem Griebelhofe machen dürften unter dem Vorwande, die geschäftsbräuchliche größere Zeche bei dem Käufer abzuleisten. Dort sollten dann die drei in gleicher Weise vergnüglich bewirtet werden und zwar zum Schlusse noch mit einem Stück Käse. Während nun die Mutter dafür sorgen wollte, daß die Mädchen in ein ablenkendes eifriges Gespräch verwickelt würden, sollte der Sohn genau achthaben, auf welche Art jede einzelne davon ihren Anteil verzehren würde. Auf diese Weise erhoffte die Mutter einen näheren kleinen Einblick in die Charakteranlage der Mädchen zu gewinnen.

Der Sonntag Lätare kam im Lichtgewande des sonnigen Märztages und in seinen Nachmittagsstunden wanderte ein gut Teil der heiratsfähigen Jugend, ehrsam betreut von Vätern oder Müttern in Gruppen, die sich nach Sippe oder Neigung zusammenfanden, aus der Stadt ab gen den Griebelhof zum frohen Spiel des hergebrachten Bretzenhackelns.

Der Griebelhof war aber ein nur eine kleine Stunde entferntes, vielgenanntes Gasthaus an der inneren Kreuzstraße, die von der unteren Donau und dem Bayerwalde her nach München zuführte und sich dort mit der Straße Regensburg–Mühldorf kreuzte. Zu den Zeiten nun, wo noch alles Frachtgut mittels Pferden und Wägen befördert werden mußte, waren jene Wirtshäuser an den Hauptstraßen, die gerade in der richtigen Entfernung voneinander standen, so daß sie für die Mittags- oder Abendrast bequem lagen, von lebhaftem Fuhrwerksverkehr heimgesucht. Geldschmieden nannte sie deshalb das Volk scherzendernst. Der Griebelhof war nun solch ein Haus und man merkte an seinem gewaltigen Mauervierecke leicht seine Bedeutung wie seinen Reichtum, da es fast den Eindruck einer wohlverwahrten Festung bot. An der Straßenseite die langgestreckten Wirtsgebäude mit den weiten Gaststuben und den entsprechenden Küchenräumen, auf der einen Seite dann die Gebäude für den eigenen Feldbau, gegenüber die ausgedehnten Stallungen für die zugestellten Pferde und im Hintergrunde weite Hallen für die Unterstellung der Frachtwägen, das Ganze von zwei hohen Toren abgeschlossen, so daß der Fuhrmann sich ruhig aufs Ohr legen konnte, ohne irgend einen Schaden für die Fracht fürchten zu müssen. Als Bestes gehörte dann noch dazu die Sorge für einen allzeit frischen Labetrunk und eine gute, kräftige Fuhrmannskost der Hausfrau. Die Fuhrleute in ihren blauen mit bunten Litzen verzierten Staubkitteln mußten ja nicht selten vom frühen Morgen bis zum Abend neben ihren Pferden einherschreiten und der Staub der Straße wollte dann mit ordentlichem Trunke hinabgespült sein und das Wandern in der frischen freien Luft brachte Hunger, erforderte Kraft und Ausdauer, somit auch entsprechende Zuführung von Nahrung. Der Verdienst war ein guter und darum knauserten sie auch nicht, weder für sich noch für die Pferde; kräftige, mächtige Gestalten von Tier und Mensch forderte vielfach das ganze Getriebe. Deshalb gab es auch ein frohes Leben, wo sie häufige Einkehr hielten, zumal sie zugleich durch ihr Zusammenströmen aus verschiedenen Gegenden als lebendige Zeitungen dienten über alle die Ereignisse und Begebnisse ihres Wirkungskreises, und darum gesellte sich auch der ansässige Bauer und Bürger gern zu, um so Berichte und Geschichten aus fernerer Gegend zu erlauschen.

Dieses Gasthaus nun war auch alljährlich das Ziel der städtischen Jugend auf dem ersten Frühlingsausfluge für den von Alters überkommenen Brauch des Bretzenhackelns, ein Spiel, das vielleicht am ehesten vergleichbar ist dem Vielliebchenessen in lustiger Gesellschaft, weil es ja auch im Scherze gegenseitige Neckerei suchte. Die knusperigen Dinger wurden dabei mit dem Langfinger der rechten Hand an den beiden Rundbögen eingehackt und dann suchte man durch Zug oder Druck das Gebäcke in zwei Teile zu brechen und in wessen Hand das innere Doppelkreuz der verschlungenen Enden verblieb, der hatte das Spiel verloren und mußte den neckischen Scherz über sich ergehen lassen, sofern er nicht in erneutem Spiele durch Gewinn den vorhergehenden Verlust wettmachen konnte. Mit diesem Spiele hatte sich auch unsere Gesellschaft, die Jungen und auch die Alten, versucht und wiederversucht, und heitere, scherzende Einfälle und Bemerkungen hatten es begleitet, so daß ein kleines Berglein gebrochener Bretzen in dem Körbchen lag, da die Besiegten ihren Anteil nicht mehr verzehren konnten, wie es eigentlich hätte sein sollen, und zudem ja auch noch ehrenhalber andere Speisen geboten und genossen werden mußten.

Über dem lustigen Gespiele und frohem Geplauder waren ein paar Stunden verronnen, so daß die Alten zur Heimkehr mahnten. Da ließ nun der Brautsucher zum letzten Aufgebote noch Käse auftragen und die Mutter tischte ihr bereitgehaltenes Gesprächsthema auf, das die Aufmerksamkeit auf sich ablenken sollte, um die gewollte Überlegung in etwas auszuschalten und mehr das gewohnheitsmäßige Verhalten vortreten zu lassen. Tatsächlich benahmen sich die drei auf die Probe gestellten Mädchen auch ganz verschieden. Des Goldschmiedes Tochter brach sich unter lebhaftem Geplauder Stück für Stück ab und verzehrte sie, ohne auf den Unterschied von Außenrinde und Mitteninhalt zu achten; das Gegenteil davon tat des Lebzelters Kind, es schnitt überbreite Randräume weg, um nur das saftigste Innere zu genießen, die Bräuerstochter dagegen hielt weise die Mitte ein, indem sie wohl die unsaubere Rinde soweit als nötig entfernte, vom Übrigen aber gleichmäßig verzehrte.

Nachdem auch dieses Probeessen vorüber und die übliche Stehmaß an der Tür im Abschiedsgeleite von Wirt und Wirtin geleert war, zog man frohgelaunt wieder der Heimstätte zu. Als später Mutter und Sohn beisammensaßen, gab erstere bald des Orakels Deutung kund, froh gestimmt durch die Hoffnung, daß nun wohl auch des Sohnes Wahl auf jenes Mädchen fallen würde, das sie sich schon längst als willkommenste Schwiegertochter ausgesucht hatte. »Hast du es beachtet, erklärte sie ihm, wie alle so verschieden sich angestellt haben. Die Goldschmied Franzi hat ihren Teil ganz ungereinigt verzehrt, darum vermute ich, daß sie ihrer ganzen Anlage nach nicht akkurat und sorgsam sein dürfte, über der schönen Kleidung und dem Glanz nach außen wird es nach innen an Sorglichkeit und Reinlichkeit fehlen, vielleicht das, was das Sprichwort sagt: »Außen hui, innen pfui.« Des Lebzelters Marie ist mir zu wählerisch vorgegangen, nur das Beste nehmen und selbst das Gute beiseite schieben deutet auf ein Leckermäulchen, das um des Genusses willen die häusliche Sparsamkeit außer acht lassen wird. Dagegen hat die Bräuer Resi die Fehler der beiden vermieden; nicht achtlos wie die erstere, aber auch nicht übertrieben wählerisch wie die letztere. Deshalb glaube ich, daß sie eine Frau werden wird, die mit einem netten, angemessenen Äußeren ein reines Innere vereinen wird, eine Bürgersfrau mit standesgemäßer Kleidung und Haltung und eine kluge Hausfrau, die Herd und Heim recht zu verwalten weiß. Darum wäre sie mir als Tochter am willkommensten in der Erwartung, daß durch sie auch mein Alter nicht friede- und liebeleer bleiben wird.« Es wurde dem Sohne nicht schwer, dem Urteile der Mutter beizustimmen. Die ganze Aufmachung des Tages hatte ihn veranlaßt, mit Aug und Herz prüfend und forschend an die Dreie heranzutreten, und da hatte nur eine so bestehen können, daß sein Herz sich zufrieden geben konnte und auch der Kopf nichts einzuwenden wußte. Das ruhige heitere Wesen, ihre einfache ungekünstelte Art des Benehmens, frei von jeder gemachten Ziererei aber ebenso fern von einem lässigen Sichgehenlassen und besonders ihr liebevoller Verkehr mit seiner Mutter hatte mit all seinen Bedenken aufgeräumt und die Entscheidung herbeigeführt. Nach dieser etwas seltsamen Art der Brautwahl zögerte er nicht mehr länger, die ganze Angelegenheit in die rechten Wege zu leiten, und es ward ihm dabei die erfreuliche Kunde, daß eine stille Herzensneigung schon auf ihn gewartet hatte. Seine Wahl hatte er fürderhin nie zu bereuen, ein trauliches Familienleben schmückte auch fernerhin das Bürgerhaus der Tuchmacherfamilie Starz.

Allzu einfach, vielleicht sogar einfältig mag etwa manchem dieses Geschichtlein dünken und doch bietet es für den, welcher seines Volkes Seele studieren will, einen nicht zu verachtenden Einblick in das Seelenleben einzelner seiner Volksgenossen, denn seine Lehrweisheit sagt wohl nichts anderes als die bekannten Worte Schillers:

»Drum prüfe, wer sich ewig bindet,
Ob sich das Herz zum Herzen findet;
Der Wahn ist kurz, die Reue lang!«

Oder nur auf die echte Freundestreue angewendet dasselbe, was ein arabisches Sprichwort ausdrückt mit den Worten: »Wähle keinen zum Freunde, bevor du nicht mit ihm ein Scheffel Salz gegessen hast!«

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