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Lied für die Kleinen.

Stirne! eine feste Wand!
Da logirt der Herr Verstand.
Der wird lernen und studiren,
Daß sie einst Dich respectiren;
Vornehm sitzt er in dem Hirn
Hinter dieser hohen Stirn.

Augenstern! wie hell und klar!
Zweie, glaub' ich, hast Du gar!
Heller unter Deiner Braue
Blickst Du jetzt, bei Gott, ich schaue
Tief Dir in des Herzens Kern,
Du, mein süßer Augenstern!

Nasengipfel! Rößlein fein,
Brille soll der Reiter sein,
Weiß die Brille nicht die Straße,
Folgt sie ganz getrost der Nase.
Ei welch' kleiner runder Schnüpfel!
Unser Roß heißt Nasengipfel!

Mäulchen! wie ein Kirschenpaar
Du bist frisch und süß, nicht wahr?
Ist's gewiß auch, daß die weißen
Schelmenzähnchen mich nicht beißen?
Kleiner, gieb ein Küßchen mir.
Wipp! ich stehl's vom Mäulchen Dir.

Kinn! Du Zipfel, angesetzt
Ans Gesicht, Du kommst zuletzt.
Doch ein Schelm – muß ich gewahren –
Kommt im Grübchen da gefahren.
Flugs geht's über'n Nasengipfel,
Mäulchen, zu des Kinnes Zipfel.

Krible, krable, krible! will
Wohl der Kleine sitzen still?
Soll ich nicht den Wicht entdecken,
Der sich will da drin verstecken?
Siehst Du, daß ich jetzt ihn hab'?
Krible, krable, krible, krabb!


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