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Reiterlied.

1813.

Schnaubet, schnaubet, meine Pferde!
Stampfet mit den hellen Hufen!
Denn es stöhnt die deutsche Erde,
Und die deutschen Geister rufen,
Rufen Rache, rufen Wehe
Über Faulheit, über Schande,
Daß der deutsche Mut erstehe
Und zerbreche Sklavenbande.

Blitze hell, mein Säbel, blitze!
Klinge stolz, mein Eisen, klinge!
Führe Tod auf scharfer Spitze,
Führe Tod in fester Klinge!
Will der Kampf uns nicht gelingen,
Will das Glück den Stolz nicht lohnen,
Sollst du mich mit Ehren bringen
Hin, wo tapfre Väter wohnen.

Klirret, klirret, meine Sporen!
Füße, Arme, werdet Stürme!
Denn die Freiheit ging verloren,
Ehre kriechet gleich Gewürme,
Und das deutsche Wort, das hohe,
Wird als Schmeichler gar erfunden,
Und der deutschen Seelen Lohe
Halten Lug und Trug gebunden.

Brennet, meine Lippen, brennet!
Flammt, Gebete, auf zur Höhe!
Du, den alles Heiland nennet,
Hilf, daß ich nicht gar vergehe!
Du, durch den die Donner rollen,
Steure mit dem starken Arme
Allen, die uns übel wollen –
Vater, dich des Volks erbarme!


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