Ludwig Eichrodt
Gedichte in allerlei Humoren
Ludwig Eichrodt

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Aus dem Handbuche
der
Liebeleien und Geibeleien

        Wenn Küsse flüstern durch die Nacht
Mit heimlich süßem Wehn,
Und Sterne still in Silbertracht
Durch ihren Himmel gehn,
So ruf ich, schlafet wohl jawohl!
In Ruh,
Die lieben Aeuglein zu,
Die Engel Gottes hüten euch,
Lulu!

Wer weinen kann, dem ist so wohl,
Gebenedeit ist der,
Vom Dünensand bis nach Tyrol
Und wieder bis an's Meer.
Auch er schläft wohl, wie ihr, jawohl!
In Ruh,
Die lieben Aeuglein zu,
Die Engel Gottes hüten euch,
Lulu!

Entschlafen ist das blaue Meer
Und träumend ruht der Kiel,
Und sanft erklingt darüberher
Ein goldnes Saitenspiel.
Es singt und klingt, schlaft wohl, jawohl!
In Ruh,
Die lieben Aeuglein zu,
Die Engel Gottes hüten euch,
Lulu!

Fahr' wohl, fahr' wohl, fern ferne du!
Die Liebe macht verscheucht –
Ich aber – finde keine Ruh,
Die braune Wange feucht . . .
Doch ihr, o schlaft nur wohl, jawohl!
In Ruh,
Die lieben Aeuglein zu,
Die Engel Gottes hüten euch,
Lulu!

 


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