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Abenddämmerung.

Ein stiller Friede kommt auf mich.
Weiß nicht, wie mir gescheh'n.

Goethe.

 

Der Abend ist so stille, und blau des Himmels Schein;
Nun schlummern alle Blumen und alle Vögelein;
Sie nicken und sie träumen, o stör' nicht ihre Lust!
Es baut sich eine Welt ja selbst in der kleinsten Brust.
Im Traume schwingt die Lerche sich in die freie Lust,
Und was das Blümlein fühlet, das haucht es aus in Dust.
Das ganze große Weltall mit seinen Welten klein,
Und alle Himmel faßt ja des Herzens Kämmerlein.
Mein Auge fühl' ich weinen und jauchze doch vor Lust,
Jeglich Geschöpf könnt' drücken ich seelig an die Brust!
Sieh', alle Sterne blinken – das Abendroth entflieht.
– Und wenn der Sturm die Nacht auch mit Wolken tief umzieht –
Schlaft süß und träumt, ihr Vögel! Träumt nur, ihr Blümelein!
Im Herzen ist es stille, da strahlt des Himmels Schein.


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