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Fünftes Kapitel.

Von der Strenge seines Lebens und dem Troste, den die Geschöpfe ihm gewährten.


1) Da nun der Mann Gottes Franziskus sah, daß sein Beispiel viele anfeuerte, Christi Kreuz mit glühendem Eifer zu tragen, so ermuthigte auch er sich, ein guter Anführer der Krieger Christi zu werden und selber durch Ausübung der höchsten Vollkommenheit zur Siegespalme zu gelangen. Er dachte an den Ausspruch des Apostels: Die Christus angehören, haben ihr Fleisch mit seinen Lastern und Begierlichkeiten gekreuzigt. Und damit er die Waffenrüstung Christi an seinem Leibe trüge, zügelte er die sinnlichen Neigungen mit so strenger Zucht, daß er kaum das Nothwendigste zur Erhaltung der Natur nahm. Denn er pflegte zu sagen: es sei äußerst schwer, die Bedürfnisse des Leibes zu befriedigen, ohne den Trieben der Natur etwas nachzugeben. In gesunden Tagen genoß er fast niemals gekochte Speisen, und wenn er solche nahm, so mischte er sie mit Wasser oder Asche und machte sie möglichst unschmackhaft. Was soll ich sagen vom Weintrinken, da er nicht einmal hinreichend kaltes Wasser nahm, wenn er vor Durst brannte? Stets erfand er neue Weisen sich mehr abzutödten und nahm durch stete Uebung täglich zu in der Bußstrenge. Wiewohl er schon den Gipfel der Vollkommenheit erklommen hatte, so benahm er sich doch stets wie ein Anfänger und fügte den gewöhnlichen Kasteiungen immer etwas hinzu, um das lüsterne Fleisch zu strafen. Ging er aber unter die Leute, so richtete er sich um des Evangeliums willen in Beschaffenheit der Speisen äußerlich nach denen, die ihn gastlich aufnahmen; jedoch nach Hause zurückgekehrt, nahm er seine strenge Abtödtung wieder auf. So war er strenge gegen sich selbst, milde gegen andere, in Allem gehorsam dem Evangelium und gab nicht blos durch Fasten, sondern auch durch Essen ein erbauliches Beispiel. Der bloße Boden war häufig die Lagerstätte für seinen ermüdeten Leib; oft schlief er sitzend, den Kopf auf einen Klotz oder Stein gestützt, sein Kleid war nur ein ärmlicher Habit, und so diente er dem Herrn in Blöße und Kälte. –

2) Als man ihn einmal fragte, wie er sich bei so leichter Kleidung vor der strengen Winterkälte schützen könnte, erwiederte er im Feuereifer: Wenn die Gluth der Sehnsucht nach dem himmlischen Vaterlande das Innere unsers Herzens erfaßte, dann würden wir die Kälte von außen leicht ertragen. Weiche Kleider verabscheute er, dagegen liebte er rauhe und versicherte, der heil. Johannes der Täufer sei wegen seines rauhen Gewandes vom Herrn gelobt. Fand er bisweilen das Kleid bequem, das man ihm gegeben hatte, so brachte er inwendig kleine knotige Stricke an; denn er glaubte, nach dem Ausspruche der Wahrheit dürften weiche Kleider nicht in den Hütten der Armen, sondern nur in den Palästen der Fürsten gesucht werden. Auch hatte er aus eigener Erfahrung wohl gelernt, daß die Teufel vor einer rauhen Lebensweise erschrecken, aber mit Zuversicht auf Erfolg die Weichlichen heftiger versuchen. Da er eines Nachts wegen Kopfweh und Augenschmerzen gegen seine Gewohnheit ein Federkissen gebrauchte, fuhr ein böser Geist in dasselbe, beunruhigte ihn vielfach bis zur frühen Morgenstunde und störte ihn in der heiligen Uebung des Gebetes. Endlich ließ er einen Bruder kommen und das Kissen sammt dem schlimmen Gaste weit weg aus der Zelle tragen. Aber kaum war der Bruder aus der Zelle getreten, als alle seine Glieder vollständig erlahmten. Der heilige Vater erkannte im Geiste die Lage des Mitbruders und befahl dem Teufel, seiner Wuth Einhalt zu thun; und siehe! augenblicklich erhält der Bruder die frühere Kraft des Leibes und der Seele vollkommen wieder zurück.

3) Er hielt sich stets in strenger Zucht und verwendete die allergrößte Sorgfalt auf die Reinigkeit des innern und äußern Menschen. Im Anfange seiner Bekehrung warf er sich oft zur Winterszeit in einen Graben voll Eis und Schnee, um den Hausfeind vollkommen zu unterjochen und das weiße Kleid der Unschuld unversehrt zu bewahren vor dem Brande der Wollust. Er pflegte zu sagen: Für einen Geistesmann ist es unvergleichlich erträglicher, Kälte auszustehen am Leibe, als den Brand fleischlicher Wollust auch nur ein wenig zu verspüren im Geiste. Als er eines Nachts bei der Wüste Sarthiano in der Zelle dem Gebete oblag, rief ihn der alte höllische Feind dreimal mit Namen: Franziskus! Franziskus! Franziskus! Auf die Frage des Heiligen, was er denn wolle, antwortete trügerisch der Böse: Es gibt keinen Sünder in der Welt, dem Gott nicht verziehe, wenn er sich bekehrt; wer aber sich selbst umbringt durch harte Buße, der wird in Ewigkeit keine Verzeihung finden. Der Mann Gottes erkannte bald durch Offenbarung des Teufels Trug, und wie er ihn nur zum lauen Leben zurückzubringen suchte. Denn sogleich empfand er, angeblasen von dem, dessen Hauch Kohlen brennen macht, eine heftige Versuchung im Fleische. Sobald als der Liebhaber der Keuschheit die Versuchung verspürte, legte er den Habit ab und geißelte sich heftig mit dem Stricke, den er als Gürtel trug. Wohlan! sprach er dann zu sich selbst, der Habit ist für Ordensleute, er ist das Zeichen der Heiligkeit, ein Wollüstling darf ihn nicht stehlen; gehe nun, wohin du willst. Und von wunderbarer Gluth des Geistes beseelt, öffnet er die Zelle, läuft hinaus in den Garten, stürzt sich mit bloßem Leibe in den tiefen Schnee, macht mit vollen Händen sieben Schneefiguren, stellt sich vor dieselben und redet seinen äußern Menschen mit folgenden Worten an: Siehe da, diese größere ist deine Frau; hier sind deine vier Kinder, zwei Söhne und zwei Töchter; da ist deine Dienerschaft, ein Knecht und eine Magd, welche dich bedienen müssen; schnell bekleide sie alle, denn sie sterben vor Kälte. Wenn dich aber die vielfältige Sorge um sie belästigt, dann diene sorgsam dem Einen Herrn. Jetzt ging der Versucher besiegt von dannen, und der heilige Mann kehrte triumphirend in seine Zelle zurück, da er, obwohl zur heilsamen Züchtigung äußerlich vor Kälte starrend, doch den innern Brand der Wollust derart auslöschte, daß er späterhin diese Versuchung nie wieder empfand. Ein Bruder, der zu eben dieser Zeit dem Gebete oblag, hatte bei sehr hellem Mondscheine den ganzen Vorfall gesehen. Als der Mann Gottes hiervon Kunde erhielt, eröffnete er dem Bruder den Hergang der Versuchung und gebot ihm, bei seinen Lebzeiten Niemandem mitzutheilen, was er gesehen habe. –

4) Er pflegte auch dieses zu lehren: man müsse nicht blos die Laster des Fleisches ertödten und dessen Triebe zügeln, sondern auch die äußern Sinne, durch die der Tod in die Seele eingehe, mit der größten Sorgfalt bewachen; Vertraulichkeiten und Gespräche mit Weibspersonen und Blicke auf dieselben seien vielen eine Gelegenheit zum Untergange gewesen, und man müsse derartiges sorgfältig meiden. Hierdurch breche der Schwache zusammen, und sogar der Starke werde oft schwach; mit Frauenspersonen umgehen, ohne angesteckt zu werden, wenn Jemand nicht ein ganz bewährter Mann wäre, sei, nach der Schrift, eben so viel, als im Feuer gehen, ohne die Fußsohlen zu verbrennen. Er selbst bewachte sehr seine Augen, daß sie niemals eitle Gegenstände sähen. Einmal versicherte er seinen Begleiter, er kenne keine Frauensperson von Angesicht; denn er hielt es nicht für gerathen, Bilder in sich aufzunehmen, die entweder das unterdrückte Feuer im Fleische wieder anfachen, oder den Glanz der reinen Seele beflecken könnten. Mit Frauenspersonen reden, außer wo man Beichte hörte oder ihnen eine ganz kurze, ihrem geistlichen Wohle und der Ehrbarkeit entsprechende Unterweisung gäbe, nannte er verwegen. Denn, sagte er, was hat ein Ordensmann mit Weibern zu schaffen, wofern er nicht auf ihre fromme Bitte ihre Beichte hört oder eine Unterweisung zum vollkommneren Leben gibt? Wo zu große Sicherheit, da zu wenig Furcht vor dem Feinde; hat der Teufel am Menschen nur ein Haar, schnell macht er daraus ein Seil. –

5) Den Müßiggang lehrte er vor Allem fliehen, nannte ihn eine Pfütze aller bösen Gedanken und zeigte durch sein Beispiel, wie man das aufrührerische und träge Fleisch durch stete Zucht und nützliche Arbeiten bändigen müsse. Seinen Leib nannte er Bruder Esel und sagte, dieser Esel müsse schwere Lasten tragen, mit Geisseln öfters durchgehauen und mit schlechtem Futter unterhalten werden. Sah er Jemanden müßig umherschweifen und träge das Brod essen, das Andere sauer erworben hatten, so hieß er ihn Bruder Mücke, weil ein solcher nichts Gutes thut, die Wohlthaten mißbraucht und sich bei Allen gemein und verächtlich macht. Darum sagte er einmal: Meine Brüder sollen arbeiten und sich anständig beschäftigen, damit sie, fern vom Müßiggange, mit Herz und Zunge nicht abschweifen auf unerlaubte Gegenstände. Auch das evangelische Stillschweigen wollte er von seinen Brüdern beobachtet wissen, damit sie allzeit jedes müßigen Wortes sich sorgfältig enthielten, als solche, die am Tage des Gerichtes hierüber Rechenschaft abzulegen haben. Traf er einen Bruder, der müßige Reden zu führen pflegte, so wies er ihn derbe zurecht; bescheidenes Stillschweigen, versicherte er, sei die Wächterin für die Reinheit des Herzens und eine große Tugend, da ja Leben und Tod in der Hand der Zunge sind, nicht weil wir mit ihr schmecken, sondern mit ihr reden. –

6) Wiewohl er seine Brüder nach Kräften zum strengen Leben anleitete, so gefiel ihm doch nicht jene Strenge, welche ohne liebevolles Erbarmen und ohne die Würze der Klugheit ist. Eines Nachts ward ein Bruder wegen übergroßer Abtödtung gequält von Hunger und konnte gar nicht schlafen. Aber sobald der gute Hirt die drohende Gefahr seines Schäfleins erkennt, ruft er den Bruder herbei, legt ihm Brod vor und, damit er ihm die Scham benehme, ißt er selbst zuerst und ladet ihn mit süßen Worten zum Essen ein. Der Bruder legt die Scham bei Seite und ißt mit großer Freude, weil er durch die umsichtige Sorgfalt seines Hirten dem leiblichen Verderben entgangen war und ein herrliches Beispiel der Erbauung gehabt hatte. Am folgenden Morgen ruft der Mann Gottes seine Brüder zusammen und erzählt ihnen den Vorfall der letzten Nacht; fügt dann aber die weise Mahnung hinzu: Meine Brüder! nicht das Essen, sondern die Liebe sei euch zum Beispiel; die Klugheit muß die Lenkerin der Tugend sein; nicht jene Klugheit, welche das Fleisch eingibt, sondern die Christus lehrt, dessen hochheiliges Leben das vollendete Vorbild der Vollkommenheit ist. –

7) Weil aber der Mensch, mit der Schwachheit des Fleisches umkleidet, dem makellosen Lamme, Christus dem Gekreuzigten, nicht so vollkommen nachfolgen kann, daß er jeden Flecken vermeide, so müssen nach des Heiligen Lehre diejenigen, welche eifrig nach einem vollkommenen Leben trachten, sich täglich waschen im Wasser der Thränen. Er selbst beobachtete diesen Grundsatz auf's genaueste. Denn obgleich er schon eine wunderbare Reinheit Leibes und der Seele erlangt hatte, so wusch er doch ohne Unterlaß die Augen seines Geistes im Strome der Thränen, ohne es zu achten, daß er hierdurch das Licht seiner leiblichen Augen verlor. Einmal hatte er sich vor stetem Weinen eine heftige Augenkrankheit zugezogen, und der Arzt rieth ihm, er möge sich des Weinens enthalten, wenn er nicht erblinden wolle. Aber der heilige Mann erwiderte: Nicht so, lieber Arzt! denn aus Liebe zu jenem Lichte, das wir mit den Mücken gemein haben, dürfen wir die Heimsuchungen des ewigen Lichtes auch nicht für einen Augenblick ferne halten; der Geist ist ja nicht da für das Fleisch, sondern das Fleisch empfängt für den Geist die Wohlthat des Lichtes. Er wollte also lieber das leibliche Augenlicht verlieren, als die Andacht unterdrücken, welche Thränen hervorfließen läßt, wodurch das innere Auge gereinigt wird, um Gott schauen zu können. –

8) Einmal gaben ihm die Aerzte den Rath, er solle sich durch Brennen heilen lassen, und die Brüder drangen sehr in ihn, er möge diesen Rath befolgen. Der Mann Gottes gibt voll Demuth seine Zustimmung, weil er das Brennen für heilsam erkannte, und es schmerzlich war. Der Chirurg wird gerufen. Wie er aber das Eisen in's Feuer legt, um es glühend zu machen für das Brennen, geräth der Diener Christi in Schrecken; jedoch gleich ermuthigt er seinen Leib, redet das Feuer an wie einen Freund und spricht: Bruder Feuer! du bist vor allen Dingen mit beneidenswerthem Glanze ausgestattet, und der Allerhöchste hat dich voll Kraft, schön und nützlich geschaffen; sei mir in dieser Stunde gnädig, sei mir heilsam. Ich bitte den großen Herrn, der dich erschaffen, er möge deine Hitze mäßigen, damit du gelinde brennest, und ich dich ertragen könne. Nach vollendetem Gebete macht er das Kreuzzeichen über das feuersprühende Eisen und läßt unerschrocken das Brennen vornehmen. Zischend senkt sich das Eisen tief in das zarte Fleisch, und die Brandwunde reicht vom Ohre bis zu den Augenbrauen. Aber welchen Schmerz das Feuer verursachte, hat der heilige Mann selbst erklärt. Lobet den Allerhöchsten, sprach er zu seinen Brüdern, denn ich sage euch in Wahrheit, ich habe weder die Hitze des Feuers noch einen Schmerz am Leibe empfunden. Hierauf wandte er sich zum Arzte und sprach: Wenn das Fleisch nicht hinreichend gebrannt ist, so drücke das Eisen noch einmal ein. Der erfahrene Arzt bewunderte im schwachen Fleische die mächtige Kraft des Geistes, pries das Wunder Gottes und sprach: Ich sage euch, Brüder, heute habe ich Wunderdinge gesehen. Franziskus war aber auch zu einer solchen Reinheit gelangt, daß sein Fleisch dem Geiste und der Geist Gott in wunderbarer Harmonie folgte, und darum war das Geschöpf, folgsam seinem Schöpfer, durch göttliche Fügung in wunderbarer Weise dem Willen und Befehle des heiligen Mannes unterwürfig. Ein anderes Mal lag er in der Einsiedelei des heil. Urban sehr krank darnieder. Er bat da, weil er sich so schwach fühlte, um einen Becher Wein, erhielt aber zur Antwort, man könne ihm nichts geben, weil kein Wein da wäre. Jetzt läßt er sich Wasser bringen und macht das Kreuzzeichen über dasselbe, und augenblicklich ist das Wasser in den köstlichsten Wein verwandelt. Was also die Armuth der Einsiedelei nicht geben konnte, das erwirkte die Reinheit des Mannes Gottes. Sobald er von diesem wunderbaren Weine gekostet hatte, wurde er sogleich gesund. Dieses doppelte Wunder, das in Wein verwandelte Wasser und die plötzliche Genesung des Kranken, beweiset klar, daß Franziskus den alten Menschen aus und den neuen vollkommen angezogen hatte. –

9) Jedoch nicht blos das Geschöpf diente dem Diener Gottes auf den Wink, sondern auch des Schöpfers Fürsorge ließ sich überall herab nach seinem Wunsche. Einmal wurde sein Leib von vielen Krankheiten geplagt, und zur Erheiterung des Geistes wünschte er eine wohltönende Musik zu hören. Da der Mann Gottes nun anstandshalber von Menschen diesen Dienst nicht erhalten konnte, leisteten Engel ihm diese Gefälligkeit. Denn während er in der Nacht wachte und über göttliche Dinge nachdachte, ertönten plötzlich die wundervollen Klänge und das lieblichste Spiel einer Zither. Er sah zwar Niemand, aber aus dem Schalle der Töne, die bald hier bald dort vernommen wurden, konnte er das Kommen, die Bewegung und Rückkehr des Zitherspielers erkennen. Sein Geist wurde bei dieser überaus lieblichen Musik in Gott versenkt und er empfand eine solche Süßigkeit, daß er sich in eine andere Welt versetzt glaubte. Derartige wunderbare Heimsuchungen blieben seinen vertrauten Brüdern nicht verborgen; denn aus sichern Anzeichen konnten sie ersehen, daß Gott ihn häufig mit außerordentlichen Tröstungen begnadigte, die so überschwänglich waren, daß er sie unmöglich vollständig verbergen konnte. –

10) Ein anderes Mal ging der Mann Gottes auf seiner Missionsreise zwischen Lombardien und Marchia Tervisina dem Po entlang und wurde von finsterer Nacht überfallen. Der Weg war sehr gefährlich wegen Dunkelheit der Nacht, wegen des Flusses und der Sümpfe. Jetzt sprach der Begleiter zum Heiligen: Mein Vater! bitte Gott, damit wir aus diesen Gefahren befreit werden. Der Mann Gottes antwortete mit vieler Zuversicht: Mächtig ist Gott; wenn es seiner süßen Liebe gefällt, so kann er die Finsterniß vertreiben und uns wohlthätiges Licht gewähren. Kaum hatte er diese Worte gesprochen, als sie auch plötzlich durch höhere Kraft von einem so starken Lichte umstrahlt wurden, daß sie, obschon es sonst finstere Nacht war, durch dieses helle Licht nicht blos den Weg, sondern auch viele Gegenstände ringsumher sehen konnten. Von diesem Lichte leiblich geführt und geistig gestärkt, legten sie, Loblieder zur Ehre Gottes singend, eine bedeutende Strecke Weges zurück und kamen wohlbehalten in die Herberge. Bedenke nun, welch wunderbare Reinheit dieser Mann gehabt und von welcher Kraft sie war, da ja auf seinen Wunsch das Feuer seine Hitze mildert, das Wasser den Geschmack verändert, Engel eine liebliche Musik anstimmen und Trost bringen, ein himmlisches Licht den Weg zeigt. Es ist also klar, daß den geheiligten Sinnen des heiligen Mannes die ganze Schöpfung diente. –


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