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Zehntes Capitel.


Aufenthalt in der Derwentbucht. – Versteinerte Bäume. – Grosse Wälder am Huon. – Lanceston. – Abweichung des Compasses. – Abreise von Hobarttown. – Ankunft in Port Jackson. – Termintag-Beobachtungen. – Grosser Regenguss. – Aussehen und Zustand von Sidney. – Paramatta-Observatorium. – Magnetische Beobachtungen auf der Garten-Insel. – Abfahrt von Port Jackson. – Temperaturwechsel. – Strömung an der Küste. – Sternschnuppen. – Temperatur des Meeres. – Korallenbank. – Cap Maria Van Diemen. – Inselbucht. – Ankunft in Kawa-Kawa. – Die americanische Corvette Yorktown. – Lage des Observatoriums.


Der gute Erfolg unsrer ersten Reise durch die antarktischen Meere musste natürlich unsere Hoffnung auf grössere Entdeckungen bei einem zweiten Besuch in diesen Regionen sehr erhöhen; aber da mehrere Monate verstreichen mussten, ehe die zur Fortsetzung unsrer Forschungen geeignete Periode erschien, hatten wir hinreichende Zeit, die Schäden, welche die Schiffe erlitten, auszubessern und alle nöthigen Vorbereitungen für die nächste Reise zu treffen.

Als wir die Schiffe untersuchten, fanden wir zu unsrer Freude, dass die Beschädigungen, welche sie davongetragen, sehr unbedeutend waren und sich eine so kleine Strecke unter der Wasserlinie befanden, dass wir dazu gelangen konnten, ohne das Fahrzeug auf die Seite zu legen. Wir fingen daher sogleich an die Schiffe ganz auszuladen, alle unsere Vorräthe ans Land zu bringen und sie in Niederlagen aufzubewahren.

Dadurch wurde zugleich die Revision unsrer noch vorhandenen Vorräthe und Lebensmittel sehr erleichtert, und wir entdeckten zu unsrer Zufriedenheit, dass nicht ein Artikel von einiger Bedeutung durch die grossen Verschiedenheiten des Klima's, denen sie seit unsrer Abreise aus England ausgesetzt gewesen, gelitten hatte. Das Ausbessern und Kalfatern der Schiffe, das Ab- und Auftakeln, Reinigen und Malen derselben, so wie alle andern nothwendigen Operationen gingen jetzt unter Aufsicht der beiden ältern Lieutenants vor sich.

Die tragbaren Observatorien des Schiffes wurden abermals in der Nähe des Rossbank-Observatoriums aufgestellt und gaben den Offizieren, die nicht anderweit beschäftigt waren, Gelegenheit die magnetischen und anderen Instrumente, die wir während unsrer Fahrt im Südpolarmeer gebraucht hatten, mit den Instrumenten des feststehenden Observatoriums zu vergleichen.

Da die Aerzte der Expedition, deren einsichtsvolle Massregeln zur Erhaltung der Gesundheit unseres Schiffsvolkes so viel beigetragen hatten, glücklicherweise von ihrer Amtspflicht nicht in Anspruch genommen wurden, so besuchten sie die entlegeneren Theile der Colonie und brachten eine reiche Sammlung naturhistorischer Gegenstände zusammen. Eines der merkwürdigsten naturhistorischen Phänomene, welches auch stets zuerst die Aufmerksamkeit der Vandiemensland besuchenden Geologen auf sich zieht, ist das Thal der versteinerten Bäume, von denen viele sehr schön und vollkommen opalisirt sind und in porösem und schlackenartigem Basalt gefunden werden. In seiner vortrefflichen Beschreibung dieses Landes bemerkt Graf Strzelecki von diesen Versteinerungen: »Nirgends habe ich versteinertes Holz schöner gesehen als in dem Derwentthale und nirgends ist die ursprüngliche Structur des Baumes besser erhalten; während die auswendige Seite eine gleichartige und hartglänzende Oberfläche mit farbigen Streifen wie eine noch berindete Tanne zeigt, ist das Innere aus deutlichen concentrischen Schichten zusammengesetzt, die dem Anscheine nach compact und homogen sind, aber sich demungeachtet in Längenfibern theilen lassen, die man wieder in fast haarähnliche Fasern zertrennen kann.«

Ich fand Gelegenheit, diese sehr merkwürdigen Ueberreste eines urweltlichen Waldes in Gesellschaft des Gouverneurs Sir John Franklin und des Mr. Barker, des Eigenthümers von Rose-Garland, zu besuchen, wo sie von dem letztgenannten Herrn entdeckt wurden und dessen Sorgfalt sie auch einigermaassen vor dem zerstörenden Hammer reisender Geologen bewahrt. Der schönste der Bäume ist jedoch sehr entstellt und zum grossen Theil entführt worden. Mr. Barker war so freundlich, mir den ganzen Ueberrest für das britische Museum anzubieten; aber es kam mir fast wie ein Sacrilegium vor, ein solches Kleinod von seiner ursprünglichen Stelle, wo es mit viel grösserem Vortheil von den Geologen besehen werden kann, zu entfernen, und da ich noch vollständigere Specimina von der Kerguelen-Insel nach England geschickt hatte, so schlug ich das Anerbieten aus und bat ihn nur, noch wirksamere Maassregeln zu ihrer Erhaltung zu treffen, was er auch versprach.

Der vornehmste dieser Bäume steht senkrecht in blasiger Lava am äussersten Punkte eines Felsengrats, 70 Fuss über dem Flusse, der hier nur 12 Fuss breit ist und sich durch eine bewaldete Schlucht windet. Die Höhe des Baumes über dem Boden misst 6 Fuss, sein Umfang an der Basis 7 Fuss 3 Zoll, und sein Durchmesser am obern Ende 15 Zoll.

Etwas tiefer unten findet sich ein anderer, ebenfalls schöner versteinerter Baum; der obere Theil desselben ist noch übrig, senkrecht in einer schornsteinartigen Höhle am steilen Abhange des vulcanischen Felsens stehend; der untere Theil, der weggeschafft worden ist, hat seinen Abdruck im Felsen 1 Fuss im Durchmesser und 7 Fuss lang zurückgelassen. In der Erde darunter fand ich ein Bruchstück desselben von opalartigem Aussehen.

Die Spitze dieser Klippe ist mehr als 40 Fuss über dem Flusse, der hier etwas schmäler ist. Etwa zwei Meilen vom Rose-Garland sah ich Gruben in einer niedrigen Bank von Schlacken, wo man vor zwei Jahren ebenfalls zwei versteinerte Bäume ausgegraben hatte; sie waren alle vertical eingesenkt gewesen.

Daraus scheint klar hervorzugehen, dass sie noch in frischem Wachsthum waren, als die Lava, in der sie eingesenkt sind, die Ebene überströmte. Ein merkwürdiges mit diesem Phänomen in Verbindung stehendes Factum ist noch, dass, obgleich man grosse Wurzeln an einigen dieser versteinerten Bäume gefunden hat, nie Zweige zu entdecken waren, als ob erst eine gewisse Dicke des Stammes den Wirkungen der weissglühenden Masse habe widerstehen können; der Umstand, dass man diese Bäume aufrechtstehend findet, scheint zu beweisen, dass die Versteinerung zu derselben Zeit mit der Ueberströmung durch die Lava stattfand und deshalb durch dieselbe bewirkt worden sein muss; und es wäre interessant zu erfahren, ob man noch die Wurzeln der Bäume mit ihnen verbunden findet, oder ob eine Bewegung der ganzen Masse nach dem Thale zu, gleich dem Vorrücken der Gletscher in den Alpen, die Bäume von dem Orte, wo sie ursprünglich gewachsen, verrückt hat.

Andere interessante Versteinerungen und Pflanzenabdrücke werden in dem verhärteten Thon von Point Puer, Port Arthur und Eaglehawk Neck gefunden. Letzteres ist eine schmale Erdzunge, welche die Halbinsel Forestiers mit der Halbinsel Tasmans verbindet, welche ich beide in Gesellschaft des Gouverneurs besuchte. Die Strafcolonie von Port Arthur, wo die zum zweiten Male überführten Verbrecher, von Neu-Südwales und Van-Diemensland hingebracht werden, die Strafanstalt von Point Puer, wo 5–600 Knaben Unterricht in nützlichen Handwerken finden, der Isthmus von Eaglehawk Neck, wo wüthende Hunde angekettet sind, um den Pass zu bewachen und die Flucht von Sträflingen aus Port Arthur zu verhindern, die Kohlengruben und Sandsteinbrüche wurden von fast allen Offizieren der Expedition besucht, sind aber schon zu allgemein bekannt, als dass hier eine Beschreibung nöthig wäre.

Gleich nachdem wir mit den Beobachtungen des ersten Termintages fertig waren, benutzte ich das gütige Anerbieten Mr. Blackett's, mir seine Jacht, den Albatros, zur Verfügung zu stellen, damit ich magnetische Beobachtungen in einiger Entfernung vom Lande die Küste entlang anstellen, das südwestliche Cap besuchen und seine Lage bestimmen und die grosse Bank aufnehmen könnte, auf der wir fast 100 Meilen von der Küste Grund gefunden hatten und auf welcher die Colonie gewiss eine werthvolle Fischerei anlegen kann. Leider wurden die beiden zuletzt genannten Pläne durch die fortdauernde Ungunst des Wetters und durch die Schwäche und schlechte Beschaffenheit des Tauwerks der Jacht, wodurch sie unfähig wurde, bei dem in dieser Jahreszeit an der südlichen Küste der Insel beständig herrschenden ungestümen Wetter die See zu halten, vereitelt. Commandeur Crozier begleitete mich auf diesem Ausflug, den wir wegen des Verlusts unsrer Stenge und einer Beschädigung des grossen Tops leider nur bis zur Recherche-Bucht fortsetzen konnten.

Die Untersuchung der zahlreichen schönen Häfen in der Strasse Entrecasteaux nahm mehrere Tage in Anspruch. Die Ufer dieses Canals sind ausserordentlich schön – ihre malerischen Umrisse und die Ueppigkeit ihrer Vegetation, an deren schwarzgrüne Farbe wir uns jetzt schon so sehr gewöhnt hatten, dass wir das reiche und vielfach schattirte Grün unserer heimischen Wälder fast vergassen, erfüllte den Geist mit schmerzlichen Gefühlen bei dem Gedanken, dass ein so herrliches Land bei aller seiner Fruchtbarkeit eine unbebaute Einöde bleiben soll, obgleich es eine zahlreiche Bevölkerung ernähren könnte, während so viele Tausende in England kaum von einem Tage zum andern sich ernähren können. Aber die Umgebung des Huon ist noch schöner und fruchtbarer und an seinen Ufern wächst das werthvollste Nutzholz der Colonie. Wir fanden einige Bäume von 120 Fuss Höhe und 28 Fuss im Umfange und so dichten, waldbedeckten Boden, dass er nur mit grosser Mühe ausgerodet werden kann. Aber ist es einmal gelungen, so belohnt derselbe fruchtbare Boden, der so schönes Zimmerholz hervorbringt, den Colonisten durch seinen reichlichen Ertrag vollkommen für seine Mühe. Ein Baum wurde uns gewiesen, der mehr als 200 Fuss hoch war und l½ Fuss über dem Boden 38 Fuss im Umfange hatte. Am Ufer jeder Bucht und jedes Flusses erblickt man alle 2 oder 3 Meilen eine kleine Breterhütte und daneben eine kleine Sloop, noch im Bau begriffen; Haufen Brennholz, der Abfall der Bäume, die als Schiffsholz gefällt worden, waren aufgestapelt, um seiner Zeit nach Hobarttown geschafft zu werden. Unsere Freude, diese bis jetzt unproductiven Wälder zu Zwecken der Cultur benutzt zu sehen, verschwand bei dem Gedanken, dass diese Ansiedler Leute vom verworfensten Charakter sind, meistens entflohene Sträflinge oder Verbrecher, welche durch diese Arbeit sich nur die Mittel erwerben, ihrer Trunkliebe und ihren Ausschweifungen fröhnen zu können. Während wir vor der Mündung des Huon vor Anker lagen, hätte uns beinahe in einer sehr dunkeln Nacht ein Schiff, das bei einem sehr starken Südwinde den Canal heraufkam, in den Grund gesegelt. Ausser dem Mann am Steuer war Niemand auf dem Verdeck, aber durch die Wachsamkeit eines Hundes, der heftig bellte, aufmerksam gemacht, änderte der Steuermann schnell den Curs des Fahrzeugs, als es gerade noch Zeit war, ein ernstliches Zusammenstossen zu vermeiden, das wir nicht ändern konnten.

Durch die Güte des Gouverneurs Sir John Franklin wurde ich in Stand gesetzt, meine magnetischen Beobachtungen zur Bestimmung der Linien der gleichen Declination, Inclination und Intensität über die Insel bis nach Launceston auszudehnen und von dort über einen Arm des Meeres, Namens Tamar, bis Georgetown, wo ich bei Lieutenant Friend, dem Hafenoffizier, einen freundlichen Empfang und allen möglichen Beistand fand. Launceston, das zuweilen die nördliche Hauptstadt der Insel genannt wird, steht als Stadt weit unter Hobarttown, aber die Umgegend ist weit schöner und fruchtbarer. Viele der reichen Colonisten haben sich in der Nähe niedergelassen, aber sie scheinen, was die Verschönerung ihrer Lieblingsstadt betrifft, keinen besondern Gemeingeist zu besitzen, was, glaube ich, von der Erwartung herrührt, dass die Colonialregierung alles Nöthige ohne ihren Beistand thun werde. Grosse Schiffe können den sogenannten grossen Fluss herauf bis Launceston gelangen, aber ohne Beihülfe von Dampf ist die Fahrt ziemlich schwierig. Georgetown, an der Mündung des Meeresarmes, ist ein hübsches, kleines Dorf, das später einmal ein Badeort für die feine Welt von Launceston zu werden verspricht; der Zugang zu dem Hafen ist etwas gefährlich und erschwert durch die Barre vor seinem Eingang.

Während dieser Reise durch das Binnenland hatte ich Gelegenheit, einige ausgedehnte Verbesserungen zu sehen, in denen William Kermode im Monathal durch Einführung eines Trockenlegungs- und Bewässerungs-Systems ein gutes Beispiel gegeben hat. Strzelecki giebt darüber ausführlichen Bericht und gedenkt des Verdienstes und der Ausdauer des unternehmenden Eigenthümers mit wohlverdientem Lobe.

Auf der Rückreise lenkten wir von dem geraden Wege ab, um uns einen der fruchtbarsten Theile der Colonie anzusehen, wo durch die gute Bewirtschaftung Mr. Archer's und einiger anderer Grundeigenthümer die wunderbarsten Erndten gewonnen werden. Hauptsächlich wenn man diesen Theil des Landes durchreist, erinnert die Abwechselung von Thal und Hügel, Wald und Feld, im Verein mit schönen von Flüssen durchschnittenen Ebenen und den von Gärten umgebenen Landhäusern der reichern Colonisten, so auffallend an England, dass die Phantasie leicht Gegenbilder aus den schönsten Grafschaften dieses Landes finden kann. Wenn man sich einige Zeit in diesem reizenden Lande aufhält, wird es in der That schwer, sich zu überzeugen, dass man sich auf dem Punkte der Erde befindet, der von unserem geliebten Vaterlande am weitesten entfernt ist; und wohin wir kamen, trug der herzliche Empfang und die ausgedehnte Gastfreundschaft, welche wir überall fanden, dazu bei, es in nicht geringem Grade unsrer glücklichen Insel noch ähnlicher zu machen, nur dass hier, wo die Bedürfnisse der Reisenden viel grösser sind, sich zur Uebung jener edeln Eigenschaften ein grösseres Feld findet.

Gegen Ende Juni war die Ausbesserung unsrer Schiffe beendigt; dreijährige Vorräthe waren eingeschifft und wir waren eifrigst beschäftigt, die Fahrzeuge segelfertig zu machen, da wir vor unserer Abfahrt nach dem Südpolarkreise erst noch Sidney in Neu-Südwales und die Inselbucht auf Neuseeland besuchen wollten, um magnetometrische Beobachtungen wie im vorigen Jahre auf den Aucklandsinseln anzustellen und zu untersuchen, ob die Ursache der Störung ganz ähnliche und gleichzeitige Wirkungen auf Instrumente hervorbringe, die in einer Entfernung von 600 und 1500 Meilen von einander aufgestellt sind; im vorigen Jahre hatten wir nur zwei Gelegenheiten gehabt, dies in einer Entfernung von ungefähr 1000 Meilen von Van-Diemensland zu beobachten.

Nachdem die Wassercisternen, Ankerketten, Anker und alle Eisensachen, die wir wegen der Ausbesserung der Fahrzeuge ausgeladen hatten, genau auf die Stelle gebracht worden waren, wo sie vorher gestanden hatten, wurde am 29. Juni das Schiff umgedreht, um ihre vereinigte Wirkung auf den Compass von Neuem zu bestimmen. Zu unsrer Verwunderung fanden wir, dass sich ihre Stärke und Richtung sehr beträchtlich verändert hatte. Seit dem October 1840 hatten sich die Punkte keiner Einwirkung von fast Nord bei West nach fast Nord bei Ost und von fast Süd bei Ost nach fast Süd bei West gewendet; die Grösse und Richtung der äussersten Abweichung war von 4° 6' mit der Spitze des Schiffes nach Ost bei Nord gerichtet, auf 5° 30' mit seiner Spitze Ostsüdost, und von 4° 16' mit der Spitze Westsüdwest auf 5° 13' mit der Spitze nach Westen gewachsen.

Diese Ergebnisse zeigen auf das Deutlichste, wie notwendig es ist, häufig Experimente dieser Art zu wiederholen, wo eine ganz ungewöhnliche Genauigkeit wünschenswerth ist. Sie zeigen auch, dass einige Arten Eisen, oder auch vielleicht verschiedene Richtungen, in der sie in Bezug auf die Inclinationslinie liegen, sie empfindlicher gegen Veränderungen machen als andere, sonst hätte kein Unterschied in der Richtung der Punkte der grössten und geringsten Einwirkung statt finden und die Grösse der Abweichung nur sich verändern können, wenn die Kraft des Eisens im Schiffe gleichmässig zugenommen hätte. Oberst Sabine ist über die Ursache dieser Veränderung anderer Ansicht und entwickelt dieselbe ausführlich im zweiten Theile der Philosophical Transactions von 1843, worauf wir verweisen.

Nachdem wir am 6. Juli Abends alle Vorbereitungen vollendet hatten, nahmen wir von unsern zahlreichen Freunden in der Colonie Abschied. Während unsers mehrmonatlichen Aufenthalts unter ihnen hatten sie uns fortwährend die grösstmögliche Güte und Gastfreundschaft bezeugt und wir sind vielen derselben für immer die lebhaftesten Gefühle der Dankbarkeit und Achtung schuldig.

Den 7. Juli in der Frühe des Morgens lichteten wir die Anker und fuhren den Fluss hinab; der Gouverneur Sir John Franklin und viele unsrer Freunde kamen an Bord, um uns noch eine Strecke zu begleiten und Abschied von uns zu nehmen. Ein frischer Nordwind führte uns rasch an den schönen und stillen Landschaften vorbei, welche beide Ufer schmücken; und hier wie in vielen Theilen des Innern erinnerten uns die friedlichen Ansiedelungen und schmucken Farmhäuser, welche zahlreich über das Land verbreitet sind, von Neuem an die reichsten und schönsten Landschaften unseres Vaterlandes und erweckten in uns ein Gefühl, als ob wir zum letzten Male Abschied nähmen von unsrer südlichen Heimath und unsere Freunde vielleicht nie wiedersehen würden. Um 10 Uhr legten wir in der Sturmbucht bei, wo Sir John Franklin und unsere Freunde unter herzlichen Hurrahs das Schiff verliessen. Sie kehrten mit der Regierungsbrigg nach Hobarttown zurück und wir setzten unsern Weg nach Cap Raoul fort. Nachmittags fuhren wir an dem Eingang von Port Arthur vorbei, einem der schönsten Häfen von Van-Diemensland. Er liegt zwischen Cap Raoul und Cap Pillar; und obgleich uns ein dichter Nebel diese beiden merkwürdigen Vorgebirge verbarg, so genossen wir doch zuweilen den Anblick der hohen Basaltsäulen des Cap Pillar, welches wir in einer Entfernung von einigen Meilen gerade vor Dunkelwerden passirten.

Den nächsten Tag machten wir wegen der leichten veränderlichen Winde und der hohen See aus Nordosten nur geringe Fortschritte, so dass wir zu Mittag noch das Cap Pillar in einer Entfernung von 11 – 12 Meilen erblickten. Nebliges Wetter mit Regen, die gewöhnlichen Begleiter eines Nordwindes, herrschten während des Tages; aber gegen Abend wurde die See regelmässiger und der Wind wendete sich nach Westen: Captauben, blaue Sturmvögel und dunkelgraue und schwarzrückige Albatros waren unsere Gefährten. Wir fahren durch mehrere grosse Strecken Seegras und erblickten einige Wallfische.

Der nächste Tag begann mit günstigerem Winde und vor 12 Uhr hatten wir alle Leesegel beigesetzt. Unsere Fahrt nach Port Jackson ging ohne alle bemerkenswerthe Vorfälle vor sich und schon am Morgen des 14. Juni sahen wir den grossen und berühmten Küsteneinschnitt, den Capitain Cook Botany-Bay benannt hat, vor uns, und erreichten zu Mittag die Einfahrt von Port Jackson. Hier kam ein Lootse an Bord, und da der Wind vollkommen aufgehört hatte, setzten wir unsere Boote aus und bugsirten die Schiffe in einen der schönsten Häfen der Welt. Ein Boot vom Lande brachte mir eine freundliche schriftliche Bewillkommnung von dem Gouverneur Sir George Gipps, und gleich nachdem unsere Schiffe zwischen dem Regierungslande und der Garteninsel Anker geworfen, begab ich mich mit Commandeur Crozier ans Land, um dem Gouverneur unsern Besuch abzustatten, und wir wurden von ihm auf das herzlichste empfangen. Er gab mir Erlaubniss, unser Observatorium auf der Garteninsel aufzustellen, einem passenden und abgelegenen Ort, wo wir ununterbrochen und ungestört unsere Arbeit verrichten konnten. Ich hätte allerdings Fort Macquarie vorgezogen, da dort Lieutenant Wilkes bei seinem Aufenthalt auf dieser Insel im Jahr 1839 seine Beobachtungen angestellt hatte; aber bei meinem Dortsein war es wegen der grossen Menge eiserner Kanonen und Haufen von Kanonenkugeln, welche überall lagen, zu magnetischen Beobachtungen ganz ungeeignet.

Da der Hauptzweck meines hiesigen Aufenthalts war, eine Reihe von magnetischen Beobachtungen zur Vergleichung mit den an dem nahen Termintag, dem 21., auf dem Observatorium von Hobarttown anzustellenden zu erlangen, so mussten wir Tag und Nacht auf das angestrengteste arbeiten, um die Instrumente zu rechter Zeit in guten Stand gesetzt zu haben. Durch den unermüdlichen Eifer des Commandeurs Crozier und der Offiziere des Erebus und des Terror war Alles schon mehrere Stunden vor der bestimmten Zeit fertig und es gelang uns, eine lange und vollständige Reihe von zufriedenstellenden Experimenten zu machen.

Die Menge des Regens, welcher zuweilen in dieser Gegend fällt, setzt wirklich in Erstaunen. Während unseres dreiwöchentlichen Aufenthalts hatten wir blos vier Tage, wo es nicht regnete; und zwei- oder dreimal waren starke Güsse, so dass am 16. Nachmittags in 2½ Stunden der Regenmesser auf der Garteninsel mehr als 3 Zoll anzeigte; am 17. zwischen 7 Uhr früh und Mittags fanden sich sogar 5 Zoll vor. Als ich diesen Umstand Sir George Gipps erzählte, sagte er mir, dass einmal binnen 24 Stunden 23 Zoll Regen gefallen seien, eine Menge, die Alles übertrifft, was ich vorher gehört hatte, und der Quantität gleich kommt, die in einigen Theilen Grossbritanniens das ganze Jahr hindurch fällt. Auf ihrem Laufe nach dem Meere richtet diese Wassermasse grosse Verwüstungen an; man sieht zahlreiche Spuren dieser periodischen Ueberfluthungen in den tief eingeschnittenen Gerinnen, welche den weichen Sandstein, aus dem das Land hauptsächlich besteht, überall durchziehen. Seit jener Zeit habe ich von einem Regenguss gehört, der an Wassermenge den oben erwähnten noch weit übertrifft, sonst wäre ich geneigt gewesen an einen Irrthum bei der Beobachtung zu glauben. Nach Arago war in Joyeuse im Departement von Ardêche das Maximum des an einem Tage fallenden Regens in einem Zeitraum von 23 Jahren am 9. August 1807 9,87 Zoll; aber am 9. October 1827 fielen an demselben Orte binnen 24 Stunden nicht weniger als 31,17 Zoll Regen.

Die grösste Menge, welche in unserm Regenmesser binnen 24 Stunden fiel, war 8,52 Zoll von Mittag des 16. bis Mittag des 17. Juli; während dieser ganzen Zeit herrschte ein leichter Südwestwind und das Quecksilber im Barometer stand auf 30,38 Zoll; mit dem Aufhören des Regens Nachmittags am 17. sank es auf 30 Zoll.

Viel nachtheiliger für das Gedeihen der Colonie als diese Regengüsse sind die zuweilen eintretenden Dürren, welche die Vegetation auf das schrecklichste zerstören. Drei oder vier Jahre vor unserm Dortsein hatten die Colonisten von einer solchen Heimsuchung viel zu leiden und man fürchtete eine Hungersnoth und noch mehr Wassermangel. Das Vierpfundbrod kostete 2 Schill. 8 Pence und der Oberingenieur sagte uns, dass einmal blos für sieben Tage Wasser im Reservoir gewesen sei. Die ausserordentlich sandige Beschaffenheit des Bodens und der gänzliche Mangel an Quellen sind grosse Nachtheile; aber die Vorkehrungen, welche Sir George Gipps durch Eindämmen der kleinen Bäche, welche von den Winterfluthen angeschwellt sind, getroffen hat, werden in Zukunft hinreichenden Vorrath für den ganzen Sommer liefern und das Wiederkehren solcher Calamitäten verhüten. Er sagte mir, dass während der Dürre im Jahre 1838 ein Herr aus dem Innern 40 englische Meilen geritten sei, ohne sein Pferd tränken zu können, bis er zuletzt in einem Wirthshaus an der Strasse für weniger als ein Quart Wasser eine halbe Krone bezahlen musste.

Ich bedauerte sehr, dass es nicht in meiner Macht stand, den jetzigen Zustand und die Hülfsquellen der Colonie näher zu untersuchen, aber die fortwährende Beschäftigung im Observatorium und das schlechte Wetter verhinderten mich, Ausflüge in das Innere zu machen und die Stadt und die öffentlichen Gebäude unter vortheilhaften Umständen zu sehen.

Der erste Anblick der Colonie erfüllt die Seele mit Staunen und Bewunderung; man kann sich kaum mit dem Gedanken vertraut machen, dass vor wenig mehr als fünfzig Jahren eine wilde Einöde den Platz einnahm, wo jetzt die grosse Metropole eines zukünftigen Reiches steht. Ihr herrlicher Hafen oder vielmehr ihre Reihe von Häfen, die dem Auge des Malers und des Seemannes gleich sehr gefallen, die so leicht zugänglich und vollkommen geeignet sind, durch richtig angelegte Bauten die grössten Flotten zu beherbergen, sind Vorzüge, welche die natürlichen Mängel eines unfruchtbaren Bodens in der unmittelbaren Nähe der Colonie mehr als aufheben, während die fürstlichen Wohnungen der Grundbesitzer, welche auf beiden Seiten des Hafens sich zeigen, Zeugniss ablegen von dem Reichthum und der Betriebsamkeit der Colonisten. Bei unsrer Anwesenheit litt die Colonie grade an einer schweren commerciellen Krisis, welche durch übertriebene Speculationen und Mangel an Arbeitern herbeigeführt worden war. Bis vor sehr kurzer Zeit hatten die Ansiedler den Vortheil der Sträflingsarbeit genossen; da aber die Regierung ihre Bitte, keine Sträflinge mehr nach der Colonie zu schicken, erhört hatte, mussten sie ausser der sehr theuern Beköstigung dem gewöhnlichen Taglöhner gegen 30 Pfund jährlich Lohn geben. Neuerdings eingetroffene Nachrichten geben jedoch die zufriedenstellende Versicherung, dass sie sich fast ganz von dem Stosse erholt haben und dass der commercielle Verkehr jetzt auf gedeihlichere Weise und soliderer Grundlage vor sich geht. Die durch übertriebene Speculation verursachte Geldklemme, unter der selbst einige der reichern Colonisten schwer gelitten hatten, war durch Sparsamkeit, Fleiss und Ausdauer im Ausbeuten der Hülfsquellen des Landes überwunden worden; und auf die Noth jener Zeit war allgemeines Gedeihen und verhältnissmässiger Ueberfluss gefolgt. Seitdem ist auch zu dem gesetzgebenden Rath von Neu-Südwales eine dritte Corporation, die Abgeordneten des Volkes, gekommen; eine Massregel von sehr zweifelhaftem Nutzen für die Colonie, in welcher Viele den ersten grossen Schritt zu ihrer Trennung vom Mutterlande sehen wollen. Der gesetzgebende Rath besteht jetzt aus drei Classen: 1) aus den Beamten Ihrer Majestät; 2) aus unabhängigen, von der Krone ernannten Personen; 3) aus von dem Volke erwählten Vertretern. Erst drei Jahre sind seit dem ersten Zusammentreten des reformirten gesetzgebenden Rathes verstrichen, Er wurde den 3. August 1843 eröffnet. und das allgemeine Gelingen des Versuches muss hauptsächlich dem grossen Einfluss und den Fähigkeiten des jetzigen Gouverneurs Sir George Gipps und der Festigkeit, den anerkannten Talenten und der allgemeinen Beliebtheit des Mr. M'Leay, des hochverehrten Sprechers der Versammlung, zugeschrieben werden; wir wollen hoffen, dass das Volk unter solcher Leitung und solchem Beispiel sich des ihm erwiesenen Vertrauens würdig zeigen und Vertreter wählen wird, die ihre Obliegenheiten getreulich erfüllen und die besten Kräfte ihres Geistes zur Hebung der commerciellen, socialen und moralischen Lage der Colonie verwenden werden.

Die angelegentlichste Aufmerksamkeit der Regierung verlangen die kirchlichen Zustände der Colonie. Bei drei anerkannten Confessionen, deren Geistliche vom Staate bezahlt werden, gehört mehr als gewöhnliche Klugheit und Einsicht dazu, um unter die drei Kirchen – Katholiken, Presbyterianer und Bischöfliche – die Gelder in gehörigem Verhältniss zu vertheilen; der Mangel an Kirchen für alle Classen und an ordinirten Priestern der englischen Kirche insbesondere ist Ursache, dass Tausende in einen Zustand des betrübendsten Unglaubens versinken; und wenn nicht die Regierung des Mutterlandes und die der Colonie mit kräftigeren Massregeln der Erziehung und dem religiösen Unterricht unter die Arme greifen, so können die Folgen nur von der nachtheiligsten Art sein.

Hier wie in Vandiemensland klagt man, dass der Gouverneur, ein Mitglied der englischen Kirche, oft genöthigt sei, für die andern beiden Confessionen günstiger zu entscheiden, um den Verdacht der Parteilichkeit gegen seine eigene Kirche zu vermeiden; und so heftig werden zuweilen die Streitigkeiten zwischen den Presbyterianern und den Bischöflichen, dass jede Partei ihr Möglichstes zu thun scheint, der andern keinen Vortheil zukommen zu lassen. So findet jeder Schritt zur Hebung und Ausbreitung der einen Confession heftigen und erbitterten Widerstand bei ihren Gegnern, und diese Gefühle gegenseitiger Rivalität haben selbst vortreffliche Männer verschiedener christlicher Confessionen bewegen können, das Bestreben, vielen Tausend Seelen guten religiösen Unterricht zu geben, zu vereiteln, da durch diese Maassregel die englische Kirche gefördert werden könne.

Der einzige Ausflug in das Innere, den mir meine zahlreichen Pflichten gestatteten, war eine Fahrt nach Paramatta, ungefähr 15 Meilen stromaufwärts. Der Gouverneur wurde von seinem Amte nach diesem Orte berufen und er bot mir sehr freundlich einen Sitz in seinem Boote an, den ich gern annahm, vorzüglich da ich unsere Chronometer mit der Zeit des Observatoriums von Paramatta, dessen Länge von Sir Thomas Brisbane sehr gut bestimmt ist, zu vergleichen und auch Anordnungen zu treffen wünschte, um den Unterschied der Meridiane von dem letztgenannten Ort und der Garteninsel durch Hülfe von Raketen zu messen und dadurch eine genaue Längenbestimmung unsers Observatoriums zu erlangen. Obgleich wir mitten im Winter waren, war doch die Ueppigkeit und wechselvolle Schönheit der Landschaft an beiden Ufern des Flusses auffällig. Nachdem wir eine kleine Strecke unterhalb der Stadt gelandet hatten, begab ich mich sogleich auf das Observatorium und arbeitete dort mit Mr. Dunlop, während der Gouverneur das Geschäft verrichtete, welches ihn nach Paramatta berufen. Ich war unter dieser Zeit so glücklich, einige gute Durchgänge von Sternen zu beobachten, und nachdem ich noch mit Mr. Dunlop einen Plan zu gemeinsamen Experimenten mit den Raketen besprochen und im Gouvernementsgebäude einige Erfrischungen zu mir genommen hatte, kehrte ich mit dem Gouverneur in seinem Wagen nach Sidney zurück; diese Fahrt war viel weniger angenehm und interessant als die Herreise auf dem Flusse, vorzüglich weil die letzten Regengüsse die Strasse an manchen Stellen fast unwegsam gemacht hatten. Die Strassen sind im Ganzen in dieser Colonie viel schlechter als in Vandiemensland, hauptsächlich aus Mangel an geeigneten Materialien, die aus grosser Entfernung und mit bedeutenden Unkosten herbeigeschafft werden müssen. Die Hauptstrassen wurden jedoch gerade damals ausgebessert, was ihre schlechte Beschaffenheit nicht wenig vermehrte.

Da am folgenden Abend das Wetter sich zu den beabsichtigten Experimenten günstig zeigte, setzten wir uns sogleich mit Paramatta durch Raketen in Communication und begannen unsere Beobachtungen, die wir mehrere Abende fortsetzten. Für unser Observatorium auf der Garteninsel ermittelten wir dadurch die Länge von 151° 15' 31,5" östlich.

Obgleich wir die allgemeinen magnetometrischen Beobachtungen am 28. Juli beendigt hatten, war das Wetter doch so ungünstig, dass wir die absoluten Bestimmungen erst am 2. August treffen konnten, und so verwendeten wir diesen Tag auch noch zu den nöthigen Zeitberechnungen. Vor Abend noch waren Auszüge aller auf der Garteninsel gemachten Beobachtungen eingepackt und an Bord des Ruby gebracht, um nach England geschickt zu werden; durch dasselbe Schiff übersandte ich den Lord-Commissären der Admiralität einen Bericht über die Thätigkeit der Expedition bis zum heutigen Tage, Der Ruby segelte am nächsten Morgen; wir aber blieben noch bis zum folgenden Tage da, um die Observatorien wieder einzuschiffen und die nöthigen Vorkehrungen zur Abreise zu treffen.

Die mittlere Declination des Compasses auf der Garteninsel war zwischen dem 21. und 28. Juli 9° 57' 19" östlich und die mittlere Inclination 60° 50' 5" südlich.

Nachmittags begab ich mich mit Commandeur Crozier nach dem Gouvermentsgebäude, um Abschied von Sir George und Lady Gipps zu nehmen, die uns während unsers Aufenthalts mit der grössten Freundschaft und herzlichsten Gastlichkeit aufgenommen hatten. Alsdann verabschiedeten wir uns bei der Familie M'Leay und verschiedenen andern Herren des australischen Clubs, welche uns die Ehre erwiesen hatten, die Offiziere der Expedition zu einem grossen öffentlichen Gastmahle einzuladen.

Unsern letzten Abend brachten wir in Sidney mit dem Gouverneur und einer Anzahl Freunden zu, die er uns zu Ehren eingeladen hatte, und als wir Abends an Bord zurückkehrten, fanden wir, dass die Schiffe in jeder Hinsicht bereit waren, bei Tagesanbruch unter Segel zu gehen, wenn der gerade wehende schwache Westwind günstig blieb.

Spät Nachts kam noch der Commandeur T. R. Sullivan in einem Kauffahrer von Ostindien an. Er sollte an die Stelle des vor Kurzem gestorbenen Commandeurs Croker, der die Favorite befehligte, treten; und da wir hoffen durften, dieses Schiff in einem der neuseeländischen Häfen zu finden, so verschaffte mir seine rechtzeitige Ankunft das Vergnügen von Commandeur Sullivan's Gesellschaft bis zu unsrer Ankunft in der Inselbucht.

Eine vollkommene Windstille und die Fluth gestatteten uns am nächsten Morgen nicht so früh, als wir gewünscht hatten, abzusegeln; um 11 Uhr jedoch erhob sich ein Westwind, so dass wir die Anker lichten konnten und uns zu Mittag in offener See, mit allen Segeln vor einem günstigen Wind fahrend, befanden. Wir richteten unsern Lauf nach der Nordspitze von Neuseeland, das mehr als 1000 Meilen von uns entfernt lag.

Zu unsrer Verwunderung beobachteten wir, nachdem wir den Hafen verlassen hatten, ein beträchtliches Steigen der Temperatur der Luft und des Meeres. Die Wärme der Luft nahm von 55° auf 60° zu, die Oberfläche des Meeres von 55° auf 63°, und letztere Temperatur blieb unverändert, wie wir uns weiter vom Lande entfernten, während die der Luft mit dem Vorrücken der Nacht wieder sank.

Im Südosten liessen sich einige lebhafte Blitze bemerken und wir fürchteten eine Veränderung des Windes, worin wir uns glücklicherweise irrten, denn der starke Westwind hielt aus und brachte uns schnell unserm Ziele näher. Am nächsten Mittag (6. August) waren wir 150 Meilen gefahren und befanden uns unter 33° 52' südl. Breite und 154° 8' östl. Länge. Eine Strömung hatte uns 29 Meilen weiter südlich geführt, was einigermaassen die obenerwähnte Erhöhung der Temperatur erklärt. Abends blieb der Terror zurück und wir mussten zu unserem grossen Verdruss die Segel vermindern, da wir uns den ganzen Tag alle Mühe gegeben hatten, einem Kauffahrer vorauszubleiben, der einige Stunden nach uns Sidney verlassen hatte und jetzt unter verhältnissmässig wenig Segeln uns rasch überholte; aber unsere Schiffe waren sehr tief geladen, weit über ihre Wasserlinie, und hatten für drei Jahre Lebensmittel, Kohlen und andere Vorräthe in Sidney eingenommen, so dass wir mit allen Segeln nicht mehr als 8 Knoten in der Stunde zurücklegen konnten. Wir sahen an diesem Tage keine Vögel, was für uns eine Seltenheit war, uns aber an die niedrige Breite, unter der wir segelten, erinnerte. Gegen Abend lief der Wind nach Norden um und den Tag über hatten wir mehrere heftige Regenschauer.

Während der Nacht waren wir genöthigt, blos mit den Marssegeln und den Focksegeln zu fahren, um den Terror nachkommen zu lassen. Als er uns bei Tagesanbruch erreicht hatte, setzten wir alle Segel bei, da der Wind wieder von Nordwesten nach Südwesten umgelaufen war. Mittags hatten wir während 24 Stunden 160 Meilen zurückgelegt und waren von der Strömung 30 Meilen südlich getrieben worden. Die Veränderung des Windes hatte das Meer sehr unruhig gemacht, was in Verbindung mit den heftigen Windstössen uns den Verlust einiger Leesegel zuzog; zwar war dies von keiner Wichtigkeit, da wir uns einem Lande näherten, wo die schönsten Spieren von der Welt ohne grosse Kosten zu bekommen sind; doch wunderten wir uns sehr in so grosser Entfernung von allem Lande von so heftigen Böen belästigt zu werden.

Den 8. August Mittags befanden wir uns unter 33° 27' südl. Br. und 160° 43' östl. L., so dass wir eine Strecke von 163 Meilen zurückgelegt hatten. Diesmal hatte uns die Strömung 10 Meilen nördlich getrieben, ein Beweis, dass die Breite des Gürtels von warmem Wasser, der mit einer Schnelligkeit von ungefähr 20 Meilen des Tages die östliche Küste von Neu-Südwales entlang nach Süden läuft, nicht viel mehr als 300 Meilen beträgt. Die Temperatur der Oberfläche hatte sich seit gestern Mittag fühlbar verändert und war von 64° auf 61° gesunken; die der Luft blieb auf 59° stehen.

Nachmittags sahen wir Captauben und den schwärzlichen Albatros, so wie auch mehrere Schaaren fliegender Fische; einer der letztern flog an Bord. Abends und die Nacht hindurch stellten wir in verschiedenen Theilen des Schiffes Wachen aus, um auf Sternschnuppen zu achten, deren häufiges Vorkommen um die Mitte dieses Monats zu erwarten war. Da das Offizierpersonal zur gehörigen Durchführung einer solchen Beobachtung nicht zahlreich genug war, so mussten wir einige der gescheidteren und ruhigeren Matrosen jeder Wache dazu abrichten; sie hatten ihren Bericht über die in der ihnen zugewiesenen Abtheilung des Himmels gesehene Anzahl nach jeder halben Stunde dem wachhabenden Offizier abzustatten. Einer der eifrigsten dieser Beobachter, der während seiner ersten halben Stunde nicht so glücklich gewesen war »fallende Sterne« (so nennt sie der Engländer) zu entdecken, sträubte sich sehr, seinen Posten zu verlassen, »denn er wisse ganz sicher, dass zwei oder drei in ein paar Minuten fallen würden; er hätte sie genau beobachtet und sie wackelten schon.«

Am 9. August sahen wir drei Pottfische, mehrere fliegende Fische, den schwärzlichen Albatros und Captauben. Um 8 Uhr 20 Minuten Abends zeigte sich in Südwesten in einer Höhe von 20° ein glänzendes Meteor, das mit einem Regen der schönsten bunten Sterne zerplatzte. An Bord des Terror wurde es ebenfalls bemerkt und im Logbuch desselben etwas genauer beschrieben: »Um 8 Uhr 20 Minuten sahen wir ein glänzendes Meteor aus einer dunkeln Wolke beim südlichen Kreuz in einer Höhe von 10° emporsteigen; es erhob sich bis 25° und zertheilte sich beim Herabsinken in fünf glänzende Sterne. Zwischen 10 und 11 Uhr beobachteten wir 15 Sternschnuppen, aber der halbe Himmel war zu dieser Zeit mit Wolken bedeckt.«

Eine am nächsten Morgen gegen 9 Uhr eintretende Windstille benutzten wir, um die neuen selbstregistrirenden Thermometer zu prüfen, die ich hatte machen lassen und die einen viel grösseren Druck aushalten konnten, als meine ersten, welche man nicht tiefer als 500 Faden hinablassen konnte. Wir legten unter 33° 41' südl. Br. und 166° 23' östl. L. bei und fanden mit 820 Faden noch keinen Grund. Die Temperatur des Meeres in einer Tiefe von 750 Faden war 40°,4; mit 600 Faden 42°,7; mit 450 Faden 45°,6; mit 300 Faden 49°,5 mit 150 Faden 53°,6; mit 100 Faden 56°,7; mit 50 Faden 57°,6; mit 2 Faden 58°,7; auf der Oberfläche 59°,7. Aus diesen Experimenten geht hervor, dass wir die mittlere Temperatur des Oceans noch nicht erreicht hatten, und dass man, um dies zu thun, unter dieser Breite in eine grössere Tiefe als 800 Faden gelangen muss. Die in den verschiedenen Tiefen gefundenen Temperaturen waren stets ungefähr einen Grad höher als die unter demselben Parallelkreise im atlantischen Ocean beobachteten. Fast um eben so viel weichen davon die Temperaturen ab, welche Sir Edward Belcher unter 32° 46' nördlicher Breite und 152° westlicher Länge durch Tiefmessungen gefunden hat. Zur Vergleichung stelle ich die Ergebnisse aller drei Beobachtungen hier zusammen.

 

10. Aug. 1841. 33° 41'südl. Br. 166° 33' östl. L. 1. März 1840. 33° 23' südl. Br. 7° 41' östl. L. Sir E. Belcher's Experimente. 33° 46' nördl. Br. 165° 53' westl. L. Durchschnitt. 33° 27' Br.
Faden. -- -- -- -- --
750 - 40°,4 -- -- -- -- -- 40,4.
600 - 42°,7 41,7. 43,3. 42,6.
450 - 45°,6 43,0. 43,2. 43,9.
300 - 49°,5 47,4. 48,1. 48,3.
150 - 53°,6 53,2. 52,7. 53,2.
100 - 56°, 7 56,0. 55,7. 55,8.

 

Zur Zeit dieser Experimente befanden wir uns ungefähr 270 Meilen von den Dreikönigs-Inseln, vor der Nordspitze von Neuseeland. Sie sind das nächste Land und können bei ihrer grossen Entfernung schwerlich einen Einfluss auf die Temperatur des Meeres ausüben.

Nachmittags hatten wir schwache veränderliche Winde aus Südost, untermischt mit scharfen Böen und Regenschauern. Die ruhige Luft gestattete uns das Schleppnetz auszuwerfen und wir fanden darin verschiedene Arten Seethiere, darunter einige, die wir in tropischen Regionen des atlantischen Oceans gefischt hatten. Auch sahen wir einen grossen Zug Meerschweine und mehrere junge Albatros. Um 10 Uhr Vormittags den 11. August fanden wir Grund in 400 Faden auf einer Bank von Sand und kleinen schwarzen Steinen; wir warfen das Schleppnetz aus und brachten es nach einer halben Stunde mit einigen schönen Corallen, Corallinen und Krustenthieren herauf. Der frischer werdende Wind verhinderte uns den Versuch zu wiederholen. Diese Bank liegt unter 33° 32' südl. Br. und 167° 40' östl. L., und ungefähr 220 Meilen Nord 80° West von den Dreikönigs-Inseln. Die Entdeckung einer Corallenbank, die aus einer so grossen Tiefe zur Oberfläche des Meeres emporsteigt und in spätern Jahrhunderten wahrscheinlich eine Insel zwischen Neuseeland und Neu-Südwales bilden wird, ist ein merkwürdiger Umstand; eine genaue Bestimmung ihrer Ausdehnung und der geringsten Tiefe des Wassers über jedem ihrer Theile, wodurch ihre jährliche Zunahme hätte berechnet werden können, wäre sehr wünschenswerth gewesen; leider hatten wir nicht Zeit genug, unsere Untersuchung weiter zu verfolgen. Die Temperatur des Meeres in verschiedenen Tiefen über der Bank war in 400 Faden 45°,3; in 300 Faden 48°,1; in 200 Faden 51° und in 150 Faden 53°. Vergleicht man diese Resultate mit den Temperaturen, die wir in entsprechenden Tiefen des tiefern Meeres gestern gefunden, so scheinen sie folgende Bemerkungen zu bestätigen, welche sich in meinen Instructionen von dem meteorologischen Ausschuss vorfinden.

»Da man sich das Meer an keiner Stelle als absolut unbeweglich denken kann, so muss das Vorhandensein einer Untiefe, indem es Wasser auf die Oberfläche drängt, welches ohne dieselbe in weit grösserer Tiefe in gleicher Richtung mit der Strömung weiter geflossen wäre, die Temperatur der Oberfläche des Meeres mehr der der Tiefe annähern. In niedrigen Breiten ist das Wasser der Oberfläche wärmer als das in der Tiefe; und daher ist es ein allgemein angenommener Satz, dass die Temperatur sinkt in untiefem Wasser oder selbst über Bänken, die in beträchtlicher Tiefe liegen. Ist diese Theorie des Phänomens richtig, so muss das Gegentheil in Gegenden, wo das Wasser der Oberfläche kälter ist als das der Tiefe, beobachtet werden, und dies geschieht auch unter besondern Umständen in den Polarmeeren.« Die Frage ist von grosser Wichtigkeit für den Seefahrer, da das Thermometer an vielen Orten die Nähe von Land oder untiefem Wasser mit grosser Empfindlichkeit anzeigt. Ein merkwürdiges Beispiel dieser Art fanden wir an der Westküste von Africa, wie wir schon früher erwähnten.

Stürmisches Wetter während der drei folgenden Tage verhinderte uns, das Senkblei tiefer als 400 Faden auszuwerfen, wo wir noch keinen Grund fanden. Das Erscheinen von Solandergänsen, zahlreiche Strecken von Seegras und das starke Leuchten des Meeres verriethen uns, dass wir uns dem Lande näherten. Wir erblickten es um 9 Uhr früh am 15. in südöstlicher Richtung. Mittags unter 34° südl. Breite und 172° östl. Länge fanden wir mit 350 Faden noch keinen Grund; die Dreikönigs-Inseln waren noch 7–8 Seemeilen von uns entfernt. Als wir uns der grössten derselben näherten, konnten wir auf ihrer Nordseite weder eine Bucht noch einen Hafen entdecken, obgleich Tasman, der die Insel entdeckte, hier vor Anker ging. Von unserm Schiffe aus erschien sie uns als eine unwirthliche, ungeschützte Felsenküste, aber die Tiefmessungen liessen uns nicht bezweifeln, dass er unter dem Winde der Insel sichern Ankergrund habe finden können.

Nachdem wir bis 9 Uhr Abends in der Richtung des Hauptlandes gefahren waren, wendeten wir mit einbrechender Dunkelheit nach Osten; von Land hatten wir nur das hohe und steile Cap Maria Van Diemen romantischer Erinnerung in Sicht. Es erhielt seinen Namen von Tasman vor fast zweihundert Jahren nach einer jungen Dame, die er liebte und später heirathete; sie war die Tochter oder nahe Verwandte Anton Van Diemen's, des Gouverneurs der holländischen Besitzungen in Ostindien, der ein vertrauter Freund Tasman's war und die von Letzterem befehligte Expedition ausgerüstet hatte.

Dieser grosse Seefahrer war daher der Entdecker der nördlichen Insel von Neuseeland und von Van-Diemens-Land. Die neuere Veränderung des Namens letzterer Insel in Tasmania ist nicht nur ein wohlverdienter, dem Andenken dieses Mannes dargebrachter Tribut, sondern wird auch auf die Nachwelt einen Namen fortpflanzen, der in der Geschichte der geographischen Entdeckungen eine so ehrenvolle Stelle einnimmt.

Bei Tagesanbruch erblickten wir ausser Cap Maria noch das Nordcap. Aber mit der Nähe des Landes stellte sich jetzt auch veränderliches Wetter mit einzelnen Windstössen ein, und da der Wind nach Osten umlief, hatten wir den ganzen übrigen Tag gegen denselben zu kämpfen und machten nur geringe Fortschritte.

Wegen dieses ungünstigen Wetters kamen wir erst den 17. spät Abends auf der Höhe der Inselbucht an und legten hier bei, da wir bei der grossen Dunkelheit die Einfahrt in den Hafen nicht versuchen durften. Ein Leuchtthurm auf Cap Brett, Cap Pocock oder einer der äussern Inseln der Bucht ist für den Handel des Platzes ein grosses Bedürfniss. Wäre der Wind zu einem heftigen Sturme geworden, so wären unsere Schiffe in eine sehr gefährliche Lage gekommen; selbst jetzt waren wir die Nacht hindurch in nicht geringer Besorgniss; das schnelle Sinken des Barometers und der Charakter des Wetters kündigten nur zu klar einen neuen Sturm an, und als der Tag anbrach, war der Nebel so dick, dass wir das Land nicht sehen konnten; zum Glück zerriss der Dunstschleier für ein paar Minuten und liess uns das steile Vorgebirge Cap Brett mit dem davorliegenden durchlöcherten Felsen, welcher es vor allen andern auszeichnet, erblicken. Wir gingen sogleich vor dem Winde, der zu einer steifen Kühlte geworden war, unter Segel und steuerten nach der Kororarika-Spitze, die wir durch den Nebel und den Regen, welcher in Strömen herniederstürzte, erblickten. Geleitet von der vortrefflichen Karte des Capitains Fitzroy erreichten wir die Mündung des Flusses Kawa-Kawa und gingen um 10½ Uhr Vormittags ungefähr 1½ Meile vor der Einfahrt vor Anker. Als sich der Nebel aufklärte, sah ich die americanische Corvette Yorktown vor Kororarika vor Anker liegen; und am nächsten Morgen hatte ich das Vergnügen, einen Besuch von ihrem Führer Capitain Aulick zu empfangen, von dem ich zu meinem Leidwesen erfuhr, dass er fast augenblicklich nach den Sandwich-Inseln abzusegeln gedenke.

Commandeur Crozier und ich fuhren ans Land, um Mr. Fitzgerald, dem einzigen Vertreter der Civilbehörde dieses Ortes, unsere Aufwartung zu machen. Zu einem hohen Amte berufen, war er erst vor Kurzem aus England angekommen, hatte aber auf Verlangen des Gouverneurs das Amt eines Obermagistrats an hiesigem Orte übernommen, bis sich eine günstige Gelegenheit finde, mit seiner Gattin und seiner Familie nach dem neuen Sitz der Regierung in Auckland zu ziehen. Vor der Hand wohnte er in einem Hause von Holz, welches Gouverneur Hobson von England mit sich gebracht und auf dem Lande aufgestellt hatte, das er in der Absicht, hier die Hauptstadt der Colonie zu errichten, angekauft; aber zum grossen Verdruss der Bewohner von Kororarika und der Ansiedler in der Umgegend zog er mit allen Regierungsbeamten nach einer passendem Stelle an der Themse, wo während unsers Dortseins die Stadt Auckland erbaut wurde. Leider war Capitain Hobson auf einer Inspectionsreise durch die entfernteren Ansiedelungen der neuseeländischen Compagnie abwesend, so dass ich keine Gelegenheit hatte, ihm meine Aufwartung zu machen. Mr. Fitzgerald erwies mir jede Aufmerksamkeit und gab mir Erlaubniss unsere Observatorien auf jeder von mir passend gefundenen Stelle des Regierungslandes aufzustellen; aber der Ort, den wir bei einer Vormittagsfahrt den Fluss hinauf ausgewählt hatten, gehörte den Missionären der englischen Kirche, und er wies mich an den ehrwürdigen Mr. Williams, früher Lieutenant in der königlichen Marine. Wir suchten daher diesen Herrn in der Missionsanstalt in Paihia auf und erhielten von ihm sogleich die gewünschte Erlaubniss; Nachmittags landeten wir unser Observatorium und wenige Stunden darauf konnten wir unsere Instrumente aufstellen. Unsere Observatorien standen auf einer niedrigen und ebenen Spitze, bedeckt mit Flusskieseln, 3 oder 4 Fuss über dem Hochwasserzeichen, auf dem linken Ufer des Flusses Kawa-Kawa, unweit eines Baches, dem unsere Matrosen wegen seiner schlammigen Ufer bei niedrigem Wasser den Namen Muddymuddy Muddy heisst schmutzig, schlammig. beilegten. Eine Viertelmeile davon liegt der von den Eingebornen Haumi genannte Ort, bezeichnet mit einer kleinen Baumgruppe, wo die Leichen des französischen Seefahrers Marion und seiner unglücklichen Gefährten von den Wilden verzehrt wurden. Die Wilden schleppten sie von dem Orte ihrer Ermordung erst über die schmale Landzunge nach Kororarika und dann in ihren Canots nach Haumi, wo sie ihr scheussliches Gelage in grösserer Sicherheit und ohne Furcht unterbrochen zu werden feiern konnten.

Capitain Fitzroy bemerkt sehr richtig, dass dieser traurige Vorfall dadurch herbeigeführt wurde, dass kein Theil die Sprache des andern verstand; die Franzosen wussten nicht, dass die Stelle »Tabu« war, fuhren trotz der Vorstellungen der Eingebornen fort dort zu fischen und wendeten gegen ihr Andringen Gewalt an.


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