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Achtes Kapitel

Die »Port Edes« hatte sich den Ruf erworben, ein Unglücksschiff zu sein. Während ihres Baues waren drei Arbeiter ums Leben gekommen, ein vierter war beim Stapellauf getötet worden, und obgleich sie erst drei Jahre auf dem Wasser schwamm, waren von den Besatzungen ihrer verschiedenen Reisen schon so viele Leute verletzt und verstümmelt worden, daß man eine vollständige Schiffsbemannung daraus hätte bilden können.

Daß sich die Teerjacken nicht sehr danach drängen, sich auf einem solchen Schiffe anmustern zu lassen, ist begreiflich. Sie versuchen immer erst, bessere Stellen zu erlangen, aber da auch hier das Angebot die Nachfrage bei weitem übersteigt, ist es trotz alledem möglich, jedes Schiff zu bemannen, das ein Beamter des Seeamts für seetüchtig erklärt.

Gerade wie kein Mensch ohne entsprechende Ursache in irgend etwas Erfolg haben kann, so bleiben auch wenige Seeleute dauernd im Pech sitzen, wenn ihnen nicht eine besondere, ihre Leistungen beeinträchtigende Eigenschaft anhaftet. Daher kommt es, daß ein Unglücksschiff selten eine große Auswahl bei Annahme seiner Bemannung hat und nicht die besten Leute erhält. Es muß sich mit dem begnügen, was andre übrig gelassen haben.

So war es auch mit der »Port Edes«. Vor dem Mast und auf dem Quarterdeck, im Maschinenraum und in der Speisekammer, alle Mannschaften hatten ihre mehr oder minder erheblichen Fehler. Unter den Matrosen befanden sich bösartige Krakeeler, unter den Kohlenziehern gab es konfiszierte Subjekte, die von mehreren Regierungen eifrig gesucht wurden. Die Maschinisten hatten eine ganz besondere Geschicklichkeit, mit dem größten Kohlenverbrauch eine möglichst geringe Knotenzahl zu erzielen, die Steuerleute waren als Navigationsoffiziere sehr minderwertig und unzuverlässig, selbst wenn es sich um die einfachsten Dinge handelte, und ganz wertlos, wenn es galt, eine wilde, zügellose Besatzung in Ordnung zu halten.

Ueber allem stand Owen Kettle als Kapitän. Was seine Fehler auch sein mochten, an der Spitze einer solchen Bemannung fielen sie nicht auf. Wie alle Leute in der Handelsmarine, war er in der rauhesten Schule erzogen worden, aber, ungleich seinen erfolgreicheren Kameraden, hatte er es später nicht zur angenehmen Stellung an der Spitze eines wohlbemannten Personendampfers gebracht. Um seiner Sünden willen war er ein zum Erbarmen herumgestoßener Schiffer geblieben, ein Mann, auf dessen Lippen stets ein scharfes Wort schwebte, und der in der einen Tasche seiner Jacke eine bleierne Pfeife, in der andern eine tödliche Waffe trug. Er war ein ausgezeichneter Seemann und Schiffsführer, ein Mann, der fähig war, während einer ganzen Seereise die Kleider nicht abzulegen und sich keine volle Wache der Ruhe zu gönnen. Wenn er sein Schiff befehligte, maßte er sich die Macht eines Zaren an; wenn es darauf ankam, Zwecke zu erreichen, die ihm wünschenswert erschienen oder die ihm seine Reeder bezeichnet hatten, kannte er kein Gewissensbedenken, und obgleich er körperlich nicht besonders kräftig war, hatte er die Unerschrockenheit einer Bulldogge und einen schlimmen Ruf als nie fehlender Schütze, kurz: zur Bändigung einer aus der Schurkenzunft aller Völker und den unfähigsten Seeleuten zusammengewürfelten Besatzung, wie sie sich an Bord der »Port Edes« zusammengefunden hatte, gab es keinen geeigneteren Mann als Owen Kettle, weder in der alten, noch in der neuen Welt.

Im Anstellungscomptoir des Seemannsheims malte die Mannschaft ihre Handzeichen unter die Heuerverträge und zerstreute sich dann, um die erhaltenen Vorschüsse schleunigst an den Mann zu bringen. Später stellten sich die meisten wieder auf dem Dampfer ein, einige mit ihrer weltlichen Habe in Schiffssäcken, die für den Uneingeweihten wie Bettbezüge aussahen, während andre anscheinend nichts besaßen als die schmutzigen Anzüge, die sie auf dem Leibe trugen. Nicht einer von ihnen war wie ein Matrose gekleidet, wenigstens wie man sie sich gewöhnlich vorstellt, und doch hatten sie sich fast alle seit ihrer frühesten Kindheit ihr Brot auf See verdient.

Die Maschinisten kamen zeitig an Bord, sie schimpften im Meßraum in breiter Glasgower Mundart, weissagten Schlimmes in Hinsicht auf die Fähigkeiten des Stewards und des Schiffskochs, warfen ihre Sachen in ihre verschiedenen Kojen und legten Kleider an, die zur Arbeit in den unsauberen unteren Regionen besser paßten. Sie traten ihren Dienst an, zankten sich mit dem Oberheizer, der Dampf für die Krahne aufmachte, teilten ihre Heizer und Kohlenzieher in Wachen ein und wiesen ihnen die verschiedenen Feuerungen und Kohlenbunker zu.

Die drei Steuerleute, der Bootsmann und der Schiffszimmermann erschienen ebenfalls beizeiten an Bord, die meisten mit dicken Köpfen infolge der reichlichen Abschiedsschnäpse, und dementsprechend streitsüchtig. Es wurde eine kleine Ladung von Stückgütern für New Orleans eingenommen, und das gab diesen würdigen Offizieren Gelegenheit, ihre üble Laune an den Stauern oder den am Krahn auf dem Kai arbeitenden Leuten auszulassen, meist aber bummelten sie in bequemen Pantoffeln auf dem Deck umher und besorgten verschiedene ihrer Obliegenheiten mit eigensinnigem, höhnischem Schweigen.

»Eine recht vertrauenerweckende, reizende Bande, die Sie da zusammengetrommelt haben,« sprach Patrick Onslow, als er ins Kartenzimmer auf dem Brückendeck trat.

»Nicht wahr?« entgegnete Kapitän Owen Kettle. »Ja, es ist eine schreckliche Gesellschaft. Warten Sie nur, bis wir auf hoher See sind, und sie fangen an, ungebärdig zu werden. Mein erster Steuermann ist ein Feigling, der noch nicht einmal einem Chinesen stand hielte, und der Rest der Achterdeckwache gehört zu derselben Sorte, absichtlich so ausgesucht. O, ich versichere Ihnen, Mr. Onslow, ich werde alle Hände voll zu thun haben. Aber lassen Sie sie nur anfangen, ich will sie schon klein kriegen.«

»Na, jedenfalls gehen Sie der Sache mit offenen Augen entgegen.«

»Ja, ja, geben Sie sich nur keiner Täuschung hin,« entgegnete Kettle; »ich verstehe mein Geschäft, und wenn ich Sie warne, so thue ich es, weil Sie ja selbst sehen werden, wie der Hase läuft, und weil Sie selbst vielleicht hinein verwickelt werden. Da am Lande meinen sie, ich hätte diesmal wirklich etwas Gutes bekommen. Denken Sie nur mal, Mr. Onslow,« fuhr er mit einem verdrießlichen Grinsen fort, »meine Alte wollte die Reise mitmachen. Sie sagte, es wäre so lange her, seit sie mal ordentlich Luft geschnappt hätte, daß sie die Gelegenheit, wo ich ein so schönes Dampfboot unter mir hätte, nicht verpassen wollte. Ja, und sie sagte, sie wollte eine von den Krabben, einen Jungen, der Seemann werden will wie sein Papa, mitnehmen! Sie hatte sich so in den Gedanken verbissen, daß sie gar keine Vernunft annehmen wollte. Ich mußte einen Brief an die Reeder schreiben und sie bitten, ein ›Nein‹ zurückzutelegraphieren, das sie selbst lesen konnte. Das wäre ein schönes Liedchen gewesen, diese Geschichte, he? Ein bißchen Zukunftsmusik mit einem Holdriochor dazu, wie die Seemannslieder, die sie in den Tingeltangels singen.«

»Was können Sie für den Preis Besseres erwarten?« fragte Onslow achselzuckend. »Es ist keine Stelle mit zwölf Pfund monatlich, und Sie sind schon in einem schlechteren Schiff für geringeren Gehalt über den Atlantischen Ocean gefahren.«

»Mißverstehen Sie mich nicht,« versetzte Kettle. »Ich beklage mich nicht über die Stelle, aber wenn einer ein solches Geschäft vor sich hat, so ist es ein bißchen hart für ihn, Frau und Kind zurückzulassen, besonders wenn er so einfältig ist, sie lieb zu haben. Es ist ein schlechter Spaß, ihnen was vorzulügen, wenn man dabei weiß, man kann zehn gegen eins darauf wetten, daß man niemals wieder englischen Straßenschmutz zu sehen kriegen wird. Sie sind wohl nicht verheiratet?«

»Nein.«

»Aber Sie haben Angehörige, die Sie gern haben?

Der geisterhafte Schatten eines Lächelns spielte um Onslows Lippen.

»Nein,« antwortete er sodann mit einem harten Auflachen, »nicht einmal dessen kann ich mich rühmen. Bekannte zu Tausenden, aber Freunde? Keine Freundschaft ist allen Lagen gewachsen, wissen Sie! Einmal habe ich eine geliebt, und sie hat mich auch dahin gebracht, zu glauben, sie liebe mich gleichfalls. Wahrscheinlich hat sie von Anfang an nur Komödie gespielt, denn sie hat sich nachher überreden lassen, einen andern zu nehmen. Bah! Was kommt darauf an? Kettle, wir werden beide empfindsam wie Backfische, und das ist für Männer, die mit einer so zarten Angelegenheit betraut sind, eine höchst unersprießliche Beschäftigung, und – – doch dieser Herr bringt die Nachricht, daß die Goldladung sogleich eintreffen wird. Das Zeug wird in eisenbeschlagenen Kisten verpackt sein, Kapitän, und Sie und ich müssen jede einzeln, jeder für sich, wiegen und das Gewicht mit dem auf dem Frachtbriefe verzeichneten vergleichen. Dann müssen wir unsre eigenen Stauer spielen und die Hälfte in der Koje neben der meinigen und die zweite Hälfte auf der andern Seite des Mittelgangs neben der des ersten Steuermanns verstauen.«

»Warum sollen wir es teilen?«

»Weil das Gewicht sehr groß ist und, auf meiner Seite allein verpackt, Ihrem Dampfer einen starken Hang nach Steuerbord geben würde.«

»O, das lassen Sie nur meine Sorge sein. Wir können das leicht durch andre Lagerung des Ballasts ausgleichen. Wenn ein Teil des Zeuges in der Koje neben der des Steuermanns wäre, hätte ich nicht einen Augenblick Ruhe. Zum Mittelgang hat jeder an Bord Zutritt, wissen Sie, Mr. Onslow, und ich kann keine Gewähr dafür übernehmen, daß diese Lockspeise nicht einige von unsern Prachtkerlen veranlassen könnte, etwas mit dem Schlosse an der Thür zu spielen. Der Raum neben Ihrer Koje hat eiserne Wände, und die einzige Thür führt in die innere Kajüte. Es ist jetzt schon ein sehr gutes Schloß daran, und wenn ich noch vier weitere vom Schiffszimmermann anbringen lasse, wird eine Schatzkammer daraus, worauf die Bank von England stolz sein könnte.«

»Das läßt sich hören,« antwortete der Abgesandte der Bank.

»Dann bin ich einverstanden,« sprach Onslow. »Wenn es Ihnen recht ist, stellen wir die Wage in der großen Kajüte auf, und Sie, mein Herr, werden so freundlich sein, Ihre Leute anzuweisen, eine Kiste nach der andern hereinzubringen. Ich werde mich von der Richtigkeit des Gewichts überzeugen, und Kapitän Kettle soll sie vor unsern Augen in der Koje, wovon wir gesprochen haben, aufstellen. Wir haben eine sehr verantwortliche Arbeit vor uns, und je mehr Vorsichtsmaßregeln und gegenseitige Ueberwachung wir anwenden, um so besser für unsern guten Ruf.«

Gemünztes Gold im Betrage von einer halben Million englischer Sovereigns wird nicht jeden Tag von einem Liverpooler Dock aus verschifft, und da Goldkisten immer nach einem bekannten Muster gemacht werden, erregte die Verladung Aufsehen. Sehr bald hatte sich eine große Menschenmenge angesammelt, die die eingeschlossenen Reichtümer anstarrte.

Stummes Zusehen ist ein langweiliges Vergnügen, und es dauerte nicht lange, so begannen selbsterwählte Redner der Menge ihre persönlichen Ansichten über den Vorgang zum besten zu geben, und je nach ihrem Glück oder ihrer Rednergabe zogen sie größere oder kleinere Zuhörerscharen an. Die meisten von ihnen suchten dem Falle eine interessante Seite abzugewinnen. Erst als Kapitän Kettle und der Merseylootse die Kommandobrücke betraten und der Steuermann auf dem Verdeck das erste Tau abgeworfen hatte, erstand ein Prophet, der aus einer andern Tonart von der Verschiffung des Goldes sprach.

Es war ein wildaussehender Mann, unsauber und mit Hängeknieen, der zuerst die Aufmerksamkeit dadurch auf sich lenkte, daß er ein blutrotes Taschentuch an seinem Regenschirm befestigte und diese rote Fahne über seinem Kopfe schwang. Da er offenbar ein Mensch war, der, wenn er es irgend vermeiden konnte, keine Hand an ein ehrliches Stück Arbeit legte, redete er die Menge selbstverständlich als »Arbeitsgenossen« an. Dieser Vorgang erregte zuerst eine mäßige Heiterkeit, aber da der Mann unbestreitbar eine gewisse Redegewandtheit hatte, hörte die Menge ihm zu.

Wir brauchen seinen Vortrag hier nicht eingehend zu wiederholen. Er war ein roter, wilder und rücksichtsloser Anarchist und suchte seine Zuhörer durch Beweisgründe, wovon die meisten auf Uebertreibung und Verzerrung beruhten, zu überzeugen, daß die Absendung der »Port Edes« ein neuer Messerstoß des Kapitals in die Rippen der Arbeit sei. Diese Behauptung fand eine sehr verschiedenartige Aufnahme, allein der Anarchist brachte sowohl den Hohn als auch den Beifall mit einer bittenden Handbewegung zum Schweigen und folgte dem Dampfer, der sich nach der Schleuse des Docks in Bewegung gesetzt hatte, längs des Kais. Er sprach jetzt mehr zu den an Bord befindlichen Leuten, und unsaubere Gesichter starrten ihn über die Regeling an.

»Jedem, der sein Leben liebt,« schrie er, »rufe ich eine friedliche Warnung zu. Dieses Schiff ist dem Untergange geweiht. Von unsern Bomben in Stücke zerschmettert, wird es mitten im Ocean versinken, und seine mit dem Schweiße der Arbeiter gewonnene Ladung wird dem Bereiche des Kapitals auf ewig entrückt sein. Hört auf mich, ihr Männer der Besatzung! Springt dort auf die Spitze der Mole, wenn das Schiff durch die Schleuse des Docks schwimmt. Die rohen Gesetze dieses Landes werden euch zwar ins Gefängnis werfen, aber besser ist es, eine ungerechte Strafe als Märtyrer zu erdulden, denn als Feind der Sache der Arbeiter zu sterben.«

So weit war der Redner gekommen, als ihn die starke Hand des Gesetzes am Kragen nahm und ihn schmählicherweise nach der Polizeiwache schleppte, so daß ihn der Ort seines rednerischen Triumphes nicht wiedersah.

Allein die Drohungen des Menschen waren doch nicht ohne Wirkung geblieben. Jedermann an Bord der »Port Edes« hatte sie deutlich vernommen, und es machte sich eine gewisse Unruhe unter der Mannschaft bemerklich. Die Offiziere wurden ängstlich, die Leute unaufmerksam, und Kapitän Kettles Stimme und Pfeife erklangen unaufhörlich mit bissiger Schärfe von der Kommandobrücke. Indessen suchte doch nur ein Mann der Warnung eine tatsächliche Folge zu geben. Ein elender, halbbekleideter Wicht, ein Kohlenzieher, war es, dem die körperliche Anstrengung, wozu er sich verpflichtet hatte, schon nach einer kurzen Stunde zu viel geworden war.

Als das Schiff durch die Schleuse des Docks ins Hafenbecken glitt, näherte sich der Backbordachtern der Kaimauer. Ein bereitstehender Matrose lief mit der Taljereepen eines Korkvorsetzers in der Hand nach achtern, um einen etwaigen Anprall an die Mauer abzuschwächen. Der Kohlenzieher kletterte auf die Regeling, so daß man hätte glauben können, er wolle dem Matrosen, ganz unnötigerweise, helfen. Das dachte offenbar auch dieser, denn er rief dem Kohlenzieher einige derbe Flüche wegen seines übertriebenen Diensteifers zu. Der Oberheizer, der am Dampfkrahn des Achterdecks beschäftigt war, dachte aber anders über die Sache und machte sich zum Zugreifen fertig, und als sich der Kohlenzieher nun wirklich zum Sprunge anschickte, trugen die langen Beine des Oberheizers diesen in wenigen Sätzen übers Deck und seine ungeheuren Tatzen kriegten den schon in der Luft schwebenden Kohlenzieher zu fassen und zogen ihn zurück, wie wenn er nicht schwerer wäre als ein Federkissen, eine That, die von der Menschenmenge auf dem Kai mit brüllendem Gelächter begrüßt wurde, während der schwarze Dampfer ruhig in die trüben Fluten des Mersey hinausglitt.

»Hol dich der Teufel,« fluchte der Kohlenzieher. »Was soll denn das heißen?«

»Das soll heißen, daß wir ohnehin knapp mit Leuten für die Kohlenbunker versehen sind und daß ich keine Lust habe, Kohlenzieher zu spielen. Jetzt, wo ich dich wieder erwischt habe, kann ich den feinen Herrn machen und die ganze Nacht in meinem Bett schlafen, bis wir nach New Orleans kommen. Begriffen?«

»Dieser schmierige alte Kasten wird so sicher zu Grunde gehen wie die Erde rund ist, und ich mit.«

»Na, wer wird dich wohl vermissen, wenn du zu Grunde gehst,« erwiderte der Oberheizer, »immer vorausgesetzt, daß wir dich da unten nicht nötig haben? Danke deinen Sternen, daß der Alte dich nicht gesehen hat. Aber nun halt's Maul und laß mich nichts mehr von deinem Gekrächze hören, sonst melde ich dich. Marsch, hinunter, mein Mäuschen!«

Der Kohlenzieher kletterte brummend in den Maschinenraum hinunter und der Oberheizer zog sich ins Achterdeckhaus zurück, wo er mit dem Bootsmann und dem Schiffszimmermann wohnte, und bot diesen Biedermännern eine Wette an, daß Kettle einen an Bord mausetot schießen werde, noch bevor die »Port Edes« am Kai von New Orleans anlege.

»Er ist ein eingefleischter Satan, unser Alter,« meinte er lustig. »Ich bin schon einmal mit ihm gefahren, und da hat er einem Schiemann mit einem Teleskop die Vorderzähne eingeschlagen, noch ehe wir drei Tage draußen waren, und bei der gräßlichen Bande, die wir hier haben, wette ich einen Sovereign gegen einen Backstein, daß sie ihn noch früher aufkitzeln werden. Mir liegt ja nichts daran. Auf See ist's für gewöhnlich langweilig genug, und ich hab's ganz gern, wenn ein bißchen Leben in die Bude kommt, und das versteht der kleine rote Kettle ebensogut wie der beste Yankeekapitän.«



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