Autorenseite

 << zurück weiter >> 

Tambudza, die Alte

Tarzan barg den Koch der »Kincaid« in der feuchten Erde, denn das war ja das einzige, was er hier in der grausigen Dschungelwildnis diesem Manne noch zuliebe tun konnte. Welch' edles Menschenherz hatte hinter diesem abstoßenden Äußeren geschlagen! Um seiner Frau und seines Kindes willen hatte er nun sein Leben lassen müssen ...

Dann nahm Tarzan die Verfolgung Rokoffs wieder auf. Jetzt, wo er genau wußte, daß Jane jenes Weib war, das die Schwarzen immer mit erwähnt hatten, und daß sie wieder in die Hände des Russen gefallen war, schien es ihm, als komme er trotz seiner Schnelligkeit und Gewandtheit nur im Schneckentempo vorwärts.

Dazu war es äußerst schwierig, auf der rechten Spur zu bleiben; zu viele Pfade führten in dieser Gegend durch die Dschungel; die kreuzten sich hier und dort wieder, da teilten sie sich und dort verzweigten sie sich beinahe nach allen Himmelsrichtungen, überdies schienen die Wege auch alle reichlich begangen. Die Spuren des Weißen waren offenbar durch die der nachfolgenden Träger verwischt, und obendrein schienen andere Eingeborene und auch wilde Tiere hier und da die Dschungelpfade benützt zu haben.

Es war wie verhext. Bisher war Tarzan noch immer auf der richtigen Fährte geblieben, sobald er nur seiner guten Nase mehr vertraute als dem, was sich aus den sichtbaren Spuren schließen ließ. Jetzt mußte er jedoch nach langem Hin und Her feststellen, daß er tatsächlich ganz aus der Richtung gekommen war.

Da er wußte, daß seine Affenhorde ihm folgte, vergaß er nicht, wenigstens seinen eigenen Weg so deutlich wie möglich zu bezeichnen. Er brach oft Zweige herunter, bog hie und da die Schlinggewächse zur Seite, die rechts und links üppig den schmalen Pfad umsäumten, und sorgte dafür, daß sich bisweilen seine Fußspuren besonders auffallend dem weichen Boden einprägten.

Die Nacht senkte sich hernieder, und zugleich setzte heftiger Regen ein. Es blieb ihm nichts weiter übrig, als im Schutze eines mächtigen Baumes den Morgen abzuwarten. Doch der neue Tag hatte kein anderes Gesicht: Es regnete noch immer in Strömen.

Eine Woche lang jagten die schwarzen regenschweren Wolken über die Dschungel und gaben die Sonne nicht frei.

Der Sturm brauste durch das wirre Geäst und ließ den Regen ganze Arbeit machen: Auch die letzten Spuren mußten in diesen Unwettern ins Nichts zerfließen ... Vergeblich Tarzans Bemühen ...

Er bekam in all diesen Tagen nie einen Eingeborenen zu Gesicht. Schon mußte er fürchten, daß sogar sein Tiertrupp seine eigene Spur verloren hatte, und er selber war außerstande, zu ergründen, wohin er eigentlich jetzt gelangen würde: Wildfremd dieses Land, weder Sonne noch Mond, noch Sterne, die ihm einen rettenden Wink zugeblinkt hätten ...

Am Morgen des siebenten Tages sprengte die Sonne endlich die Wolkenfesseln: der Affenmensch war außer sich.

Er, der Affen-Tarzan, hatte sich zum erstenmal in seinem Leben buchstäblich verirrt. Verirrt!

Furchtbar, daß ihm das auch noch gerade jetzt passiert sein mußte, jetzt, da Frau und Kind irgendwo auf Gnade und Ungnade in der Hand seines Erzfeindes Rokoff waren. Irgendwo in der weiten wilden Dschungel ...

Was mochten sie ausgestanden haben in diesen sieben Tagen, in denen die entfesselten Naturgewalten allen seinen Anstrengungen, die Seinen aufzufinden, den Erfolg versagte! Tarzan kannte den Russen zu genau. Sie waren in seiner Gewalt, und er würde – schon aus Wut darüber, daß Jane ihm einmal entflohen war, und weil er seine sofortige Verfolgung durch Tarzan vermuten mußte – ohne viel Federlesens, die furchtbarste Rache üben, eine Rache, wie sie nur diesem bösen Hirn entspringen konnte.

Die Sonne strahlte wieder vom Himmel, und immer noch war der Affenmensch völlig im unklaren, welche Richtung er einschlagen sollte. Wohl hatte Rokoff den Strom verlassen, als er noch hinter Anderssen her war. Ob er aber jetzt weiter in das Innere des unbekannten Landes vordrang oder schon zum Ugambi zurückgekehrt war, wer wollte das entscheiden?

Der Affenmensch hatte neulich bemerkt, daß der Strom in dieser Gegend schon ziemlich schmal geworden war. Auch zeigte sich stärkeres Gefälle, und er schloß daraus, daß er selbst für leichtere Boote kaum noch schiffbar sein mochte, je mehr man sich seinem Quellgebiet näherte. Allein wohin sollte sich Rokoff gewendet haben, wenn er sich nicht wieder zum Ugambi zurückgezogen hatte?

In bezug auf Anderssen schien es klar, daß dieser prächtige Bursche das fast unmögliche Wagnis im Sinne gehabt hatte, das ganze Festland bis nach Sansibar zu durchqueren. Ob jedoch Rokoff den Mut zu dieser mehr als gefahrvollen Reise aufbrachte ...?

Nur die Angst würde ihn dazu bewegen, allerdings eine Angst, die reichlich begründet war; denn er zweifelte sicher keinen Augenblick, daß Tarzan ihm folgte, ja daß er darauf brannte, an ihm sein Mütchen zu kühlen. Und obendrein würde auch noch jene unheimliche Raubtierhorde mit Tarzan erscheinen ...

Schließlich entschied sich Tarzan, in nordöstlicher Richtung – also etwa auf die Gebiete des Tanganjikasees zu – vorzudringen. Inzwischen würde er ja sicher irgendwo bei den Eingeborenen etwas über Rokoffs Verbleib erfahren.

Schon am zweiten regenlosen Tage kam er an ein Dorf. Die Eingeborenen flüchteten jedoch sofort in die Dschungel, noch ehe sie ihn recht gesehen haben konnten.

Tarzan war nun nicht der Mann darnach, sich einfach damit abzufinden. Er verfolgte die Leute, ohne erst lange zu zögern, und bald hatte er einen jungen Krieger gefaßt. Der arme Kerl schien vor Schreck gleich gar nicht erst an Abwehr zu denken, warf seine Waffen weg und wälzte sich schreiend und mit angstverzerrten Zügen am Boden, sowie er nur seines Verfolgers ansichtig wurde.

Es war eine Geduldsprobe für Tarzan, bis er den Burschen soweit beruhigt hatte, daß ihm seine Furcht vor dem Affenmenschen unnötig erschien.

Nach allerlei Überredungskünsten erfuhr Tarzan denn, daß eine weiße Reisegesellschaft vor einigen Tagen durch das Dorf gekommen sei. Man hätte ihnen erzählt, ein schrecklicher weißer Teufel folge ihnen, und man solle sich ja vor ihm und seinem Teufelspack in acht nehmen.

Der Schwarze glaubte nun in Tarzan jenen weißen Teufel erkannt zu haben; wenigstens weil er so aussah, wie ihn die Weißen und deren schwarze Träger beschrieben hatten. Und er meinte, jeden Augenblick müßte nun auch die Teufelshorde aus dem Dickicht hervorbrechen; Teufel unter der Maske von Affen und Leoparden, wie er naiv sagte.

Tarzan merkte sofort, daß Rokoffs List hier im Spiele war. Der Russe wollte ihm Steine in den Weg legen, und dazu kamen ihm Angst und Aberglaube der Schwarzen gerade recht.

Der Eingeborene fügte noch hinzu, daß der Weiße an der Spitze jener letzthin durchgekommenen Expedition ihnen eine märchenhafte Summe als Belohnung versprochen hätte, wenn sie den weißen Teufel töteten. Sie hätten das auch getan, wäre das Glück ihnen hold geblieben ... Doch wie sie vorhin Tarzan auftauchen sahen, sei ihnen fast das Blut in den Adern erstarrt ... Die Träger der weißen Leute hätten ihnen das gleiche schon damals prophezeit ...

Der Schwarze schien jetzt endgültig von seinem Schrecken kuriert, da er sah, daß der Affenmensch ihn ganz freundschaftlich behandelte, und so führte er den »weißen Teufel« sogar zum Dorfe. Unterwegs rief er laut in die Dschungel, man solle zurückkehren, der weiße Teufel habe versprochen, daß niemanden ein Leids geschähe, wenn man nur sofort käme und seine Fragen beantwortete.

Sie erschienen denn einer nach dem andern im Dorfe, doch war ihre Furcht keineswegs ganz behoben. Die meisten wagten nur immer einen ängstlichen Seitenblick auf den riesigen Affenmenschen; man konnte deutlich beobachten, wie sie vor lauter Unbehagen die Augen verdrehten.

Der Häuptling war mit als erster zurückgekommen. Da Tarzan sein Verhör bei ihm beginnen wollte, trat er unverzüglich mit ihm in besten Hütte ein. Er war ein kräftiger untersetzter Mann mit mächtigen Armen, fast wie sie die Affen hatten. In seinen Zügen lag etwas Gemeines, ja Tarzan konnte sicher sein, daß er es mit einem ganz abgefeimten Burschen zu tun hatte.

Es schien, als sei es nur seinem Aberglauben und den Schauergeschichten, die Rokoffs weiße und schwarze Gefolgsmänner erzählt hatten, zu danken, daß er nicht augenblicklich Tarzan von seinen Kriegern niedermachen ließ; denn das hier waren zweifellos Menschenfresser schlimmster Sorte. Allein die Befürchtung, er könne doch jener Teufel sein und mit einem raschen Wink seine vielleicht schon lauernde Teufelshorde über das Dorf hereinbrechen lassen, gebot Maganwazam abzuwarten.

Tarzan fragte den Mann gehörig aus. Als er diese Aussagen mit denen des jungen Kriegers verglich, den er vorhin in der Dschungel eingeholt hatte, schien es erwiesen, daß Rokoff und seine Karawane in wilder Flucht die Ostküste zu erreichen suchten.

Viele Träger sollten dem Russen übrigens davongelaufen sein; er hatte außerdem fünf seiner Leute wegen Diebstahls und »Fahnenflucht« im Dorfe hängen lassen. Die Waganwazam-Leute mußten das alles von einigen schwarzen Trägern des Russen erfahren haben, die es mit der Geheimhaltung der weiteren Pläne nicht so genau genommen hatten. Außerdem erfuhr Tarzan, daß Rokoff immer nicht weit vor seinen letzten Leuten ging – den Köchen, den Zeltträgern und den Askari mit den Gewehren. Ein Führer, der ihm vom Dorfe mitgegeben worden war, hätte sich auch bald davongemacht und ihn seinem Schicksal in der Dschungelwildnis überlassen ...

Die Frage, ob sich auch eine weiße Frau oder ein weißes Kind bei Rokoff befunden hätten, verneinte Maganwazam, doch fühlte Tarzan sofort heraus, daß der Schwarze log. Er rührte noch ein paarmal an diesen Punkt, konnte aber trotz oft überraschender Zwischenfragen den gerissenen Wilden nicht bei einem wesentlichen Widerspruch ertappen. Er blieb dabei, daß weder Frauen noch Kinder bei Rokoff gesehen worden wären.

Tarzan hatte jetzt Hunger und erhielt nach langem Herumfeilschen vom Häuptling endlich das gewünschte Mahl. Dann suchte er die anderen Dorfbewohner auszuhorchen; vor allem wollte er den jungen Krieger, der ihm in der Dschungel bereits das Wichtigste erzählt hatte, noch einmal vornehmen. Maganwazams Gegenwart verschloß ihnen aber die Lippen. Nun war Tarzan felsenfest davon überzeugt, daß die ganze schwarze Gesellschaft viel mehr über das Wo und Wohin des Russen, ja sicher auch über das Schicksal Janes und des Kindes wußten, als sie ihm erzählt hatten. Er beschloß also, die Nacht über im Dorfe zu bleiben. Vielleicht ließ sich doch noch etwas aus den Burschen herausholen ...

Er teilte dem Häuptling seinen Wunsch mit und war ziemlich überrascht, wie dessen ganzes Verhalten plötzlich umschlug: War Maganwazam bisher nur mürrisch und mit unverkennbarem Mißtrauen dem Gang der Ereignisse gefolgt, so konnte er sich jetzt nicht genug damit tun, seine Gastfreundschaft zu beteuern.

Der Affenmensch sollte die beste Hütte als Quartier erhalten, man würde eine von Maganwazams Frauen kurzerhand in seine eigene Hütte verweisen, hieß es. Der Häuptling selbst wollte für die kurze Zeit in die Hütte einer seiner jüngeren Frauen übersiedeln.

Hätte Tarzan sich rechtzeitig jener fürstlichen Belohnung erinnert, die man den Schwarzen für seine Ermordung zugesichert hatte, würde er wohl Maganwazams jähen Stimmungswechsel rasch anders gedeutet haben.

Es mußte doch ein Leichtes sein, sich diese Belohnung zu sichern, wenn das weiße Ungeheuer erst mal in einer der Hütten friedlich und ahnungslos schlief!

Der Häuptling sparte also nicht mit freundlichen Worten. Zweifellos war Tarzan von seiner langen Reise sehr ermüdet und würde sich, wenn man ihm recht zuredete, bald in sein Quartier zurückziehen ...

So sehr nun auch der Affenmensch sich sonst vor der Übernachtung in solch einer Hütte scheute, heute wollte er es nicht ausschlagen. Er dachte einen der jüngeren Dorfbewohner mitzunehmen. Vielleicht gelang es dann im Schein des Lagerfeuers, das gewöhnlich in der Mitte der rauchgeschwärzten Hütten auch nachts brannte, die gewünschten Auskünfte zu erhalten.

Tarzan sagte also zu, sprach jedoch den Wunsch aus, daß er sein Lager lieber mit einigen jüngeren Leuten teilen wolle, um die Frau Maganwazams nicht den Unannehmlichkeiten der kühlen Nachtluft auszusetzen.

Die zahnlose Alte stimmte diesem Vorschlag zu, und, da es so auch noch besser paßte, wenn Tarzan gleich mitten unter den abgefeimtesten Kriegern untergebracht werden konnte, war der Häuptling ebenfalls einverstanden. Man wies ihm eine Hütte unweit des Dorftores zu.

Tarzan sah sich jedoch allein gelassen. Man veranstalte heute abend einen Tanz zu Ehren des kürzlich heimgekehrten Jagdtrupps, erklärte Maganwazam, und die jungen Leute hätten unbedingt an den Festlichkeiten teilzunehmen.

Sobald man den Affenmenschen sicher in der Falle wußte, rief Maganwazam die jungen Krieger zu sich, die er für die gemeinsame Übernachtung mit dem weißen Teufel ausersehen hatte ...

Nun schien zwar keiner sich sonderlich für dieses Abenteuer begeistern zu können; dazu hatte sich doch die Furcht vor diesem mächtigen weißen Fremdling schon zu tief in ihre ohnehin zum Aberglauben geneigten Gemüter eingenistet. Anderseits wußten sie genau, daß es keinen Widerspruch gegen Maganwazams Befehle gab, und so wagte auch jetzt niemand den Gehorsam zu verweigern.

Die Wilden kauerten rings um das lodernde Feuer, als Maganwazam ihnen jetzt im Flüsterton seinen Plan entwickelte. Die alte, zahnlose Hexe, die durch Tarzans Entgegenkommen ihr Quartier für die Nacht nun nicht zu wechseln brauchte, machte sich auch in der Verschwörerrunde zu schaffen: Sie tat so, als müsse sie immer rechtzeitig für neues Feuerholz sorgen; in Wirklichkeit wollte sie jedoch von dem, was man hier verabredete, möglichst viel auffangen ...

Tarzan mochte trotz der lärmenden Nachtfestlichkeiten im Dorfe etwa ein bis zwei Stunden geschlafen haben, als er plötzlich ein verdächtiges Geräusch in seiner Hütte vernahm. Es klang, als schliche sich jemand ganz leise an ihn heran. Das Feuer war zu einem Häufchen glühender Asche zusammengesunken, und es kam ihm vor, als ob die Finsternis im Gegensatz zu diesem glimmenden Mittelpunkte nur immer noch undurchdringlicher würde.

Er glaubte jedoch nicht, daß seine Schlafgenossen schon vom Festplatz zurückkehrten, denn das wilde Schreien der Tanzenden und das laute Getöse der Tamtams hielt unvermindert an. Wer mochte sich da unbemerkt an ihn heranschleichen wollen? Und warum?

Er fühlte, daß jene Gestalt schon fast in Reichweite sein mußte, und nahm den Speer von der Wand, den er sich für alle Fälle mitgenommen hatte.

Wer schleicht sich da wie ein hungriger Löwe in der Nacht an den Affen-Tarzan heran? rief Tarzan leise.

Still, still, Bwana, flüsterte eine alte, zittrige Stimme. Tambudza ist es, die du nicht aus ihrer Hütte in die kalte Nacht hinausjagen wolltest, weil sie eine alte Frau ist.

Was will Tambudza vom Affen-Tarzan? fragte der Affenmensch.

Du warst gut zu mir, wie keiner hier. Zum Dank will ich dich warnen, entgegnete die alte Hexe.

Mich, warnen? Wovor denn?

Maganwazam hat schon die Männer bestimmt, die bei dir in der Hütte schlafen sollen. Ich hörte, wie er mit ihnen sprach und was er ihnen befahl. Gegen Morgen werden sie vom Tanze zu dir kommen. Bist du wach, so sollen sie tun, als wollten sie sich zur Ruhe niederlegen. Sie werden aber nur warten, bis du wieder schläfst, und dann alle über dich herfallen und dich töten. Schläfst du aber noch, wenn sie die Hütte betreten, dann haben sie dich sofort zu vernichten. Maganwazam will unter allen Umständen die vom weißen Mann zugesagte Belohnung erringen.

Ja, das hatte ich doch vergessen, murmelte Tarzan leise vor sich hin. Dann fügte er hinzu, so daß es die Alte hören sollte: Wie gedenkt Maganwazam denn die Belohnung zu bekommen; meine Feinde, die weißen Männer, haben ja dies Land längst verlassen und sind sonstwohin gezogen ...

O, die sind nicht weit von hier, unterbrach ihn Tambudza rasch. Maganwazam weiß schon, wo sie stecken. Seine Boten sind flink, und die Weißen kommen nur langsam voran.

Wo sind sie? forschte Tarzan gespannt.

Du willst zu ihnen? kam Tambudzas erstaunte Antwort.

Tarzan nickte nur.

So genau kann ich ihren Lagerplatz natürlich nicht beschreiben, daß du ihn allein finden wirst. Aber ich will dich führen, Bwana.

Das Gespräch nahm ihre ganze Aufmerksamkeit derart gefangen, daß sie bei der großen Dunkelheit nicht bemerkten, wie jemand sich in die Hütte hereinschlich, sich aber bald wieder aus dem Staube machte.

Es war der kleine Bualaoo, ein Sohn des Häuptlings und einer seiner jüngeren Frauen, übrigens ein schadenfrohes, ungezogenes Kerlchen, das es besonders auf Tambudza abgesehen hatte und seinem Vater immer die geringfügigsten Verfehlungen der Alten hintertrug ...

Komm, sagte Tarzan rasch, wir wollen sofort gehen ...

Bualaoo hatte das nicht mehr gehört. Er war schon wieder auf der Dorfstraße und berichtete seinem halbbezechten Vater, was er wieder ausspioniert hatte. Die anderen drehten sich und sprangen noch immer in wildem Tanze wie besessen in der festlichen Runde.

So kam es, daß fast zu derselben Zeit, als Tarzan und Tambudza ungesehen aus dem Dorfe in die stockfinstere Dschungelnacht untertauchten, bereits zwei Eilboten in gleicher Richtung, jedoch zum Glück auf einem anderen Waldpfad unterwegs waren ...

Bald war man weit genug vom Dorfe entfernt, um wenigstens leise wieder reden zu können. Tarzan fragte denn auch die Alte gleich, ob sie eine weiße Frau mit einem kleinen Kind unter den Weißen bemerkt hätte.

Tambudza bejahte dies und fügte hinzu: Ein winziges Kindchen war's. Doch starb es in unserem Dorf am Fieber und wurde auch dort begraben ...


 << zurück weiter >>