Christoph Martin Wieland
Oberon
Christoph Martin Wieland

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An Se. Durchlaucht den Prinzen
August von Sachsen-Gotha und Altenburg.

      Der Grazien schönste weyhet, am Altar
der Freundschaft, Bester Prinz, Dir diese Blumen,
gepflegt von einer Muse die Du liebst.
Sie blühten unter Deinen Blicken auf,
und Du ergöztest Dich an ihrem Duft.
Bescheiden ist ihr Glanz; allein mir sagt's
ein Genius, sie werden nie verblühen:
und wenn dereinst nichts übrig ist von mir
als sie – und auch von Dir, o Du Geliebter,
nichts übrig ist, als Deiner schönen Seele
und aller Deiner holden Tugenden
Erinnerung: dann werden noch die Musen,
stilltraurend – denn wer liebte sie wie Du? –
die unverwelklichen um Deine Urne winden.

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