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Des Jägers Abendlied.

Was such ich in den Wäldern auf?
Ist es das scheue Wild?
Es ruhe! denn in meinem Lauf
Umschwebt mich nur Dein Bild.

O wenn in gleichem milden Licht
Das meine Dir erschien,
Du würdest – ach! Du würdest nicht
Des Jägers Anblick fliehn,

Der von der Sehnsucht Bangigkeit
Ergriffen, und gedrückt
Von Ahndungen, durch Raum und Zeit
Dir nach, zum Himmel blickt.

Er spendet Frieden aus. Warum
Ward nicht auch mir ein Theil?
Ist die Natur für mich nur stumm,
Ihr Gipfel mir zu steil? –

Ob schon der Mond die Wolken theilt,
Zertheilt er doch den Schmerz
In meinem Herzen nicht; es heilt
Das Grab nur solch ein Herz;

Das, als es brach, ins Thal der Ruh
Dein Bild hinüber trug –
Und dieses Herz verschmähtest Du,
Als es für Dich noch schlug!


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