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Fanny wandert

Als Philipp Gentili am Montag mit der grauenden Frühe die Villa Woytich verlassen hatte, war es mit dem trügerischen Wohlleben daselbst wie mit dem trügerischen Frieden vorbei. Das erste, was Ulrike vornahm, war eine Revision der Naturalienbestände, woraus sich ein greulicher Auftritt zwischen ihr und Kreszenz entwickelte. Von den fünf Kilo Mehl, die am Samstag noch die Schublade des Küchenschranks gefüllt und die Ulrike für den Bedarf der ganzen Woche bestimmt hatte, fanden sich nach genauer Abwiegung nur noch eindreiviertel vor. Der Zucker war bis auf sechs Würfel verschwunden. Der Korb mit den Äpfeln war leer. Die Gewürzbüchsen leer. Der Fettopf leer. Vom Reis kein Korn mehr da. Das weiße Brot bis auf einen steinernen Happen weg. In ihrem mausgrauen Kittel stand Ulrike vor der Anricht und fuhr mit den Händen krampfhaft unter dem noch ungesäuberten Geschirr herum. Schließlich ergriff sie die ebenfalls leere Essigflasche, hielt sie dicht vor die Nase der vor Wut beinahe platzenden Kreszenz und heulte: »Da muß ja einer in dem Haus sein, der Essig sauft! Unmöglich kann unter normalen Menschen eine Flasche Essig in zweieinhalb Tagen draufgehn! Einmal haben wir Salat auf den Tisch bekommen, ein einziges Mal! Wollen einen denn die Leute mit Gewalt an den Bettelstab bringen? Wer hat den Essig gesoffen?«

Kreszenz bewahrte eine grimmige Ruhe. Und als Ulrike zu schreien fortfuhr und ihre künftige Armut in den grellsten Farben malte, entriß ihr die Magd die Essigflasche, die jene wie eine Kriegskeule schwang. In diesem Augenblick, der ein Handgemenge ernstlich befürchten ließ, erschien die erschrockene Anastasia auf der Schwelle, und Ulrikes besinnungslose Erbitterung kehrte sich plötzlich gegen diese. Sie vermisse ein Unterleibchen in ihrem Wäscheschrank; wer ihr das Unterleibchen genommen habe? das Unterleibchen müsse her, sonst schicke sie auf die Gendarmerie. Kreszenz verzog höhnisch das Gesicht. »Aber mein Gott, Ulrike«, bemerkte Anastasia fast weinend, »das Leibchen war zerrissen und ich habs zum Flicken auf mein Zimmer getragen.« Kreszenz erfrechte sich, einzuwerfen, das sei kein Wunder, da doch alle Sachen des Fräuleins in Fetzen gingen, Spott und Schande. Ulrike entgegnete, das lüge sie in ihren Hals hinein, sie habe das Leibchen noch in tadellosem Zustand am Körper gehabt, wahrscheinlich machten sich auch gewisse Leute im Haus das Vergnügen, heimlich ihre Wäsche anzuziehen. Da streckte Kreszenz den nackten Arm gegen die Tür und kreischte: »Hinaus! auf der Stelle hinaus!« und siehe da, das Überraschende begab sich, daß Ulrike dem Befehl ihrer Magd eilig Folge leistete und sich für die Flucht schadlos hielt, indem sie auf der Stiege weiter schimpfte, während Kreszenz die Küchentür krachend zuschlug. Es dauerte aber nicht lange, so öffnete sie sie wieder, als ob sie die kleine Zwischenzeit nur benutzt hätte, sich über die Beleidigungen, die sie hatte schlucken müssen, klar zu werden, trat auf den Vorplatz und fing an, höchst sonderbare Reden zu führen. Sie sprach nicht zornig und aufgeregt, sondern erging sich mit verhaltener Stimme und in einem tückisch-näselnden Singsang rätselhaft andeutend über Damen, die sich in acht nehmen sollten, einfache Personen aus dem Volk übermütiger und boshafter Weise zu reizen; die froh sein sollten, wenn man die Dinge auf sich beruhen ließe und besser nicht mit der Obrigkeit im Munde andere gruseln machten, die nicht halb soviel Butter auf dem Kopf hätten; für die es sich empfehle, schön still zu sein und nicht wegen dem bißchen Hungerlohn, das sie mit Ach und Krach zahlten, sich anzustellen, als hinge eines armen und leider allzu gutmütigen Dienstboten ewige Seligkeit von ihrem Geldbeutel ab, denn was besagten Geldbeutel betreffe, ließe sich hierüber einiges nicht eben Christliches und Erbauliches vermelden, wenn einen gerade die Lust ankäme und man sich aufs Trätschen verlegen wolle.

Sie stand breitbeinig da, die Hände in den Hüften, ihre Augen glitzerten wie die einer Katze, von Zeit zu Zeit verbeugte sie sich ironisch, und als sie geendet hatte, marschierte sie in ihre Küche zurück und stieß ein Gelächter aus. Ulrike befand sich längst wieder im Wohnzimmer und zog Anastasia, die auf der Schwelle gierig lauschte, unsanft in den Raum. »Sie stiehlt, gar kein Zweifel, das Weibsbild stiehlt«, flüsterte sie der Schwester ins Ohr. »Hörst du, was sie da unten redet?« flüsterte Anastasia bestürzt dagegen. Ulrike tat als höre sie nichts und mache sich nichts daraus. Da fragte Anastasia scheu, warum sie die Person im Haus behalte; man müsse sich ja ordentlich fürchten. Mürrisch ausweichend erwiderte Ulrike, es käme nie was Besseres nach, und wie es mit dem sogenannten Volk leider beschaffen sei, müsse man zufrieden sein, wenn man überhaupt jemand habe. Aber sie sei ja faul, schmutzig und unfähig, wandte Anastasia ein, die sich immer noch bemühte, etwas von Kreszenz' Worten zu erhorchen. Dies verhinderte Ulrike, indem sie übermäßig laut wieder von der geleerten Essigflasche zu reden anfing und dann Anastasia grob aufforderte, ihr in ein anderes Zimmer zu folgen, wohin die Stimme der Magd nicht dringen konnte; als dies nicht schnell genug ging, trieb sie sie händeklatschend vor sich her. In ihrem Gesicht malte sich eine Feigheit und Furcht, die Anastasia zu denken gaben; auch wich sie dann den ganzen Tag über nicht von Anastasias Seite, offenbar in der Absicht, sie nicht in Kreszenz' Nähe gelangen zu lassen, benahm sich dabei wie eine Gefangenwärterin und folgte ihr auf Schritt und Tritt, wenn sie das Zimmer verließ. Um sie über den Zweck ihres Verfahrens zu täuschen oder sie in ihren Gedanken darüber zu stören, sprach sie fast ununterbrochen, politisierte, machte sich über die Regierung lustig, zog erbarmungslos über die bürgerliche Gesellschaft her, jammerte über den Verbrauch, schimpfte über die Steuern, über die Beamten, über das Wetter, über die Handwerker und Arbeiter, über die Zeitungen, über die ganze in Lügenbrei und Lügendunst erstickte und verfaulte Welt.

Anastasia aber, wie schon so oft, grübelte nur über das eine: was wohl die Ursache davon sein mochte, daß sich Ulrike, die vor keinem Menschen Respekt hatte und Angst erst recht nicht, vor dieser bösen und gemeinen Magd duckte und verkroch. Da ist etwas nicht geheuer, dachte sie, und sie hätte ihr Seelenheil drum gegeben, wenn sie es gewußt hätte. Spionieren und dem Frauenzimmer schön tun hatte keinen Erfolg; sie hatte es häufig versucht und war schlecht dabei gefahren. Es war nicht einmal so sehr das verborgene Geheimnis, das sie lockte, als vielmehr der Umstand, daß es möglich war, Ulrike, die unbeugsame, tyrannische, kaltherzige Ulrike, zu einer Art von Nachgiebigkeit, ja sogar zum Schweigen zu bringen. Das Rezept hätte sie gern besessen, denn sie mußte Tag und Nacht zittern und sich demütigen für alles, was sie hier genoß, für den Schluck Luft und den Blick Sonne und den Bissen Brot.

Kreszenz' Rache kam erst noch und wurde unangenehm fühlbar: sie heizte den Herd nicht und kochte nicht. Ulrike, ohne dagegen einzuschreiten, holte einen Topf Wasser und bereitete in der Wohnstube auf dem Spiritusapparat Tee. Dieser, schwach gezuckert, ein paar mit Fett bestrichene Brote und ein Rest vom gestrigen Kartoffelsalat, der sich in einem Küchenwinkel vorgefunden hatte, bildeten das Mittagessen für die beiden Damen. Anastasia würgte es mit Groll hinunter, wagte aber keinen Einspruch. Ulrike ihrerseits schien ganz zufrieden; man hatte auf solche Weise gespart, Holz gespart, Ingredienzien gespart, und auf Anastasias etwas bittere Erkundigung, womit sich Fräulein Kreszenz den Tag über beschäftige, während sie sich ihren Pflichten entzog, erwiderte Ulrike gespenstisch grinsend, wahrscheinlich habe sie irgendwo einen Liebhaber, den sie bei guter Laune halten und für den sie die stibitzten Nahrungsmittel einpacken und versenden müsse. Anastasia, die prüd war und die Unterhaltung über solche Gegenstände nicht liebte, schwieg und fuhr fort, sich im stillen zu wundern. Wie groß war ihr Erstaunen, als sie gegen Abend, im Begriff, ein wenig im Freien zu lustwandeln und an der offenen Küchentür vorübergehend, drinnen Ulrike und Kreszenz nicht bloß in schönster Eintracht beisammen sitzen, sondern auch auf die vertraulichste Manier miteinander schwatzen und schäkern sah. Kein Zweifel, es hatte Ulrike nicht ruhen lassen, bis sie den zürnenden Hausdrachen versöhnt hatte, und so weit ging sie in der Selbsterniedrigung, daß sie sich nicht scheute, ihr mit der flötendsten Stimme, die Anastasia je von ihr gehört hatte, Komplimente über ihr stattliches Aussehen zu machen und sie mit widerlichen Anspielungen zu necken. Denn Kreszenz, sonntäglich angetan trotz des Werktags, war den ganzen Nachmittag fort gewesen und schien vortrefflich aufgelegt. In den Garten tretend, faltete Anastasia die Hände und blickte klagend gen Himmel; jetzt zweifelte sie nicht mehr, daß sich Ulrike vor der Magd zu hüten hatte und daß dieser auffallenden Schwäche etwas Schlimmes, vielleicht sogar ein Verbrechen zugrunde lag, von dem Kreszenz die Mitwisserin war. Es wurde Anastasia kalt am Leibe; allerlei Hoffnungen und Beängstigungen verquickten sich in ihrem ränkesüchtigen Geist und sie beschloß, ihre Nachforschungen mit verdoppeltem Eifer zu betreiben.

Aber wenn sie auch vom Morgen bis zur Nacht auf der Lauer war und an den Türen horchte und in den Mienen ihrer beiden Hausgenossinnen spähte und heimlich in Truhen und Schränken in Ulrikes alten Briefen las und sich in schlaflosen Stunden den Kopf zermarterte, da war kein Indiz zu finden, da ergab sich kein Anhalt und Hinweis, nichts bestätigte ihre schwarzen Vermutungen: begreiflicherweise, denn die Wahrheit lag ganz wo anders. Und diese Wahrheit hätte Anastasia nicht zu erfassen vermocht, auch wenn sie bis zum jüngsten Tag darüber nachgedacht hätte. Es war eine ziemlich simple Wahrheit, doch in ihrer Einfachheit nur um so düsterer, und sie zu kennen ist unerläßlich für uns, die wir das Dasein und die Seele dieses besondern und nicht unwichtigen Menschen Ulrike Woytich zum Gegenstand unseres Studiums und unserer Betrachtung gemacht haben.

Vierzehn Jahre lebte sie mit Kreszenz. Sie hatte sie aus dem übelsten Zustand gerettet; in dem ein weibliches Wesen sich befinden kann. In einem kroatischen Dorf, in welchem Ulrike auf der Rückkehr von dem Gut einer befreundeten Familie übernachtet, hatte sie sie in einem Wirtshaus aufgelesen, verhungert, verelendet, verachtet, von einem Bauernsohn, der sie verführt hatte, im Stich gelassen und mit einem epileptischen Kind behaftet, das im Sterben lag. Mehr noch als der Abgrund des Jammers hatte sie die inbrünstige Demut der Verwahrlosten bestimmt, sich ihrer anzunehmen. Damals begann es gerade einsam um Ulrike zu werden, und sie brauchte einen Menschen, der ihr diente, im ausschließlichen Sinn des Wortes, einen, von dem sie sagen konnte: den hab ich geschaffen, ihn aus der Tiefe verlorener Existenz zu mir emporgehoben; einen unbedingt und maßlos ergebenen Hörigen. Jahrelang blieb das Verhältnis, wie sie es gewollt. Jahrelang herrschte sie über eine willige und vollkommen stumme Kreatur. Hätte sie ihr befohlen, Schemel für ihre Füße zu sein, das Weib hätte sich hingeworfen und wäre Schemel gewesen. Kein Laut, kein Einwand, kein Anspruch. Und in genau demselben Grade, in dem die Welt aufhörte, ihr gefügig zu sein, mußte sich ihr diese Aufgehobene und Leibeigene tiefer und entselbsteter unterwerfen. Die Macht, die sie draußen verlor oder die sie klugerweise niedergelegt, ehe man sie ihr schnöd entrissen hatte, gewann sie zwischen ihren vier Wänden vervielfacht zurück. Und wenn sie auch nur an einem nichtigen Wesen erprobt werden konnte, nicht viel höher im Rang der lebendigen Geschöpfe als ein Hund oder ein Star: es war doch Ersatz für das, was man eingebüßt, man hatte die Gewalt, man hatte das Nein und das Ja, man hatte ein gläubiges Ohr, ein treues Echo, ein aufblickendes Auge. Hier war nie abzahlbarer Dank, nie endende Schuld, und das Schauspiel steter Bemühung und Verpflichtung erzeugte Wärme um Ulrike. Unausdenklich wäre es gewesen, allein zu sein; mit einer Sklavin war man der Menschheit und den Begebnissen wieder verhaftet; zwar in Hader, Ungeduld und allen erwachenden und sich häufenden Übeln des Alters, aber rückgewiesen und eingeflochten mit jedem neuen Tag. Aufgehört hatte das Leben auf fremde Kosten; um so dringlicher war es, eigene zu vermeiden. Je seltener sich die Gelegenheit bot, an anderer Tische zu speisen, je spärlicher war der eigene besetzt, eine Wechselwirkung von sicherer Präzision, die zugleich die Verwandtschaft von Geiz und Angst enthüllte. Aber die Sklavin war da, um zu zeugen; die Sklavin war der lebende Protest; die Sklavin war der Bogen, den man spannen und auf den man den Pfeil drücken konnte, der bestimmt war, die häßlich verwandelte Welt zu verwunden; wenn sie hungerte, war Hunger und Entbehrung Gesetz; wenn sie litt und sich krümmte unter Ungerechtigkeit und Willkür, so litt und krümmte sich ein Stück der Welt, und das trieb einen weiter, bewegte und erregte, füllte die Zeit und gab der Existenz einen Kern.

Bis sich einst dies ereignete: Ulrike lag unpäßlich zu Bett. Den ganzen Tag über hatte sie die Magd in Atem gehalten mit Aufträgen, Botengängen, launenhaften Wünschen und mißtrauischen Nachstellungen. Spät am Abend, als die Todmüde sich endlich schlafen gelegt hatte, läutete sie Sturm, und als Kreszenz barfüßig und im Nachtkittel erschien, befahl sie ihr, auf den Dachboden zu steigen und ein Fenster, das im Wind knarrte, zu schließen. Die Magd war sehr abergläubisch und fürchtete sich ungemein, bei Nacht auf den Boden zu gehen; trotzdem gehorchte sie nach einigem Zaudern wortlos und kam nach einer Weile leichenblaß herunter, um zu melden, daß alle Fenster verriegelt seien, das gnädige Fräulein müsse sich getäuscht haben. Darüber geriet Ulrike in Zorn und überschüttete sie mit einer Flut von Schmähungen. Kreszenz stand schweigend da, ging schweigend hinaus, Ulrike schrie ihr wutbebend nach, sie solle zurückkommen; jene kam nach Verlauf weniger Minuten wirklich zurück, ging mit unheilvoll starrem Blick auf Ulrikes Bett zu und hob den rechten Arm; in der Hand blitzte ein Messer, das lange, scharfgeschliffene Küchenmesser. Kein Wort drang aus ihren Lippen, sie stand nur mit dem erhobenen Messer da, und in ihren Augen gloste eine erschreckende Bosheit und Wildheit. Ulrike rührte sich nicht. Vielleicht wäre es um sie geschehen gewesen, wenn sie geschrien hätte. Sie schaute das Weib an und wartete auf den Stoß, und ihr Erstaunen war noch größer als ihre Angst. Da ließ Kreszenz den Arm wieder sinken, nickte ein paarmal vor sich hin und entfernte sich unhörbar wie sie eingetreten war. Am Morgen brachte sie Ulrike das Frühstück ans Bett, küßte ihr demütig die Hand, fragte, wie sie geschlafen habe und benahm sich, wie wenn nichts vorgefallen wäre. Ulrike sagte kein Wort darüber, an diesem Tag nicht und später nicht. Um nicht die Folgerung daraus ziehen, das heißt auf einen Menschen verzichten zu müssen, der ihr unentbehrlich war fast wie die Luft, wollte sie, daß es nicht gewesen war und riß es aus ihrem Denken heraus.

Aber von dem Tag an änderte sich ihr ganzes Verhalten gegen die Magd. Sie zog sie bisweilen in ihr Vertrauen, behandelte sie wie eine Gleichgestellte, jedenfalls mit einer Art von Rücksicht und Behutsamkeit, die, wenn schon sie zumeist unaufrichtig war, doch von der früheren verächtlichen Schroffheit nichts mehr erkennen ließ. Sie richtete mit ihr die Leute im Dorf aus; sie setzte sich zu ihr in die Küche und las ihr aus der Zeitung vor; sie erzählte ihr dies und das aus ihrem Leben, kurz, sie suchte den Abstand zu verwischen, den sie vordem mit unnachgiebigem Hochmut gewahrt hatte. Zunächst war die Wirkung auf Kreszenz die, daß sie noch scheuer, hinterhältiger und verschlossener wurde; allmählich jedoch, da Ulrike geradezu gleißnerisch um sie warb, ihr Mut zu Entgegnungen, zum Widerpart einflößte und zu Äußerungen selbständiger Meinungen aufforderte, ging sie aus sich heraus, und es dauerte auch nicht mehr lange, bis sich die Kühnheit in Unverschämtheit und die Gedrücktheit in Aufsässigkeit verwandelte. Das eben war es, was Ulrike haben wollte; es lag dem eine beinahe diabolische Seelenkenntnis zugrunde; sie wollte den so gefährlich eingeschnürten Gewalten einer Niedergetretenen, die sie fürchten gelernt hatte, ungefährliche Entladungen verschaffen, Verausgabungen angesammelter böser Triebe im Wort. Das Wort war ungefährlich; das Wort entkräftete; je hemmungsloser es hervorquellen durfte, je entnervter wurde der Arm zur Tat. Und dieser aufgehobene Arm mit dem geschliffenen Mester hatte ihr den tiefsten Schrecken verursacht, den sie jemals gespürt hatte. Jetzt durfte sie schmälen und schelten und ihrer Mißlaune die Zügel schießen lassen und mit Verdächtigungen um sich werfen und mit dem Lohn geizen und mit der Nahrung geizen: das Haus widerhallte ein paar Stunden lang von wildem Geschrei und Gezeter, Beschimpfungen flogen hin und her, Türen wurden zugedonnert, oft war man sogar nahe daran, einander in die Haare zu geraten, aber das Gewitter verzog sich, man grollte und brummte einige Zeit, dann versöhnte man sich wieder und es herrschte Frieden, bis wieder neue Spannungen zu neuen Katastrophen führten. Von der vormaligen kriechenden Ergebenheit der Magd war von Mal zu Mal weniger wahrzunehmen. Mit jeder Freiheit, die sie sich erlauben durfte, sank die Herrin in ihrer Achtung; mit jeder Beleidigung, die sie ihr ungestraft ins Gesicht schleudern durfte, wuchs ihr Haß, ein Haß, den sie nährte und behütete wie ein teures Wesen, an dem sie hing und für den sie hätte Opfer bringen können. Als sie zum Küchenmesser gegriffen hatte, war es die Verzweiflung gewesen, aus der sie Kraft geschöpft; aber damals hatte Ulrike Woytich für sie noch etwas Erhabenes, etwas Gottähnliches bedeutet; und vielleicht nur, weil sie von dieser Höhe freiwillig herabgestiegen war, bis herab zu ihr, dem niedrigsten aller Geschöpfe, für das sie sich hielt, nur darum vielleicht war der Haß so mächtig in ihr geworden.

So hausten diese beiden, gegeneinander gekehrt, seltsam ineinander verbissen und verwühlt, seltsam abhängig voneinander, seltsam ungleich einander, hausten da inmitten der Unschuld und Menschenferne einer holden Natur, Wald und Berg und Wiese und Bach vor Augen und nur gelegentlich ihre Unbilden und Härten spürend und dawider murrend, die eine wie die andre. Denn zuletzt war ja die Magd Kreszenz doch nur der folgsame Schatten der Herrin Ulrike und kannte keine Bewegung und keinen Willen mehr außer dem der Herrin Ulrike. Die aber war der Erde feind, weil sie ihr nicht umsonst die Frucht gab, und dem Baum, der dem Bauern Kühlung spendete und nicht ihr. Was Gräser, Blumen, schlankragende Tannen; was umglühte Gipfel und zitterndes Licht und Schein von Sternen; Aufputz, Kulissenscherz, schlechter Trost, und nichts konnte Ulrike mehr verdrießen und zu giftigstem Spott reizen, als wenn die Städter ihre Ferien und Feiertage benutzten, um durch das Gelände zu streunen und ihrer verlogenen Begeisterung über Sonnenuntergänge und grünes Gemüse Ausdruck zu geben. War es nicht Lüge, so war es Dummheit oder alles beides; um so bester paßten sie in das, was sie Natur nannten und was in Ulrikes Augen eine Mischung von beidem war, nüchtern wie ein Stall und allen lebendigen Geist über einen Leisten hämmernd, ob es sich nun um Michelangelo oder einen Dorfidioten handelte. Wenn man sie nicht erträglich zurichtete und Paläste, Dome und Gärten in sie stellte, war Natur nicht viel mehr als eine miserabel bemalte Leinwand, samt dem berühmten Himmel, in den die einfältige Menschheit ihre philanthropisch dressierten Götter und etwas wie einen obersten Gerichtshof für ihr törichtes Gebaren versetzte.

Ulrike glaubte an nichts und zweifelte an allem. Nur an dem, was sie mit Händen hielt, zweifelte sie nicht. Sie war so wenig Christin, daß sie in ihrem Innern die Grundsätze der christlichen Religion für ihre jahrlausendalte betrügerische Abmachung zwischen Pfaffen und jeden gläubigen Christen für einen possierlichen Schwachsinnigen erklärte. Sie hatte die Dinge durchschaut; sie hatte das Leben bis auf den untersten Bodensatz kennen gelernt; ihr machte man nichts mehr weiß. Sie saß in ihrem Hause; da war ihr Tempel, da war ihr Schicksal, da war ihre Erde und Natur. Da war alles wahr, weil greifbar, bestimmbar, zählbar, meßbar, schätzbar. Draußen war das Tohuwabohu, der Jahrmarkt mit Schweißgeruch und Phrasendrusch und schlechter Musik und schlechter Ware und schlechtem Geld.

Am Tag nach der letzten Versöhnung mit Kreszenz kam es abermals zu einem gewaltigen Zank, weil diese sich angemaßt hatte, einem jämmerlich aussehenden Knaben, der mehrere Stunden am Gartentor gekauert hatte, einen Teller Wassersuppe hinauszutragen. Neben jenen mildtätigen Sammlungen, die besonders in den Jahren nach dem Krieg von den Gemeinden der Umgebung eifrig betrieben wurden und bei denen sie rundweg alle Spenden verweigerte, waren ihr am verhaßtesten die Bettler. Der Anblick eines Bettlers erregte Wutkrämpfe in ihr, ein soziales Gallenfieber gleichsam, als ob die Armen da seien, um sie zu verhöhnen. Auch jetzt konnte sie sich nicht beruhigen; sie schmälte und geiferte vom Mittag bis in den späten Nachmittag ununterbrochen. Anastasia schwieg und nickte zu allem servil. Da die Litanei kein Ende nehmen wollte, wagte sie zu bemerken, es sei ja nur ein Kind gewesen und habe vielleicht wirklich Hunger gehabt. Ulrike entgegnete barsch, ob sie das etwa rühren solle? Dafür habe sie kein Organ. Nein, Gott sei Dank, bei ihr kämen die Tränendrüsen nicht so bald ins Rinnen. Kind oder Greis, Mann oder Weib, das sei ihr alles eins. Wer habe dem Lumpenvolk geschafft, immerfort Kinder in die Welt zu setzen? Wenn sie einmal aufhören würden, sich zu vermehren, würde sich das Elend stracks vermindern. Das habe schon der selige Malthus in seinen Schriften verkündet, und der sei kompetent darin gewesen. »Aber was nutzt das Predigen?« fuhr sie grimmig fort; »Kleinzeug muß fruchtbar sein, sonst wird es totgetreten. Kinder soll man erschlagen, wenn sie nur deshalb geboren werden, damit ein Taugenichts oder ein Sozialdemokrat mehr ist. Was für eine Wichtigkeit sie heutzutage mit ihren Kindern machen; greulich mitanzusehn. Zu meiner Zeit hat man sie mit Prügeln aufgezogen und es sind Kerle draus geworden; jetzt päppelt man sie mit Sentenzen von Gleichheit und Menschenwürde groß, und es wachsen lauter Tagediebe und Schwindler heran.«

»Du würdest anders reden, wenn du ein Kind gehabt hättest«, sagte Anastasia nicht ganz freundlich.

»Gott bewahre!« rief Ulrike und schüttelte sich. »Ein Bankert auf dem Buckel, das hätte mir gefehlt. Da hätt ich meine Karriere an den Nagel hängen können und mich dazu. Es gibt freilich Findelhäuser und da wärs auf alle Fälle bester aufgehoben gewesen als bei mir, aber zum Glück war ich zur Vervielfältigung nicht bestimmt. Jedem das Seine. Ich bleibe für mich. Monade nennen so was die Gelehrten, glaub ich.« Sie erhob sich und nahm ihren Stock, um ins Freie zu gehen, wo sie um diese Stunde unter den Gemüsepflanzungen Nachschau zu halten pflegte. Anastasia begleitete sie.

Die Sonne stand schon den westlichen Bergkuppen nah, Schwärme winziger Mücken tanzten über dem Weg. Ulrike, den Voltaire-Kopf ein wenig hebend, schnupperte und war geneigt, der Atmosphäre Anerkennung zu spenden. Plötzlich zog sie die Brauen zusammen und deutete mit dem Stock gegen den Wald hinauf. »Hallo, da oben!« schrie sie mit der ganzen Kraft ihrer Lunge, »was gibts da? Das ist Privateigentum. Marsch, fort!«

Es war ein Mädchen, das von der Höhe des Hangs ein Stück am Waldrand herabgelaufen war und nun, etwa zweihundert Schritte von den beiden Frauen entfernt im Jagdeifer, bei der Verfolgung eines Eichhörnchens, in das abgegrenzte Gebiet der Villa Woytich eindrang. Auf den groben Anruf blieb das Kind erschrocken stehen. Es trug ein bis zu den Knien reichendes rosa Kleidchen, an den bloßen Füßen Sandalen, über den Schultern eine grüne Botanisiertrommel, und im Nacken hing an einem Gummiband der breitrandige Strohhut. Das auffallend schöne Haar flimmerte in der Sonne wie ein goldener Schleier.

»Hallo, wer bist du?« fuhr Ulrike zu brüllen fort; »wo kommst du her? was hast du hier zu suchen? klettert man denn so mir nichts dir nichts über fremder Leute Drahtzäune, zum Donnerwetter? Ist das erlaubt? Scher dich oder es setzt was!« Und sie drohte mit dem Stock.

Das Mädchen, es war Fanny Heinroth, schaute noch einmal an dem Stamm der Fichte empor, den das Eichhorn erklommen hatte und von wo aus es spöttisch herunterschnalzte. Fanny nickte ihm lächelnd zu und heftete dann den gleich wieder erschrockenen Blick auf die zeternde Alte. Sie sah sich ratlos um, nicht recht wissend, ob sie die Flucht ergreifen oder Rede stehen solle. Ihre täglichen Ausflüge hatten sie zum erstenmal in diese Gegend geführt. Wie gewöhnlich hatte sie sich Fräulein Elisabeths Aufsicht auch heute entzogen, um in furchtloser Selbständigkeit ihre eigenen Wege zu gehn. Sie fühlte sich dabei durchaus als Entdeckerin auf einem unbekannten Erdteil und lebte in der prickelnden Erwartung von Abenteuern. Auf dem Eckerngut wußte man von diesem wilden Vagabundieren nur was sie selber für gut hielt zu erzählen; Fräulein Elisabeth erhob keine Klage darüber, weil sie es einerseits nicht für klug erachtete, den leidenschaftlichen Freiheitstrieb des Kindes zu bekämpfen, und andrerseits Angst hatte, man werde ihr die Sorge über Fanny nicht mehr anvertrauen, wenn ihre eigenmächtigen Wanderungen ruchbar wurden. Sie folgte ihr stets von weitem, verlor sie jedoch immer nach kurzer Zeit schon aus den Augen.

Nach einigem Zaudern und Besinnen schritt Fanny bis zu einem der gewaltigen Ahornbäume, die, sechs an der Zahl, vor dem dunkleren Nadelforst Schildwache zu stehen schienen. Hier verharrte sie und fragte verwundert: »Warum schimpfst du so, alte Dame? Ich nehm dir doch nichts weg von deinem Wald.«

Ulrike war sprachlos. Sie schaute Anastasia an, um zu erkunden, was die sagte. Aber wenn Ulrike verstummte, wie hätte da Anastasia reden sollen? Es blieb nur übrig, über soviel Verworfenheit zu staunen. Aber ein Fünkchen verstohlene Freude war auch dabei, und sie dachte banal: Kinder und Narren sagen die Wahrheit.

Da das Mädchen offensichtlich den besseren Ständen angehörte, verschluckte Ulrike ihren Verdruß vorläufig noch und entschloß sich, das unverschämte Geschöpf näher in Augenschein zu nehmen. Ein schmaler Wasserlauf trennte sie von Fanny; kopfschüttelnd ging sie über den Steg und stand alsbald vor ihr. Wie heißt du? wo wohnst du? Fanny antwortete ruhig und knapp. Sie konnte nicht umhin, zu bemerken, daß insbesondere die Angabe ihres Domizils einigen Eindruck auf die erbitterte Alte machte. Ulrike musterte das Mädchen von oben bis unten und die Augen zusammenkneifend wiederholte sie nachdenklich: »Heinroth; soso, Heinroth.« Der Name klang ihr irgendwie bekannt; sie mußte ihn schon einmal gehört haben, und durch eine neuerliche Frage versuchte sie, ob das Kind nicht ihrem Gedächtnis zu Hilfe kommen könnte; Fanny wußte nur zu sagen, daß sie eben so heiße, und da das starre Anschauen des alten Fräuleins ihr mißbehagte, fragte sie selbst jetzt nach deren Namen. »Wie heißt denn du?« wandte sie sich an Ulrike; die, über das Du ebenso verblüfft wie über den ungenierten Ton, den sie als Gipfel der Impertinenz empfand, erwiderte nur mit einem entrüsteten Wackeln des Kopfes; das Wort blieb ihr im Munde stecken. »Ist das dein Haus?« fragte Fanny weiter, und in ihrem Entsetzen kehrte sich Ulrike abermals Anastasia zu, um die zur Zeugin eines so beispiellosen Benehmens aufzurufen. Fanny gewahrte es nicht oder deutete es falsch; sie konnte sich nicht recht vorstellen, daß Menschen eine üble Meinung von ihr hegten; ohne Arg geriet sie ins Plaudern, wobei ihre Lebhaftigkeit mit jeder Minute zunahm; ja, einige Male lachte sie hell auf.

Sie fand es schrecklich lustig, so allein durch die Landschaft zu marschieren, und äußerte es mit schelmischer Genugtuung. Die Finten, deren sie sich bediente, um Fräulein Elisabeths ängstliche Wachsamkeit zu täuschen, erregten besonders ihre Heiterkeit. Um sie brauche man keine Angst zu haben, erklärte sie achselzuckend; ihr tue niemand etwas, und wenn ihr auch zuweilen einer begegne, der sie nicht gerade freundlich anschaue, dann blicke sie ihm fest in die Augen, so: (sie demonstrierte es, indem sie die Augen weit aufriß und der dicht vor ihr stehenden Ulrike furchtlos und mit einem Lächeln, das bittend oder auch spöttisch sein konnte, ins Gesicht blickte); da nicke ihr der Betreffende zu und lasse sie ungeschoren ihres Wegs gehen. Ob es denn etwas so Schlimmes sei, daß sie über den Draht gestiegen, wollte sie darauf hören; sie habe sich nichts dabei gedacht und nicht geglaubt, daß man sie deshalb auszanken werde. Schuld sei das Eichhörnchen; man könnte sich keinen Begriff machen, wie schlau das Tier gewesen sei; nachdem es ein Stück gelaufen, habe es sich immer niedergehockt und den Kopf nach ihr gedreht, als ob es sie einladen wolle, ihm zu folgen. Sie schwieg, sah sich mit einem entzückten Blick rundum und sagte dann: »Schön ist es hier; wunderschön. Bei unserer Frau Baronin ist es auch schön, und wir haben auch ein schönes Haus, größer als das, aber hier ists wilder; das mag ich gern, wenn es so wild ist. Wohnen viele Menschen in dem Haus? Bist du vielleicht auch eine Frau Baronin? Kennst du unsere Baronin Josephe vielleicht?«

Ulrike antwortete nur mit einem unartikulierten Brummen. Es ging ihr mit dem Kind doch gar zu eigentümlich. Was war denn das für ein Gesicht? was mahnte sie denn darin? Form, Bewegung, Blick und Lächeln: da war etwas wie aus alter verklungener Zeit, wie aus junger schäumender Zeit; die leicht gehobene Lippe beim Sprechen, das nervöse Zucken über der feinen Nasenwurzel: woher mochte das stammen? Aber alles, was Fanny sagte und wie sie es sagte, machte sie betroffen; und wie sie dastand, graziös und mit dem kindlichen Stolz, der reifer und gesünder ist als jeder andere Stolz, wie die Glieder am Körper angesetzt waren und das Haar an der Stirn und der Hals auf dem Nacken, alles wie aus einem Stück gedrechselt: wahrhaftig, wieder einmal ein erstaunliches Exemplar, dergleichen man selten zu sehen bekam. Und die Stimme; wenn sie nur endlich aufhören würde zu plappern, dachte Ulrike, das ist ja die reine Teufelei, wie einem das Stimmchen zu Leibe rückt. Und wie geht denn das zu, dachte sie weiter, daß die Josephe zu was Derartigem kommt? bloß mit dem Herzeleid und der Wohltätigkeit soll das möglich sein?

Alle diese Gedanken und Empfindungen spiegelten sich in ihren unruhigen Zügen. Ihr Blick glitt schließlich zur Erde; hastig zeichnete sie mit dem Stock einen Kreis in den Sand und sagte: »Da du nun schon so weit gelaufen bist, du Racker, und das Haus deine Neugier zu erwecken scheint, so komm nur mit mir und schau dirs an. Kannst dann wenigstens sagen, daß du bei Ulrike Woytich zu Gast gewesen bist«, fügte sie mit anzüglichem Lachen hinzu; »das ist nicht jedem gegönnt und vielleicht auch nicht eines jeden Sache. Du bist also höflichst eingeladen, meine liebe Fanny, und wenn du artig bist, will ich dir auch was ausnehmend Hübsches zeigen.«

Die Aufforderung hatte nichts übermäßig Gewinnendes; trotzdem war sie für Anastasia so unerwartet, daß sie die Schwester verdutzt anschaute. Fanny schien zu überlegen. Sie hatte eine kleine Armbanduhr, Geschenk Josephes, auf die blickte sie wichtig. »Ja? soll ich?« erkundigte sie sich, »ist es nicht schon zu spät?«

»Ach was«, versetzte Ulrike in ihrem polternden Ton, »es hat erst sechs geschlagen. Bis acht Uhr ists hell, da bist du längst zu Hause bei deiner Frau Baronin. Ich bin zwar keine Baronin, aber fürcht dich nicht, ich fresse keine kleinen Mädchen.« Bei diesen Worten ergriff sie mit der linken Hand Fannys rechte und stapfte mit ihr dem Hauseingang zu. »Du kannst noch getrost im Garten bleiben«, rief sie zu Anastasia zurück, »wir zwei werden schon alleine miteinander fertig. Meinst du nicht auch, Fanny?«

Es war mehr ein Befehl als ein Rat für Anastasia, und ihre Verwunderung minderte sich nicht. Indem sie das seltsame Paar mit den Blicken verfolgte, konnte sie sich einer bösen Ahnung nicht erwehren.


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