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95. Ist nicht Ephraim mein teurer Sohn?

Jer. 31, 20.

Mel.: Es ist das Heil uns kommen her.

1. Ist Ephraim nicht meine Kron
Und meines Herzens Wonne?
Mein trautes Kind, mein teurer Sohn,
Mein Stern und meine Sonne?
Mein' Augenlust, mein' edle Blum,
Mein auserwähltes Eigentum
Und meiner Seelen Freude?

2. Ich höre seines Seufzens Stimm
Und hochbetrübtes Klagen:
Mein Gott hat mich, spricht Ephraim,
Gestraft und hart geschlagen;
Er sucht mich heim mit harter Zucht:
Das ist mein Lohn, das ist die Frucht
Und Nutzen meiner Sünden.

3. Hör alle Welt: Ich bin getreu
Und halte mein Versprechen.
Was ich geredt, da bleibt es bei,
Mein Wort werd ich nicht brechen.
Das soll mein Ephraim gar bald
Erfahren, und mich dergestalt
Recht aus dem Grund erkennen.

4. Ich denk wohl noch an meinen Eid,
Den ich geschworen habe,
Da ich aus lauter Gütigkeit
Mich ihm zu eigen gabe;
Ich sprach: Du hast mein Herz erfüllt
Mit deiner Lieb, ich bin dein Schild,
Und will's auch ewig bleiben.

5. Ich will mit meiner starken Hand
Dich als ein Vater führen.
Dich selbst will ich und auch dein Land
Aufs schönst und beste zieren.
Und wirst du mir gehorsam sein,
So soll dich meines Segens Schein
Ohn alles End erfreuen.

6. Wo du dich aber bösen Rat
Wirst von mir wenden lassen,
So will ich deine Missetat
Heimsuchen, doch mit Maßen:
Und wenn du wiederkehrst zu mir,
So will ich wieder auch zu dir
Mich mit Erbarmen kehren.

7. Nun kehrt zu mir mein Ephraim,
Sucht Gnad in meinen Armen,
Drum bricht mein Herze gegen ihm,
Und muß mich sein erbarmen.
Der Unmut fällt mir mit Gewalt,
Mein Eingeweide hitzt und wallt
In treuer Lieb und Gnade.

8. Kommt alle Sünder, kommt zu mir,
Bereuet eure Sünden,
Und suchet Gnad an meiner Tür,
Ihr sollt sie reichlich finden!
Wer sich mit Ephraim bekehrt,
Wird auch mit Ephraim erhört
Und hier und dort getröstet.


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