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39. Sirachs Gebetlein um ein seliges und mäßiges Leben.

Sir. 23, 1-6.

Mel.: Christ, unser HErr, zum Jordan kam.

1. O Gott, mein Schöpfer, edler Fürst
Und Vater meines Lebens,
Wo du mein Leben nicht regierst,
So leb ich hier vergebens,
Ja, ich bin auch lebendig tot,
Der Sünde ganz ergeben:
Wer sich wälzt in dem Sündenkot,
Der hat das rechte Leben
Noch niemals recht gesehen.

2. Darum so wende deine Gnad
Zu deinem armen Kinde,
Und gib mir allzeit guten Rat,
Zu meiden Schand und Sünde.
Behüte meines Mundes Tür,
Daß mir ja nicht entfahre
Ein solches Wort, dadurch ich dir
Und deiner frommen Schare
Verdrießlich sei und schade.

3. Bewahr, o Vater, mein Gehör
Auf dieser schnöden Erde
Vor allem, dadurch deine Ehr
Und Reich beschimpfet werde.
Laß mich der Lästrer Gall und Gift
Ja nimmermehr berühren;
Denn wen ein solcher Unflat trifft.
Den pflegt er zu verführen,
Auch wohl gar umzukehren.

4. Regiere meiner Augen Licht,
Daß sie nichts Arges treiben.
Ein unverschämtes Angesicht
Laß ferne von mir bleiben.
Was ehrbar ist, was Zucht erhält,
Wonach die Englein trachten,
Was dir beliebt und wohlgefällt,
Das laß auch mich hoch achten,
All Ueppigkeit verlachen.

5. Gib, daß ich mich nicht lasse ein
Zum Schlemmen und zum Prassen,
Laß deine Lust mein eigen sein,
Die andren fliehn und hassen.
Die Lust, die unser Fleisch ergötzt,
Die zeucht uns nach der Höllen,
Und was die Welt für Freude schätzt,
Pflegt Seel und Geist zu fällen
Und ewiglich zu quälen.

6. O selig ist, der stets sich nährt
Mit Himmels-Speis' und Tränken,
Der nichts mehr schmeckt, nichts sieht und hört,
Auch nichts begehrt zu denken,
Als nur, was zu dem Leben bringt,
Da man bei Gotte lebet,
Und bei der Schar, die fröhlich singt
Und in der Wollust schwebet,
Die keine Zeit aufhebet.


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