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Wörterbuch

 

Erklärungen der mundartlichen Ausdrücke und Redensarten

 

Man suche ch auch unter k, e unter ä, i unter y, u unter au, ü unter eu und umgekehrt. Wörter mit Vorsilben suche man auch unter dem Stammwort. Die nasalen Vorsilben u und a = un und an. Die Verbindung nd wird meist zu (nasal) ng.

A

ab sein, abgeneigt sein, vielem ab sein, viel Unangenehmes hinter sich haben, desselben fortan überhoben sein, es nicht ab sein, nicht leugnen wollen, zugestehen

Abdruck, Abschluß, Ende

abe, ab, fort, weg

abenangere, entzwei

aber, abermals, wieder einmal

aberbo, apropos, nebenbei bemerkt

abeschlah, das Essen, das Essen in aller Eile hinunterwürgen

Abesitz, Abendsitz, Abendbesuch

Abferggete, barsche Abfertigung, Abweisung

abflachsen, abprügeln

abgänd, 1. schwindend, verderbend (Speisen); 2. dem Verfall entgegengehend (alte Kleider); 3. wertlos; 4. abnehmend (der Mond von Voll bis Neu)

abgeben, abgä, 1. nachgeben, ablassen; 2. seine Stelle niederlegen

abgekarrt, zu Schanden gefahren

abgeschweizt, mit Butter gesotten

abg'fymt, wohlerfahren, kundig (selten: abgefeimt)

abhaberen, abprügeln

abhange cho, abhanden kommen

abherden, verschärft zurechtweisen, eine Forderung rundweg abweisen (eigentlich von seinem Grund und Boden verdrängen)

Abkust, unangenehmer Beigeschmack

abnehmen, das Handwerkzeug zusammenpacken und weggehen – hinten abnehmen, zu kurz kommen, nachgeben und von seinen Forderungen abstehen müssen

abputzen, 1. reinigen; 2. ausschelten

abraten, ratschlagen

abschaffen, 1. eine Rechnung bezahlen; 2. durch Verkaufen wegschaffen

abschießen, abscheinen, die Farbe verlieren

abschnellen, mit einem Ruck abreißen

abschüsselen, einen, unter irgendeinem Vorwand ablehnen, von der Hand weisen

abschynig, von schlechter Gesichtsfarbe, blaß aussehend

absprengen, 1. abfertigen; 2. einen aus der Gunst eines andern verdrängen; 3. (ein Pferd) zu Schanden reiten oder fahren

abstecken, ein Ziel setzen, verbieten

absüferen, ohne Umstände von sich stoßen, abweisen, abtrumpfen, ausschelten, abputzen (der Höhere den Niederern)

abtragen, eintragen, ziehen

abtryben, eine Sache, sie zu Ende bringen

abwarten, versorgen

abweg, beiseite, abseits

ache, herunter, hinunter

Acherum, Unterholz, lichter Buch- oder Eichwald, wohin die Schweine zur Mästung getrieben werden

ächt, ob, wohl, etwa (in Fragsätzen)

Äcke, Nacken

afa, anfangen

afange, afe, vorerst, vorläufig, einstweilen, nachgerade

afüren, auf dem Herde Feuer machen

Ägerste, Elster

Ägerte, ödes, kulturunfähiges größeres Stück Land

aha, einem, anhalten, flehentlich und anhaltend bitten

ahänken, ahäiche, 1. anhangen, anhängen; 2. Grund fassen; 3. von Speisen: den Magen belasten, das Atmen erschweren

äißter, stets, immerfort

akaret, unschön angemalt

äken, ohne rechten Nachdruck und doch ohne Aufhören fordern oder bitten

akkidieren, akkordieren, sich verständigen

albe, allbets, 1. ehedem, früher; 2. je, so oft, z. B. wenn er mer allbets das seit, su wirde'n ih höhn = so oft er mir das sagt, werde ich böse

Alegig, (Anlegung), Anzug, Kleidung, Sonntagsstaat

allbeeinist, allbeeinisch, endlich auch, hie und da, zuweilen

Allmacht, verderbt für Ohnmacht; in die Allmacht liegen, ohnmächtig werden

Allmend, 1. Gemeindetrift, welche jeder Ortsbürger zu benutzen das Recht hat; 2. jedes unverhältnismäßig große Stück von irgend etwas

Amal, Muttermal

Ammeli, Milchfläschchen für kleine Kinder

Ammermehl, Stärkemehl

Änderig, Veränderung entscheidender Natur

ane, heran

anechneuen, (niederknien), sich tief demütigen, sich fügen

anegä, hingeben, zuschlagen (an Steigerungen)

aneha, darhalten

äne, dort, jenseits; bis äne'n use, 1. bis zuletzt, bis ans Ende; 2. hartnäckig, z. B. etwas bis äne'n use b'härte: etwas hartnäckig behaupten

änefert, änefür, jenseits

änenumecho, von einer Ansicht zurückkommen, sich nach und nach herbeilassen

anfechtig, anfechtungslustig, kampflustig

angends, 1. angehend, beinahe, woran wenig fehlt; 2. nächstens, sofort; 3. anfangs, z. B. Februar

anger, ander (ng soviel wie nd bei allen Nasalverbindungen)

angrännen, 1. einem eine Fratze schneiden; 2. einen schief, übelwollend anblicken

angsten, etwas hastig betreiben, aus Furcht, nicht fertig zu werden

anhangen, Partner sein im Kartenspiel, besonders am Ende des Spiels, um zu entscheiden, wer alles zu bezahlen habe

Anke, Anken, Butter

anken, buttern

Ankeballe, größeres rundliches Stück Butter, mehrere Pfund schwer

ankommen, gelüsten, z. B. es chunnt mih a = das Gelüste wandelt mich an

anlässig, kokett, üppig, buhlerisch

anreblen, 1. anfahren, rauh anreden; 2. frech sich nähern

anreisen, 1. Anleitung geben, in Gang bringen; 2. anhetzen; 3. eine Falle stellen

Anschicksmänner, Abgesandte (gewöhnlich zwei) eines Beschädigten an den Beleidiger zum Behuf eines außergerichtlichen Vergleichs

anschießen, 1. anstoßen (körperlich); 2. verstoßen, sich eine Blöße geben

anstellen, eine Frau, heiraten, nicht aus Neigung, sondern um das Hauswesen unter weibliche Leitung zu stellen

Anstößer, der Besitzer des nachbarlichen Grundstücks

anstrengen, anspornen, nach Kräften ermuntern

anwenden, sich anstrengen, alles aufbieten

anziehen, 1. mästen; 2. in der Rede sich auf etwas beziehen, darauf anspielen; davon: anzüglich

arfel, (armvoll), was man unter oder in einen Arm nehmen kann

arig, sonderbar, auffallend, vom Gewohnten abweichend

z'armen Tagen geraten, verarmen, herunterkommen

armütig, ärmlich, armselig

z'ärstem, ernstlich

Art haben, keine, unerhört sein, übers Bohnenlied gehen

Artefüfi, Schwarzwurzel, Scorzonera hispanica L.

as, als

äsigs Zeug, Nahrungsmittel, Speisen

astänger, anständiger, d. h. angenehmer, bequemer

ateigen, den Teig zum Kneten zurechtmachen

ata, angetan

Ätti, Vater

Aue, Mutterschaf

auf, nach, z. B. auf Bern: nach Bern

aufbegehrisch, trotziger Gemütsart

aufgabeln, herankriegen, gleichsam auf die Gabel bekommen

aufgedonnert, übermäßig herausgeputzt

aufgeheitert, 1. aufgeklärt; 2. geistvoll, witzig

aufgeisten, s. ufgeisten

aufgestrüßt, im Bewußtsein des angezogenen Putzes sich brüstend

aufklepfen ( klepfen: klatschen, knallen), gleichsam durch Peitschenknall aufschrecken, munter machen

äufnen, 1. urbarmachen; 2. vermehren ( augere)

aufreden, einen begründeten Zorn in Reden losbrechen lassen

aufreißen, aufreizen, Zwietracht säen

aufrüchen, nach dem Essen von einem scharfen Nachgeschmack geplagt sein; bildlich: auf unangenehme Weise in der Erinnerung aufsteigen

aufschneiden, einen Baum, die unteren Äste abschneiden

auf sein, aufgestanden sein, nicht mehr oder noch nicht zu Bett sein

aufstiefeln, zum Aufbrausen reizen

Aufwart, 1. Bedienung bei einem größeren Essen; 2. die dabei aufgetischten Gerichte

aufweisen, Zwietracht säen, einen gegen jemand einnehmen

Aufzug geben, Düngmaterial für vernachlässigtes Land herbeischaffen

Augenwasser, Tränen

Augste, Augustmonat

ausbälglen, aushäuten

ausbringen, ausplaudern, verraten

äuse, luzernisch für üse, unser

ausführen, lächerlich machen, ausspotten, verhöhnen

ausg'schirren, gründlich aufbegehren, mit vollem Nachdruck ausschelten, poltern

ausg'sorret, versorrt, ausgedörrt

ausmachen, 1. beendigen; 2. ausfechten, gütlich zum Abschluß bringen; 3. jemand verhöhnen, verleumden

ausreiten, ausfahren

ausrichten, die Milch, die eben gemolkene Milch von Schaum und etwaigen Unreinigkeiten säubern, filtrieren

ausschwingen, an einem Schwingfeste alle Mitkämpfer einen nach dem andern besiegen

ausspintisieren, 1. einer Sache aus Neugier nachspüren und das dunkel Bleibende durch eigene Mutmaßungen ergänzen, meist in übelwollendem Sinne; 2. ausforschen; 3. ausklügeln, aushecken

austrappen, einen eigenen oder fremden Fehler 1. gutmachen; 2. entgelten

austrätschen, darhalten, ausmachen, überall das Schwerste machen

äyne, äys, jener, jenes

 

B

Bäägg, der, Schrei

Bääggeli, Lämmlein in der Kindersprache

Babi, einfältiges Weib (von Barbara). Nicht mehr Babi sagen können: auf dem Grad von Trunkenheit angekommen sein, wo man das leichteste Wort nicht mehr aussprechen kann

Bachtele, Glockenblume, Narcissus pseudonarcissus L.

Bäcklifarb, Schminke

baggeln, an etwas mühsam herumhacken, -schnitzeln

Baggeli, ein Gläschen Branntwein

Bahre, Bahrete, Raufe. Der Gring i Bahre ueche bingen, einem wilden Pferd oder Kuh den Kopf ganz nahe an die Raufe binden, damit sie ihre Unarten nicht treiben können, im gleichen Sinn bildlich von Menschen

Bähre, 1. Tragbahre; 2. Karren mit niedrigen Seitenwänden; 3. Fischreuse von Weidenzweigen

Bährli, kleines Fangnetz von Garn, um aus einem Behälter Fische herauszunehmen

bal für nache, dem Ende nahe, bald vorbei; fürs Heiraten, fast zu alt fürs Heiraten, fast drüber hinaus; mit dem Äsige, wird mit den Lebensmitteln nächstens auskommen

balgen, schelten

Band, Bauholz

Bäni, Beni, Benz, Kurzform für Bendicht, Benedikt

Bank, der, die Bank

Bänne, die, Karren mit höhern Seitenwänden

bannisiert, wegen Vergehen landesverwiesen

Bäredreck, Lakrizensaft

Barille, Aprikose

Bart, Schimmel am Brot und andern Eßwaren

barten, rasieren

bas, besser; desch bas, desto besser

Baschi, gutmütiger, nicht sonderlich begabter Mensch

Batzen, Schweizer Scheidemünze

batzig, einen Batzen wert

Bätzi, Bäzi, Mz. Bätzene, Obstabfall, wird in Fässern zu Bätziwasser, ein Obstschnaps, gegoren

bauchen, die schwarze Wäsche mit Aschenlauge auskochen

bauelig, 1. von Baumwolle; 2. schlecht, unhaltbar

Bauernfünfe, Spottname in der Stadt für ein vornehm tuendes Bauernmädchen, auch römische Fünf

bäumelen, auf die Fußspitzen treten, um etwas besser zu sehen oder sich groß zu machen; bildlich: sich überheben

Bäumeli, Totenbaum (Grabmal)

Bäunde, Hanfpflanzung

b'chymen, sich, 1. von kränklichen Pflanzen: wieder anwachsen; 2. bildlich: wieder zu Kräften, zu Ansehen kommen

Beck, Bäcker

Beel, einfältige, dumme Person

beeren, Erdbeeren, Heidelbeeren usw. zusammenlesen

Beeteln, eine Art Kartenspiel

beidsame, beide zusammen

Beimann, Knochensammler

beißig, beißend, schneidend, meist bildlich von Reden

beiten, mit Ungeduld warten müssen, harren

beizen, einem etwas, einem mit etwas eine Falle stellen

Bekleidung, B'chleidig, eine vollständige Kleidung

Belli, ein allzeit zum Bellen bereiter Hund, dann auch bildlich von Menschen

benglen, kleinere Gegenstände werfen

Benz, Kurzname von Bendicht, Benedikt

Bersette, Esparsette, Onobrychis sativa L.

Berz, Seufzer

berzen, ächzen, stöhnen, aufseufzen, meist vor Mühe und Anstrengung, selten vor Schmerz

Bethli, Betli, Elisabeth

Bettag, der gemeineidgenössische Büß-, Bet- und Danktag, fällt auf den dritten Sonntag im September

betten, die Betten des Morgens in Ordnung bringen

Bettlergemeinde, jährliche Gemeindsversammlung, an welcher arme Kinder an den Mindestfordernden verdingt, gleichsam versteigert werden (jetzt abgeschafft)

b'ha, behalten

b'hangen, hängenbleiben

b'hüt is, 1. (Gott) behüte uns; 2. hie und da mit dem Nebenbegriff: da ist kein Kummer zu hegen

Bickel, 1. eine kleine, vorn zugespitzte, starke Hacke an kurzem Stiel; 2. gefühlloser Mensch; 3. ein rechter Bickel = ein tüchtiger Kerl

Biecht, das, Baumreif

Biet, Gebiet; im Biet haben, auf etwas ausgehen, im Schilde führen

Bigger, kleines unansehnliches Pferd

Biner, Beiner, Knochen

Binogel, ein Kartenspiel, die Pik-Dame heißt B. Davon

binogeln, dieses Spiel spielen

Biren, Birnen

Birlig, kleiner Heuhaufen, gleichbedeutend mit Schöchli

bis, sei (Befehlsform von sein)

blampen, 1. sich perpendikelartig bewegen, baumeln; 2. schwanken, bummeln

blange, wehmütig gestimmt, von einem unbestimmten Unbehagen oder Sehnsucht ergriffen. Davon

blangen, nach einem, sehnlich erwarten

Blaß, Name für einen Hund, der auf der Stirn einen weißen Fleck hat

Blast, 1. Blähung; 2. Windstoß; 3. Blaskraft

blästig, aufgeblasen, aufgedunsen

Blatsch (Milch), 1. klatschend zu Boden gefallene kleinere Menge Milch; 2. das Klatschen selbst beim Ausgießen einer Flüssigkeit

Blatt, Blättli, Platte, Teller, flache Schüssel

Blättere, 1. Blase überhaupt; 2. Schweinsblase, der althergebrachte Geldbeutel älterer Bauern

Blättere, grobe, faule Weibsperson, die geschäftslos und aufdringlich herumsitzt

blättern, säuselnd die Blätter bewegen

Blaue, das; Blauhaus, eine Abteilung des bernischen Zuchthauses für minder schwere Verbrecher, von der blauen Kleidung der Sträflinge so genannt

Blegi, 1. breiter Saum von scharlachfarbigem Tuch unten an der bernischen Weibertracht; 2. Unterfutter überhaupt

Bletschi, Blötschi, einer, der schwer und plump niedersitzt oder einhergeht

blicken, einem, einen Blick des Einverständnisses oder des Befehls geben

blindslige, blindlings, mit geschlossenen Augen oder in der Finsternis

Blodere, fette Weibsperson, an der bei leiser Wendung oder Bewegung alles in Bewegung gerät, von blodern, schlottern

Blösch, eine mit weißen Strichen gefleckte Kuh

Blust, Bluest, Blüte

blütig, wirklich, wahrhaftig, selbsteigen (selten anders als von Herz, Mensch u. dgl.): sich ins blütige Herz hinein schämen

blutt, 1. nackt, entblößt; 2. ganz arm. Blutt machen, einen um Hab und Gut bringen. Sich blutt machen, all sein Vermögen weggeben, durch Schenkung – aus Schwäche oder durch geheimen Verkauf, damit der Gläubiger nichts mehr finde. Auf dem Blutten hocken, Gegensatz von in der Wolle sitzen. Ins Blutte donnern, im Frühling donnern, bevor die Wälder belaubt sind, was man als ein Vorzeichen wiederkehrender herber Kälte fürchtet

Blütterlüpf, 1. ein unbedeutender, schwächlicher Mensch; 2. ein im Bewußtsein seiner Schwächlichkeit furchtsamer und feiger Mensch

Bocki s. Bücki

bodebösi, grundböse = schlecht

Boden, Talgrund, Grund, auch bildlich: i Bode: im Grund

bodigen, im Zweikampf, Ringen usw. zu Boden werfen, dann auch bildlich gebraucht

Bogen, Grasbogen, ein Netz von Stricken zum Transport einer kleinen Menge Heu oder Gras

böglen, sich, sich biegen, krümmen, drehen, vor Schmerz oder Selbstgefälligkeit

Bollaugen, Glotzaugen

Böllimann, eine Art Rübezahl, Popanz

borgen, einem, schonen (nie im schriftdeutschen Sinn)

Bort, 1. Rand; 2. Abhang

borzen, sich herumwälzen oder drehen, sich mühsam bewegen, z. B. kleine Kinder oder an Schlaflosigkeit Leidende im Bett

bös auf oder in etwas, 1. stark, geschickt in etwas; 2. begierig, lüstern

bösen, 1. schlimmer, leidender, kränker werden; 2. kränken

böseren, schlimmer machen, verschlimmern

Bösdings, zur Not

Bot, Angebot

all'Bott, jeden Augenblick

Bougre , (franz.) 1. als Fluch: zum Henker!; 2. schlechter Kerl

bouschierter Wein, Flaschenwein, im Gegensatz zu offener Wein, Faßwein

Boutike, Werkstätte ( boutique)

Brachet, Brachmonat, Juni

bradlen, schwatzen, plappern

Bräme, Bremse

Brämi, Rußflecken im Gesicht, an der Hand, an den Kleidern

Bränte, größeres Milchgefäß, das am Rücken getragen wird

Bränte, schwarze, rußige Weibsperson, von

bränten, beim Kochen anbrennen

branzen, lärmend und grollend und doch ohne Nachdruck sich über etwas beschweren oder zanken

Brasti, Prahlhans, Schwätzer

Bräter, der, ein altes, der Form wegen aus der Mode gekommenes, doch noch brauchbares, aber nach den jetzigen Begriffen zu großes Stück Hausrat

Brattig, der Kalender

bräuchig, viel brauchend, unhaushälterisch

brav, tüchtig in körperlicher Beziehung, groß, gut, beschaffen, woran nicht viel auszusetzen ist, seltener im Sinn von rechtschaffen

brav Sachen, reichliche Vorräte

brechen, Hanf oder Lein brechen; davon

Brechete, das Hanfbrechen in Gesellschaft

Brechhütte, der Verschlag, worin der Hanf mittelst Feuers zum Brechen geröstet wird

breiammlen, 1. schwatzen, ohne zur Sache zu kommen, so schwatzen, daß der Hörer nicht weiß, was man sagen will; 2. immer der Erste sein wollen mit Reden und Plaudern (von praeambulum).

breichen, treffen, erreichen

ab Brett gehen, zum Ziele kommen, vorwärtsgehen

b'richten, 1. erzählen; 2. belehren; 3. sich um eine Stelle bewerben; erb'richten, 1. mit Erfolg belehren; 2. durch emsige Bewerbung an sein Ziel kommen.

brieggen, weinen

bring, schmächtig

bringen, es einem, einem ein Glas kredenzen. Etwas an einen bringen, 1. einen zu etwas vermögen; 2. einem mit Recht oder Unrecht etwas Arges vorhalten oder ihn zu Schaden bringen

Britsche, kleine Schleuse zum Wässern der Wiesen

Brönz, Branntwein

bröselen, 1. brudeln; 2. heimlich etwas Ausgesuchtes für sich insbesondere kochen

Brösmeli, Brosamen, einen Brosamen groß

Brüll, 1. Brunstgeschrei der Kuh; 2. Geschrei, Gebrüll

brümmelen, 1. leise, undeutlich sprechen; 2. sich mit unterdrückter Stimme beklagen

Brummelsuppe, Brummbär, mißlaunige Person

brunge, gebracht

Brunst, Feuersbrunst (nie in anderm Sinn)

brütig, 1. brüten wollend (Geflügel); 2. unreif (Obst, bildlich auch junge Leute)

b'schlagen, 1. einem antworten können; 2. nie um eine Antwort verlegen

b'schossen, Mittelwort von b'schüßen

b'schüßen, reichlich darhalten, eintragen, abwerfen, vorteilhaft sein

B'schütte, Dungwasser, Jauche

b'schütten, begießen, vor allem mit Dünger

b'schyßen, 1. schmutzig machen, in jeder Beziehung; b'schisses Zeug, schwarze Wäsche; 2. betrügen

B'setzi, steinplattenbelegter Platz vor dem Haus

b'sunderbar, außerordentlich, ungewöhnlich, absonderlich

Bübbi, das, die weibliche Brustwarze

bubig, kokett, mannssüchtig, buhlerisch (stärker als: anlässig)

Bücki, 1. Jauchefaß; 2. Bottich zu eingemachtem Gemüse

Buffert, Schrank zum Aufbewahren des feinern Tischgerätes und allerlei Schaugegenstände, daher meist mit Glastüren versehen (im Gegensatz zum Genterli)

Buggel, 1. Höcker; 2. Rücken; 3. Hügel

bühren, büren, heben (davon Bürde), erbrechen

Bummer, Spitzhund, Pommer

Bündeg'schüch, Strohbund als Vogelscheuche

bunge, 1. gebunden; 2. verbindlich gemacht

Büntel, Bünteli, 1. Bündel; 2. munteres, wohlaussehendes, dann auch schalkhaftes Kind (in letzterer Bedeutung bloß als Scherzwort gebraucht)

Bünteliwurst, dicke, lange Knackwurst

Burde, 1. Bund, z. B. Stroh, Haufen; 2. Wurf (Junge)

Bursami, Bauernschaft, Bauernwelt, Gesamtheit der Bauern

Burscht, die Klasse der jungen erwachsenen Burschen

Bürzi, der Hinterteil des größeren Geflügels, der Hühner, Gänse

busch auf, wohlgemut, guter Dinge

Büschelimüli, etwa: Kußmäulchen (von buscheln: zierlich ordnen)

Busen, Busentasche (nie im schriftdeutschen Sinn)

Buß, Kleinigkeit, Atom, meist bildlich gebraucht

butelen, in den Armen wiegen, schaukeln

Büzi, n., 1. Zitze, Euter; 2. zusammengerolltes Stück gehechelten Hanfs oder Leins

Byge, Bygete, ein sorgsam geschichteter Haufe Holz oder anderer Dinge

Byse, Bysluft, Byswind, Nordostwind

Bystal, Bystel, Fensterpfosten bei der ältern Bauart, die je zwei nahestehende Fenster durch ein Bystal schied

bysten, pusten, keuchen, ächzen, seufzen

 

C

Cärlishof, große Festlichkeit, rauschende Belustigung, lebhafte, schäkernde Unterhaltung zwischen beiden Geschlechtern. Der Ausdruck ist hergenommen von der Hofhaltung Carls des Großen, von der noch mancher Zug im Munde des Volkes lebt.

chäflen, hörbar nagen (meist von Mäusen, die in Holzwerk nagen

Challi, Kalli, Grobian, Lümmel, Tölpel (von Challe, Glockenschwengel)

charen, karen, schmieren, salben

chären, kären, von Kär (s. d.), weitschweifig reden

Charebank, Bankwagen, worin seitwärts gefahren wird ( char à banc, char à côté)

cha's, kann es

chätschen, kauen, nagen

chaust, kannst, cheut (ihr) könnt

chech, 1. gesund, rüstig, stark; 2. keck

Chehr, s. Kehr

Cheib, s. Kaib

chennbar, sachkundig

chieren, verdrehen, schief hängen

Chilchelüt, die zum Gottesdienst Gehenden oder davon Zurückkehrenden

Ching, Kind, Kinder

Chlütterle, 1. Lockruf für die Hühner, insbesondere der der Gluckhenne für ihre Küchlein; 2. liebkosen; 3. durch Liebkosen etwas zu erlangen suchen

chly, klein, es chlyseli, ein klein wenig

Chneue, Knie

cho, kommen

Chorgericht, Sittengericht einer Kirchgemeinde, Kirchenvorstand; davon Chorrichter, Mitglied dieser Behörde

chrägen, krezen, kratzen

Christoffel, eine alte über zwölf Meter hohe hölzerne Bildsäule des hl. Vincentius, Schutzpatrons von Bern, welche schon vor der Reformation aus dem Münster entfernt und als Christopherus auf einen eigenen Turm versetzt wurde

Chuchbüchli, Lesebüchlein nach der Lautiermethode eingerichtet (von chuche, hauchen), ein Spottname

Chuchifösel, Aschenbrödel, doch nur als Schimpfname

chumlich, 1. von Sachen: bequem, gelegen, brauchbar; 2. von Personen: mit denen leicht auszukommen ist, dann auch: hilfreich, dienstfertig

chumm, chunnst, komm, kommst

Chust, Geschmack (von kosten)

chustig, gut im Geschmack

chüschelen, flüstern

chutzlig, kitzlig, auch bildlich

chysterig, heiser

Cousin, Stechmücke (cousin)

 

D

, der, den, dieser

Däche, 1. Dekan, Superintendent; 2. der Höchste, Hervorragendste in einer Gesellschaft, Ausbund

däderen, umedäderen, 1. eintönig und dabei rasch, den Hörer ermüdend, schwatzen; 2. wiedersagen, ausplaudern

daherkommen, aussehen (in bezug auf die Kleidung)

däichen, denken

dampen, schwatzen

dängelen, mit Hammer und Amboß die Sense schärfen. Davon

Dängelstock, ein großer Block, auf dem der Amboß befestigt ist

Dankeigist, Dankeiget, habe, habt Dank

dänne, hinweg, von da weg

dänne decken, das Essen beiseite, warm stellen

darha, (von haben) dauerhaft sein, nachhaltig wirken, vorhalten

Dascheli, eine vernachlässigt aussehende, verkommene, liederlich gewordene Weibsperson

däselen, 1. mit ungewöhnlicher Sorgfalt pflegen; 2. liebkosen, zärtlich tun

Datere, Torte

davonbeinlen, mit eiligen Schrittchen seiner Wege gehen

de, du, dann

denk, wahrscheinlich, vermutlich

dick, dicht, häufig

Dieli, Zimmerdecke

Dienstagsschleipfe, eine ohne Not regelmäßig den (Dienstags-)Wochenmarkt in Bern besuchende Weibsperson

Dienste, Dienstboten

difig, anschlägig, klug, mit dem Beisatz von behend, rührig, tätig

Dillers, Verdrehung für Donners

Dinggeläri, 1. Ding, Gegenstand; 2. allgemeine Bezeichnung eines Gegenstandes, für welchen man den rechten Namen nicht gleich findet

Dings, auf Borg

Dir, D'r, Ihr, Sie (in der Anrede)

Ditti, Puppe

d'obe, droben

Doggel, 1. schlechtgemachte Puppe; 2. unförmliche Weibsperson

Doggeli, das Alpdrücken, das nach der Volksmeinung darin besteht, daß ein kleines, schweres, sonderbar gestaltetes, gespenstisches Weib sich dem Schlafenden auf die Brust setzt

Dokterzüg, Arzneimittel

Dolder, Verdrehung für Donner

dolen, dulden

Dolg, 1. Klecks; 2. schwerfällige Weibsperson

Donnergueg, Hirschkäfer, Lucanus cervus L.

Donstigs, verderbt aus Donners

dopplen, döppelen, laut, leise anklopfen oder sonst klopfen

Dorf, Besuch, z'Dorf gehen, besuchen

z'Dorf gehen, auf einen, einen angreifen, auf ihn losgehen

dorfen, auf Besuch bei jemandem sein

Dorfmuni, 1. Zuchtstier, der auf Kosten der Gemeinde gehalten wird; 2. Dorfmagnat

Dörnere, Dornengebüsch

döselen, zuwarten, Zeit darüber hingehen lassen

Dötzi, Knipps, Schlag auf die Fingerspitzen

Dräihung, saumseliger Mensch (stärker als Dreißi)

drausstellen, 1. eilig gehen; 2. durchgehen, entrinnen

dreißen, säumen, zögernd und langsam etwas abtun

Dreizinke, dreieckiges Backwerk, nach jeder Seite eine Spanne lang

d'rglyche tun, den Schein tragen, sich stellen; 2. über eine Sache etwas verlauten lassen, leicht andeuten, daß man um etwas weiß

d'rnah, 1. darnach, hernach; 2. so und so beschaffen. Öpper d'rnah, so und so einer

Drucke, Schachtel, Druckli ist Verkleinerungsform

drungelich, dringend

Drüßel, grober, roher Mensch

d'rwyle, unterdeß, unterweilen

düderlen, verblümt auf etwas anspielen

düechen, bedünken, vorkommen

Duggemäusler, hinterlistig, harmloses Wesen als Deckmantel seiner Tücke brauchend

Dühle, muldenförmige Vertiefung, z. B. im gebrauchten Bett oder im Gelände von zwei kleinen Bergausläufern gebildet

Dümpfi, Spur, Eindruck; Mehrzahl: Dümpfeni

Dunder, St. Gallische Verdrehung für Donner

düpfen, 1. im Eierspiel die Eier auf einander zerschlagen; 2. überhaupt leise auf etwas klopfen; auch bildlich: auf etwas anspielen

durchziehen, laxieren

Dureli, weinerliches Gesicht (bei Kindern)

duren, absichtlich oder unabsichtlich bei jemandem Bedauern mit sich erwecken; davon

Dürenänderle, ein Gemisch von allerlei Gerüchen

durestieren, durchstieren, etwas auf unverständige, blinde Weise durchsetzen, erzwingen

dürgänt, durchgehend, z. B. eine Hausflur, die durch das ganze Haus geht

Dürluft, Zugwind

durriebe, abgefeimt, schwer zu hintergehen

duße, draußen

Düt, Deut, Andeutung

Dütschi, ein kleiner Holzblock

dutteren, klopfen, pochen (vom Herz, vom Küchlein im Ei u. dgl.)

dutzis sein, mit jemand auf Du und Du stehen

dyri däri machen, schön tun, den Hof machen, scharwenzeln

 

E

eben treten, es einem zu treffen wissen

eben treten müssen, alle erdenklichen Rücksichten haben müssen

eben, dem Tüfel, 1. dem Teufel gleich, teufelmäßig; 2. angestrengt (z. B. dem Tüfel eben arbeiten)

Ebenrecht, die Mittelstraße

ebeso mähr, ebenso lieb, ebensogut

ebha, zurückhalten, in Schranken halten

ebsieh, einholen

Egg, Bergrücken im Emmenthaler Dialekt

Egli, Barsch, Perca fluviatilis L.

ehrig, aus Erz gemacht

Ehrschatz, Abgaben, Steuern

Ehtage, Ehevertrag

eidigen, einen Eid schwören

Eiertätsch, Eierkuchen, Pfannkuchen

eigelich, 1. genau, pünktlich; 2. wählerisch, sich absondernd, Komplimente machend

eigends, insbesondere, ganz besonders

Einbund, Patengeschenk bei der Taufe

eingenterlen, beengen, unter Schloß und Riegel halten

Eingericht, 1. Einrichtung; 2. Eingeweide, dann das Innere des Körpers überhaupt; 3. körperliche Beschaffenheit

eingrasen, für den täglichen Bedarf Gras mähen

eingruppen, 1. sich ducken; 2. sich unterziehen, in die Sache schicken; 3. den Mut verlieren

einisch, einist, 1. einmal, im Gegensatz zu mehrmals; 2. endlich, z. B. chunst einisch?

einmal, emel, wenigstens (nie im schriftdeutschen Sinn)

einmannen, sich, sich an einem Ort hin oder in eine Familie hinein verheiraten

einmetzgen, einen Verwandten zum Aufenthalt in der Familie oder im Hause nötigen, um ihn desto sicherer beerben zu können

einschlirggen, 1. beibringen, z. B. den Kindern Brei, Arzneimittel u. dgl.; 2. unvermerkt einschalten, mit unterlaufen lassen, einen zu einer Meinung bringen, ohne daß er es merkt

einschoppen, vollstopfen

Einstandmeitli, Ersatzmagd während Krankheit oder sonstiger Entbehrung der eigentlichen Magd

eintreiben, zu fühlen geben, eintränken

einurben, einverleiben, davon

eingeurbet, eingefleischt, unausrottbar, gleichsam was im Urbar (Grundbuch) eingetragen ist

Einzug haben, Unterschlupf, heimliche Aufnahme finden, auf verdächtige Weise öfter einen Ort besuchen, dann auch: den Platz hergeben zu unsittlichen oder sonst verdächtigen Zusammenkünften

Einzüger, 1. Einzieher, Rentbeamter; 2. neu einziehender Hausbewohner

elb, gelbe Naturfarbe der Schafwolle

Emd, Grummet

Emdet, die zweite jährliche Heuernte

emel, einmal, im Sinne von wenigstens, nun

enangerenah, sogleich, alsbald

ender, 1. eher, schneller; 2. leichter, lieber

entnachten, 1. von der Nacht übereilt werden; 2. auswärts die Nacht zubringen

Enzenewasser, Enzianbranntwein

erborzen, durch Borzen, herumwälzen, stoßen usw., mit Gewalt etwas erzwingen

erchruten, abprügeln, zusammendreschen

Erdäpfelrösti, geröstete Kartoffelscheibchen

erdbeeren, Erdbeeren sammeln

Erdbeeristurm, Erdbeeren mit Milch und Hafermehl

erheit, erfunden, böswillig ausgesonnen, gewöhnlich in der Verbindung: erheit und erlogen

erhocket, 1. aus dem Gange gekommen, in Stillstand geraten; 2. eingewurzelt

erhusen, ersparen durch haushälterisches Achtgeben auf jeden Vorteil

erklagen, sich, 1. sich ernstlich beklagen; 2. sich satt klagen

erlaben, erfrischen

Erlaubnis, Konfirmation, Zulassung seitens des Pfarrers zum künftigen Gebrauch des heil. Abendmahls, davon

erlauben, konfirmieren

erleiden, 1. überdrüssig werden; 2. aushalten

ermannen, durch Heirat erwerben

ernäselen, ausschnüffeln, ausspintisieren

ernüchtern, hungrig und dadurch matt werden

erraggsen, erraxen, durch übertriebene Arbeit oder auch Habsucht Geld zusammenbringen

errinnen, aufkeimen, sprossen

Erscheinung, Erscheinen vor Gericht

erschießen, mit Schießen etwas gewinnen, z. B. an Schützenfesten

erschütten, 1. Ekel bekommen; 2. innerlich stark aufgeregt werden, schaudern; 3. sich sehr über etwas aufhalten, in heftigen Widerspruch geraten

ersorgen, besorgen, mit Bangigkeit erwarten

Erst, Ernst

ertäuben, erzürnen

ertaubet, heftig erzürnt

erwarten sein, einen, jemand erwarten

erwerchen, erarbeiten

erwilden, wild werden

erworgen, ersticken durch Würgen

erwörgen, einen erwürgen

exact, 1. genau; 2. es genau nehmend, Genauigkeit fordernd

exgüsi, um Verzeihung! ( excusez)

 

F

Faaggeli, 1. unordentlich gekleidete Weibsperson; 2. eine solche, die alles mit sich machen läßt

z'fade schlah, 1. vorläufig etwas niedernähen; 2. einfädeln, einleiten, vorbereiten

fädmen, einfädeln, den Faden durch das Nadelöhr ziehen

fählen, ringen

falsch, zornig

Fantast, Spiegelfechterei, Wunderlichkeit, Einbildungen

Färech, Pferch

Fäschi, Bekleidung für ein Wickelkind. Davon

fäschen, das Kind einwickeln

Fasel, ein Wurf junger Schweine, dann auch ein Haufe kleiner Kinder

Fassi, Überzug zu einem größern Bettstück

Fatzenetli, das, 1. Fetzen, lumpicht Zeug, was bloß dem Scheine dient; 2. eine Weibsperson, die diesem Begriff entspricht

Fausterli, kleines Milchbrentchen, das in der Hand getragen wird

fechten, 1. sich um etwas bemühen, schnell arbeiten; 2. versuchen; 3. kämpfen

feckeln, flattern, eigentlich und bildlich. Von

Fecken, Flügel

fecken, prüfen, versuchen, auf die Probe stellen. Davon

Fecker, amtlicher Aufseher über Maß und Gewicht

Feger, Kämpe, Recke, Raufbold

Fegnest, der kein Sitzleder hat, unruhiger Geist

fehlbar, fehlberi, kränklich, dem es oft an der Gesundheit fehlt

feiß, fett, feist. Öppis Feißes, fettes Rindvieh

Feldspiegel, Fernrohr

Fellade, Fensterladen

fenstern, am Fenster Besuche abstatten (beim Kiltgang)

ferggen, 1. mit Anstrengung tragen, schleppen; 2. einen geschehenen Kauf um Liegenschaften gerichtlich ausfertigen; 3. durch Erteilung von Audienz die Leute abfertigen (z. B. ein Arzt)

Ferlimore, Mutterschwein

ferm, 1. tüchtig; 2. fest, standhaft, ohne Blatt vor dem Mund ( ferme)

Figge und Mühle haben, 1. gewonnen Spiel haben im Mühlenspiel; 2. zwischen zwei oder mehreren angenehmen Dingen die Auswahl haben

Figgestiel, der, eine wählerische, schwer zufriedenzustellende, an allem eine schwache Seite entdeckende Weibsperson

Finger aufhaben müssen, die, zu einer Eidesleistung genötigt werden

Fingerbeeri, das, Fingerspitze

fingerlen, öfter betasten, zuweilen in dem Maß, daß die Fingereindrücke sichtbar sind, z. B. bei Zwetschgen, denen dadurch der blaue Hauch abgewischt wird; bildlich auch vom weiblichen Geschlechte: sich fingerlen lassen

Finken, Socken, auch Tücher unter den Strümpfen getragen

finstrer Mond, Neumond

Firn, 1. der nie schmelzende Schnee der Hochalpen; 2. die Schneekuppen

Fischete, Fischfang, Fischzug, auch bildlich

fislen, mit irgend einer kleinern Handarbeit sich eifrig beschäftigen, ohne daß dabei etwas herauskommt

fitzen, Kinder mit der Rute züchtigen

Flachsere, Leinpflanzung

fläderen, flattern, fliegen; auch bildlich: es flädern lassen, viel Geld vertun

flädern, plaudern (derselbe Wortstamm)

Fläre, derbe Maulschelle mit der vollen Hand

flätig, flink, rasch, hurtig

flattieren, schmeicheln

Flattirigi, Kunst oder Gewohnheit zu schmeicheln

Flegel stellen, den, 1. auf dem Kopf stehen; 2. durch Aufstehen oder Handaufheben seine Stimme abgeben, ohne sich zuvor an der Diskussion beteiligt zu haben

Fleglete, die Mahlzeit bei Beendigung des Dreschens

Fleischtage, die Tage in der Woche, an denen Fleisch auf den Tisch kommt

flemmen, im Examen durchfallen lassen, dann überhaupt jemand hintansetzen; davon Flemmete, Durchfall

fleßig, flußfiebrig, den Schnupfen habend

fletternaß, so naß, daß kein Flitter trocken bleibt, pudelnaß

Fleuge, Fliege

flismen, flüstern

flohnen, Flöhe fangen

flotschig, kotig, naß (vom Wetter oder Weg)

fluchen, einen Eid leisten

Fluh, Felsen

flüssig, eiternden Hautausschlägen unterworfen

föh, von fangen

Föhn, Flühluft, heißer Südwind, der im Frühling Blätter und Blüten versengt, der äußerste Ausläufer des Scirocco oder ihm wenigstens verwandt

förmen, eine Form geben

Forne, Forelle

per Forscht, mit Gewalt, ohne Widerrede, par force

fortbräuken, 1. die ungesunden Gerüche in einem Zimmer durch Räuchern vertreiben; 2. verjagen, vertreiben, meist durch beißende Reden

Fösel, ein leiblich und geistig unbedeutender, schwacher Mann

Fötzel, Taugenichts, Schlingel. G'fötzelt, 1. unordentlich, zerlumpt; 2. mit Fransen versehen

Fötzel, 1. zerfetztes Kleidungsstück; 2. in zerfetzten Kleidern herumlaufender Mensch; 3. Lump

foutieren, futieren, (fr. foutre) sich nicht kümmern um etwas

Fragen, Fragenbuch, Heidelberger Katechismus

frein, gut, wohlmeinend, gutherzig, friedliebend, harmlos

Freundlichkeit, außergerichtlicher Aussöhnungsversuch

fromm, treu, gutgeartet (Kinder, Dienstboten, größere Haustiere)

fry, 1. wirklich, wahrlich; 2. recht

fry chuel, recht kühl, kalt

Füdle, Hintern, Arsch

Fuge, 1. Possen, Schwanke; 2. geringerer Grad von Bosheit (von fougue)

Fuhre, Fure, Ackerfurche. Fuhreplätz, Acker, auf dem der Pflug Furchen gezogen hat

fuhren, 1. das Vieh füttern; 2. übermäßig sättigen

ful, 1. faul, träge; 2. untauglich, nichtsnutzig; 3. listig, verschlagen

Füli, auf alle, 1. mit aller List; 2. hartnäckig aufs äußerste; 3. alle Möglichkeiten ins Auge fassend

Fülli, 1. Füllen; 2. ungehobelter, leicht das rechte Maß überschreitender, in Wort und Tat übermütiger Mensch

fung, (daß er) finde, fungist, finden würdest

funggen, zerknittern, anfunggen, unordentlich ankleiden

für, 1. vorbei; 2. übrigbleibend

für haben, übrig haben, mehr als genug besitzen

für machen, ersparen

Fürabe, Feierabend

Fürblatte, Feuerherd

Fürblattehuhn, Aschenbrödel

fürcho, 1. vorkommen, scheinen; 2. zuvorkommen; 3. überstehen; nicht zu Grunde gehen in einer Not, nicht sterben, aller Erwartung zum Trotz

füre, hervor

fürecho, hervorkommen

füre machen, 1. hervorkehren, herausholen; 2. bezahlen

füre müssen, bekannt werden, ans Licht treten

Fure, Furche. De muß e Fure gah, 1. dann muß ein merklicher, entscheidender Schritt geschehen, alles angewendet werden; 2. dann muß es eine großartige Lustbarkeit geben

Fürfuß, der untere Teil des Strumpfs

Fürg'schauer, Gemeindebeamter zur Beaufsichtigung der Feuerstätten

Fürg'stütz, weit vorstehende weibliche Brust

fürig, überflüssig

fürige Ma, Irrwisch, zum Irrwisch verdammte Seele eines Abgestorbenen

fürnäh, unternehmen

fürsi, vorwärts

fürtaub, schrecklich erzürnt, in lichterloh entbranntem Zorn

Fürtuch, Schürze

Fürtüfel, Pulverschwärmer

Fuß, der vierte Teil der Berechtigung, ein Stück Hornvieh den Sommer über auf einer Alp weiden zu lassen; die ganze Berechtigung heißt ein Küh- oder Bergrecht

Fußete, Fußende am Bett

Fußsack, Spritzleder an einem Fuhrwerk

futsch, verloren, von dem französischen foutu, dem Teufel zu

Futtergang, der zum Aufbewahren und Anrüsten des täglichen Bedarfs von Futter für das Vieh bestimmte Raum zwischen Tenne und Stall

Fygebitzli, feines Dämchen, eine Frau, die nichts recht angreifen mag, was irgend Mühe kostet

Fyrtig, katholischer Feiertag (solothurnischer Ausdruck)

 

G

Ga, gen, hin, nach

, geben, gegeben

gaagen, 1. quaken (Krähen, Elstern); 2. stottern

gäb, gäb wie, 1. obgleich; 2. ehe, bevor

Gäbeli machen, ausspotten (mit zwei Fingern wie Gabeln)

gabeln, wohin, wohin gehen mit Bewegung des ganzen Körpers (von langen, schlanken Leuten)

Gablete, eine Gabel voll

Gaden, Kammer

z'Gäggelswerden, über Gewohnheit lustig, aufgeräumt, munter werden

gagglen, gackern

gäh, jäh, schnell, rasch

gah, gehen

galaffen, gaffen, mit offenem Munde dastehen

Gali, ein unbedachtsamer, unüberlegt in den Tag hineinlebender Mensch, gutmütiger Trottel

gällen, bejahen, recht geben. Meist nur in den Formen: gäll, gället, nicht wahr? gelt!

Gallerich, Gallerte

galpen, das freundliche Gaukeln junger Hunde; liebreich schäkern

gampel, das Gaukeln junger Tiere, Kälber, Hunde, Katzen

gang, gehe!

gängig, 1. leicht gehend, aufgelegt zu gehen (Gegensatz zu g'stabelig); 2. leicht Absatz findend

ganz werden, verschwimmen (der Anfang der Ohnmacht, wo man die Dinge nicht mehr mit scharfen Umrissen sieht)

Garbenknebel, das Stück Holz, womit die Korngarben zusammengedreht und gebunden werden

Gastig, Gesamtheit der Gäste in einem Wirtshause

gatteren, auseinander, auseinanderklaffen, zerfallen

Gattig, Gattung, Art

gattigen, 1. einer Sache einen guten Anstrich geben; 2. eine Sache ins reine bringen, bewältigen

gattlig, artig, wohlgestaltet, nett

gaumen, das Haus oder die Kinder hüten oder besorgen

Gäxnase, Gelbschnabel, vorlautes Ding (nur von Mädchen gebraucht)

Geäke, unbedeutende Zänkerei

geben, es gibt ihn, er fällt in die Schlinge

Gebse, Gepse, niedriger Zuber zum Aufbewahren der Milch

Gebur, Bur, Bauer

Gefährde, Gefahr

Geficht, Geflügel

gehen, nichts daraus gehen lassen, eine Ausrede nicht gelten lassen

geistlich, 1. andächtig, mit erbaulicher Lektüre beschäftigt; 2. frömmelnd

gelblächt, gelblich

Gelter, Gläubiger

geltstagen, Konkurs machen

geng, immer

Genterli, kleiner Schrank im innern Wohnzimmer, in welchem Kostbarkeiten und wichtige Papiere aufbewahrt werden

Gepülver, Schmähreden, Zornausbrüche

gern, leicht

gesprägelt, gesprenkelt, mehrfarbig

Getätsch, Geschwätz, Schwätzerei

Getere, Kamaschen

Geuggel, 1. eitel; 2. ein Verblendeter, Kurzsichtiger

geußen, vor Schmerz aufschreien, winseln

g'fahren mögen, mit etwas zu Ende kommen, es durchzuführen imstande sein. Nicht g'fahren mögen, eine Sache nicht zu Ende bringen, steckenbleiben

G'fell, Glück

G'ferg, Fuhrwerk

G'flauder, flatterhaftes, leichtes, nicht dauerhaftes Zeug; 2. was fest anliegen sollte und es nicht tut, z. B. die abstehenden Blätter des Weißkohls

g'fleischet, wohlbeleibt

G'fräß, 1. Gesicht (grober Ausdruck); 2. ordnungslos zusammenliegende wertlose Gegenstände, Auskehricht

g'fußet, 1. (gut, schlecht) zu Fuße; 2. gerüstet, gewappnet, mit solider Stütze versehen

g'ha, sich, sich beklagen, jammern

G'hältli, 1. Ort, wo etwas aufbewahrt wird; 2. kleiner Versteck

g'hebt, erzwungen. Er will's g'hebt ha, er will's erzwingen

G'heie, das, Lärm, Aufsehen. Von g'heie, 1. fallen, stürzen; 2. werfen; 3. bekümmern; 4. sich entfernen (im Zorn gebrauchter grober Ausdruck

g'hogerig, 1. höckerig, uneben; 2. hüglig

G'hüder, Auskehricht

G'hürsch, verwickeltes Ding, eigentlich und bildlich (Faden, Rede)

g'hüslet, gewebt

G'husme, Mietsmann, Hausmann

G'jäg, die in voller Jagd begriffene Meute

giblet, gestorben (grober, verächtlicher Ausdruck)

Giecht, Eiterung, Entzündung. D's Giecht chunnt dry, die Wunde wird gefährlich (auch bildlich)

giftlen, giftige, böswillige Worte in die Rede mischen

Giftlöffeli, ein Weib, das aus angewöhnter Verbitterung giftlet

Gilbricht, Gelbfink, Emberiza citrinella L.

Girizi, Kibitz, Fringilla vanellus L.

Girizimoos, das im Volkswitz den alten Jungfern dereinst zuteil werdende Paradies, bevölkert mit Katzen, Schoßhunden, Klatschweibern, Kaffeevisiten u. dgl.

gisch, gist, (du) gibst; git, (er) gibt

Gitzi, Zicklein

Gitzinest, abgelegener rauher Ort, hergenommen von den Ziegen, die im Sommer auf den rauhesten Bergen geweidet werden

Gix, schriller Laut, gixen, zischen, quietschen

G'läck, kleines Futter für die Kühe, Rüben, Möhren, Runkeln usw., besonders Kleie und Salz

Gläis, Niklaus

Glanz, glänzender Himmel zur Nachtzeit, gefürchtet wegen des oft dabei eintretenden Frostes

Glare, Glotzaugen, stiere Augen, selten Augen schlechthin, davon

glaren, gleißen, grell in die Augen scheinen

glarig, von grellen, schreienden Farben

gläsig, gläsern

Glätteisen, Bügeleisen

Glauben der, das apostolische Glaubensbekenntnis

G'lauenet, s. Lauene: Lawine

G'läus, Geleise, im G'läus ebha, dafür sorgen, daß die Sache nicht gar zu schief gehe

G'legeheit, 1. Sachlage; 2. Beschaffenheit einer Liegenschaft; 3. die Liegenschaft selbst

Gleich, Gelenk, kei Gleich machen, kein Glied rühren oder biegen

gleitig, flink, rasch, hurtig

Gloschli, Unterrock

Gluggere, Brüthenne

Glungge, tiefere Pfütze, Lache, Tümpel, Weiher

gluntschen, das Klatschen beim Falle eines festen Körpers ins Wasser (Gegensatz: platschen)

g'lustig, lüstern

gly, bald, nächstens (eine spätere Zeit andeutend als »gleich«, von dem es abstammt)

g'mein, herablassend, leutselig, umgänglich

g'meinen, 1. gemeinschaftlich besitzen, genießen; 2. mithalten

G'meinsmanne, Vorgesetzte der Gemeinde

g'mühen, 1. bemühen, es bemüht mich; 2. sich für etwas anstrengen, die Mühe nicht scheuen

g'nagen, benagen

g'namt, verabredet, besonders ein zu einer Zusammenkunft vorausbestimmter Ort. Es G'namts, eine genannte, festgesetzte Zahl

gnappen, 1. wanken, wackeln; 2. hinken. Davon Gnäppeler, aus Alter unsicher einhergehender Mann

gnepfen, 1. schwanken, wackeln (von gnappe); 2. schwerfällig oder affektiert gehen. Davon Gnepfi, kritischer Augenblick, etwa vor dem Bankrott

gnietig, üble Laune und Ermüdung infolge zu schwer auf die Probe gestellter Geduld 1. empfindend; 2. verursachend; ich bin gnietig, und: ein gnietiger Mensch

Gnippe, großes, halbmondförmiges Hackmesser mit zwei Griffen

G'nist, Mischmasch ordnungslos durcheinander gewürfelter Gegenstände

g'nüger, beschwerlicher

Gnürzi, einer, der meint, er müsse sich abarbeiten und alles abdarben, um durch die Welt zu kommen, ohne es doch in der Tat nötig zu haben, Knauser, Batzenklemmer

goh, ih, ich gehe

Göhl, einfältiger Mensch, Tropf, Narr, Geck

Gohn, an einem langen Stiel befestigter hölzerner Eimer zum Schöpfen von Wasser, Jauche u. dgl.

Göller, das, samtene, vorn mit Korallen, Gold und Silber gestickte Halsbekleidung der Bauernweiber im Kanton Bern

Göllerketteli, silberne, mit Haften von gleichem Metall an das Göller befestigte Ketten

Gottel, so Gott will

Götti, Gotte, Pate, Patin

Götti, Gotteli, Patenkind (Knabe, Mädchen)

Götterti: Patenkinder

Gottesträppeler, Frömmler, Pietist

Gottwilche, willkommen in Gott!

graaggen, kriechen, krabbeln

Gräbd, Leichenmahl

Gräbel, 1. unordentlich herumliegende oder übereinander geworfene Holzstücke; 2. das Geräusch beim Herunterfallen vieler derartigen Dinge

Graben, Talschlucht

gragglych, 1. gleichgültig (gerade gleich); 2. nicht unangenehm, nicht zuwider

Grämpler, Trödler, Höcker (von kramen)

gramseln, 1. krabbeln (Insekten, kleine Mollusken); 2. in allen Gliedern prickeln

Granggelbei, 1. knorpeliger Knochen; 2. magere Person

grännen, 1. weinen, greinen; 2. sauer aussehen; 3. schadenfrohe Gesichter schneiden. Davon Grännete, Volksbelustigung, wobei einer den andern durch Gesichtsverzerrung zu überbieten sucht

Gränni, m., Granne, w., unfreundliche, sauer aussehende, ein schiefes Gesicht ziehende Person

Grasanken, aus Grasmilch zubereitete Butter, Sommerbutter

gräubäsig, zweideutig, anrüchig

Grauech, eine Apfelsorte

gräuelig, schimmlicht schmeckend oder riechend

grauene Sach, eine Rede oder Tat, deren man später reuig wird. Sich graue sy, reuig sein

z'g'rechtem, 1. regelrecht, in der Ordnung; 2. ernstlich

G'reis, Gang, Geleise, Ordnung (von reisen, in Gang bringen)

g'reiset, geordnet (von Kühen, vgl. »Käserei« S. 291)

G'resinier, das, das Räsonieren, Schmähen, Widerreden

G' richtsäß, Beisitzer am Untergericht

Grieggel, 1. verkümmertes, verwachsenes Obst, Baum, Pflanze; 2. schmächtiger, schwächlicher, verwachsener Mensch

Gring, Grind, Kopf

Grisp, n., der Rist am Fuß

Gritti, ein aus Altersschwäche oder einer andern Ursache mit auseinandergestellten Beinen einhergehender Mann

grobane, 1. gerade hin; 2. oberflächlich

grobänisch, 1. ungenau; 2. bäurisch, altväterisch

groblecht, grob, gröblich, ungeschlacht

Gröggel, schwächlicher, elend aussehender, meist kleiner Mensch (verwandt und oft verwechselt mit Grieggel)

gruchsen, 1. nicht recht hörbare wehliche Töne ausstoßen, stöhnen; 2. über seine schlechte Gesundheit sich öfter beklagen, um nicht unbeachtet zu leiden

G'rümpel, Plunder, Hausrat, bildlich: irdische, vergängliche Güter

gruppen, kauern

grusam, außerordentlich, über die Maßen

Grüsel, 1. grausige Gestalt; 2. abscheulicher Mensch, Unmensch

G'rust, Prunk in Kleidern, zum Gebrauch zurechtgelegter Putz

gryßlig, 1. greulich; 2. hart (solothurn. Ausdruck für grüslig)

G'säß, der Sitzteil des Körpers

G'satz, Vers

g'satzlich, gemessen, gravitätisch in Gang und Rede

G'sau, n., 1. Unreinlichkeit, unreinlich gemachte Arbeit; 2. Unordnung

g'schänden, 1. unnütz verbrauchen; 2. verderben und zu Schanden gehen lassen

G'schaui, Brautschau

G'schell, Schellengeläute

G'schirr, n., 1. Topf, Napf; 2. grober Ausdruck für den Hinterteil des Körpers

G'schleipf, das, 1. mühseliges Ziehen oder Tragen; 2. anstößiger Liebeshandel mit einer liederlichen Person (stärker als Zaagg und Zöök)

G'schlüder, schales, unschmackhaftes Getränk

g'schmöcken, schmecken, behagen

g'schmuechten, 1. ohnmächtig werden; 2. den Kopf verlieren

g'schmuslet, etwas beschmutzt, nicht mehr ganz rein

g'schweiggen, zum Schweigen bringen

g'si, gewesen

g'sotten und braten irgendwo sein, viel und oft bei jemand einsprechen, gleichsam das tägliche Brot sein

G'spane, Gefährte, wo nur zwei Personen sind

g'späßig, sonderbar, auffallend

g'spräch, redselig, gesprächig

G'spünst, Spinnstoff, gehechelter Hanf oder Lein

g'stabelig, steif, ungelenk. Von G'stabi, steifer, unbeholfener Mann

g'staket, gedrängt voll

G'stauch, Gestank

g'stieng, würde ausstehen

g'stocket, vollgepfropft

G'stüdel, 1. hohes, altes, wackliges Gestell; 2. Rumpelkammergegenstand; 3. zu schnell aufgewachsener, hagerer Mensch oder Tier

G'stümpel, 1. kurze, zerzauste Holzreiser; 2. oft unterbrochene Arbeit

G'stürchel, Getümmel, Gewühl

G'stürm, Zorn, Eigensinn

G'süchti, n., Gliedersucht, rheumatische Schmerzen

Gufe, Stecknadel

Gugag, m., 1. einer, der Glotzaugen macht; 2. Gelbschnabel, unbesonnener Schwätzer, dummer Junge (vom männlichen Geschlecht, wie Gäxnase vom weiblichen)

Gugelfug, Neckereien, laute, Lärm verursachende Späße, Unfug. Von gugle, laute Späße treiben, schäkern, wiehernd lachen

Güggel, Haushahn

güggelhaft, 1. anspringend wie ein Hahn, aufbrausend; 2. ausgelassen, überlustig

Guggeli, 1. Loch in einer Wand, um etwas Kleines hinzustellen; 2. Versteck

guggen, sehen Untere guggen, tief in die Augen sehen. Verkleinerungsform: güggele

Gugger, Kuckuck

Gügi, n., 1. Grille; 2. Lust, Begier

Gülten, Gülti, Pfandbriefe, Gültbriefe, Zinsschriften

Gumi, Mz. Gumene, Gumeni, Kommis, Geschäftsreisender

gumpen, hüpfen. Davon Gumpi, Springinsfeld

Gunträri, d's, im Gegenteil ( au contraire)

Gurli, das, Hure

Gurnigel, Kurort, sechs Stunden von Bern entfernt

gürten, herumspringen (von Kindern)

Gurts, eis, in einem Lauf, auf einen Schlag

Güschigut, n., Plunder, Flittergold, nur scheinbar wertvolle Dinge oder Personen, mit dem Nebenbegriff des Zweideutigen

Gusel, 1. Eifer, Hitze; 2. oft: blinder Eifer

guseln, aufrühren, aufstören, leicht stechen

Gusi, Naturlaut und Lockruf für das Schwein, wie Muh für Kuh, Bäh für Schaf

gust, längere Zeit ungemolken, vor dem Kalben

Gusti, junges Rind, Mehrzahl Gusteni

gutdings, 1,. gutwillig; 2. nachdrücklich

guten, gut, besser werden

Güterbub, Gütermeitschi, ein einem Bauernhof zur Erziehung zugefallenes armes Kind

Gutjahr, Neujahr, Neujahrsgeschenk

Guttere, Flasche

Gütterli, Arzneifläschchen

Guttuch, ganz wollnes Zeug; ins Guttuch gehen, viel kosten; ins Guttuch fahren, unbesonnen dreinfahren

Gux, dumpfer, mühsam hervorgebrachter Laut

g'vätterlen, 1. sich mit Spielzeug die Zeit verkürzen (von Kindern); 2. sich mit leichter Arbeit beschäftigen (Stricken u. dergl.), was auf dem Lande noch vielfach für bloße Spielerei träger Weiber angesehen wird; 3. die Zeit vertändeln

G'wächs, Getreide

g'wadet, mit tüchtigen Waden versehen

g'wanen, gewöhnen

g'winnen, pflücken, einsammeln, Kirschen, Erdbeeren und andere kleine Früchte

g'wirben, rührig sein, etwas eifrig betreiben. Davon g'wirbig, tätig, anstellig, emsig im Erwerben

G'wunder, Neugier

Gybe, Mutterziege, dann Ziege überhaupt; auch Lockruf für Ziegen

gygampfen, schaukeln, wippen

Gygampfi, die Schaukel

Gyt, Geiz

Gythung, Gyzgnäpper, Geizhals, Filz

gyt auf, 1. quitt; 2. allsogleich (selten in dieser Bedeutung)

 

H

Häägge, durch überflüssige Schnörkel unleserlich gemachte Buchstaben

haaren, an den Haaren zausen

Habch, Habicht, Hühnerweihe, Falco butio L.

haben, halten, haben, heben

haben, auf einem viel, wenig, einen hoch, gering achten; einen mit einem oder einer haben, einen Tanz tanzen

haben, vom Sauerteig durchdrungen werden und aufgehen (Brot)

Habersack, Tornister

Häftlimacher, 1. Verfertiger von kleinen Schnallen und Häklein, ein armseliges, verachtetes Gewerbe; 2. Hausierer, Vagabund, gering geachteter Mensch

Häftlimöntsch, aufbegehrisches, trotziges Weib

Hag, Mehrzahl Häg, Hecke. Vore Hag use kommen, wursten, aushausen, vergeltstagen

Hagen, Hagi, Zuchtochse. Davon

Hagel, Grobian (Jan-Hagel)

Haghuri, eine übel aussehende, vor den Blicken anderer sich hinter Zäune duckende Weibsperson

Hagringe, aus Weidenruten gedrehte Ringe zum Befestigen der Latten an Weidezäunen

halbbatzig, schlecht, wertlos, nicht dauerhaft

Halbi, Halbmaß Wein

Halblein, das gewöhnliche Tuch der Winterkleider bernischer Bauern, zur Hälfte aus Wolle, zur Hälfte aus Leinen bestehend, meist gelblich von Farbe

halbreisten, halbleinen, halbhänfen

halbwitzig, 1. einfältig, geistesschwach; 2. halbverrückt

halftern, mit einer Halfter festbinden

Hälsig, kurzer Strick

Halszäpfli, Adamsapfel, Kehlkopf

Hamme, Schinken (engl. ham)

Hampfele, Handvoll

Hand ob sich sehen, merken, daß ein Stärkerer über einen gekommen ist

Handel, aller, alles, was zu erlangen ist. Seine Händel haben, seine Spaße zum Besten geben, guter Dinge sein

handlich, 1. groß, tüchtig, grob, starr (eigentlich: was die Hand anfüllt); 2. was viel zu tun gibt, viel Pflege erfordert (z. B. kränkliche oder ungebärdige Kinder)

Händsche, Handschuh

Handzwechele, Handtuch

Häpeli, schmächtige, schwächliche Weibsperson oder Kind

Harnischplätz, aus kleinen eisernen Ringen zusammengesetztes Küchengerät zum Reinigen der Pfannen usw.

harzen, Mühe, Arbeit kosten

hässelen, neidisch, zornig, übellaunig reden oder antworten

hässig, schlechtgelaunt, zornig

Hässigi, böse Laune, Keifsucht

Hauderidau, leichtsinniger, in den Tag hineinlebender Mensch, der sich seine gute Laune durch nichts trüben läßt

Haupt, Stück Rindvieh

haupthellige, aus voller Kehle

haupttändisch, ausgezeichnet

haushasten, hastig und mit unüberlegtem Eifer das Hauswesen besorgen

hausieren, hantieren, sich zu schaffen machen

Hausräuchi, Einweihung eines neugebauten Hauses durch einen Schmaus

Haußet, Hanfsamen

Hausverbrauch, die zur Bestreitung der Haushaltung erforderliche Menge Lebensmittel und Geld

Hebi, Sauerteig

hebig, heblich, haltbar, fest (von heben)

hei, von ha: haben

heig, (daß er) habe

heilig, gnädig, in den zwei Verbindungen: es ist ihm heilig ergangen: er ist mit wenig mehr als dem Schreck davongekommen; seine Heiligen erhalten: tüchtig geprügelt werden

Heimat, Heimwesen, Anwesen, Liegenschaft im eigenen Besitz

Heiterloch, kleine Öffnung, um Luft oder Licht in ein finsteres Gelaß (Keller, Hausraum unter dem Dach u. dgl.) zu bringen

Heiti, Heidelbeeren

Helblig, der Länge nach in zwei gleiche Stücke gesägte Tanne

helfen, raten, vorschlagen

Helge, Bild, Zeichnung: ursprünglich Heiligenbild

Heli, der Raum über der Feuerstätte einer Küche, die keinen Rauchfang hat

Helig, heilige Zeit, kirchliche Festzeit

helken, necken, hänseln, zum Besten halten

hell auf sein, gesund, wohlgemut sein

hell nüt, durchaus nichts

Hemmlistock, das ganze Hemd außer Ärmel und Kragen

Herd, Erdreich, Boden; Verbot, ab seinem Herd zu gehen: Eingrenzung auf seinen eigenen Grund und Boden

herden, sich mit Erdarbeiten beschäftigen. Davon

herdelen (von Kindern) in ähnlicher Weise spielen

Herdknecht, in einem größern Bauernwesen derjenige Knecht, der vorzüglich auf den Ackern beschäftigt wird (die unterste Stufe unter den männlichen Dienstboten, im Unterschied von Melker, Karrer usw.)

Herr, Pfarrer. Zum Herrn gehen, den Konfirmationsunterricht besuchen. Vom Herrn kommen, konfirmiert werden

d's Herrgotts sein, nur in der Redensart bis mer nit d's Herrgotts: tu mir das nicht zuleide, sonst wirst du es zu büßen haben

Herregäägger, Herrevogel, Häher, Corvus glandarius L.

herrschelig, in Kleidung oder Benehmen einem Stadtbewohner ähnlich

herumfirmen, herumtasten, schnuppern, erforschen

herumtrohlen, herumtreiben

Herzkäfer, Liebling

Heubeeri, Heidelbeere, Vaccinium myrtillus L.

Heublümt, die auf dem Heustock abfallenden Blüten des Grases

heuschen, betteln

Heuschleute, Gewohnheitsbettler

Heustüffel, Heuschrecke

hieß, heiß

Himmelsgüegli, Sonnenkäfer, Coccinella septempunctata L.

hinderetun, verhaften, hinter Schloß und Riegel setzen

z'Hinderfür, verkehrt, das Hintere vorn, das Letzte zuerst

z'Hinderfür im Kopf, geisteskrank, wahnsinnig in nicht hohem Grade

hinecht, heute Nacht (in der vergangenen oder kommenden)

hineinflismen, hineinschwatzen, einen unvermerkt zu etwas bringen; einflüstern, durch falsche Vorspieglungen zu törichten Handlungen veranlassen

hineintrappen, in eine Schlinge geraten

hingerache, hinten herunter, abwärts

hingere, zurück

hingertsi, rückwärts

hinten abnehmen, den kürzern ziehen, einlenken müssen

hintenume, hintenherum, hinterrücks

Hinterlig bleiben, im, im Rückstand

Hinterlig kommen, in, in seinen Geschäften rückwärtskommen

Hinternklopfer, Rockschoß eines bäurischen Frackes

Hintersäß, Einsasse

hintersetzt sein, gut bei Gelde sein, in der Wolle sitzen, Garantie bieten für alles, was kommen mag

hintersinnen, sich, vor lauter Nachsinnen den Verstand verlieren

Hirni, Gehirn

Hirz, Hirsch

Höck, kleiner, schwächlicher, unbeholfener Mensch

hocken lassen, bleibenlassen, unterlassen

Höcklein, Häufchen

Hoger, Höcker

Hoggisboggis, drunter und drüber, bunt durcheinander

Hohle, Hohlweg, Senkung

höhn, böse, übellaunig, zornig

Hohwacht, weithin sichtbare Punkte auf höhern Hügeln, auf denen früher in Kriegszeiten Wachtposten standen

Holderdoggel, 1. Holundermännchen, ein Kinderspielzeug; 2. ein schwacher, keinen Widerstand leistender Mann

holzböckisch, steif und ungelenk wie ein Sägebock

Holzböden, Holzschuhe oder schwere Lederschuhe mit zolldicken Holzsohlen

hoppen, auf nur einem Fuße gehen

höpperlen, 1. schwankend gehen; 2. im Gehen hüpfen

hören, aufhören, ein Ende machen

hoschen, anklopfen, um Einlaß zu begehren

Höseler, Feigling, einer, der gleichsam Höslein statt Hosen anhat, also kindisch-furchtsam ist

Hosen, das Stadium im Wachsen des Getreides, wo die Ähren eben aus den Scheiden treten wollen

Hotsch, eine in Kleidung und Führung des Hauswesens nachlässige Weibsperson

hötscheln, unsicher gehen, nachlässig sein (Verkleinerungsform von hatschen)

hotten, gehen machen (eigentl. von Pferden), fortgehen

hozlen, auf und nieder schütteln, hart schaukeln

Hub, Vertiefung in der Erde

Hübschi, Schönheit

hübschli, 1. leise, sachte; 2. allgemach

Hudel, 1. Lappen; 2. Lump, liederlicher Mensch

hudeln, 1. zausen, einen immerfort ausschelten; 2. in liederlichem Leben Geld vertun, besonders im Wirtshaus

Hüfen, Mehrzahl von Hufen: Haufen

Hühnerdarm, Pflanzenname, anagallis arvensis

hulf, von helfen, raten, vorschlagen

Hulli, die Höhlung in der Mitte eines unordentlich gemachten Bettes

Hültsche, Hülse, Schale

hündligürten, knausern

Hündligürter, Knauser

hundshäärig, knauserig, namentlich bei Kauf und Verkauf und in Behandlung der Dienstboten

Hung (mit stummem g), Hund, beschimpfend oder bedauernd von Menschen gebraucht, z. B. Freßhung, Faulhung, arme Hung. Davon hungs, ungewöhnlich, sehr, z. B. hungsbös, hungsgroß

Hung (mit hörbarem g), Honig

Hunghäfeli, Honigtopf, eigentlich und bildlich

Hungstock, Bienenkorb

Hüntschi, Hühnchen, Küchlein

Hupf, von hüpfen (das selber nicht vorkommt), wie Sprung von springen

Huppersand, Glasurerde

Huppi, aufgerichtete Haare oder Federn, besonders auf dem Kopfe einiger Vögel

hür, Heuer, dieses Jahr

Hureni, Mz. von Huri, 1. Nachteule, Gespenst; 2. unordentliche, häßliche Person

Hurlibus, einer der stets fröhlicher, spaßhafter Laune ist

Hürlig, junger Barsch vom laufenden Jahre

hürmehi, heutzutage

hurnigeln, durcheinander regnen, schneien, rieseln, winden; Hornungwetter machen

Hurnuß, Hornisse; davon das Hurnussen, ein Jünglingsspiel

hurschen, hürschen, verwirren, untereinanderwerfen

Hurt, Hurd, Lager zur Aufbewahrung des Obstes, Horde

huschen, mit der Faust beohrfeigen

husen, 1. haushalten; 2. sparen

Hüsli, aus dem Hüsli bringen, kommen, aus der Gemütsruhe aufstören, sie verlieren

huslich, haushälterisch, sparsam

Hustage, Frühling

hustäglich, ustäglich, 1. frühlingsartig; 2. im Frühling stattfindend

hüft, hott fahren, links, rechts fahren

hüstern, 1. mit Zuruf, Poltern und Peitschen die Pferde antreiben; 2. irgendein Geschäft auf ähnliche Weise abtun. Verwandt mit folgendem

hustern, 1. unter Lärm seine Arbeit verrichten; 2. sich abarbeiten, auf den kleinsten Vorteil achten müssen

hütig, von heute, frisch, jung

Hutte, Tragkorb, der am Rücken angehängt wird

 

I

Jagen: merken, wo es düre jage, 1. merken, wo das Wild seinen gewohnten Weg nehme; 2. merken, was eine verblümte Redeweise sagen wolle, oder wie man es anzufangen habe, um die rechten Mittel anzuwenden, ans Ziel zu gelangen

Jaggi, Jakob

Järb, hölzerner runder Rahmen, um den eben gesottenen Käs zu formen

jäsen, gären

Jast, Eile, Hast, Überstürzung. Davon

Jasti, Jaste, hastige, alles übereilende Person

Jemer, Verdrehung von Jesus

ig, ich

Imiß, Imbiß, Mittagessen

Immi, Viertelmaß

innefert, inwendig

Jocheli, Ausruf des schmerzlichen Erstaunens

Joggi, 1. Jakob; 2. ungeschliffener Mensch

johlen, eine Melodie jauchzen

irren, 1. aus dem Geleise bringen; 2. unbequem, unangenehm sein

Irrtig, Irrtum, Mißverständnis

Jumpfere, Jungfrau, Dienstmagd

Jung ha, Junge zur Welt bringen (von Hunden, Katzen, Kaninchen usw.)

 

K

kaaren, karen, knurren, nörgeln

Kabis, Weißkohl, Kohlkopf, auch verächtlich: Kabisstier. Beim Kabis nehmen: beim Schopf ergreifen

Kacheler, Hausierer mit irdenem Geschirr. Von

Kachle, irdener Napf

Kacheli, kleiner Napf, Kaffeetasse

kädern, 1. schreien (von den Elstern gebraucht); 2. schreiend zanken, grollend schwatzen, neckend streiten. Davon

Käder, etwa: Streithansel

Käfer, Maikäfer, Scarabaeus melolontha L.

Kaffee, das, ein Essen, dessen Hauptbestandteil Kaffee ausmacht

Käfitier, Käfi, Kächli, Alpenkrähe

kaflen, 1. schmieren; 2. ohne Ordnung dreinfahren; 3. in irgend etwas ohne Sachkenntnis herumhantieren. Davon

Kafli, 1. der eine Sache unordentlich macht, z. B. Kinder beim Schreiben, Erwachsene bei einem Handwerk, Pfuscher; 2. der sich unberufen in etwas mischt

Kaib, Aas (meist als Schimpfwort gebraucht, solothurnisch für das bernische Keib)

kalberochtig, 1. wie ein Kalb; 2. von ungestümen, ungeschlachten Manieren

Kalbervögel, Gericht aus Kalbfleisch

Kalle, Challe, Glockenschwengel

Kammhaar, Mähne des Pferdes

Kannebirn, Birnensorte, frisch genossen würgt sie im Hals

Kantönler, Einwohner der drei Urkantone Uri, Schwyz und Unterwalden

Käpper, Verdrehung für Ketzer

Kär, Gekär, wiederholtes, unmutiges Herumreden, Bitten oder Murren (milder als Gekeife)

Karrer, der Knecht, der Roß und Wagen zu besorgen hat

Karsumpel, bunte Gesellschaft

Käs: einen Käs geben, aus einer Sache etwas werden

Kaselt, die beim Käsen das Scheiden der Milch bewirkende Substanz

käulen, kauen

kaum, schwierig, mühselig, kümmerlich

Käusi, Schleicher, boshafter Kauz, Schlaukopf

Kauz, struppiges, zerzaustes, ungekämmtes Haar

Kefel, Kiefer

Kefi, Kerker (ein Käfig)

Kegelries, Kegelbahn

Kehr, Umkehr, das Umgekehrte, Umweg, Reihenfolge. Davon kehrum, der Reihe nach

Kehrumtürli, Wendepunkt. Zum K. kommen, zur Besinnung kommen, von einer hartnäckig festgehaltenen Meinung zurückkommen

Kemi, Kamin, Rauchfang

kerniges Mehl, Mehl von Dinkel oder Spelz

kes, keines

Kestene, Kastanie

Ketzer, 1. Schimpfwort für Menschen und Dinge; 2. Rausch; 3. Schlag, Streich

Ketzis, Verdrehung für ketzers, mildere Bezeugung des Unwillens

Keyb, Keib, siehe Kaib

kieflen, zanken in Scherz und Ernst, keifen

kieren, chieren, quer hängen, fehlerhaft sein

Kilbi, 1. Kirchweihe; 2. jede übermäßig lärmende Lustbarkeit

Kilche, Kirche, Kirchgang

Kilcher, Kirchgänger

Kilcher und Märktlüt zelle's, jedermann spricht davon

Kilchmeyer, Verwalter des Kirchengutes

Kilt, nächtlicher Besuch der jungen Männer bei den Mädchen, vor allem solchen, die sie zu heiraten gedenken

Kindbetti, 1. Niederkunft; 2. Taufschmaus

Kirsisturm, Kirschbrei mit kleingewürfelten Brotstückchen

Kittel, 1. der weibliche Oberrock für den untern Teil des Körpers; 2. Bezeichnung für die weibliche Landestracht im allgemeinen

Klack, Spalte, Mehrzahl Kläcke und Klecke, Bezeichnung der Risse und Sprünge in der Hand, die von der Kälte erzeugt werden

kläffelen, 1. belfern (von kleinen Hunden); 2. ausplaudern, wiedersagen

Klapf, 1. Knall; 2. starke Ohrfeige

klapperen, schwatzen, klatschen

Klapperrose, Mohnblume

Kleb, Namen einer roten Kuh mit weißem Fleck auf der Stirn

Kleblaus, Blattlaus

klepfen, 1. knallen; 2. es klepft einen, er wird bankerott

Kloben, m., 1. ein starker, hölzerner oder eiserner Nagel; 2. ein zusammengedrehtes Stück umsponnenen Hanfs; 3. ein Neutaler, Krontaler

klöhnen, jammern, klagen, sich öfter über etwas beschweren, ohne sich darein schicken oder die Ursache davon überwinden zu können

Klöti, m., Klotz (von Menschen)

Klüngels, der Knäuel

Klupf, plötzlicher Schrecken. Davon

klüpfig, leicht zu erschrecken, leicht stutzig werdend

knautschen, 1. schmatzend essen (Obst u. dgl.); 2. zur Reinigung in Wasser eingedrücktes Zeug walken oder schlagen

Kneuäcke, Kniekehle

kniepen, 1. die Schuhe hinten heruntertreten; 2. beim Gehen mit eingeknickten Beinen gehen; 3. nicht vorwärtskommen im Gehen

knipsen, unbedeutende Gegenstände entwenden

Knopf, Knoten

Knöpfe, Hanf geringster Qualität, Hanfabgang

knorzen, eine leichte Fingerarbeit, Stricken u. dgl., statt mit Gewandtheit, mit Kraftaufwand verrichten

Knubel, 1. ein kleiner, nach allen Seiten schroff abfallender, etwas rauher, aber doch bebauter Hügel; 2. grober, roher Mensch. Bildlich: Stück, Masse

knüblen, stochern, zupfen

Knüder, 1. etwas verwachsener Mensch (von knüderig: knorrig); 2. Spottwort für Mann, ohne einen bestimmten beschimpfenden Nebenbegriff

Knupe, Eiterbeule, Beule, weicher Auswuchs am Körper

Köbi, 1. Jakob; 2. mildernder Ausdruck für Kerl: tüchtiger, witziger, schlauer, nichtsnutziger Köbi

Köch, Gemüse

Kochete: eine Kochete über haben, ein Gericht über dem Feuer haben; bildlich: einem etwas Unangenehmes bereiten

köhlen, im Garten Gemüse holen; an Hecken und Wegen Gras einsammeln

Kohli, schwarzes Tier, Pferd usw. Sprichwörtl.: Kohli walten lassen, gehen lassen, wie es geht. (Ein ähnliches Bild: Die Zügel schleifen lassen.)

Kolder, 1. Koller, aufbrausendes Wesen; 2. jähzorniger Mensch

Költsch, dunkelblau und weiß gewürfelter Kattun oder Leinzeug, in Bauernhäusern meist zu Bettvorhängen verwendet

kommen, es kommt ihm, es geht ihm ein Licht auf, er fängt an einzusehen. An etwas kommen, an etwas leicht anstoßen. An einen kommen, bei jemand Hilfe in der Not suchen, jemand um etwas Wichtiges ansprechen. Kommen mögen, mit einer Arbeit fertig werden, seinen Obliegenheiten nachkommen, mit etwas ausreichen

Kopfchieri, Querkopf, von chieren, kieren: fehlerhaft sein, quer hängen

köpfig, eigensinnig, widerspenstig

korben, 1. Körbe flechten; 2. aushecken, zusammenschmieden

Körblikraut, Scandix cerefolium

koslen, bei einer nassen Arbeit ohne Not sich beschmutzen

Kost: an obrigkeitliche Kost kommen, ins Zuchthaus kommen

köstlich, kostspielig, teuer (nie im schriftdeutschen Sinn)

kötzen, ein Geschäft, Waschen z. B. unreinlich abtun

kötzeren, Ekel empfinden, zum Erbrechen gereizt werden

kräbeln, kratzen, auch: schlecht schreiben. Davon

Kräbel, Mehrzahl Kräbleni, einer, der eine schlechte Schrift hat

krächelig, altersschwach, gebrechlich

Krachen, düstere Waldschlucht

Krälle, Korallen

kramen, 1. ein Geschenk machen; 2. etwas kaufen. Davon

Krämli, kleiner Kauf, Geschenk

kräscheln, rascheln, rauschen wie dürres Laub oder steife Gewänder. Davon

kräschlig, lebhaft, zu allem aufgelegt

Kratten, Krättli, kleinerer hoher Korb. Davon einem im Krättli sein, der Gewogenheit jemandes sicher sein; einen im Krättli haben, einer Person, namentlich eines Liebhabers, so sicher sein, daß man sich auf seine Kosten manches erlaubt

Krauch, die Kraft, Atem zu schöpfen oder eine leichte Bewegung zu machen. Keinen Krauch mehr tun können, nicht einmal mehr zu kriechen, viel weniger zu gehen imstande sein

krauen, kratzen, krabbeln. Davon

Kräuel, der, die Kralle

Krausimausi, Durcheinander, Gewäsche

Krautkuchen, Spinatkuchen

Kräze, Käfig

kräzen, 1. auf dem Rücke tragen; 2. etwas mühsam schleppen

Kräzete, 1. eine auf dem Rücken getragene Last von großem Umfang; 2. Zuträgerei

krebeln, kratzen

Kreblete, Kratzerei, Kratzwunden

Kribel, Geschreibsel

Kries, Tannadeln, niederes Gesträuch

Krieshufe, Haufen von Kries, Tannennadeln

Krös, Gekröse

Krot, Kröte, auf Kinder angewandt

Krügeli, 1. kleine Kugel; 2. kleine Fleischklöße

Krummen, Behälter im Keller

Krump, Krümmung

Krüpfe, Krippe

Krüpfedrücker, ein am stillen Koller leidendes Pferd, das stets seinen Kopf hoch in die Raufe oder in die Krippe steckt

Krüsch, Grüsch, Kleie. Davon

krüscheln, Geld im Überfluß herausnehmen, wie man will, auch: nach fremdem Geld greifen

Krüschler, ungetreuer Verwalter anvertrauter Gelder

krüseln, 1. kraus machen, werden; 2. unpersönlich: es wird mir wunderlich, übel

Kruselhaar, gekräuselte Haare, Lockenkopf

Kübel, hoher Zuber, meist mit nur einem Griff. Verkleinerungsform Kübli, über's Kübli lüpfen über den Löffel balbieren, wie ein Kind behandeln

kücheln, küchlen, backen

Kuchimutz, Aschenbrödel, verächtlicher Ausdruck für die Köchin oder eine andere sich viel in der Küche aufhaltende Person

Kuchipulver, Mischung von verschiedenen Gewürzen

Kuchischaft, Küchenspind

Küchli, dünne in Butter gebackene Kuchen

Kuder, Lein geringster Sorte, Abgang des Leins

Kuderbützi, 1. zusammengerolltes Stück ungesponnenen schlechten Leins; 2. struppig aussehende und dabei unansehnliche, kleine, dicke Weibsperson

Kudermannli, unansehnlicher Mann

küderlen, 1. schön tun, den Hof machen; 2. vorspiegeln; 3. kirre zu machen suchen

Kuh: von der tauben Kuh fressen, 1. verblendet sein; 2. durch Schaden klug werden, zur richtigen Einsicht kommen

kuhlen, kühl werden

kühn, groß, ungewohnt

Kümi, Kümmel, scherzh.: Geld; auch als Fluch: Teufel!

kummern, sich der Bekümmernis hingeben, ängstlich sorgen

Kunde, Kundius, Geselle, Kerl, Pfiffikus

künden, sich, 1. im Vorbeigehen einen besuchen; 2. von Toten, einem erscheinen oder anderswie seine Nähe zu erkennen geben

künds, bekannt

Küng, König

Küngeli, Kaninchen

Kunst, der Ofentritt des Zimmerofens, der durch das Kochen in der Küche erwärmt wird

kupen, schmollen, mürrisch sein

Kuppele, ordnungsloser Trupp

kurlig, sonderbar, auffallend, zum Lachen reizend

kurzi Zyti, Kurzweil

kusch machen, sich ducken (von couche), vom Hunde, bildlich auch von Menschen

Kust, Geschmack. Davon

küstig, schmackhaft

kuten, stark winden, sausen, brausen

Kutte, Oberkleid der Bauern

Kuttefecke, Rockschoß

Kutter, Tauber, männliche Taube. Davon

kuttern, girren, locken

Kuttle, Kaldaunen

Kuttlerugger, herber, saurer Wein, der gleichsam die Eingeweide ertönen macht, ein Spottname

Kyb, grollendes, zänkisches Wesen, verbissener Zorn

kybig, grollend, verdrossen

 

L

Lacot, Wein aus Lacôte in Waadt, Schweiz

lächerlich, aufgeräumt, heiter, lachlustig (sehr selten im schriftdeutschen Sinn, wofür eher kurlig)

Laden, langes Brett

Lädi, Pinsel, schwachsinniger Mensch

Lädi, Ladung, Last, Maß

lafern, plappern, ohne zu denken. Davon

Laferi, Plappermaul

Lalimeitschi, ein Mädchen, das in den Tag hinein lebt, seinen Vorteil nicht zu erhaschen, sich nicht zu helfen weiß

Lälle, der offne Mund mit herausgestreckter Zunge. Davon

Lällekönig, das alte jetzt beseitigte Wahrzeichen von Basel auf der Rheinbrücke, die hölzerne Bildsäule eines Königs, der bei jedem Stundenschlag die Junge herausstreckte

lampen, welken, schlaff herabhängen

Länder, Bewohner des Entlibuchs im Kanton Luzern

Landfaß, Weinfaß zum Transportieren, im Gegensatz zum Lägerfaß, das stets im Keller liegen bleibt und meist größeren Umfang hat

Landjäger, Gerichtsdiener, Polizist

Landschäftler, Bewohner des Kantons Baselland

Ländti, Landungsplatz

langen, längen, 1.reichen, darreichen; 2.länger werden

Längizyti, Langweile, Heimweh, Sehnsucht

längs Stück, eine geraume Weile

läntwylig, langweilig

Lappi, gutmütiger Mensch, der sich zu allem hergibt, Waschlappen

lärmidiren, lärmen, losziehen

Laschi, dummes, gedankenloses Weib

Lätsch, Masche beim Stricken; Schleife an Bändern, Halstüchern; Schlinge

Lätschmaul, schiefer, hängender Mund, infolge Naturanlage oder Unzufriedenheit

lätz, 1.unrichtig, unwahr, verkehrt; 2. nachteilig. Lätze Seite, Rückseite, Kehrseite. Lätzer Hals, Luftröhre. Oppis Lätzes machen, einen Selbstmord begehen. (Stammwort von »verletzen«.)

Lauene, Lawine. Es lauenet, Lawinen stürzen. G'lauenet werden, unter einer Lawine umkommen

Läufterchen, Läufterli, Schiebfensterchen

Lauser, 1. Kamm mit nahe beisammenstehenden Zähnen; 2. ein Kind, das Possen im Kopfe hat

lay, daß er lasse (Möglichkeitsform von la)

Lebhag, lebendiger Zaun, Dornhecke, im Gegensatz zu Lattenzaun, die früher gebräuchliche Art von Einfriedungen durch Holzstangen

Lebtig, Leben, Lebtage

Lecktäsche, lederne Tasche mit Salz für die Küche

z'leerem, 1. mit leeren Händen; 2. grundlos, umsonst, mit Unrecht

Lefzge, 1. Lefze, Lippe; 2. Lektion (von ungebildeten Leuten gesagt statt Lezge)

Leibhaft, Verhaftsbefehl

leicht, wohl, möglicherweise; z. B. leicht eine hoffärtige Magd täte das nicht: es brauchte eine Magd nicht einmal sehr eitel zu sein, um das nicht tun zu wollen

leid, 1. physisch: schwächlich, elend; 2. moralisch: verächtlich, feig

leiden, abnehmen, schwächer, kränker werden

leist, du legst; leit, er legt

Leistung, 1. zeitweilige Verbannung; 2. in die Leistung liegen, nach einer Schlägerei infolge Verwundung auf Kosten des Schlägers auf dem Kampfplatz oder im Wirtshause liegenbleiben und sich ärztlich behandeln lassen

Leset, Weinlese

Leslade, Leihbibliothek

Letzge, Letze, Lektion, Vorlesung

Letzi, 1. die letzten Lebenstage; 2. Narbe, üble Folgen, bleibende Nachwehen von einer Krankheit oder Verwundung; 3. Landesgrenze, Landesmarke, durch eine einfache Mauer bezeichnet

leuen, ausruhen

Lewat, Raps

liecht, leicht, gering

liechten, 1. leichter werden; 2. Licht anzünden

liegen lassen, im Munde der Leute herumziehen, seinen guten Namen gleichsam im Kote liegen lassen

lind, gelind, weich

Linger, Lineal

lings, links

Lische, grobes Gras, Binsen

lismen, stricken; Lismete, Strickzeug

litzen, 1. falten; 2. seinen Ärger auslassen

lodeln, wackeln, sich bewegen (z. B. angenagelte Gegenstände)

Löffel, Laffe

Logeli, kleines Weinfäßchen

Löhl, Dummkopf, Pinsel

Losament, Wohnung ( logement)

losen, aufhorchen, mit Aufmerksamkeit anhören, lauschen

lötig, vollwichtig, vollkommen rein, z. B. lötiges Kind, lötiger Esel

löy, löt (wir) lassen, (ihr) lasset

lue, siehe

luegen, 1. mit Aufmerksamkeit Hinblicken, schauen; 2. sich verwundern

Lueg ins Land, Wachtposten, Lauerposten

Lueglöcher, Augen

Luenz, freche Straßendirne

Luft, der, Wind

lüften, 1. frische Luft ins Zimmer lassen; 2. einen Gegenstand der frischen Luft aussetzen

Lüftete, das Auslüften

lüftig, leichtsinnig, in den Lüften schwebend; Freuden nachjagend

lugethaft, lügnerisch

lugg, 1. lose; 2. kraftlos

lugg lassen, nachgeben

Lulli, Sauglappen kleiner Kinder, um sie zum Schweigen zu bringen

Lumpebädlene, (Verkleinerungsf. von Bad, Mehrzahl) verächtlich von Badeorten

Lumpen, Lappen, Stück Zeug, Hals-, Nastuch

Lumpete, Anlaß zu Verschwendung und leichtsinnigem Leben

lünig, launenhaft

lüpfen, einen schweren Gegenstand in die Höhe heben; es lüpft ihn, er macht Geltstag, Konkurs

lurggen, 1. behaglich, langsam saugen, bedächtig trinken; 2. mit der Sprache nicht recht herausrücken

Lüschi, Geld

lußen, lauern

lustig, hübsch, zierlich (nie im schriftdeutschen Sinn)

lützel, 1. klein, schmächtig; 2. elend; bildlich: eitel, unbedeutend

Lycht, 1. Leiche; 2. Leichenzug

lyden, liden, sich gedulden, es leiden, sich begnügen

Lylache, Bettuch

lyren, 1. leiern, wickeln, auf einen Knäuel winden; 2. mit einer Arbeit nicht vorwärts kommen. Davon

Lyri, ein nie zur Sache kommender Mensch

lyst (du) liegst

 

M

Ma, Mann

machen: es machen können, genug haben; nichts bedürfen; satt sein

Mädi, Magdalena

Mägerlig, magere Person

mahlen, kauen, wiederkauen

mähr, lieb, wert. Ebenso mähr: ebensogern

Mähre: der Mähre zum Aug luege, den Schaden nicht länger anwachsen lassen, retten, was noch zu retten ist

Mämmi, Puppe

mänge, menge, mancher

mängem d'wege, aus mancherlei Ursachen

mängisch, mengist, manchmal

mangeln, brauchen, nötig haben

mannen, heiraten

Mannetoggeli, ein leicht zu beherrschender, gutmütiger Mann

Mantel, Trauermantel bei Leichenbegängnissen, auch früher von den Vorgesetzten als Auszeichnung sonntäglich beim Gottesdienst, jetzt nur noch bei der Abendmahlsfeier getragen

Mänteli, Vorhemdchen der Bauernweiber

March, Marke, Grenzgraben, Landesgrenze, abgegrenztes Gebiet

Märit, Märt, Markt

Märitbigger, Marktläufer, der meint, kein Markt könne ohne ihn abgehalten werden, vgl. Dienstagsschleipfe

märten, 1. markten; 2. handeln

Mäßb'stryche, ein kleiner Zylinder von Holz zum Abstreichen der zu voll gehäuften Kornmetze

mastig, übermäßig nahrhaft

Maudi, Kater

mäuelen, die Speise im Munde herumwälzen, vor Verlegenheit, Übersättigung oder Feinschmeckerei

Mauggere, übellauniges Gesicht

Mauser, Wichtigmacher (eigentl. beruflicher Mäusefänger, von der Gemeinde angestellt)

Mayi: d's Mayisingen, 1. eine Unart heftig tadeln; 2. Schadenfreude bezeugen; 3. den Garaus machen, moralisch totschlagen

mehbesser, 1. besser (spaßhaft); 2. schlimmer, ärger (spöttisch)

mehren, 1. rößer werden, zunehmen, 2. größer machen

meinen, seine Meinung dahin abgeben. Sich meinen, großtun, prahlen

Meister, Meisterfrau, Meisterleute, Dienstherr, -Herrin, -Herrschaft

meisterhaft, herrschsüchtig (nie im schriftdeutschen Sinn)

Meisterlos, 1. Muttersöhnchen; 2. zuchtlos aufgewachsener Mensch

meisterlosig, verwöhnt, namentlich im Essen

Meitschi, Mädchen

melchig, 1. milchreich (Futter); 2. leicht zu melken

Melchtere, ein hölzernes ovales Milchgefäß zum Tragen

Melissentee, Absud von melissa officinalis gegen Leibschmerzen

Mensch, das, Weibsperson, oft, aber nicht immer in dem verächtlichen Sinn von Dirne, z. B. es werchbars Möntsch oder

Mensch, ein arbeitsames Weib

menschelen, menschlich sich benehmen (im Guten und Bösen), menschliche Schwachheiten teilen

merci, franz. merci: danke

Metzgete, das jährliche Schlachten von ein bis zwei Schweinen für die Haushaltung

meu, (wir, sie) mögen

Meusi, Meise, Parus L.

Meye, Blumenstrauß; Meyen(Mehrzahl), Blumen

Meyeli, Blümchen

Meyeli, Maria

Meyerysli, Maiblümchen, Convallaria majalis L.

mi, man

miech, miechisch, (ich, er) würde machen, (du) würdest machen

Miesch, Moos

mih, mich

Milch herunterlassen, nachgiebig, demütig werden (ein von der Kuh hergenommenes Bild)

mira, meinetwegen, von mir aus

mißtreu, mißtrauisch

Mitteli, Geldmittel, flüssiges Vermögen

Mocke, 1. das größte Stück Fleisch eines geschlachteten Rindes, am Hinterteil; 2. ein großes klumpenartiges Stück überhaupt; 3. ein großer, schwerer Mensch

Möckli, Stückchen

Möss, gefühlloser, beschränkter Mensch

mösseln, 1. das langsame und mühsame Kauen eines zahnlosen Mundes; 2. munkeln; 3. sich unberufen in etwas mischen

mögen, 1. einem überlegen sein; 2. einem gewogen sein

möggen, 1. dumpf, widerlich und ängstlich schreien (gebundene Kälber z. B.); 2. unverständlich reden, wodurch der Hörer übellaunig gemacht wird

Mönch, Münch, kastrierter Hengst, Wallach

mönchelen, 1. verspotten; 2. den Wirt bezahlen mit dem Vater gestohlenem Getreide

mörden, radebrechen

More, 1. Mutterschwein; 2. Schimpfname für eine Weibsperson; 3. Tropf (bedauernd)

Morgenesse, 1. Frühstück; 2. Mittagsessen

morn, morgen

morndrisch, mornderist, am folgenden Tage

Mösch, Messing

Mose, Beule, Quetschung

mucht werden, matt werden infolge Enthaltung von Speisen

muckeln, mugglen, munkeln

muderig, unwohl, krankhaft unbehaglich

Muesle, etwas dicke, runde, muntere, fröhliche, harmlose Frau

Muffi, unappetitlicher Mensch (eigentlich von der doggenartigen Gesichtsbildung hergenommen); 2.allgemeiner Schimpfname ohne besondere Beziehung

Mugge, 1. Schnake; 2. das Korn am Gewehr. Auf der Mugge haben, auf dem Korn haben, ungern sehen

Muggi, mürrischer Mensch. Davon

muggig, von Natur böser Laune, niedergedrückt, barsche und kurze Worte gebend ( muggen, Naturanlage, kupen, momentaner Ausdruck)

Muheim, der, Hausgrille, Heimchen, Gryllus domesticus L.

z'Mühle, das, die zu acht- oder vierzehntägigem Mehlbedarf hinreichende, in die Mühle gegebene Getreidemenge

Mulch, die Summe der in einer Käserei im Verlauf eines Halbjahrs gemachten Käse

Müller, Motte, kleiner Nachtschmetterling

Mümpfeli, Mundvoll

Mundur, Montur, Uniform

Muni, Zuchtstier

Munizehn, Ochsenziemer

Müntschi, Kuß

Münze, Pflanzenname: Münze, Minze, Mentha, als magenstärkendes Mittel gebraucht

Mupf, Stoß, Puff. Davon müpfen, puffen

mürmen, murmeln, in den Bart reden, brummen

Mus, dicke Suppe von Erbsen, Bohnen u. dgl., Wortspiel: Muß geit über Suppe, hat den Vorrang, d. h. Not kennt kein Gebot

musen, Mäuse fangen

Müsterler, Spottname für Geschäftsreisende in Kurz- oder Kolonialwaren

mustern, 1. eine Heerschau im kleinen abhalten; 2. zur Ordnung weisen

Mut haben, zu etwas Lust haben, aufgelegt sein

Mutech, geheimer Vorrat

Mütschli, kleines Brot von Weißmehl

Mutt füüren, Branderde machen durch Verbrennen von Grasschollen

Mutte, Scholle. Davon

Muttestüpfer, 1. der Rekrut im ersten Stadium der Marschierübungen; 2. Spottname für einen an der Scholle klebenden, an altväterischen Sitten hartnäckig festhaltenden Bauern

Mutthufe, (Müllhaufen) Schimpfwort für eine Frauensperson

mutz, 1. kurz, durch Abnutzung kurz geworden; 2. kurz angebunden, von wenig Worten

z'mutz, einer Sache oder einem Menschen nicht gewachsen

Mutzli, 1. Unterleibchen; 2. Oberkleid ohne Rockschöße

Myte, kurze Ärmel für den Vorderarm

 

N

nachbeineln, mit kleinen zimpsern Schrittchen rasch nacheilen

Nachtbuben, junge Burschen, die abends und nachts einzeln auf den Kiltgang (s. d.) oder gemeinsam aus tolle Streiche und Abenteuer ausgehen

Nächtsami, Nächsemi, Nachbarschaft, Nachbarn

nadisch, wahrlich, wahrhastig

Nagel: den Nagel stecken, den Riegel stoßen, ein Ziel setzen

Näggis, Schaden, üble Folgen, meist ein sichtbares Mal am Körper (geringer und minder schmerzhaft als Letzi)

näh, nehmen

nah di nah, nach und nach

Nahkorn, Nachkorn, geringeres Korn

näht, nehmet

Nähyere, Nähterin

Namenbuch, Fibel, Abc-Buch

narrochtig, 1. närrisch (von Dingen und Gebärden); 2. überlustig

Näthlig, ein Stück Faden, soviel man gewöhnlich einfädelt

g'natürt sein, geistig beschaffen sein

ne, 1. ein, einen; 2. ihn; 3. ihnen

nebeus ha, ausweichen, nebenausgehen oder -fahren

Neftebacher, ein Wein aus dem Kanton Zürich, unter den Bauern ganz unbekannt

nehmen: etwas vor sich nehmen, sich etwas vornehmen

z'Neuders gah, zugrunde gehen

neue, 1. irgendwo; 2. vielleicht; ein oft gebrauchtes Beiwort, das dem Satze eine unbestimmte Haltung gibt

neuer, neuis, jemand, etwas

neuery, in etwas hinein

Neuni, das, die bei schwerern Landarbeiten um neun Uhr gereichte Erquickung

Neutaler, eine alte Berner Münze

Nidle, Rahm, Sahne. Nidle wellen, Rahm sieden

g'stoßne Nidle, zu Schaum geschlagener Rahm

e njedere, ein jeder

niederlassen, sich, 1. sich besänftigen; 2. sich ducken, unterziehen

Niedersinget, der, die Tanzbelustigung, die der Bräutigam an der Hochzeit in Gemeinschaft mit dem Gastwirt hie und da veranstaltet

niederträchtig, herablassend, leutselig (wie weithin auch sonst in Deutschland, aber nie im schriftdeutschen Sinn)

niedsig, abwärts

Niemerlistag, Tag, den es im Kalender nicht gibt, der nie kommt

niene, nirgends

nienerum, aus keinem Grunde (meist nur als ausweichende Antwort auf die Frage: warum?)

nieten, an steilen Abhängen Vorspann nehmen oder geben

Niggel, 1. Niklaus; 2. schmutziger, widerwärtiger Kerl

niggelen, sich mit den Fingern an etwas Unnötigem oder an ganz kleiner, seiner Arbeit beschäftigen

Nist, Mischmasch, Unrat

nisten, den Unrat fortschaffen, Ordnung machen

Nöggeli, das, niedliches Ding

nöten, zwingen, drängen

nötig, bedürftig

Notknopf: an den Notknopf kommen, Not an Mann kommen, zum letzten Mittel greifen müssen

nötlich, dringend, eifrig

notti, nüsti, nichtsdestoweniger, gleichwohl, doch

Növö ( neveu), Neffe

nüechten, müechten, schimmlig riechen

nueferen, zunehmen, sich erholen (von Krankheit u. dgl.)

nume, nur

Nüni, s. Neuni

Nünizieh, Mühlenspiel, zu dem neun Steine gebraucht werden

nuschen, herumstöbern, wühlen

Nüßlikraut, Feldsalat, Valerianella olitoria

nüsti, dennoch, gleichwohl

nütg'recht, wertlos, unbedeutend, unansehnlich

 

O

o, auch

Oben, Abend

oben einnehmen, umarmen, um den Hals fassen

oberarm, Beiwort, 1. von oben herab; 2. mit voller Kraft

obsig, aufwärts

Ofehus, meist einzeln stehende Backhütte

offenieren, offenbaren

offnig, offen stehend

öppe, 1. etwa; 2. irgendwo

öpper, öppis, jemand, etwas

ordelich, liebenswürdig (nie im schriftdeutschen Sinn von ordentlich). Davon

Ordelitun, das, Sittsamkeit, Manierlichkeit, Freundlichkeit

Ordinäri, das, das aus sechs bis zehn Gerichten bestehende Mittagessen der reichen Bauern an Markttagen im Wirtshaus

Ordnung, in der, 1. ordentlich; 2. gehörig, gebührend

Ort, ab, 1. an der unrechten Stelle; 2. abgetan. Ab Ort gehen, seinem Ende nahen. Ab Ort treiben, zu Ende führen

Ösch, Esche

 

P

päcklen, 1. einpacken (kleinere Gegenstände, namentlich Scheidemünze in Rollen verpacken); 2. betören, umgarnen, gefangen nehmen

pantschen, 1. spielend herumwerfen, Puppen, Katzen; 2. kleine Kinder auf den Schoß nehmen, streicheln usw.

Parisol, Regenschirm

persche, ( per se) natürlich, ohne Zweifel

pfausbackig, pausbäckig

Pfiffi, Pips, Zungenkrankheit der Hühner

Pfiffi, Nietnagel am Finger

pflännen, weinen, jammern, meist mit Verzerrung des Gesichts

Pflanzungen, die größern Gemüsepflanzungen zu Wintervorräten wie Kohl, Bohnen, Hanf u. dgl., im Gegensatz zum Garten und zu den Getreide- und Kartoffeläckern

Pflartsch, 1. großer Flecken im Zeug; 2. untätige, überall im Wege stehende, unbrauchbare, meist große und starke Weibsperson

Pflegel, 1. Dreschflegel; 2. Grobian

Pflicht, schwere Aufgabe

pflodern, blodern, schlottern, z. B. von zu weiten Kleidern (Pluderhosen)

Pfnüsel Schnupfen

pfoslen, durch dick und dünn rasch und unbedenklich gehen, ohne auf Weg und Wetter zu achten

Pfosten, Anstellung, Posten im Staatsdienst

Pfote, hohle Hand

Pfund, Pfung, Berner Rechnungsmünze

pfüpfen, verstohlen stoßweise lachen

Pfyfolter, Schmetterling

Picardant, Muskatwein aus der Gegend von Montpellier

Pinte, kleine Kneipe, wo zunächst nur Getränke verabreicht werden

platschen, klatschend zu Boden oder ins Wasser plumpsen

Platz, Platzg, freier Platz um das Haus, Anlage zum Ausruhen

Plätz, Stück (Land, Tuch, Haut, usw.), Strecke Weges

Plätzen abmachen, wundreiben

plätzen, flicken

z'Platzg kommen, einen Stein im Brett bekommen, jemandes Gunst erwerben

poleten, 1. bramarbasieren, das große Wort führen; 2. mit Gehen schwerfällig auftreten

Polismütze, (fr. police) Polizeimütze, Soldatenmütze

posten, Aufträge ausrichten

Posterli, Vogelscheuche. Vielleicht von

Postur, Haltung, Körperbau

Prägelwürstli, Bratwürstchen

pralatzgen, prahlend plappern, mit Bombast reden

prasten, geringfügige Dinge mit wichtiger Miene anrühmen, prahlend ausplaudern, mit dem Nebenbegriff des schnell und undeutlich Redens

prätschen, 1. prasselnd auffallen (Hagel, schwerer Regen); 2. Kinder mit der flachen Hand züchtigen

pressiren, eilen (ich pressire und es pressirt mir)

preußisch, aufbrausend, befehlshaberisch

prezis, ( précis) gerade, eben, genau

pukt, barsch, kurz angebunden, trotzig

pülvern, losziehen, schmähen, in kurzen abgebrochenen Sätzen seinen Zorn kundgeben

Punktum, gerade, genau

 

R

rääggen, krächzen (von Vögeln und Menschen)

Racaille, Lumpengesindel (französisch)

rächelig, ranzig

rächeln, ranzig riechen, schmecken

Räf, 1. hölzernes Gestell, um schwere Gegenstände am Rücken zu tragen; 2. boshaft redendes Weib, Reibeisen

raggern, raxen, knausern, zusammenscharren, davon

Ragger, Knauser, Geizhals

rahn, schlank, mager

ramisieren, zusammenbringen, -raffen ( ramasser)

Ramsen, eine Art Kartenspiel, ramschen

ranggen, rängglen, 1. sich reiben; 2. sich drehen, wenden

Rank, scharfe Wendung der Straße. Davon

ränken, den Wagen wenden

räs, gesalzen, scharf (eigentlich und bildlich)

Rät und Burger, der versammelte große und kleine Rat der ehemaligen Stadt und Republik Bern, der zu den wichtigern Angelegenheiten einberufen wurde

rätig werden, zu einem Beschluß kommen

ratsamen, 1. besorgen, pflegen; 2. etwas zu Ehren ziehen, nicht zuschanden gehen lassen

rauch, rauh, roh, ungekocht (nie im schriftdeutschen Sinn)

rauen, 1. fauchen (von Katzen); 2. rauhe Worte geben, seine innere Verbitterung durch entsprechende Reden an den Tag legen

Rauft, Brotkruste, im Gegensatz zum Linde, Brotkrume

räukelig, nach Rauch schmeckend oder riechend

Raume, Bodensatz in nicht ganz rein gehaltenem Kochgeschirr

rauzig, bärbeißig

raxen, 1. schrill knarren, im Unterschied von ruggen; 2. knausern

re, 1. ihr (von sie); 2. einer (von eine), nur im Fluß der Rede gebraucht

Rechnung machen, dem Maul, seine Zunge im Zaum halten

rebeln, räbeln, lärmen, sich lebhaft regen

Reckholter(wasser), Wacholder(-Branntwein)

Redi, 1. gewandt im Reden; 2. der sich gern und viel hören läßt

Rees, Andreas

Regeluft, Westwind

Regemoli, Molch

Regierer, Regieriger, etwas geringschätziger Ausdruck für Regierungsstatthalter, der oberste Regierungsbeamte des Bezirks

reiben, den Hanf zwischen Mühlsteinen walken, damit er weicher und zum Spinnen tauglicher werde

reichen, holen, kommen lassen

reiggeln, zusammenschnüren

rein, 1. fein (z. B. Faden); 2. klein (Druck in Büchern), nie im schriftdeutschen Sinn

reisen, 1. rüsten, zurechtlegen, in Ordnung bringen; 2. leiten (einen Wagen, Schlitten u. dgl.). Einem es reisen, einem eine Falle stellen

reiten, auf einem Wagen fahren

Respe, Reisig, Tannzweig

reutern, viel im Land umherfahren

reyten, Hanf brechen, zur Hanfgewinnung zu Seilen

Reyti, Kornboden in der Scheune zum Aufbewahren der Garben

riebeln, einen Gegenstand nachdrücklich reiben, um ihn zu reinigen

Riefel, keckes, unbesonnenes Mädchen

riegeldick, bürstendicht

Rinderstrahl, Star, Sturnus vulgaris L.

ring, leicht, mühelos

ringen, Schweine, den Schweinen Nasenringe von dünnem Draht anlegen, um sie am Wühlen zu hindern

Ringge, Schnalle

Ringgi, Hundsname

ringglen, züchtigen, den Meister zeigen, in Zucht halten

ringsum gehen, einem, schwindlicht werden

ripsen, reiben, schaben, sich abreiben, z. B. verripsete Kleider, abgeschabte Kleider; die Axe am Wagen ripset und verderbt sich, wenn sie nicht geschmiert wird

Rispi: im Rispi haben, auf dem Korn haben, im Wurf haben, beabsichtigen

Rodel, größeres Verzeichnis von Namen oder Dingen, Register, z. B. Taufrodel, Zinsrodel, Taufregister, Register der ausgeliehenen Kapitalien

Rollen, Hautfalten bei magerem Rindvieh

Rönnle, Maschine, um das eben gedroschene Getreide von Hülsen, Staub u. dgl. zu reinigen

Roossi, Hanf- und Flachsröste

röst, 1. stark geröstet; 2. spröde

Rösti, Erdäpfelrösti, geröstete Kartoffeln

rotbrächt, rötlich, von düsterm oder unreinem Rot

Roten, die, Schweizer Soldaten in französischem Dienst nach der Uniformfarbe

rote Schaden, der, Ruhr

Rübis und Stübis, mit Stumpf und Stiel, ganz und gar

Rübli, Möhren, gelbe Rüben, im Gegensatz zu den weißen

Rübstücki, geräuchertes Stück des Rückgrates eines Schweins

ruch, rauh

rücheln, freundlich wiehern oder schnuppern (von Pferden)

rücken, vorwärtskommen, gehen

ruggen, 1. in tiefen Tönen girren; 2. dumpf knarren

Rühiges, Mittagsschläfchen

rumpelrurrig, der bösen Laune stoßweise Luft machend

Rundelle, Windlicht auf hoher Stange zum Dienst bei nächtlich ausbrechenden Bränden

runen, 1. zuraunen; 2. einen Floh hinters Ohr setzen

e Rung, eine Weile

rurren, knurren, grollend brummen; zunächst von dem zornig werdenden oder sich wieder beruhigenden Hunde, dann auch von Menschen

rußen, den Rauchfang reinigen

Rußgaden, der Estrich in Häusern, die keinen Schornstein haben

Rustig, Ausrüstung, Kleidung, Arzneimittel, Zaubermittel

Rütti, ausgerodetes Stück Waldboden

Ryste, gehechelter, zum Verspinnen fertiger Hanf

ryten, in einem Fuhrwerk fahren

Rytere, das Sieb auf der Rönnle

Ryterkorn, (von ritern sieben) Nachkorn, leichtes Getreide, mit Staub und Hülsen vermischt, muß daher noch gesiebt werden; meist Viehfutter

 

S

, nimm, da hast du

sä sä machen, einem Kinde die Rute geben

Saanenkäse, im Saanenland, Kanton Bern, bereiteter Käse, der sich durch Härte und feinen Geschmack auszeichnet

Säble, (eigentl. Säbel) übertragen: 1. kleiner Rausch; 2. etwa: Nichtsnutz, Tunichtgut

Sackgumpet, Volksbelustigung, wobei die Wettkämpfer bis zum Halse in einem zugebundenen Sacke stecken und so nach dem Ziel hüpfen

z'Sädel gehen, sich zur Nachtruhe begeben (Vögel, besonders Hühner)

sich sädlen, 1. sich bequem an einen Ort hinsetzen, in der Absicht, einige Zeit da zu verweilen, sich lagern; 2. sich niederlassen, ansiedeln

Sagmehl, Sägespäne

Sakerdie, Sackerdieli ( sacre Dieu!), Fluch

Salb: im Salb leben, in der Wolle sitzen, sich nichts abgehen lassen

salben, 1. schmieren; 2. bestechen

Samstag machen, Haus und Hof auf den Sonntag aufräumen

Säß, Sitz

satt, 1. gemächlich, gelassen; 2. nach und nach

Satz, Bodensatz, Niederschlag, Rest

Sau, As im Kartenspiel

Säublume, Löwenzahn, Leontodon Taraxaci L.

Säubrägel, Schweinsbraten

sauen, eine Arbeit unreinlich oder unordentlich verrichten

säuerlen, säuerlich schmecken oder riechen (von Gegenständen, bei denen es nicht der Fall sein soll)

sauft, wohl, leicht

Säugfuchs, reizbare, mißlaunige Person

Säumelchter, hölzerner Zuber, worin den Schweinen ihr Futter getragen wird

Säuschürli (eigentlich: kleiner Schweinestall) scherzhaft für etwas zu Großes: Mund, Bauch u. dgl.

schabab, 1. gestorben, erstorben; 2. dem Tode verfallen; 3. in Ungnade gefallen, der Gunst beraubt

Schabzieger, grüner Zieger, aus dem Rückstand bei Magerkäsebereitung durch Beigabe von Steinklee gefällt

Schachen, die nächste Umgebung der wilden Bergflüsse und Bäche, zur Verhütung von Durchbrüchen gewöhnlich zwanzig bis hundert Schritte vom Bach weg auf beiden Ufern mit Buschwerk oder Wald bepflanzt und überdies mit einem Damm versehen

Schaden, der rote, die rote Ruhr

Schaffüstli, Hammelkeule

Schaft, Schrank

Schale, mit Steinen eingefaßte Rinne in Ställen oder auf Straßen (nie im schriftdeutschen Sinn)

schalten, das Feuer im Ofen durch Aufstören und Holzzulegen brennend erhalten

schalus, eifersüchtig (von fr. jaloux)

schätzelen, 1. liebkosen; 2. liebeln

Schatzig, Schätzung, Versteigerung. Etwas an der Schatzig lassen: einen zu Schaden kommen lassen, um etwas prellen, z. B. die Briefboten um das Porto

Schatzung, Wertung. In die Schatzung geben, das zum Betrieb der Landwirtschaft Erforderliche an Gerätschaften, Vieh, Vorräten usw. dem Pächter vorstrecken

schauben, 1. ausmerzen, ausstoßen; 2. zurückstellen

Schaubhütli, kleine Hütchen, die alte weibliche Berner Tracht

schäychen, schenken, zum Geschenk machen. Yschäychen, einschenken

Schei- siehe unter Schy-

Schein, Schyn, mit, scheinbar, dem Anschein nach, offenbar

Schellenwerk, Zuchthaus

Schelm: mit dem Schelmen sich davon machen, mit Hinterlassung von Schulden wie ein Dieb heimlich das Weite suchen

Schenur, Scheu, Zurückhaltung ( gêne)

Scherm, Schirm vor Regen und ungestümer Witterung, davon schermen

Scheube, Schürze

Scheyche, Schyche, Schenkel

Schick, Glücksfall. Davon

schickig, passend, erwünscht

schießen: mit Herd zu Dreck, s. a.: verschießen, verächtlich: davonjagen, erschießen, er ist das Pulver aber nicht wert

schießen, 1. stürzen (Wasser); 2. hastig laufen; 3.unbesonnen dreinfahren

schießig, 1. unbesonnen; 2. ärgerlich machend

Schiff und Geschirr, alles Gerät, was zu einer Sache gehört: Acker-, Hausgerät

Schiß, all'Schiß, jeden Augenblick, alle Fingerlang

schitter, gebrechlich, altersschwach, davon

schittern, gebrechlich werden

schläberig, klebrig, wie mit Schleim bedeckt; fett, so daß alles daran klebenbleibt

Schlabi, gutmütiger, verstandesschwacher Mensch

z'Schlag kommen mit etwas, mit einer Arbeit fertig werden; einer Aufgabe gewachsen sein

schlagen: von Haus schlagen, sich dem Hause, der Familie entfremden; lieber anderswo sein als daheim

Schlämperlig, 1. schmutziges Anhängsel; 2. Anzüglichkeit; 3. beschimpfende Nachrede

schlarpen, mit den Schuhen schlürfen, ermüdet gehen. Davon

Schlarp, Schlärpli, 1. abgenutzte, hinten heruntergetretene Schuhe; 2. untätige, schwächliche, wenig brauchbare Weibsperson

schlecken, 1. lecken; 2. naschen

Schleiftrog, Radschuh

Schleipfe, unsittliche Weibsperson, vgl. G'schleipf

schleipfen, schleifen, ziehen

Schleiß, lebenslängliche Nutznießung von Geld und Naturalien

Schleupfe, Mz. von Schlauff, Schlaupf, Pulswärmer, Pelzhandschuhe

schlieferig, schleimig, schmierig; schlüpfrig (eigentlich und bildlich)

Schliffel, Schlingel, ungeschliffener Mensch

schlimm, schlau, listig, verschlagen, klug (bedeutet nie schlecht)

schlirpen, schleppend gehen. Davon

Schlirpi, phlegmatischer Mensch, der alles gehen läßt, wie es mag

schlitten lassen, es gehen lassen, wie es mag

Schlitzhösler, der Hosen nach neuer Mode, mit Schlitz statt Latz, trägt

Schloßhund, Kettenhund, angeschlossener Hund

Schlottergötti, Stellvertreter des Paten bei der Taufhandlung

schlüfen, schlüüffen, 1. schlüpfen; 2. kriechen. Davon

Schlufi, 1. gedrückt einhergehender, 2. ehrlicher, 3. leicht zu betörender Mensch

schlunen, leise schlummern, in Halbschlummer befangen sein

Schlürfi, träge einhergehender Mensch, Leimsieder

schlürmig, ausschnüffelnd, auswitternd

schmäderfräßig, wählerisch im Essen, verwöhnt

Schmahle, starker, langer Grashalm ( Festuca pratensis, Molinea coerulea u. a.)

Schmeiz, Schmiß

schmeizen, schlagen, züchtigen, schmeißen

Schminggel, Zierbengel

schmöcken, schmecken, riechen. Davon

Schmöckwasser, Riechwasser

schmürzelen, karg zumessen

Schmutz, zerlassenes Schweinefett (nie im schriftdeutschen Sinn)

Schmutzgüggel, unreinlicher Mensch

Schmüzworte, anzügliche Reden

schnaaggen, kriechen, siehe schnaggen

schnäderen, unbedacht unnützes Zeug schwatzen, schnattern wie Enten

Schnädergätzi, Plappermaul

schnaggen, schnaken, kriechen, schleichen (z. B. von Ungeziefer, Schnecke!)

schnapplen, 1. sich im Reden überstürzen; 2. eilfertig reden, überschnell hersagen

Schnatten, Falten, Striemen

schnausen, 1. stöbern; 2. Näschereien oder andere Kleinigkeiten entwenden

Schnauz, Schnuz, 1. Schnurrbart; 2. Hundsname; 3. rauhe Abfertigung. Davon

schnauzen, scharf anfahren, böse Worte geben

Schneckentänze, Umstände, Komplimente, leere Ausreden

schneflen, schnitzeln. Davon

Schnefeli, Schnittchen, Stückchen Brot, Fleisch, Käse u. dgl.

schneiten, einen gefällten Baum der Äste und Zweige entledigen

schnellen, 1. mit raschem Ruck ziehen; 2. plötzlich beißen (von Hunden)

schnetzlen, in kleine Stückchen zerschneiden

Schnitz, Apfel-, Birnstücke

schnitzig, sehr bereitwillig, hastig zugreifend

schnobern, schnuppern

schnopsen, mühsam atmen infolge in die Luftröhre eingedrungener Flüssigkeit

Schnuderbub, 1. ein Junge, der noch nicht die Nase selbst putzen kann; 2. ein Bursche ohne Autorität, über den man ungescheut die Achsel zucken kann, Gelbschnabel; 3. verachtungswürdiger Mensch

schnupen, schnaufen

Schnupfdrucke, Tabaksdose

schnüpfen, das mühsame Atemholen nach längerem Weinen, schluchzen (von schnupen)

Schnüre, lange und breite, schwarze Seidenbänder, welche an die Haarflechten befestigt werden und hinten herabhängen

schnürfeln, mühsam und hörbar Atem schöpfen. Davon

Schnürfli, 1. ein durch die Nase undeutlich redender Mensch; 2. unbedeutender Mensch, dessen Reden der Beachtung nicht wert sind

schnurpfen, schlecht, unordentlich nähen

Schöchli, kleine Heuhaufen

Schopf, Schuppen

schoppen, stopfen

schorren, auf Wegen den Schnee oder Straßenkot wegschaffen; wegsam machen

schreggli, solothurn. Ausdruck für schröckli, schrecklich

schreißen, 1. reißen, ziehen, zupfen; 2. ein Mädchen zum Wein ins Wirtshaus führen. Davon

Schreiß, Einladung zum Wein

schroten, 1. beschneiden; 2. schröpfen (bildlich)

Schryß haben, gesucht, gefeiert sein (meist von Mädchen, die viele Anbeter haben). Schryß sein, Bedürfnis nach Tänzerinnen vorhanden sein, so daß auch die sonst Übersehenen viel zum Tanzen kommen

Schübel, Haufen kleiner Gegenstände

Schübeli, eine Handvoll (z. B. Geld), eine kleine Menge

schüch, scheu, schüchtern

schüchen, scheuen

schuderös, schauderhaft, entsetzlich

Schultheiß, Regierungsrats-Präsident, die oberste Würde im Kanton Bern

schüsseln, abschüsseln, ablehnen, abschieben, weggehen heißen

schüßig, wildreich, günstig gelegen (Ort und Zeit), um viel zu schießen

Schüttstein, Rinnstein in der Küche

Schutz 1. Schuß; 2. Stoß. (Nie oder höchst selten im schriftdeutschen Sinn.)

schützeln, schaudern, anwidern, Abscheu erregen

schützig, hastig, voreilig, unbesonnen

schützlig, scheußlich

Schützlig, der, der Schoß, das Reis

Schutzgatter, 1. Fallgatter in den Toren alter Städte; 2. voreiliger Mensch

schwarz (konservativ), weiß (radikal), Spitzname der Parteien im Kanton Bern

schwenden, Gestrüpp ausrotten und den Boden urbar machen

schwenken, schwäychen, spülen, durch bloßes Eintauchen in Wasser reinigen. (Nie im schriftdeutschen Sinn.)

Schwick, im, im Hui, im Umsehen

Schwinger, Kämpfer, Ringer

Schwinget, Ringkampf

Schwirre, kleiner Pfahl

Schwiten, (von fr. suite) Gelage, liederliche Vergnügungen

Schwummannli, -frauli, Verkäufer(in) von Pilzen zu Zunder

Schwüng, Bogen, Schnörkel

schwynen, schwinden, unmerklich abnehmen. Davon

Schwyni, 1. Schwindsucht; 2. allmähliches Absterben, Hinschwinden eines Gliedes

Schwynigs, Schweinefleisch

schwytig, heißhungrig, gierig, hastig bei Essen und Trinken

Schyßer, Feigling, Hasenherz

Schyterbige, der kunstvoll in runder Form und sehr hoch aufgeschichtete Brennholzvorrat in der Nähe des Hauses

seie, sie

sein, ein wenig, sich einige Zeit aufhalten, nicht sogleich wegeilen. Es ist mir, 1. es kömmt mir vor; 2. mein Wunsch oder Bedürfnis wäre. Für einen sein, 1. einem angenehm, lieb sein, zusagen; 2. einem günstig sein, seine Partei nehmen. Jemanden sein, jemand angehören

seinigen, deinigen, meinigen, rücksichtslos, oft auf unrechtem Wege zu seinem, deinem, meinem Eigentum machen

seit, seyt, (er) sagt

Selbander, ein Tanz, wobei nur ein Paar tanzt und für die Musik zahlt, solange es tanzt; da alle andern Tänzer unterdes warten müssen und dieser Tanz meist aus Übermut und als Herausforderung getanzt wird, so gibt er in der Regel Anlaß zu blutigen Händeln

z'selbist, zur selben Zeit, dazumal, damals

sellig, settig, solcher

Selteni, zur, selten, als Seltenheit

serben, welken, siechen

Setti, Elisabeth

setzen, einen, 1. einen mit harten Worten zur Ordnung weisen, zum Schweigen bringen; 2. einen sich überhebenden Untergeordneten kurz und barsch seine Stellung in Erinnerung rufen; 3. auf etwas bestehen

seu, (wir, sie) sollen

Sichlete, Erntefest

sider, seither

sieg, siegisch, siest, (ich, er) würde sagen, (du) würdest sagen, (du) sagst

Sigrist, Küster

Sinzel, l. Fenstersimse; 2. Brett, das zum Aufstellen oder Wegstellen von irgend etwas bestimmt ist

sittig, angenehm, behaglich, wohltuend (von einem Pferd, das leicht und gleichmäßig zieht, oder von einem Wagen, der sanft und ohne Geräusch rollt). (Nie im schriftdeutschen Sinn.)

so, gleichwohl

soden, aus einem Sod (Ziehbrunnen) Wasser pumpen

Söhniswyb, Schwiegertochter

sonnen, 1. an die Sonne bringen; 2. mit etwas prahlen

Sörger ha, mehr Sorge tragen

sotsch, söttist, (du) sollst, solltest

sött, er soll, ihr sollt

sövli, so viel, so sehr

spatten, nachhelfen, sich eifrig für etwas verwenden

Speckseitenkutten, altmodischer langer Bauernrock mit breiten Schößen

speichen, in die Räder greifen, um den Pferden das Ziehen des Wagens zu erleichtern

spennen, dehnen, auseinanderzerren

sperrlig, kleines Stück Holz zum Versperren

sperzen, 1. gewaltsame Anstrengungen mit den Füßen machen; 2. sich gegen etwas stemmen oder sperren

spicken, 1. die kleinen Marmorkügelchen der Knaben werfen; 2. mittelst eines Blasrohrs treffen

Spiegel, Brille

spienzlen, prahlend sehen lassen, spiegeln

Spinnhubbele, Spinnengewebe

spitz, genau. Es spitz nehmen, es haarscharf nehmen

Spitzhosen, eng anliegende Hosen, Kniehosen

sporren, mit den Füßen sich unruhig gebärden (z. B. kleine Kinder im Bett)

spöttisch, schmählich, unwürdig, schlecht

sprachen, lange und ernsthaft über eine Sache sich hin und her besprechen

Spreißen, Splitter

sprengen, springen lassen, hetzen

spretzeln, sprühen, prasseln (vom Feuer)

sprützig, 1. übermütig, Kiekindiewelt; 2. kurze, spitze, abgestoßene Worte gebend

Spyri, Rauchschwalbe, Hirundo rustica L.

staadisch, stattlich aussehend, namentlich in der Kleidung

Staatskalbete, stattliches Kalb

Stabelle, altväterischer einfacher hölzerner Stuhl mit kunstloser Lehne, Schreibstuhl

Stafel, Sennhütte

Stämpeneien, 1. leere Ausflüchte; 2. Spitzfindigkeiten

Stand, 1. Marktbude; 2. Bezeichnung des Kantons in seiner Eigenschaft als politischer Körper, Staat (in eidgenössischen Verhandlungen vorkommender Ausdruck, Stand Bern, Stand Neuenburg usw.)

ständlige, stehend

Stauden herumschlagen, um die, auf etwas hinzielen, das Gespräch auf etwas lenken

staunen, träumen, gedankenlos vor sich hinblicken

Stecher, l. kleiner Rausch; 2. der sehr sorgfältig gearbeitete Visierpunkt an einem Stutzen

stecklen, rasch und dabei schwankend an einem dünnen Stocke trippeln

Steigerige, Versteigerung

stellen, g'stellen, 1. zum Stillstehen bringen; 2. einen unterwegs aufhalten; 3. zur Ruhe bringen; 4. erstaunen machen

Stentibus, 1. stehend ( pedibus stantibus); 2. ohne Säumnis

Sterbet, das Dahinsterben vieler Leute an einer Seuche

Steuerholz, Bauholz, das Brandbeschädigten geschenkt und unentgeltlich zugeführt wird

stiefelsinnig, 1. trübsinnig, melancholisch; 2. auf der höchsten Stufe der Ungeduld

Stiel, Schweif, Schwanz

stieng, (ich, er) würde stehen

Stini, Christina

stober, verstört, scheu, stier, unfreundlich dreinblickend

Stock, ein niedliches Wohnhäuschen neben dem großen Bauernhaus, wohin sich oft die Alten zurückziehen, wenn die Kinder heiraten

stöcken, Baumstrünke ausgraben

stöcklen, mit einem flachen Steine nach einem kleinen Stock als Ziel, worauf der Preis liegt, werfen, ein Kinderspiel

Stögelischuh, Schuhe mit hohem Absatz

Stogli, der müßig herumsteht, eigentlich auf hohen ungefügen Beinen wie ein Storch

stopfen, 1. stolpernd, schwerfällig gehen, aus Trägheit die Füße nicht heben mögen; 2. müßig umherstehen und dadurch andern unangenehm oder im Wege sein

Stör, die Arbeit im Hause des Arbeitgebers, auf die Stör nehmen, einen Handwerker auf einige Zeit ins Haus nehmen, um die benötigte Arbeit billiger zu erhalten

Stör, Fieberanfall, Zahn-, Kopfwehstör, Anfall von Zahn- oder Kopfschmerzen

Storze, Strunk von einjährigen größern Gewächsen, Kohl u.dgl

stoßen, schwärmen (von einem jungen Bienenschwarm, der aus dem Mutterstock ausfliegt)

Stößli, Vorärmel, wie sie Schulknaben und Schreiber zum Schutze der Kleider tragen

stotzen, müßig umhergehen und jeden Augenblick stillstehen, um alles zu begucken, pflastertreten

stotzig, 1. steil; 2. stutzig

stötzlige, Kopf voran, bolzgerade

strählen, 1. kämmen; 2. mit beißenden Worten einen dermaßen ausschelten, daß nichts Gutes mehr an ihm bleibt

straplizieren, übermäßig anstrengen, strapazieren

straßen, eine Straße erbauen oder bedeutend verbessern

Strauß, 1. heftiger Wortwechsel; 2. ein Widerspenstiger

sträußen, sich sträuben, widersetzen

streichen, sich, fortgehen. Streich dich! Mach, daß du fortkommst!

streitbar, schwierig, mühsam zu behandeln

streng, strengs, ungewöhnlich oft, viel, stark, hart, schwer

strub, 1. struppig; 2. unlieblich, widerlich; 3. unordentlich, ungestüm; 4. mühselig, unangenehm (Arbeit z. B.)

Strublete, 1. Züchtigung der Kinder, indem man sie an den Haaren zaust; 2. Rauferei, heftiger Streit; 3. heftiger, rasch vorübergehender, nicht viel Schaden stiftender Sturm

Strübli, in Butter gebackene Spritzkuchen

Strupf, zerzauste, unordentlich gekleidete oder aussehende, unansehnliche Weibsperson. Von

strupfen, unordentlich ziehen, reißen, zupfen

Stüber, kleiner Rausch

Stübli, 1. Schlafzimmer der Meisterleute, das zugleich zum Empfange eines werten Gastes oder zu wichtigen, den Dienstboten vorzuenthaltenden Verhandlungen dient; 2. abgesondertes Zimmer in einem Wirtshaus

Stuck, schweres Geschütz, Artillerie

Stud, Pfahl, Stüdeli, kleine Pfähle

Stüdi, Christina

Stumphosen, der obere Teil des Strumpfs, im Gegensatz zum Fürfuß, ersterer wird von sparsamen Weibern oft im Sommer getragen

Stümplete, die unbedeutenderen oder nebenbei gepflanzten Erzeugnisse eines Bauernhofes

Stündeler, Besucher von besondern Bet- oder Erbauungsstunden

Stündelikappe, Weiberkopfbedeckung, bescheidener in der Form als die altherkömmliche; sie wurde anfänglich von einer religiösen Sekte zur Unterscheidung getragen, ihre Wohlfeilheit brach ihr bald vielerorts Bahn

Stungg, verwachsene oder im Wachstum zurückgebliebene Person

Stünggeli, kleines, dickes Kind

stunggen, 1. vollstopfen; 2. weiche Gegenstände mit einer hölzernen Keule zusammenkneten oder stoßen, gekochte Kartoffeln, Trauben in der Kelter usw.

stüpfen, Fußtritte geben. Das stüpft sich da nicht, es ist bei uns nicht der Brauch, sich mit Fußtritten oder grob zu behandeln

stürcheln, straucheln, taumeln

Stürchli, einer, der strauchelt

sturm, 1. betäubt, schwindlicht, nicht recht bei Sinnen; 2. etwas betrunken; 3. ein wenig geisteskrank. Sturm an der Leber, geisteskrank. Davon

Sturm (vom Tun oder Gehen), Stürmi (vom Reden), unsteter, unbedachtsamer Mensch, verwirrt im Reden und Handeln, der ziellos von etwas schwatzt oder sich mit etwas beschäftigt

stürmen, 1. ohne Zusammenhang, sinnlos schwatzen; 2. Sturm läuten

Stutz, Rain, steil ansteigender Weg

styf, 1. steif; 2. allen nicht allzu hoch gespannten Anforderungen entsprechend; 3. körperlich wohlgebildet

Südelmagd, die unterste Magd, die alles machen muß, was die andern nicht mögen, Aschenbrödel; gleich dem Herdknecht

Südertrögli, die kleinere Abteilung eines Bauernbrunnens, in welcher die schmutzigern Gegenstände gewaschen werden

sufer, 1. sauber, reinlich; 2. gründlich, vollends. Davon

süferen, sauber machen, reinigen

süferli, 1. säuberlich; 2. langsam; 3. mit Bedacht; 4. ruhig, still

suggen, eifrig saugen

sünd-, viel, groß, z. B. Sündegeld, schrecklich viel Geld

sündwüst, entsetzlich häßlich

Sundi, Sunde, Sonntag. Davon g'sunntiget, sonntäglich gekleidet

Suremus, Spottname für sauern Wein

sürflen, 1. schmatzend trinken; 2. langsam, bedächtig, prüfend oder schläfrig trinken

sürggelen, 1. langsam schlürfen, nippen; 2. ängstlich abteilen

Surkabisbocki, Sauerkrautfaß

sürmen, halb weinen, halb seufzen

surren, surren, brummen, knurren

Surrmummle, 1. Hummel, Brachfliege; 2. mißgestimmter Mensch. Davon

surrmummlig, böser Laune

susch, süsch, süst, sonst

 

T

tädigen, mit Scheintrost, oberflächlich beschwichtigen

Tag, Tagsatzung, Abgeordnetenversammlung der Schweizer Kantone

tagen, 1. Tag werden, dämmern; 2. zusammenkommen auf einen Tag, um die Angelegenheiten des Landes zu beraten

Tagheiteri, Dämmerung

taig, weich, überreif (von Obst)

Talpen, Tatze. Den Talpen geben, mit Undank lohnen

tanggeln, kneten, kleineres Backwerk machen

Tannbuschli, drei- bis fünfjährige Tanne oder der obere abgeschnittene Teil einer größern Tanne

Tanngrotzli, etwas verkümmerte, niedrige, kleine Tanne

Tanntschupli, größere Tanne

Täsche, 1. Arbeitsbeutel, Waidsack; 2. schlaue, boshafte, klatschsüchtige Weibsperson; 3. Schlag, Streich (vgl. Maultasche)

Tatere, Datere, Torte

Tätsch, leichter klatschender Schlag. Den Tätsch geben, 1. den Ausschlag geben; 2. den Garaus machen

Tätsch, faule, untätige Weibsperson

Tau: das Tau ist mir ab dem Magen, ich fange an Hunger zu empfinden

taub, 1. toll (nie: gehörlos); 2. böse, zornig. Davon

taubelen, bei Kindern täubbelen, seinen Zorn auslassen

taubsüchtig, zornsüchtig, jähzornig

Taubendruck, Gnadenstoß, eigentlich der Druck hinter den Flügeln, vermittelst dessen Tauben getötet werden

taunen, im Taglohn aus dem Feld arbeiten. Davon

Tauner, Taglöhner

Taunerg'schickli, ein kleines, ärmliches Heimwesen

Taunerg'rechtsami, ein ärmliches Besitztum, an dessen Eigentum jedoch das Recht an einen Wald zur Beholzung und an Weidrechte geknüpft ist

Tausend, ein, tausend Haspelumgänge, ein Maß für gesponnenes Garn

Taveller, feiner französischer Rotwein

Tellen, Steuern, Abgaben

Tellerete, ein Teller voll, aufgehäufte, vollgestopfte Teller

Tellergräze, Gestell zum Aufbewahren von aufrecht darin gestellten Tellern, Platten u. dgl.

Tentsch, Damm zur Verhütung des Ausbrechens wilder Bergwasser, dammartiger Erdaufwurf im allgemeinen

Tibi, Mehrzahl Tibeni, Stichelei (vom latein. tibi, für dich)

Tilders, Verdrehung für Donners oder Teufels

Tischdrucke, Schieblade im Eßtisch, worin Brot, Gabeln, Löffel u. dgl. aufbewahrt werden

Tischlache, Tischtuch. Gelöchertes Tischlache, mit einer durchbrochenen Naht versehenes Tischtuch

Titel, Schuldtitel, Pfandbrief

toll, 1. tüchtig, von tüchtiger Beschaffenheit; 2. von ansehnlicher Größe (nie im schriftdeutschen Sinn)

Tölli, Tüchtigkeit, Derbheit

tolpochtig, ungewandt, schwerfällig, Tolpatsch

tonen, dränieren, entwässern

tönigelb, quittengelb (meist von ungesunder Gesichtsfarbe gebraucht)

Totenbaum, Sarg

Totsch, unbehilfliche Weibsperson

trabeln, mit kurzen Schritten traben, paradieren (von Pferden)

Trämel, Sägeblock, behauener Balken

Tran, Träneli, 1. Träne; 2. eine Träne groß, ganz wenig von einer Flüssigkeit

trappen, treten. Davon

Trapp, 1. langsamer, schwerer, gleichförmiger Gang; 2. hergebrachte Ordnung oder Gewohnheit, namentlich in Besorgung des Hauswesens, der Feldarbeit u. dgl.; Trappi, Tolpatsch

trätschen, 1. mit dem Fuße herumtreten, fest treten; 2. ziellos umherschlendern; 3. klatschen, plaudern, Neuigkeiten auskramen und weitschweifig erzählen; 4. keifen

trauche, getrunken

träychen, treychen, trinken, tränken

Träycher, Getränke

Treyack, Theriak, altes Hausarzneimittel

Triftig, ruhige Stätte, Sicherheit

Tröckni, trockener, kalter, schweigsamer Mensch

Trögli, Schrein, Lade zum Aufbewahren von Kleidern oder Wäsche

trohlen, fallen, kollern. Davon

tröhlen, 1. wälzen, rollen; 2. einen Prozeß in die Länge ziehen

Tröhler, Prozediersüchtiger, der nur in Rechtshändeln lebt

Trom, Ende (eines Fadens, Strickes u. dgl.). Am lätzen Trom ergreifen, eine Sache falsch angreifen

tromsig, verkehrt, quer

Trossel, Brautschatz, Aussteuer namentlich in Kleidern, Bett und Wäsche ( trousssau)

trostlich, getrost, zuversichtlich

Trubel, Busch mit Früchten

Trüch, träge und sinnliche Weibsperson

Trülle, Eichhörnchenkäfig

trüllen, 1. drehen, drillen; 2. einprägen; 3. einexerzieren

Trümel, Lippe (grober Ausdruck)

Trumme, Trommel

tryben, betreiben, um einer Schuld willen gerichtlich belangen

tschäderen, klappern, rasseln. Es tschädere lassen, eine Sache gehen lassen, wie sie kann und mag. Davon

Tschäder, das, 1. Geklapper; 2. Geplauder, Klatscherei

Tschaggeli, gutmütige, wenig vorstellende Weibsperson, die keine Rolle zu spielen imstande ist

Tschalpi, ein unselbständiger Mensch, der dem allgemeinen Gang folgt, ohne zu wissen warum, Nachtreter

tschämeln, zu Gevatter bitten

tschänzlen, schön tun, schmeicheln, den Hof machen

Tschöpli, weibliches Oberkleid, Leibchen

tschudern, sprudeln, brausen

Tschuep, 1. Blindekuhspiel; 2. Spiel, Handel, Treiben

tschuren, 1. schnurren (von der Spule am Spinnrad); 2. rauschen, sausen, brausen

tubaken, Tabak rauchen

tubeln, grollend, trotzig schweigen

tubetänzig, wirbelsinnig, zum Tollwerden gereizt

tuchen, 1. zu Tuch verweben; 2. Tuch weben lassen

tüfel, vom Tüfel, 1. teufelmäßig, arg; 2. übermäßig, außerordentlich.

D's Tüfels machen, schrecklich zornig machen, mit beißenden Worten bis aufs Blut plagen. D's Tüfels werden, vor Zorn und Unmut vergehen, seiner selbst nicht mehr mächtig sein

Tüfelsüchtigi, 1. Sucht, Unheil zu stiften, Boshaftigkeit; 2. Wunderlichkeit

Tuft, Tuffstein

Tuftmannli, Hausierer mit gepulvertem Tuffstein

Tüpfi, 1. kleiner metallener Kochtopf mit drei Füßen; 2. einfältiges Mädchen. Hingegen Glückstüpfi, Glückskind, Sonntagskind

tun, 1. sich gebärden (schön, wüst tun); 2. zunehmen, fett werden (bei Schweinen, gleichsam das gesamte Tun, die einzige Tätigkeit derselben). Es tut es mir, es genügt mir, befriedigt mich, tut mir den Dienst. Z'weinen tun, zum Weinen bringen. Es isch sih nit z'tue, es lohnt sich nicht der Mühe

Türi, uf my armi, bei meiner armen, teueren Seele!

Türli: hinterm Türli gygen, unter der Decke spielen, die Faust im Sacke machen

Türlistock, Türpfosten einer Garten- oder sonst freistehenden Türe oder eines Gittertors

Tütschel, Verdrehung für Teufel

 

U

überall, überhaupt, in allen Stücken (nie im schriftdeutschen Sinn)

Übergang, die Eroberung des Kantons Bern durch die Franzosen im Jahre 1798

überhauptsyche, im großen, im allgemeinen, en gros, im Gegensatz zu stückweise, en détail

überkindet, mit Kindersegen überreich bedacht

überlegen, überlästig

überlüpfen, sich, durch das Heben einer zu schweren Last sich Schaden zuziehen

übermachten, übermächtig werden. Übermachtet werden, überwunden werden

übernächtig, was über Nacht gekommen ist; übernächtiger Gedanke, plötzlich auftauchender, unüberlegter, unausführbarer Gedanke oder Plan; übernächtiges Gesicht, das matte Aussehen dessen, der eine Nacht nicht geschlafen hat; altersschwach (der über Nacht unversehens sterben kann)

überort, 1. von der normalen Richtung abweichend, überhängend; 2. schief, krumm. Ein Wagen, Haus hängt überort, ist so schief gestellt, daß er, es umfallen wird oder kann. Es isch überort gange, es hat fehlgeschlagen, ist in die Brüche gegangen

Überstrümpfe, Gamaschen

Übersünigi, Übermut, Anmaßung (mit dem Nebenbegriff des dadurch andern Lästigfallens)

übertreiben, die Augen, Tränen hervorlocken, weinen machen

überweisen, 1. überführen; 2. zurechtweisen

überziehen, das Gleichgewicht verlieren machen

uche, ueche, uehe, hinauf

uf oder nieder, mehr oder weniger

ufbingen, 1. aufbinden; 2. losbinden, lösen; 3. aufpacken; 4. abbrechen, aufhören

ufere, auf ihr

uff sein, auf den Sand geraten, auf dem trockenen sein

ufgeisten, den Geist aufgeben, sterben. Sich ufgeisten, sich ermuntern, ermannen

ufha, 1. aufheben; 2. aufhalten; 3. einen Vertrag aufheben, das gegebene Wort zurücknehmen

Uflat, s. Unflat

ufreisen, usweisen, aufhetzen, aufwiegeln

Ufwysig, (von aufweisen) Auf-, Anreizung

umarflen, um etwas die Arme schlagen, umfassen

ume, umme, 1. herum; 2. nur; 3. wieder. Desume, umher

Ume und ane, hin und her

umeha, entgelten, herhalten

umeryten, herumreiten, herumfahren

umeweg, in der Nähe, bei der Hand

Umgänger, ein beschwerlicher, ganz oder teilweise arbeitsunfähiger Armer, den niemand verpflegt und der deshalb auf Weisung des Gemeinderats jeden Tag in einem andern Hause ißt

Unantwort, böse Antwort, Widerrede

unb'sinnt, ohne langes Nachdenken, rasch antwortend oder tuend; gedankenlos

uneisen, uneins werden, sich ernstlich entzweien

unerchant, ungeschliffen, roh, rücksichtslos

Unflat, Uflat, grober Mensch, Rüpel

ungattlich, ungefüge, grob, nicht sauber gearbeitet

ungere, hinunter. Ungere recken, antasten, beleidigen (am Leibe oder an der Ehre)

ungerecht, 1. nicht wie es sein soll; 2. unpäßlich, krank

z'ungerobis, zu unter-oberst, verkehrt

ungerueche, von unten herauf

ung'fähr, ang'fährt, zufällig

Ung'fell, Unglück

ung'hürig, nicht geheuer, unheimlich, gespenstig

Unglanz, Verlust des Ansehens; Mißachtung, Verkennung

Ung'nannte, Eiterbeule

ung'reiset, (von Kühen) siehe »Käserei« S. 391

ung'schämt, 1. schamlos; 2. ungescheut

ung'schlafe, 1. schlaflos; 2. ohne geschlafen zu haben

ung'schoche, ungescheut, freimütig

ung'sinnet, unerwartet

ung'sumt, ohne zu säumen

ungut: es einem nicht für ungut sagen, einem die Wahrheit ohne Schonung ins Gesicht sagen. Nicht für ungut nehmen, nicht übelnehmen, nicht mißverstehen

ung'wahns, ungewohnt

Unmuße, Beschwerde, Beschwerlichkeit, Unannehmlichkeit

unterholzen, einen dichten Wald ausholzen, bildlich: jemand durch Intrigen an sich ziehen

Unternährer, Anton, der Stifter der Antonianer, einer den Anhängern des Thomas Münzer im sechzehnten Jahrhundert, den Mormonen in der Gegenwart nahe verwandten Sekte

Unterweisung, Konfirmationsunterricht

unterziehen, den Unterbau eines Hauses neu machen. Davon

Unterzug, 1. Unterbau; 2. der Balken längs der Decke eines Zimmers zur Unterstützung derselben

unwert, unwillkommen, nicht gern gesehen

Urfel, verschnittener Widder

Urti, Zeche

uschafelig, 1. roh, mit dem nicht leicht auszukommen ist; 2. unanständiger, ekelhafter Mensch

use, hinaus

usführisch, spottlustig

usg'leues Geld, ausgeliehenes Geld, angelegte Kapitalien

Üsi, Unsre, das sind Vater, Mutter, Sohn, Tochter

Ustrag, Entscheidung, Abschluß, Abmachung

usla, usela, 1. herauslassen; 2. schmelzen (Butter, Metall); 3. ein Gerücht ausbreiten, die Kunde von etwas unter die Leute kommen lassen

ußefert, ußefür, auswendig, außerhalb

z'ußerist, zu äußerst

Usumm, Unsumme, sehr große Summe

Utüfel, Teufel, eigentlich ärger als ein Teufel (das »u« oder »un« ist verstärkend wie bei Usumm, Uhung u. dergl.)

Utüfel im Arbeiten, ausgezeichneter, unermüdlicher Arbeiter

uwatlig, 1. ungebärdig, ungeschickt; 2. unanständig, unschicklich im Betragen

 

V

vaterländisch, tüchtig, wehrhaft

verbändelt, umsäumt. Rotverbändelte Augen, rotgeränderte Augen

Verbaust, Verbunst, Mißgunst

verblitzgen, verschleudern, verschwenden, völlig nutzlos und rasch verbrauchen

verkönnen, mißgönnen

verbrauchen, einen, auf jegliche Weise sich eines Zudringlichen zu entledigen suchen

verbringen, 1. es übers Herz bringen, vermögen; 2. innerlich verarbeiten

verbrüllen, verlästern, verleumden

Verbunst, s. Verbaust

verbybbäpelet, verweichlicht, verzogen

vercharen, 1. beschmutzen; 2. unabsichtlich und unachtsam zerdrücken (von zarten saftigen Früchten)

verchräzen, verkräzen, forttragen, verschleppen

verchrebeln, zerkratzen

verchrosen, zermalmen

Verding, ein, schwere Arbeit, mühsame Aufgabe. Von

verdingen, einem eine Arbeit im ganzen, nicht im Tagelohn, zur Ausführung übergeben

verdrecken, beschmutzen

Verfallnigs, geerbtes, zu freier Verfügung stehendes Gut

verflöken, heimlich entfremden, kleinere Gegenstände verstohlen verkaufen (geschieht nur von Hausgenossen)

verflümert, Verdrehung für verflucht

vergangglen, sich, sich leichtsinnig mit Schwatzen oder Gaffen versäumen

vergebe, 1. umsonst; 2. unentgeltlich

vergeben, einem, vergiften

vergitzlen, vor Ungeduld sterben

verha, 1. versperren; 2. vorenthalten; 3.die Erlangung von irgend etwas verhindern

verhausen, verschwenden

verheimen, verheimlichen

verherrgen, verheeren, verderben, unbrauchbar machen

verheyen, 1. zerbrechen; 2. verderben, verziehen (Kinder)

verhürschen, verwirren, verwickeln, durcheinanderwerfen. Davon

verhürschet, geisteskrank

verirrt sein, in Fieberphantasien sein, irre reden

verknorzet, 1. verkrüppelt; 2. schlecht gemacht

verköstigen, sich, sich in Kosten versetzen, sich's kosten lassen (nie im schriftdeutschen Sinn)

verkutzt, verworren, wirr, unordentlich (namentlich von Haaren)

verleiden, 1. überdrüssig werden; 2. gerichtlich anzeigen, anklagen

verleuchten, zu leuchten aufhören (wie verhallen von hallen)

verlochen, vergraben, verscharren

verlyren, verwirren

vermachen, 1. verschließen, zuschließen, verstopfen; 2. den Riegel stecken

vermeukt, heimlich, verstohlen

vermolestieren, verdächtigen, heruntermachen, kein gutes Haar an einem lassen

vern, voriges Jahr; vorvern, vorvoriges Jahr; verndrig, vom Vorjahr her

vernisten, verlegen, so daß man den Gegenstand an seinem gewohnten Orte nicht findet

vernütigen, geringschätzig von einem oder etwas reden, heruntermachen, herabwürdigen

verrätschen, verraten, verklagen, hinterbringen

verraxet, verkümmert, verwachsen

verrebeln, langsam zugrunde gehen

verreden, sich, sein Ehrenwort geben

verripsen, durchreiben, abschaben

verrumpfen, zerknittern

Versatz, im, der Ort, wo ein aufgejagtes Wild sich versteckt hält, bis die Hunde seine Spur verloren und sich entfernt haben. Im Versatz lassen, als Unterpfand geben

verschämen, sich, sich unrechter Weise einer Person, Sache, Arbeit schämen

verschienen, verschossen, abgebleicht (Farben, dann auch ein abgehärmtes Gesicht)

verschießen, mit Erd, verächtlich: er ist das Pulver nicht wert

verschießen, sich, 1. sich irren, einen Mißgriff tun; 2. zu rasch zufahren

verschlänggen, verschleudern, verprassen

verschleipfen, 1. verlegen; 2. heimlich entfremden

verschlumpen, die Zeit, die Zeit mit Herumlungern zubringen

verschmeiet sein, vor Schreck oder Erstaunen sprachlos dastehen, aus den Wolken fallen

verschmuslet, beschmiert, schmutzig gemacht

verschnürpft, 1. unordentlich vernäht; 2. verzerrt, voll Narben

verschüpft, verstoßen, übel angesehen

Verschuß, im, aus Versehen, in der Zerstreuung

verschweren, sich, mit einem Schwur eine Aussage oder Vorsatz bekräftigen

verserben, verblühen, verdorren

versodern, verkochen

versprechen, entschuldigen

versprengen, platzen machen

verspringen, zerplatzen

verstaunen, betroffen werden, vor Verwunderung verstummen

verstellen, versperren

verstoßen, beiseite schieben, verbergen. Oft mit dem Nebenbegriff der Unredlichkeit

verstrupft, zerpflückt, zerzaust, unordentlich aussehend

versurren, 1.verstummen, nachlassen (von stechendem Schmerz); 2. aufhören, das Tagesgespräch zu bilden

vertragen, ein Kind, aussetzen

vertrappen, zertreten

vertschäggieren, verschachern

vertubeln lassen, einen, einen den Unmut über eine Sache in sich selber verarbeiten lassen; zuwarten, bis er sich von selber wieder zufrieden gibt

vertunlich, verschwenderisch, unhaushälterisch

verunguten, 1. übelnehmen; 2. einen anschwärzen, unwert oder schlecht machen

verwachen, überwachen, nicht aus den Augen verlieren (z. B. Kranke, Leichen)

verwerchen, in sich selbst verarbeiten, durch- und niederkämpfen

verwerfen, (die Hände) hin und her schleudern, heftig gestikulieren

verwettert, verwittert

verwetzt, abgewetzt, abgenutzt, abgeschabt

verworgen, in sich selbst mit aller Anstrengung verarbeiten, hinunterwürgen (weniger als verwerchen, oft bleibt dabei Groll zurück)

verzattern, verzetteln, zerstreut fallen lassen, herumwerfen (kleinere Gegenstände, Holz, Späne, Speisen beim Essen)

verzinsen, der Obrigkeit den Strick, einen geheimen Mord mit Geld sühnen

e Vesper und e Fürabe, einen Abend aushaltend, nicht dauerhaft (meist von Kleidungsstücken)

vettern, als Verwandten anreden

viergeggetig, viereckig

visitlen, seine Zeit mit Besuchemachen und -empfangen vertändeln

Vogel, Hühnervogel, Habicht, Sperber

vogten, unter Vormundschaft setzen, zur Rechenschaft ziehen

z'völmig, vollends

vor, vorn

vor und eh, vorher, bevor

vorcheuen, vorkauen, mundgerecht machen, eigentlich und bildlich

vorfer, aus der vordern Seite

vorfressen, auf die Zukunft hin leben, zum voraus brauchen, was man erst zu erwerben hofft

vormähen, beim Mähen der Vorderste sein und dadurch die andern in ihren Bewegungen leiten

vorschlagen, sparen, Ersparnisse machen; davon

Vorschlag, Ersparnis

Vorschußbranntwein, Branntwein erster Güte

vorschützig, 1. vorschnell, voreilig; 2. vorwitzig

vorständs, bevorstehend, in Erwartung, in Aussicht

Vorstuhl, die lange freistehende Bank vor einem Bauerntisch, um welchen zwei Bänke an der Wand befestigt sind, eine bis zwei frei stehen

Vörtel, 1. Kunstgriff, Handwerksvorteil; 2. Kniff

vorume haben, behutsam ausweichen, den Wagen umlenken

Vrenle, Abkürzung von Verena

v'rsüngen, versündigen

Vyönli, Viöndli, Levkoje, Cheiranthus L.

 

W

wachsen, an einen, jemand um etwas ersuchen, wozu man selbst nicht die Kraft oder Kompetenz hat (alter Kanzleistil)

Wadel, Wedel

Wädel, Vollmond (vielleicht von Wandel, mutatio)

wädelen, rasch mit kurzen Schrittchen eilen (von einem fetten Manne)

wäger, wirklich, wahrlich

wäggelen, behaglich sich wiegend einhergehen

Wagle, Wiege

wählig, 1. wählerisch; 2. tadelsüchtig

währschaft, dauerhaft, solid, stark, fest

Wartlef, eine Art Netz zum Fischfang

Wartsäckli, kleiner Sack von farbigem Zeug, der an der Hand getragen wird

Wasche, derbe Ohrfeige, Watsche

wasfürig, welcherlei

watlig, freundlich im Benehmen, ordentlich, von guter Aufführung

Wätschge, Zwetschge

webern, wimmern

Wedele, Welle, Reisigbündel

weder, als

Weg, dä, auf solche Weise, auf diesem Wege. Mit einem machen wele Weg, mit einem um den Sieg ringen

Wegge, 1. Weckbrot; 2. Keil zum Holzspalten

Wegknecht, zum Unterhalt eines Stücks Straße ständig angestellter Straßenarbeiter

wegstellen, 1. sich rasch von etwas entfernen; 2. sich fernhalten

wei, wollen

weibeln, geschäftig sein, hin und her springen

weiben, heiraten

weihern, sich, sich ansammeln, aufstauchen (eigentlich von Wasser, dann auch von Geld)

weinen, wynen, Wein einkaufen (nie im schriftdeutschen Sinn)

Weinwarm, warmer Wein, mit Eiern, Zucker und geröstetem Brot gekocht

weißen, winseln

weißlochtig, weißlich

weit, ihr wollt

Weite, Raum, Spielraum

welig, welcherlei Art, wie beschaffen

Wellenseil, das Seil, durch das der Wisbaum, die starke Stange auf dem vollgeladenen Heuwagen, mit den Leiterbäumen verbunden wird

weltschen, 1. französisch reden; 2. in unverständlicher deutscher Mundart sprechen; 3. unbekannte Ausdrücke gebrauchen, philosophische über die Fassungskraft der Leute gehende Reden führen.

weltscher Wein, Wein vom Ufer des Genfer Sees, im Gegensatz zu Seewein, Wein vom Bieler See

Weltschland, die französische Schweiz. Ins Weltschland gehen, sich abschleifen, seine Sitten lernen

Wentele, Wanze

Werch, 1. Hanf; 2. irgendeine der Hauptarbeiten auf dem Lande, säen, heuen, ernten u. dgl.

Werchader, sehr arbeitsame, unermüdliche Person, die schwere Arbeit nicht scheut

werchbar, arbeitsam

werchen, schwere Arbeit verrichten

Werchte, Werktag

werklich, absonderlich, auffallend, lächerlich (ohne den tadelnden Nebenbegriff, der in arig liegt)

Werteli, Schoßkind

werten, schätzen, einer Sache den ihr zukommenden Wert beilegen; 2. überhaupt: einen Wert oder Preis machen

werweisen, hin und her raten, überlegen, unschlüssig sein

we's, wed', wenn es, wenn du

Wespere, Wespennest

Wetterluft, Regenwind, Südwestwind

wettig, welcherlei Art, wie beschaffen

Wid, Band von Weidenruten

wiegelen, in der Wiege schaukeln

Wiggle, Steineule, Strix ulula L.

willwanken, zu keinem Entschlüsse kommen

winden, 1. es geht der Wind; 2. wittern, schnüffeln

wirbelsinnig, 1. betäubt durch Lärm, vielseitigen Widerspruch u. dgl.; 2. von Sinnen, halb wahnsinnig

wirsen, sich, sich verwunden, verletzen, namentlich durch starke Reibung

wirser, schmerzlicher

Wistelach, die Gegend um den Murtensee im Kanton Freiburg

Witlig, Witwyb, Witwer, Witwe

wittern, ein Gewitter geben (nie im schriftdeutschen Sinn)

witzig, weise, verständig (nie im schriftdeutschen Sinn)

wohlen, gut werden. Es wohlet mir: es wird mir wohl, bin nicht mehr von Sorgen geplagt

wolle, ja, warum nicht gar!

worben, das frischgemähte, am Abend zum Schutz vor dem Tau zu Birligen zusammengehäufte Gras des Morgens wieder zerwerfen, damit es völlig dürr werde

z'Wort haben, zum Vorwand nehmen

worten, 1. eine Zwiesprache verlängern, um zu einem Resultate zu kommen, das der andere hindert; 2. disputieren; Z.wortwechseln überhaupt

Wösch, Wäsche

wotsch, willst du?

wui, vowegewuiunesbah ( oui und n'est ce pas), 1. aus triftigen, aber nicht zu nennenden Gründen; 2. ein oft alles mögliche sagen oder vertuschen wollender Lückenbüßer

Wunderligi, 1. Launenhaftigkeit; 2. Schwindel, halbe Ohnmacht

Wurmerde, durch Würmer aufgewühlter Boden, besonders in Wiesen

wuschen, schlagen, zausen, beohrfeigen

Wust, Unrat, Unkraut

wüst, 1. unschön, häßlich; 2. unsauber, unreinlich; 3. unangenehm, beschwerlich (nie im schriftdeutschen Sinn). Wüst sagen, schmähen, schelten. Wüst tun, 1. aufbegehren, zanken; 2. wüten

Wütisheer, die wilde Jagd

Wybig, Brautschau. Auf die Wybig gehen, auf Freiersfüßen gehen, sich eine Frau suchen

Wydli, Weidenruten

Wygumi, Weinreisender (Wein-Kommis)

Wyhengst, Spottname für einen zudringlichen Weinreisenden

Wyl, d'r Wyl ha, Muße genug haben

wylen, sich, 1. eine Zeitlang dauern; 2. abwechseln, eine Sache einige Zeit so, dann wieder anders abtun

Wyltschi, ein, eine kleine Weile

wyt, weit

 

Y

y, ein, hinein

yche, yne, hinein

ygüderen, durch eine enge Öffnung einflößen

yschäychen, einschenken

Yschlag, eingehegtes Stück Land

Ysewegge, eiserner Keil

ysig, aus Eisen, d. i. dauerhaft

yziehen, 1. einziehen; 2. erwiesene Guttat oder Gastfreundschaft sich vergelten lassen. Gegenrecht halten

 

Z

Zaagg, das, 1. das Zurückbleiben in etwas, womit man doch stets beschäftigt ist; 2. geheimer Umgang, verbotener Liebeshandel

zaaggen, eine Arbeit verrichten, ohne darin vorwärtszukommen (milder als dreißen)

zächi, zähe

Zägg, 1. Zecke; 2. zudringlicher Mensch

zahlen, sich, sich vergelten, sich rächen

Zahmkirschen, saure Kirschen, Weichsel»

zännen, 1. die Zähne weisen; 2. grinsen, das Gesicht verzerren

Zapfenwein, Flaschenwein, im Gegensatz zu offnem Wein, der je beim Gebrauch aus dem Fasse gezogen wird

zäpflen, indirekt oder heimlich auslachen, ausspotten

Zatten, die langen Zeilen des eben gemähten Getreides, bevor es in Garben gebunden wird

zattig, lumpig, ruppig

Zattli, Zatteri, verlumpter Mensch

zaunen, 1. einen Zaun machen oder gründlich ausbessern; 2. nützen, ausreichen

Zaunsteckler, Kirchturmspolitiker

Zech, Ziemer (von zäh, in die Länge gezogen)

Zeche, Zehe. An die Zechen recken, die Schuhriemen auflösen

zehnden, 1. den Zehnten geben oder nehmen; 2. dezimieren, aussaugen, plündern

Zeichnung, jährliche amtliche Prüfung und Auszeichnung der vorzüglichsten Pferde und Kühe mittelst eines aufgebrannten Zeichens, verbunden mit einer Preisverteilung an ihre Besitzer

Zeise, Zeyse, Zinsen

Zeit, die, Uhr, Stunde. Das Zeit, 1. Turmuhr; 2. Schwarzwälder Wanduhr

Zeithäusli, das Schränkchen zum Schutze der Gewichtsteine einer Schwarzwälder Uhr

zentum, ringsherum

zetten, 1. im Weben den Zettel machen; 2. den Dünger auf dem Acker zerlegen

Zeug, Züg, 1. Leibwäsche; 2. Kleider; 3. Arzneimittel; 4. verächtlicher Ausdruck für: Leute. Dürres Zeug, Backobst

Zwechele, Stück grobes Tuch, Leinwand

zickeln, zigglen, zupfen, necken

Zieche, Überzug eines größern Bettstücks

Zieger, die nach bereitetem Käse noch zurückbleibenden festen Bestandteile der Milch, welche zu derselben Ausscheidung nochmals gesotten wird

ziehen, 1. aus etwas Nutzen haben; es zieht mir sich, es steht mir an, es nützt mir; 2. in einem kleinen Nachen zu zwei Rudern heißt das vordere Zieh-, das hintere Fahr- oder Steuerruder, welches letztere zu führen mehr Erfahrung und Anstrengung erfordert. Davon das Wortspiel: er cha besser zieh wann (als) stüre, – er versteht besser Steuern einzutreiben, als selbst zu entrichten, er nimmt lieber am Genuß als an der Arbeit Anteil. Zusammenziehen, das gleiche Werk mit vereinten Kräften betreiben, einträchtig sein und handeln

Ziehfecken, eine Frau, die andere in der Arbeit aufhält

z'Immiß, Mittagessen

Zipperynli, eine schwächliche oder arbeitsscheue Weibsperson, die nichts aushalten kann und sich dessen rühmt

zitterlig, 1. zitternd; 2. in steter Bewegung sich befindend wie die Blätter der Espe; 3. in banger Erwartung lebend

z'mitts, inmitten

zogelich, 1. gesittet, wohlanständig; 2. sanft; 3. vorsichtig

Zöök, 1. unordentliches Herumliegen von allerlei Gegenständen; 2. verdächtiger Umgang mit einer Person des andern Geschlechts

Zopfe, Zipfel; Zöpfli, Endchen

Zottel, Troddel

zotteln, bärenartig einhergehen, watscheln, humpeln. Davon

Zötteler, geistloser Nachbeter, Jasager, der ohne eigene Denkkraft nachmacht, wo andere ein übles Beispiel geben

z'säme, zusammen

z'sämefüßlige, mit beiden Füßen zugleich

zueche, herzu, herbei

zuechecho, 1. Raum finden, um mit Hand anzulegen; 2. die gewünschte Anstellung erlangen

zuechehocken, sich zu Tische setzen

zuechestah, 1. in den Riß treten; 2. zu Gevatter stehen

zueha, zuschieben

Zug, ein bis zwei Paare Zugvieh, Rindvieh oder Pferde

Zügeli, 1. ein verborgener Hahn oder Öffnung an einem Fasse; 2. Pflästerchen

Zügelte, Züglete, Umzugszeit, Wohnungswechsel, Umzug

Züg, Zeug, allerhand Sachen, auch Arzneimittel

zügig, dem Zugwind ausgesetzt

Züpfe, 1. Haarflechte; 2. ein in solcher Form geflochtenes seines Brot

Züribiet, Kanton Zürich, Züricher Gebiet

zusammenbaggeln, einen Gegenstand unordentlich verfertigen, obenhin zusammenschlagen

zusammenschweizen, zusammenschweißen

Züsi, Susanna

Züttel, geistig armseliger Mensch, Tropf

Zuversicht, 1. graulicher Anblick; 2. grobe Unordnung, Durcheinander

Zwängigi, Herrschsucht, Eigenwille

zwängisch, eigenwillig, rechthaberisch, herschsüchtig. Davon

Zwänggrind, eigenwilliger Kopf

Zweck, der handgroße schwarze Kreis im Mittelpunkt der Schützenscheibe

z'weg sein, 1. wohl, gesund sein; 2. wohl daran sein; 3. heiter, aufgeräumt sein. Übel z'weg, 1. schwer krank; 2. in großer Verlegenheit. Z'weg fahren, überrascht auffahren. Z'weg legen, 1,. zum voraus bereiten, rüsten, bereit halten; 2. vorrücken, vor Augen stellen. Z'weg nehmen, zu Paaren treiben, einem zusetzen

zweien, es zweiet mir, zweifach vor sich sehen, es dreht sich mir vor den Augen, aber auch: ich bin unschlüssig

zweisilbig Wort, kurzer Bescheid, trockene Antwort

Zwick, 1. Peitschenschmitze; 2. Zwickel am Strumpf

zwirbeln, wie ein Kreisel sich bewegen, kollern

zwirren, vor den Augen wirbeln, kraus werden

zwitzern, schimmern

zwure, zwurisch, zweimal

zyben, zybern, auf dem Eis gleiten

Zyberli, kleine blaue Pflaume, Prunus spinosa L. und insititia L. Davon

Zyberligränne, sauertöpfisch dreinsehende, mißmutige Antworten gebende Weibsperson

Zylete, Zeile

Zyste, Dienstag

zytig, reif

Zytig, Zeitung


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